Forum: Panorama
Zwangsevakuierte Esso-Häuser: "Ein Teil von mir ist weg"
DPA

Mitten in der Nacht mussten die Bewohner der maroden Esso-Häuser in Hamburg raus aus ihren Wohnungen, benachbarte Bars und Clubs wurden geschlossen. Ein Filetstück von St. Pauli ist jetzt Sperrgebiet, und im Raum steht ein Vorwurf: Ließ der Eigentümer die Wohnblöcke absichtlich vergammeln?

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killi 16.12.2013, 20:13
10. Eine Schande!

Klares Versäumniss der Behörden. Wenn selbst die Balkone mit Holzbalken abgestützt werden müssen, ist an Sicherheit nicht mehr zu denken! Alleine schon der Anblick dieser Fassade lässt einem die Haare zu berge stehen. Echt fragwürdig wie hier die Behörden erst durch die Meldung von wackelnden Wänden eine Schnellräumung veranlassten! Hätte man früher die Wohnungen räumen lassen, würden die meisten nun in einer bereits einbezogenen Wohnung leben und noch alles Eigentum besitzen. Stattdessen müssen sie nun in einem Hotel auf das Ungewisse warten - wer es bezahlt? Der Steuerzahler, nehm ich an. Und natürlich die Zwangsenteigneten". Hoffe das Bundesland zieht politische Konsequenzen aus diesem Debakel. Die Zuständigen Leute der entsprechenden Behörden sind nicht mehr tragbar. Und der / die Eigentümer gehören wegen Fahrlässigkeit mit möglicher Todesfolgen vor ein Gericht. Ganz davon abgesehen, dass sie den Pfichten eines Eigentümers wohl nicht einmal annähernd nachgekommen sind. Geschädigt sind ja nicht bloss die Bewohner, sondern auch Gastronomie und dergleichen. Da werden vermutlich einige Menschen ihre Existenz verlieren. Solche Verhältnisse würde man in Asien oder Afrika erwarten, aber bestimmt nicht inmitten einer Deutschen Grossstadt!

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bananenrep 16.12.2013, 20:21
11. Wieso ....

wo bist den auf St.Pauli noch der Charme des Alten. Ist doch überall so. Erst schicke Häuser bauen und sich dann wundern, dass der Flair weg ist. Bei den Mietern in "neuen "Häusern genauso. Man will im Kiez leben, aber bitte ohne Strich, ohne Lärm und porentief rein. Es wird Zeit, dass sich das alles von dervReeperbahn wegentwickelt. Aber so sind die Spießer. erst St. Pauli, dann St. georg dann an den stadtrand. Was sollte ich denn noch In Hamburg. Mir schöne Bürohäuser ansehen. Ha, da gibt es schöneres als diese Büroschmarotzer. Und... ich bin kein Linker, aber ich habe den einzigartigen Flair St. Paulis geliebt. Heute. Schickimicki läßt grüßen. Die essotankstelle war schon immer sch....

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Yogial 16.12.2013, 20:27
12. Glückwunsch!

Das muss man als Eigentümer erstmal hinbekommen. Sofortige "Entmietung" durch die Staatsmacht! Das wird Schule machen.

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TangoGolf 16.12.2013, 20:30
13. teils-teils

Zitat von gustavsche
Wirklich! Die Autoren nennen diese Häuse "Filetstück"... absurder geht's doch kaum. Absichtlich vergammeln lassen? Wohl das sinnvollste, was man machen kann. Sobald ein Hauseigentümer investiert, wird er von linken Schwachmachten bezichtet, Luxussanierungen auf Kosten der Mieter zu machen. Unterlässt er es, wirft man ihm vor, dass er lasse das Haus absichtlich vergammeln. Da der Mieterschutz hierzulande die Optionen klar vorgibt, ist "vergammeln lassen" das, was taktisch das klügere ist. Ihr Linken wollt die Gesetze so und eure Demonstrationen gegen Luxussanierungen erzeugen ein Klima der Angst unter Hauseigentümern vor Sanierungen. In Berlin Pankow ist sogar der Einbau von Gästetoiletten und von hängenden Toiletten verboten. Was bleibt den Vermietern anderes übrig, als dann aus taktischen Gründen gar nichts mehr zu machen, bis sich das Problem von selbst löst. In diesem Fall: Die Baufälligkeit ist unübersehbar und führt zur Evakuierung. Mir wäre aber eine Welt lieber, in der man Mietern ganz regulär bei anständigen Fristen kündigen und Häuser abreißen kann. Das wäre auch für die Mieter schonender als in einer Turnhalle zu übernachten. Der Mieterschutz ist ein gutes Beispiel für: Gut gemeint, schlecht gemacht.
Also mit dem ersten Teil Ihrer Aussage haben leider 100% Recht. Danke dafür. Bei Ihrer Verteufelung des Mieterschutzes zielen Sie leider etwas zu weit über das Ziel hinaus. So schlecht ist der nämlich gar nicht - und hat eben auch nichts mit linken Idioten zu tun.

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praesidente 16.12.2013, 20:30
14.

Zitat von gustavsche
Wirklich! Die Autoren nennen diese Häuse "Filetstück"... absurder geht's doch kaum. Absichtlich vergammeln lassen? Wohl das sinnvollste, was man machen kann.
Die Häuser sind kein Filetstück, sondern das Grundstück.

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sunsailor2 16.12.2013, 20:35
15. Optional

Zitat von Newspeak
Enteignen und den Eigentümer in den Knast befördern. Das hätte man früher getan.
Dann hätte ich dafür gerne auch nur ein Präzendensurteil, in dem das so gemacht wurde und eine genaue Eingrenzung davon, wann dieses "früher" gewesen sein soll. In Deiner Phantasie vielleicht.

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soistrecht 16.12.2013, 20:36
16. atmosphäre

Zitat von u.loose
Wo hat der Autor denn den Ausdruck her? verranzt kenne ich ja noch, aber das verranzt / versifft in einem Satz mit charmant benutzt wird, ist mir neu...
schon mal was von morbidem charme gehört?!

gibt´s in anderer form auch (noch) in diversen ecken des ruhrgebiets (duisburg etc.).. inzwischen aber auch dort alles wie jede x-beliebige deutsche 08/15 stadt mit fussgängerzone, einkaufszentrum, glas und stahl.. es wird alles herzloser, ohne atmosphäre, ohne lebensgeschichten - die spürbar in alten balken stecken etc. das kann eben auch charmant sein, wie eine alte hafenkneipe o.ä.. das hat eben nicht immer etwas mit "schön" im eigentlichen sinne zu tun bzw. damit dass man nun gleich am liebsten selbst dort wohnen möchte. aber so etwas verstehen die ganzen "jack-wolfskin-city-spiesser" nicht wirklich... wieso auch...

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gustavsche 16.12.2013, 20:39
17.

Zitat von killi
Klares Versäumniss der Behörden. Wenn selbst die Balkone mit Holzbalken abgestützt werden müssen, ist an Sicherheit nicht mehr zu denken! Alleine schon der Anblick dieser Fassade lässt einem die Haare zu berge stehen. [...] Hätte man früher die Wohnungen räumen lassen, würden die meisten nun in einer bereits einbezogenen Wohnung leben und noch alles Eigentum besitzen. Stattdessen müssen sie nun in einem Hotel auf das Ungewisse warten - wer es bezahlt? Der Steuerzahler, nehm ich an. Und natürlich die Zwangsenteigneten". Hoffe das Bundesland zieht politische Konsequenzen aus diesem Debakel. Die Zuständigen Leute der entsprechenden Behörden sind nicht mehr tragbar. Und der / die Eigentümer gehören wegen Fahrlässigkeit mit möglicher Todesfolgen vor ein Gericht. Ganz davon abgesehen, dass sie den Pfichten eines Eigentümers wohl nicht einmal annähernd nachgekommen sind. Geschädigt sind ja nicht bloss die Bewohner, sondern auch Gastronomie und dergleichen. Da werden vermutlich einige Menschen ihre Existenz verlieren. Solche Verhältnisse würde man in Asien oder Afrika erwarten, aber bestimmt nicht inmitten einer Deutschen Grossstadt!
Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Auto, dass Sie vermieten müssen. Das Auto ist alt und klapprig und die jährlichen Wartungskosten sind immens, aber weil es alt und klapprig ist, können sie wenig von den Mietern verlangen. Ersetzen dürfen Sie das Auto auch nicht, weil Sie dann ja die Fahrpreise erhöhen könnten. Wie unsozial" Die Vermietung ganz einstellen, dürfen Sie auch nicht, weil ja die Leute auf Ihr Auto angewiesen sind. Nun stellen Sie sich vor, dass Sie in dieser Situation von Leuten beschimpft werden, Sie wären der Kriminelle. Würde Ihnen das gefallen?

Das, was ich mit dem kleinen Auto-Beispiel illustriert habe, ist der tagtägliche Wahnsinn auf dem Mietmarkt. Und es sind die Mietgesetze, die Mieter schützt und es sind Mieter, die auf keinen Fall Sanierungen wollen und auch nicht ausziehen wollen. Da sitzen dann alte Leute in einem Wohnblock, 2 von 20 Wohnungen sind vermietet, aber die alten Leutchen verweigern den Umzug, obwohl so viele Wohnungen frei wären und man ihnen den Umzug und alles bezahlen würde, denn für den Eigentümer des Wohnblocks ist es häufig günstiger, den Block zu sprengen.

Eigentum verpflichtet, klar. Aber doch nur unter ökonomischen Gesichtspunkten. Das Grundgesetz verlangt nicht, dass der Eigentümer sich ruiniert.

In was für einer Welt leben wir, dass man Drogenabhängigen alles durchgehen lässt, aber Hauseigentümern, die sich ans Gesetz halten und sich einfach nur ökonomisch vernünftig verhalten möchten, die Pest an den Hals wünscht?

Und natürlich werden da einige Leute ihre Existenz verlieren, aber den ökonomischen Druck spüren wir alle. Veränderung gehört zum Leben und es gibt kein Grundrecht, auf das sich diese Anwohner berufen können. Die hätten ja selbst Eigentümer werden können, stattdessen überlässt man anderen das wirtschaftliche Risiko des Eigentums, lehnt sich wohlfeil zurück und wenn man die eigenen Felle wegschwimmen sieht, dann wird Radau gemacht und auf die Mitleidsdrüse gedrückt.

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ask187 16.12.2013, 20:40
18. optional

Für die Menschen die in diesem Haus gelebt haben wird es schwer sein überhaupt etwas neues zu finden.
Es muss für diese Leute ja erstmal bezahlbar sein, bzw das "Amt".
Das Problem ist (und das hat nix mit irgendwelchem angeblich linken geschwaffel zu tun) , Wohnraum für den "abgehängten" Teil der Bevölkerung wird knapp und knapper. Überall sprießen Eigentumswohnungen in die Höhe, aber "sozialer" Wohnraum verschwindet immer mehr. Ist also die frage, wollen wir die Leute vor unseren Türen campieren sehen oder "dürfen" auch diese Menschen irgendwo, einigermaßen anständig leben ?
Was der schwarze in dem Video sagt ist schon richtig, in unseren Tierheimen lebt es sich besser !
Das Vermieter anständig Gewinn aus ihrem Eigentum ziehen wollen ist verständlich. Und das Sozial Schwache dazu neigen mit "fremdem" Eigentum oftmals nicht grade pflegsam umzugehen ist leider auch Fakt.
Wenn also das ganze nicht irgendwann zu einem Pulverfass werden soll in Deutschen Städten, wie zb in Frankreich, England oder den USA dann geht kein Weg daran vorbei das Staat/Land/Kommune endlich wieder damit anfängt Wohnraum für die kleinen Leute zu schaffen !

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gustavsche 16.12.2013, 20:48
19.

Zitat von TangoGolf
Also mit dem ersten Teil Ihrer Aussage haben leider 100% Recht. Danke dafür. Bei Ihrer Verteufelung des Mieterschutzes zielen Sie leider etwas zu weit über das Ziel hinaus. So schlecht ist der nämlich gar nicht - und hat eben auch nichts mit linken Idioten zu tun.
Ich stelle den Mieterschutz nicht generell in Frage, sondern nur seine extremen Auswüchse. Mieten kann man kaum der Inflation anpassen, trotz dreimonatiger Kündigungsfrist, kann man sich nicht so einfach von Mietern trennen (man muss Eigenbedarf glaubhaft anmelden), gegen Mietnomaden hat man gar nichts in der Hand. Hätte ich Mietnomaden im Haus, dann würde ich Schläger engagieren, die sich des Problems annehmen. Klingt hart, aber was soll man machen, wenn einem der Gesetzgeber im Stich lässt? Und ich bin normalerweise weichherzig, der sich oft genug überreden lässt. Ich hätte kein Problem mit Leuten, die zivilisiert und sauber leben, aber dann wegen wirtschaftlicher Not mit zwei Mieten in Rückstand wären. Da lässt sich bestimmt was machen. Aber Mietnomaden, die mauern, rumschnauzen, krach machen, Ziegen im Bad halten und jedes Gespräch abblocken... wenn nicht mit Gewalt, wie soll ich dann zu meinem Recht kommen? Der Staat wendet ja schließlich auch Gewalt an, wenn er seinem Recht kommen will und z. B. Steuern eintreiben will.

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