Forum: Panorama
Zugunglück in Sachsen-Anhalt: "Ein Wunder, dass es Überlebende gegeben hat"

Wie konnte das geschehen? Zwei Züge rasen ineinander, zehn Fahrgäste sterben, viele sind verletzt, eine Trümmerwüste überall. Die Menschen im sachsen-anhaltinischen Hordorf, wo am Samstagabend das fürchterliche Bahnunglück passierte, sind schockiert. Die Unfallursache ist nach wie vor unklar.

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phon 30.01.2011, 21:54
1. Beileid für die Opfer, Schande der DB!

Zuerst mein Beileid für alle Angehörigen und Opfer. Und dann: Schande über die Deutsche Bahn! Wieviele Tote muss es noch geben? Das darf doch einfach nicht wahr sein: Man flog auf den Mond und D ist nicht in der Lage, zu verhindern, dass 2 Züge ungehindert aufeinander zurasen. Ade Bananenrepubliok D, da lob ich mir die Schweiz, bei uns sind alle Strecken gesichert.

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granitfindling 30.01.2011, 22:02
2. Dabei wäre es so einfach zu verhindern....

Das teure Eisenbahnsystem, das auf dieser Strecke nicht vorhanden war, könnte man durch ein zweites billiges System ergänzen, wenn man denn wollte: Jede Spedition weiß heute, wo sich ihre Lastwagen befinden, nämlich per GPS und Handy-Funkübertragung. Ein solches System ist für die Eisenbahnbürokraten aber aktuell undenkbar. Da vergräbt man sich sich lieber unter Vorschriftenbergen und schreit laut: Es war hier nicht notwendig!!!! Und dabei wäre es nicht viel teurer als ein Maut-System im LKW.
Bürokratie kostet eben Menschenleben, aber das ist alles vorschriftsgemäß. Das ist aber inzwischen in vielen Bereichen Standard. Dagegen anzugehen ist wie ein Materialschlacht im 1. Weltkrieg: Es gibt keine Gewinner.

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founder 30.01.2011, 22:06
3. Symbol für den Abstieg Deutschlands

Zitat von sysop
Wie konnte das geschehen? Zwei Züge rasen ineinander, zehn Fahrgäste sterben, viele sind verletzt, eine Trümmerwüste überall. Die Menschen im sachsen-anhaltinischen Hordorf, wo am Samstagabend das fürchterliche Bahnunglück passierte, sind schockiert. Die Unfallursache ist nach wie vor unklar.
Was doch nicht alles mit moderner Technik möglich ist.

Wieviele Unterlassungen muß es gegeben haben so einen Unfall nicht technisch auszuschließen, selbst wenn der Zugführer gerade so mit seinem Handy beschäftigt war, daß er das Stopzeichen übersehen hat.

Keine neue Sicherheitstechnik? Die hätte ja Geld gekostet!

Ein Symbol für das Versagen eines Systems.

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wolff966 30.01.2011, 22:10
4. Voreilig

Zitat von phon
Zuerst mein Beileid für alle Angehörigen und Opfer. Und dann: Schande über die Deutsche Bahn! Wieviele Tote muss es noch geben? Das darf doch einfach nicht wahr sein: Man flog auf den Mond und D ist nicht in der Lage, zu verhindern, dass 2 Züge ungehindert aufeinander zurasen. Ade Bananenrepubliok D, da lob ich mir die Schweiz, bei uns sind alle Strecken gesichert.
Es war eine Privatbahn die mit einer weiteren Privatbahn zusammengestossen ist.Voreilige Schande ist nicht angebracht.
Also Vorsicht mit unbedachten Äusserungen!

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Robert Rostock 30.01.2011, 22:11
5. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal...

Zitat von granitfindling
Das teure Eisenbahnsystem, das auf dieser Strecke nicht vorhanden war, könnte man durch ein zweites billiges System ergänzen, wenn man denn wollte: Jede Spedition weiß heute, wo sich ihre Lastwagen befinden, nämlich per GPS und Handy-Funkübertragung. ....
Hilft diese GPS-Ortung dagegen, dass die Lastwagen eine rote Ampel überfahren?
Oder löst diese Handy-Funkübertragung eine Zwangsbremsung aus, wenn der LKW-Fahrer am Steuer einschläft?

Wenn Sie keine Ahnung von Eisenbahn-Sicherungstechnik haben, wenn Sie ernsthaft behaupten, die Züge fahren einfach so auf Geratewohl los, ohne zu wissen, ob und wo noch ein anderer Zug unterwegs ist, wenn Sie ernsthaft die Streckenüberwachung und Sicherungstechnik des Straßenverkehrs über die der Bahn stellen wollen, dann kann ich Ihnen nicht helfen. Es ist mit Sicherheit nicht so.

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Robert Rostock 30.01.2011, 22:13
6. Zugführer...

Zitat von founder
... Wieviele Unterlassungen muß es gegeben haben so einen Unfall nicht technisch auszuschließen, selbst wenn der Zugführer gerade so mit seinem Handy beschäftigt war, daß er das Stopzeichen übersehen hat. ...
Der Zugführer kann solange mit seinem Handy beschäftigt sein, wie er will. Es ist nämlich nicht seine Aufgabe, auf Signale zu achten oder den Zug zu bremsen.
Das macht der Lokführer.

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ramschassar 30.01.2011, 22:14
7. Indusi?

Was ist denn mit Sicherung durch Induktion? Muss ja nicht unbedingt modern sein, aber soetwas könnte es doch flächendeckend geben. Weiß ein Bahnspezi vielleicht mehr?

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manta 30.01.2011, 22:17
8. ---

Oh Mann...
"Ein Sicherheitssystem wie auf anderen Strecken, das beim Überfahren eines Haltesignals eine automatische Zwangsbremsung auslöst, gibt es auf diesem Abschnitt nicht."

Es gibt also immernoch Strecken die nicht mit PZB ausgerüstet sind. Das sind Zustände wie im hintersten Anatolien. Das ist eine Schande für die Bahn, ja für ganz Deutschland.

Das letzte Zugunglück mit gleichem Unfallhergang war Dahlerau 1971 (http://de.wikipedia.org/wiki/Zugunglück_von_Dahlerau)
Ein wenig übertrieben heisst das, nach genau 40 Jahren wiederholt sich ein Zugunglück weil man immer noch nicht investiert hat in ein Zugsicherungssystem. Wer das PZB-System kennt, der weiss dass es Bombensicher ist (da kann nichts einfrieren wie bei einer Weiche) kaum Wartungskosten und kaum Betriebskosten (Minimal Strom für die Signalbirnen).

Das ist vergleichbar als würde man im Haus keine Sicherungen und FI Schalter installieren (kostet ja Geld) oder am Auto Blinker und Bremslicht weglassen (kostet ja Strom)

Nurnoch peinlich....

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movfaltin 30.01.2011, 22:18
9. Danke

Zitat von sysop
Wie konnte das geschehen? [...] Die Unfallursache ist nach wie vor unklar.
Ein überaus informativer Lead. Chapeau!
Endlich brauche ich mir den Artikel nicht mehr durchzulesen.

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