Forum: Politik
100 Jahre Verdun: Die Welt als Schlachthaus
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Die Schlacht von Verdun ist das Sinnbild des menschlichen Frevels. Wir feiern die Gedenktage des Erstens Weltkriegs. Gleichzeitig steuern Ost und West mit Lust in einen neuen Großkonflikt. Wir sind nicht in Sicherheit.

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globalundnichtanders 22.02.2016, 15:39
1. Zum Glück

ist Mitteleuropa kulturell so weit, dass hier nicht sofort mit Waffen aufeinander geschossen wird!

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gnarze 22.02.2016, 15:44
2. Erst stimming und dann das

Eine passende Aufarbeitung der schlimmen Ereigenisse der ersten Weltkriges - nur um dann wieder das tumpe West-Bashing zu betreiben.

Meine Güte, die Globalisierung kann man in mancher Hinsicht zu Recht kritisieren, eines aber ist positiv an ihr: Durch sie werden Kriege verhindert, da es sich Russland einfach nicht leisten kann.

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ja_cek (Karl Kannenberg) 22.02.2016, 15:47
3. Ein Tag bei Verdun

als die Nacht brach vom Himmel an
kam die Angst pockennarbig herbei
tänzelte herum strahlend fromm
scheinheilig zahnlos lächelnd stumm

sie hing pulsierend über manchen Leibern
welche zitternd im Graben bekrochen
Pfützen aus Blut Kot und Erbrochenem
wie des Todes lebende Leichen

der Wind strich kalt um das Gewürm
als der Morgen sich grau lichtete
gepflanzt wurde erneut spitze Bajonette
gebellt ging der Befehl zum Sturm

doch die Angst konnte nicht lauter sein
als Schüsse und Detonationen
gefühllos beschien die Morgensonne
das irre Szenario aus Rauch und Blei

der Tag verging dann in Nebelschwaden
so gleichgültig wie die kommende Nacht
gebettet auf Leibern die still und flach
leblos ruhten auf noch heißen Waffen

die Angst schaute in die offenen Augen
sie fand kein Wiedererkennen
kein Zittern gar Wegrennen
der Tod verlernt das Laufen

so strömte sie zurück in die Gräben
wo hurend das entblößte Grauen lag
viel Arbeit gab es bis zum nächsten Tag
die Angst hing sehr am Leben

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weem 22.02.2016, 15:51
4. Hoffnung auf Vernunft

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es nochmals einen Krieg in dieser Größenordnung auf diesem Erdball geben wird. Regionalkonflikte werden leider aus den verschiedensten Gründen immer wieder ausbrechen und auch (hoffentlich) bald (bei den aktuellen) beendet werden. Für einen 3. Weltkrieg halte ich die Menschheit (sowieso) bzw. die zur Zeit verantwortlichen Entscheider für zu intelligent, um alles (in wahrsten Sinne des Wortes) aufs Spiel zu setzen. Seien wir mal ehrlich, ein neuer globaler Krieg wäre spätestens nach 1 Woche zu Ende..und alles andere auch.

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Loisl 22.02.2016, 15:56
5. Mahnung, ja! Hoffnung?

Verdun ist zu einem Mythos geworden. Damit beschwören Politiker und Medien gern die angeblichen Lehren aus diesem Krieg mit seinem beispiellos symbolischen Ort.
Wenn man ein positives Fazit ziehen möchte, so steht Verdun nicht für ein geeintes Europa (das ist eine Fata Morgana), wohl aber für die deutsch-französische Verständigung.
Nichts anderes erkenne ich, wenn ich die Gefallenengräber und die angehäuften Totenschädel sehe.

Die Mahnung des Autors ist wohlbegründet.
Zu übertriebenen Friedenshoffnungen oder gar Euphorie besteht in dieser wenig friedfertigen Zeit kein Anlass.
Alles steht und liegt vielmehr bereit für die nächste Katastrophe.

Weder im Sommer1914 noch 1939 dachten die Menschen an Krieg.
Von der Großelterngeneration ist mir der Spruch im Gedächtnis: „Wenn die Politiker von Frieden reden, gibt es Krieg!“

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mundi 22.02.2016, 16:07
6. Ausserhalb Mitteleuropa kann gezündelt werden

Zitat von globalundnichtanders
ist Mitteleuropa kulturell so weit, dass hier nicht sofort mit Waffen aufeinander geschossen wird!
Der Ausbruch des 1. Weltkrieges war eine fatale Verkettung von Bündnisverpflichtungen. Sie wirkte wie eine Zündschnur.
Auch heute besteht diese Gefahr. Wenn in Syrien die Türkei militärisch operiert, könnte es einen Konflikt mit Russland geben.
Die NATO ist zwar ein Verteidigungsbündnis, aber ein Bündnisfall wäre möglich, auch wenn die Türkei nicht auf ihrem Territorium angegriffen wird.

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yossariania 22.02.2016, 16:11
7. Augstein irrt.

Krieg [B]ist[\B] die Fortstezung der Politik mit anderen Mitteln. Kriege fallen nicht vom Himmel, sie werden nicht von Gott gemacht und sind weder so zufällig, noch so unausweichlich wie Naturkatastrophen.

Kriege entstehen immer dann, wenn die Politik meint, einen Konflikt nicht mit anderen als gewaltsamen Mitteln lösen zu können und zum Krieg als ultima ratio greift.

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Matzimaus 22.02.2016, 16:12
8. Wenn Verdun uns irgendetwas mahnen sollte...

Wenn Verdun uns irgendetwas mahnen sollte, dann unbedingt, dass wir uns in Europa verständigen müssen, insbesondere mit Frankreich.

Das funktioniert in einigen Aspekten, in anderen überhaupt nicht.

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ambulans 22.02.2016, 16:13
9. nach

verdun zu fahren und mir z.b. dort die gegend um fort douaumont anzusehen, habe ich auch einmal gemacht - vor ca. 40 jahren, nach meiner bundeswehr-zeit, und nach all diesen "schwierigen" eindrücken dort (es sieht immer noch so aus wie kurz nach einer schlacht) sind wir dann damals schnurstracks weiter ins elsass gefahren, um mal wieder "relativ" unbeschwert sein zu können und um uns herum so etwas wie leben zu spüren. wer einmal dort war, versteht sofort, was damit gemeint ist: nie wieder! und, als historiker, ziehe ich z.b. niall ferguson dem derzeit hochgelobten christopher clark um einiges vor ... dr. ambulans (alle kassen)

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