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+++ Der Morgen live +++: Experten beklagen zunehmende Aggressivität im Straßenverkehr
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Es ist der ewige Kampf zwischen Dränglern und Trödlern - und jeder meint, den anderen belehren zu müssen. Aus Sicht von Experten führt aber nicht nur Besserwisserei zu immer mehr Stress im Straßenverkehr. Die Live-News.

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hello_again 25.01.2018, 07:49
10. Verkehrsteilnehmer

Vor allem wissen viele Verkehrsteilnehmer auch nicht mehr die Regeln und dazu die Regierung+Verwaltung, die ein durcheinander geschaffen haben.

Was nützt ein "Radfahrerschutzstreifen" wenn Autos mit weniger als 1m Abstand an den Radfahrern vorbeifahren oder als Radfahrer der Schutzstreifen direkt an parkenden Autos lang führt?
Da gibt es als Radfahrer nur 2 Möglichkeiten. Sich im Schutzstreifen der Gefahr aussetzen oder auf der Fahrbahn für Autos fahren und einer anderen Gefahr ausgesetzt zu werden (+Autofahrer, die es nicht verstehen, warum der Schutzstreifen nicht verwendet wird...)

Dazu gibt es irsinnige Regeln, dass Radfahrer bei Roten Ampeln, unter gewissen Voraussetzungen, fahren dürfen (andere Verkehrsteilnehmer würden nur mit dem Kopf schütteln) oder das Radfahrer auf der Fahrbahn bei grün halten müssen, weil die Fußgängerampel rot zeigt. Vollkommen unverständlich, was der Gesetzgeber geschaffen hat.

Was den Knigge angeht, hat der Autor recht. Gegenseitige Rücksichtsnahme ist am wichtigsten.
Am letzten Freitag im Monat ist in Hamburg übrigens wieder Critical Mass. 19:00uhr :)

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Max Super-Powers 25.01.2018, 07:50
11.

"Experten beklagen zunehmende Aggressivität im Straßenverkehr"

Ja da sage ich wirklich mal "Guten Morgen!" Dazu muss man kein Experte sein, sondern sich einfach mal an einem beliebigen Tag auf eine bundesdeutsche Autobahn oder größere Bundesstraße begeben - nach spätestens fünf Minuten klettert der Blutdruck in den roten Bereich, weil hier eine eklatante "Jeder vs jeden" Kultur herrscht.

Ich empfinde das immer als besonders schlimm, wenn ich aus den USA zurückkehre: Dort vier, fünf Wochen lang auf den sehr entspannten Interstates unterwegs gewesen, wo Drängeln außerhalb der Städte auch bei dichtem Verkehr kein Problem ist. Dann in Frankfurt gelandet, auf die A3 - nach zehn Minuten könnte ich gerade schon wieder in den nächsten Flieger steigen, weil hier alle sowas von rücksichtslos fahren.

Und nein, das hat meines Erachtens noch nicht mal was mit Tempolimits zu tun, sondern ganz allgemein einer Bluthochdruck-Kultur am Steuer.

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StefanXX 25.01.2018, 07:54
12. Eben nicht so einfach

Zitat von fx33
Ein allgemeines Tempolimit wie in der Schweiz, strenge Überwachung und hohe Bußgelder wurden schon dafür sorgen, dass die Aggressivität auf den Autobahnen zurück ginge. Wenn man nicht schneller darf, wird man auch nicht wütend, wenn der Vordermann/die Vorderfrau "nur" 120 fährt. Es ist der Wahn der "freien Fahrt für freie Bürger?, der jeden Moment, in dem man seinen persönlichen Vorwärtsdrang ausgebremst wähnt, als Moment der Unfreiheit erscheinen lässt. Und das am einzigen Platz, wo viele sich wirklich frei fühlen.
Nein so einfach ist es eben nicht. Das Ganze hat mit einem Tempolimit sehr wenig zu tun. Auch mit einem Tempolimit verhindern Sie nicht, dass Leute mit 70 km/h auf der Landstraße dahintuckern wo 100 erlaubt sind und so andere aufhalten und zu gefährlichen Überholmanövern verleiten. Und lustiger- oder viel mehr traurigerweise fahren diese Art Fahrer dann manchmal in Ortschaften ebenfalls mit 70 km/h durch, die haben einfach "Ihre" Geschwindigkeit, die sie durchziehen. Ich bin eindeutig für härtere Strafen für Drängler und Raser, und zwar Fahrverbote und keine Geldstrafen, denn die tun richtig weh. Damit bekommt man die Raser-Fraktion hoffentlich besser in den Griff. Und zusätzlich bin ich für Fahrtauglichkeitstests für Ältere, denn die Schleicher sind nicht selten auch Ältere, die unsicher sind weil Sie nicht mehr richtig sehen und hören. Diese beiden Maßnahmen würden dem Problem viel gerechter werden als ein Tempolimit.

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Niederbayer 25.01.2018, 07:55
13.

Zitat von fx33
Ein allgemeines Tempolimit wie in der Schweiz, strenge Überwachung und hohe Bußgelder wurden schon dafür sorgen, dass die Aggressivität auf den Autobahnen zurück ginge. Wenn man nicht schneller darf, wird man auch nicht wütend, wenn der Vordermann/die Vorderfrau "nur" 120 fährt. Es ist der Wahn der "freien Fahrt für freie Bürger?, der jeden Moment, in dem man seinen persönlichen Vorwärtsdrang ausgebremst wähnt, als Moment der Unfreiheit erscheinen lässt. Und das am einzigen Platz, wo viele sich wirklich frei fühlen.
Es wäre in der Tat so einfach, wenn sich alle an die Regeln halten. Also nicht die linke Spur blockieren, nach dem überhölen wieder rechts rein und bevor man die Spur wechselt erstmal nachsehen ob überhaupt Platz ist oder ein schnellerer von hinten kommt.
Einfach an die Regeln halten, dann sind alle glücklich und zusätzliche Regeln unnötig.

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spon_2999637 25.01.2018, 07:57
14. Bitte keine höhere Bußgelder...

Zitat von fx33
Ein allgemeines Tempolimit .., strenge Überwachung und hohe Bußgelder wurden schon dafür sorgen, dass die Aggressivität auf den Autobahnen zurück ginge.
Bitte keine Bußgelder, sondern Fahrverbote. Auch nicht 1-3 Monate und das erst nach einem halben Jahr zum ausgesuchten Zeitpunkt sondern 1 Tag bis 1 Woche und zwar unmittelbar (sofort). Also Fz. stehen lassen direkt an der Kontrolle. Das machen 80-90% der Erwischten sicherlich lieber nur einmal...

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Aquifex 25.01.2018, 07:58
15.

Zitat von fx33
Ein allgemeines Tempolimit wie in der Schweiz, strenge Überwachung und hohe Bußgelder wurden schon dafür sorgen, dass die Aggressivität auf den Autobahnen zurück ginge. Wenn man nicht schneller darf, wird man auch nicht wütend, wenn der Vordermann/die Vorderfrau "nur" 120 fährt. Es ist der Wahn der "freien Fahrt für freie Bürger?, der jeden Moment, in dem man seinen persönlichen Vorwärtsdrang ausgebremst wähnt, als Moment der Unfreiheit erscheinen lässt. Und das am einzigen Platz, wo viele sich wirklich frei fühlen.
Selbst wenn Sie ein glühender verfechter von Tempolimits sind müssen Sie zugeben, daß es auf den Strassen viel zu viele Fahrer gibt, die völlig sorglos mit viel zu geringer Geschwindigkeit herumgondeln und nur bis zur eigenen Motorhaube schauen.

Es ist groß in Mode, alle, die schneller unterwegs sind als man selbst als Raser und Drängler zu verunglimpfen, weil man sich selbst mit Tempo 100 auf der Mittelspur gefährdet fühlt. Es wäre schon viel gewonnen, wenn man diese Mittelspurschleicherei mal genauso ahnden würde, wie sie in der Strassenverkehrsordnung definiert ist: Als Verkehrsbehindernug. Das gilt auch für das unsäglich Abbremsen auf 80 vor(!) dem Einbiegen in den Verzögerungsstreifen. Der Spurwechsel ohne Blick und am besten noch ohne Blinker wurde ja schon erwähnt.
Warum sind diese Vergehen eigentlich in den Augen der Raser-Hasser tolerierbar, während schnelles Fahren, was ja ausdrücklich erlaubt ist, offenbar ein Problem ist? Es hat sich doch mittlerweile rumgesprochen, daß das Hauptproblem gar nicht hohe Geschwindigkeiten sind, sondern (zu) unterschiedliche Geschwindigkeiten. Mit anderen Worten, (zu) langsames Fahren - vor allem auf der falschen Spur - ist genauso gefährlich und abzulehnen wie (zu) schnelles Fahren. Soviel Fairness darf bei dieser Diskussion schon sein.

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namlob1 25.01.2018, 08:03
16.

Zitat von Max Super-Powers
"Experten beklagen zunehmende Aggressivität im Straßenverkehr" Ja da sage ich wirklich mal "Guten Morgen!" Dazu muss man kein Experte sein, sondern sich einfach mal an einem beliebigen Tag auf eine bundesdeutsche Autobahn oder größere Bundesstraße begeben - nach spätestens fünf Minuten klettert der Blutdruck in den roten.....
Korrekt. Wenn ich in einer geschlossenen Ortschaft auf einer Bundesstraße, wo 50 km erlaubt ist, mit 60 km fahre, werde ich andauernd überholt. Auf mehrspurigen Straßen wird ständig die Fahrbahn gewechselt. Wenn man ausreichenden Abstand zum Vorgänger einhält drängelt sich ständig jemand dazwischen. "Bummler" sind oftmals Fahrer, die sich an die gesetzlichen Vorschriften halten. Manchmal können es aber auch Senioren sein.

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taste-of-ink 25.01.2018, 08:07
17.

Die zunehmende Agressivität und Rücksichtslosigkeit ist vor allem Ausdruck unseres Zeitgeistes: An erster Stelle steht mittlerweile das "ich". Eine gewisse Rolle spielen dabei sicherlich die Wohlstandspanzer namens "SUV", die ein besonders überlegenes Fahrgefühl vermitteln (sollen). Befördert wird das ganze noch durch erschreckend lasche Bußgelder, geringste Kontrolldichte und das auf Autobahnen fehlende Tempolimit, wodurch der Glaube befördert wird, Verkehrsverstöße seien bloß Kavaliersdelikte. So fährt dann Hildegard - seit 200 Kilometern ununterbrochen mit 110 auf der Mittelspur unterwegs - ebenso wie der Vertreter Helmut - mit 200 km/h unterwegs zum nächsten Kunden - auf unserer Autobahn und beide wähnen sich im Recht.

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angelobonn 25.01.2018, 08:09
18. Gängelungen stoppen

Es wäre viel geholfen, wenn die Politik mit den ständigen Gängelungen des Autofahrers aufhören würde! Insbesondere in den Grün regierten Städten hat sich eine zunehmend Auto feindliche Politik etabliert. Dabei leben Großstädte von ihren Pendlern!

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StefanXX 25.01.2018, 08:13
19. Rücksicht kann auch schön sein

Zitat von StefanXX
Nein so einfach ist es eben nicht. Das Ganze hat mit einem Tempolimit sehr wenig zu tun. Auch mit einem Tempolimit verhindern Sie nicht, dass Leute mit 70 km/h auf der Landstraße dahintuckern wo 100 erlaubt sind und so andere aufhalten und zu gefährlichen Überholmanövern .....
Und dann generell noch ein Nachtrag: Wer aggressiv im Straßenverkehr auftritt, und das kann sowohl durch Rasen/Drängeln, als auch durch Provozieren mit Schleichen/Blockieren sein, gehört auf die Couch zum Psychologen und nicht ans Steuer. Und um diese Leute auf die Couch zu bringen müssen härterer Strafen in Form von Fahrverboten her, aber eben für BEIDE Fraktionen. Ich fühlte mich schon immer von Leuten angewidert die am Steuer ständig schimpfen, wegen jeder Kleinigkeit hupen oder glauben andere erziehen zu müssen. Dabei kann Rücksicht im Straßenverkehr doch auch SO schön sein. Wenn ich morgens auf dem Weg zur Arbeit immer so einen armen Linksabbieger auf meine Spur reinwinken kann und der sich dann lieb bedankt, das gibt mir das immer ein gutes Gefühl :-)

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