Forum: Politik
+++ Der Morgen live +++: Vonovia verzichtet in Berlin auf Mieterhöhungen
DPA

In Berlin soll ab 2020 ein Mietdeckel gelten. Der Wohnungskonzern Vonovia steht dort extrem unter Druck - und kündigte jetzt an, in der Hauptstadt vorerst keine Mieterhöhungen zu planen. Die Live-News.

Axel Schön 12.08.2019, 07:00
1. Muffensausen?

Oder hat VONOVIA in Berlin einfach mal vorgebaut und die dicken Mieterhöhungen schon getätigt, sodass man sich jetzt generös und medienwirksam vor die Kameras und Mikrofone stellen und sich als der Karpfen im Haifischbecken darstellen kann? Bei den Großen ist nach wie vor Vorsicht angesagt... gut, dass wir sie medial im Blick haben, gut, dass es Initiativen gibt, die Druck ausüben, gut, dass es womöglich Wirkung zeigt! Die Hoffnung stirbt zuletzt... Schaumermal!

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isar56 12.08.2019, 08:00
2. Lokführer gesucht

Was bietet die DB, außer lächerlichen Gehältern und eine marode Struktur?
Mein Vater war 40 Jahre bei der Bahn, ich kenne einige ehemaligen Lokführer, die umgeschult haben. Mangelhafte Bezahlung, üble Arbeitsbedingungen, keine Unterstützung nach dem Schock einen Menschen überfahren zu haben. DB nein Danke.

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schneidp 12.08.2019, 08:05
3. Lokführer gesucht. Ernsthaft?

Man muss jedem davon abraten Lokführer werden zu wollen.
Lokführer lassen sich seit Jahren durch automatisierte Systeme ersetzen. Der austausch findet nur nicht statt wegen dem Mangel an Vertrauen. Sobald dieser Aspekt wegfällt, gibt es nur nich zugbegleiter. Zum Fahren braucht ein Zug seit Jahren kein Personal mehr.
Alles was beim autonom Fahren schwierig ist, ist auf der Schiene trivial.
Lokführer sind genauso sinnvoll, wie Liftboys.
Mag es noch geben, aber Zukunft hat der Beruf nicht.

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burlei 12.08.2019, 08:23
4. Lokführer werden bei der Bahn auch für Quereinsteiger

Nachdem ich das gelesen hatte, musste ich erst mal nach dem Datum sehen. Doch, die News von heute. Komisch, das war doch vor 10 Jahren mal aktuell.... Nur mal kurz, was da passiert.

Früher, also so vor mehr als 15 Jahren, dauerte die Ausbildung eines Lokführers 3,5 Jahre. Dann kamen ein paar Jahre Praxis im Rangierdienst, dann Lokführer auf Güterzügen, nach weiteren 5 bis 10 Jahren dann der erste Reisezug.

Heute nimmt man jemanden, den die BfA geschickt hat. Nickt der Bahnarzt, kommt die Ausbildung, von der BfA bezahlt wird und die 2/3 der Kandidaten abbrechen. Nach 90 Tagen die Prüfung vor der IHK, die etwas weniger als 10% der Verbliebenen bestehen. Am nächsten Tag Einsatz da, wo ein Lokführer fehlt. Güter oder Reisezug, Nah- oder Fernverkehr, völlig egal. Schließlich kann ja auch jeder 18jährige, frisch gebackene Führerscheinneuling einen 40tonner LKW oder einen Fernreisebus fahren.

Die Arbeitszeiten sind ganz ok, (als Beispiel) von 4:12 Uhr bis 13:36, am nächsten Tag von 10:05 Uhr bis 23:17 Uhr mit einer halbstündigen Pause.... An einem Dienstag einen freien Tag, der nächste freie Tag ist der Donnerstag der nächsten Woche, weil man so dumm war und ans Telefon gegangen ist, als der Diensteinteiler anrief.... Kein Wochenende, die Bezahlung eines Einzelhandelskaufmann, die Verantwortung eines Fluglotsen.... Nach spätestens zwei Jahren werfen die frischgebackenen Lokführer das Handtuch. Früher geht keiner, weil man ihm mit der Rückzahlung der Ausbildungskosten gedroht hat. Lokführer will heute keiner mehr werden und das liegt nicht an der miesen Bezahlung.

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dickebank 12.08.2019, 08:37
5. Evu

Zitat von isar56
Was bietet die DB, außer lächerlichen Gehältern und eine marode Struktur? Mein Vater war 40 Jahre bei der Bahn, ich kenne einige ehemaligen Lokführer, die umgeschult haben. Mangelhafte Bezahlung, üble Arbeitsbedingungen, keine Unterstützung nach dem Schock einen Menschen überfahren zu haben. DB nein Danke.
Na, neben den Regionalgesellschaften der DB AG und der DB Fernverkehr gibt es doch noch eine Vielzahl von privatenoder landeseigenen eisenbahnverkehrsunternehmen.

Und all diese EVU haben da gleiche Problem, sie finden keine Triebfahrzeugführer. In Bayern hat eine private Eisenbahngesellschaft die Strecke nach Eichstätt wegen Lokführermangels komplett einstellen müssen.

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FocusTurnier 12.08.2019, 08:58
6. Personalpolitik der DB

Es ist noch nicht einmal 2 bis 3 Jahre her, als diverse Medien einen großen Stellenabbau bei der DB und Tochtergesellschaften vermeldeten. Lokführer wurden nicht mehr gebraucht, Herr Grube veranlasste die Entlassung von meheren tausend Mitarbeitern.

Und jetzt fällt denen ein, daß sie auf einmal Lokführer brauchen? Diese Personalpolitik kann man nicht verstehen. Aber Hauptsache ist, daß die Frauenquote eingehalten und von Gleichstellungsbeauftragten der Bahn überwacht wird.......

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sven2016 12.08.2019, 09:12
7. @FocusTurnier

Was hat der Lokführermangel mit einer Frauenquote zu tun? Whataboutism à la Trump. Schlimm.

Ein Problem dürfte sein, dass man vergleichbare Gehälter auch in Berufen mit geregelter Arbeitszeit und mit weniger Gefahr von üblen Unfällen hat.

Würde der Markt bestimmen, so müssten sich die Arbeitsangebote für Lokführer und ähnliche plötzlich drastisch verbessern.

Tun sie nicht. Da heißt es dann: Tarifvertrag ...

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FocusTurnier 12.08.2019, 09:29
8. Prioritäten

Zitat von sven2016
Was hat der Lokführermangel mit einer Frauenquote zu tun? Whataboutism à la Trump. Schlimm.
Was ist wichtiger, um eine Bahn zu betreiben?

Frauenquoten oder Lokführer?

Denken Sie mal drüber nach, auch im Angesicht des politischen und medialen Druckes auf eines dieser beiden Themen. Die DB hat ca. 900 Gleichstellungsbeaufteagte, bekommt es aber nicht hin, die Ausbildung und Beschäftigung von Lokführern langfristig zu planen und eine Gehaltsstruktur festzulegen, die den Arbeitsaufwand eines Lokführers entsprechend entlohnt.

Das alles hat mit Trump nichts zu tun, es sind die Maßstäbe, die hier deutlich verrutscht sind. Weil die Prioritäten nicht passen.

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