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100 Jahre Verdun: Die Welt als Schlachthaus
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Die Schlacht von Verdun ist das Sinnbild des menschlichen Frevels. Wir feiern die Gedenktage des Erstens Weltkriegs. Gleichzeitig steuern Ost und West mit Lust in einen neuen Großkonflikt. Wir sind nicht in Sicherheit.

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m.m.s. 22.02.2016, 21:56
60. Zusteuern

Eines ist richtig: sehenden Auges steuert das Schiff Deutschland auf die Katastrophe zu. Daran hat die "repräsentative" Demokratie den Hauptanteil, wo man an "Parteien" für jeweils einige Jahre die Mündigkeit abgibt. Nach der Wahl wir man regelmäßig belogen. Genauso einen Anteil hat das "Rechts"wesen, das sich inzwischen komplett von dem Ansatz des Rechtes und der Gerechtigkeit abgekoppelt hat. Mit beiden Übeln an der Wurzel, ohne jeglichen Willen oder aktiver Tat das zu ändern und der heutigen modernen Zeit und den heutigen Menschen anzupassen, wird es unaufhörlich in die Auflösung gehen. Es kann gar nicht anders kommen.

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geando 22.02.2016, 22:08
61. Hat sich etwa nichts geändert?

Es ist wahr: der Mensch bleibt Mensch und der Mensch hat auch eine tiefe dunkle Seite. Aber: zumindest in Europa hat sich auch viel verändert. Man muss sich mal klar machen, welches Bild die Gesellschaft Deutschlands, Englands oder auch Frankreichs am Beginn des 20. Jahrhunderts abgab: Männlichkeit und Ehre waren feste Begriffe in der Erziehung, Autorität und Unterordnung waren tief verankert, der britische Adel sah Kriege als "Reinigungsmaßnahme" um den Arbeiter-Pöbel von der Strasse zu bekommen und nebenbei das Empire zu vergrössern, Menschen mit schwarzer Hautfarbe und Behinderte wurden in ganz Europa durch Zirkus-Shows gezerrt um begafft zu werden, Lehrer schlugen Schüler "Grün und Blau" wenn sie nicht folgten und die Eltern legten zuhause noch mal einen drauf. Lohnsklaven arbeiteten für einen Hungerlohn 16 Stunden am Tag um irgendwie überleben zu können und in ländlichen Gegenden Europas lief der Alltag noch auf dem Stand vom Spätmittelalter ab, ohne fliessend Wasser, ohne Eisenbahn, Zeitungen, Elektrizität, Traktoren. Die Kirche und die Religion war für die meisten Menschen absolut unantastbar und die Hochzeit zwischen einem Katholiken und einer Protestantin war ein kleiner Skandal. Diese Gesellschaft war letztlich für einen solchen Krieg viel anfälliger, als die heutige europäische Gesellschaft. Aber, es kann sich auch wieder zurückentwickeln. Sei es durch neue Nationalismen, die durch fahrlässige Politik geweckt werden. Oder auch indem viele Menschen zuwandern aus Bereichen der Welt in denen die Denk-Schemata immer noch auf dem Stand der Europäer vor 200 Jahren sind.

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RieserMan 22.02.2016, 22:35
62. Gewohnheit macht Denken traege

Es sind weniger die Maechte USA, Russland und China, die Kriege untereinander planen. Sie werden von der atomaren Ueberruestung von Kriegsabenteuern abgehalten. Die Gefahr droht von kleineren, instabilen Staaten. Dort ist die Hemmschwelle geringer, bei Misserfolgen konventioneller Waffen Raketen mit Atomsprengköpfen einzusetzen. Nordkorea wäre so ein Beispiel. Pakistan und Indien sind auch in der Lage dazu. Momentan wird nur gedroht. Hoffen wir, dass die Vernunft noch einige Zeit die Oberhand behält.

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franz von list 22.02.2016, 22:40
63. 100 jahre, was ist sei dem alles

passiert und welche Mordinstrumente haben wir heute. das Schlachten würde heute viel schneller geschehen und nicht linear sondern in Form eines Olapwürfels. verteilt rechtzeitig den Reichtum denn diese Schlachten würde uns alle treffen

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neptun680 22.02.2016, 23:08
64. Eine provokante Frage...

sei einmal gestellt: Was ist, wenn der Mensch aus der Geschichte gar nicht lernen kann? Der Mensch ist der Mensch mit all seinen Wiedersprüchen die sich aus seiner Natur heraus ergeben:
...ein Teil in ihm sagt nein, er sieht den endlos Wiederschein
An den er sich so sehr gebunden
Ward ihm doch einst die Wirklichkeit zerschunden - dies war der Preis...

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nobody_incognito 23.02.2016, 00:50
65. Fortschritt

Seltsam ist wie es mittlerweile ausgeblendet scheint, dass wir im Nuklearzeitalter leben und ein Weltkrieg gar keine relae Option darstellt. Der kalte Krieg blieb wohl nur deshalb kalt, weil die Abschreckung vor der Totalselbstzerstörung funktioniert hat. Warum das nicht mehr präsent scheint, wäre eher einer seltsamen Verblödung oder eben irgendeinem mysteriösen jegliche Vernunft überlagerndem Drang zuzuschreiben. Fortschritt wäre, wenn man es lernen könnte über Dialog zu Lösungen zu kommen. Aber es läuft eben immer wieder auf Formen des Zwangs, der Drohung und Nötigung hinaus. Also Macht wird wohl dem hauptsächlichen Imperativ unterliegen sie für eigene Zwecke/Interessen zu missbrauchen, statt sie im Sinne der Vernunft zu dekonstruieren. Positiv ist, dass wir die Meinungsfreiheit haben, bedenklich, dass nicht mehr daruas "entsteht", weil es eigentlich völlig ausreichen sollte Meinungsfreiheit zu haben.

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Newspeak 23.02.2016, 01:36
66. ...

Zitat von geando
[...] Man muss sich mal klar machen, welches Bild die Gesellschaft Deutschlands, Englands oder auch Frankreichs am Beginn des 20. Jahrhunderts abgab: Männlichkeit und Ehre waren feste Begriffe in der Erziehung, Autorität und Unterordnung waren tief verankert, [...] Diese Gesellschaft war letztlich für einen solchen Krieg viel anfälliger, als die heutige europäische Gesellschaft. [...]
Ihre Beobachtungen sind schon richtig, nur ist es heute wirklich besser, oder nicht doch nur anders?

Was ist das z.B. für eine seltsame Zeit, in der Horrorfilme, die vom Foltern handeln, so massentauglich sind? Oder Superheldenfilme, oder Herr der Ringe, die alle den Kampf des Guten gegen das Böse thematisieren und oft genug mit proto-faschistischer Optik. Man verstehe mich nicht falsch, ich glaube nicht, daß es diese Filme sind, die Menschen gewalttätig machen. Den Ersten und Zweiten Weltkrieg gab es ganz ohne Killerspiele und Splatter-Horror. Und doch erscheint mir das Ausdruck einer unterschwellig vorhandenen und ganz dunklen Stimmung zu sein. Es gibt wohl Studien, die belegen, daß Kriege umso blutiger sind, je länger der Frieden davor währte. Und auch wenn 2016 nicht 1916 ist, es gibt mehr als genug Wahnsinn und Irrationalität in Europa. Wahnsinn und Irrationalität von der Sorte, die allgemein als "normal", "alternativlos" usw. gesehen wird. Was anders als Wahnsinn ist es, die Reichen und Großkonzerne immer weiter zu begünstigen, auf Kosten der einfachen Bürger? Lohnsklaven gibt es doch schon wieder. Der Kapitalismus ist wieder in seiner Anfangsphase angekommen. Alles wird neu verhandelt, sicher auch demnächst noch die Menschenrechte. Anfang des Jahrhunderts hätte ich auch gedacht, daß Europa eher friedlichen Zeiten entgegengeht. Und heute? Ich weiß es nicht mehr. Dieses heutige Europa MUSS untergehen, es ist nicht stabil, es handelt gegen die Bürger, es bedient nur die Interessen Weniger und unsere Freunde in Russland UND Amerika hätten überhaupt nichts gegen ein schwaches Europa.

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socke2 23.02.2016, 01:54
67.

Da hat aber jemand seinen Clausewitz nicht korrekt gelesen, sonst wüsste er dass Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen ist. Des Weiteren sind die Geschehnisse von Verdun eine Form der drei extreme des Krieges, die nicht geschehen darf. Deshalb muss der Krieg immer ein politisches Ziel verfolgen. Aber für ein bisschen Polemik reicht das Grundwissen ja...

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staxxxx 23.02.2016, 04:22
68. Scholl 2.0

Wir wollen alle die Warner sein ob künftiger harten Zeiten. Die, die es geahnt haben. Die Propheten quasi. Lehnt euch mal zurück, Leute. Ich glaube mehrheitlich sind es die schuldgefühlten Männer ohne Erdung. Dahingetrieben von zwanghafter Sozialisation. Infantil. Chillt mal wieder in eurem Quartier oder geht mit der Familie essen. Ohne zu kämpfen; pausenlos. Sei es als Journalist, als Leser oder Verweigerer.

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hbickelmann 23.02.2016, 04:40
69. Doppelte Moral gegenueber rechtsradikaler(!) Politik

Dieser Vergleich zwischen heute und der Situation vor 100 Jahren ist sachlich genauso falsch und wirkt ebenso hysterisch, wie diejenigen zwischen dem politischen Klima im heutigen Deutschland und in der Weimarer Republik.

Auch scheint Herr Augstein blind dafuer zu sein, wem gegenueber man hier was anmahnen muesste. So ist Herr Putin fleissig bemueht, der Welt und vor allem dem in seinen Augen verweichlichten Westen den "benefit" harter Machtpolitik vor Augen zu fuehren.

Dazu zaehlt, dass es in der Geschichte Kriege gab, die die Weltgeschichte fuer immer zu Gunsten der Aggressoren aenderten (man frage die Ureinwohner Amerikas, so man sie noch findet). Es gibt leider Gottes keinen Automatismus, der Aggressoren oder ungerechte Kriege bestraft. Wir muessen dafuer eintreten, dass es sich nicht lohnt zu solchen Mitteln zu greifen.

Das folgende Zitat aus Herr Augsteins Text offenbart denn auch eine Doppelmoral. Warum will er den nach hiesigen Maszstaeben rechtsradikal denkenden Russen etwas zugestehen, das er rechtsradikalen Deutschen oder selbst nur sehr Konservativen in Deutschland nie zugestehen wuerde?

"..eine Kultur, in der nationaler Stolz zu den Währungsreserven gerechnet wird, lächerlich finden. Aber man darf sich dann nicht wundern, dass es für ein friedliches Nebeneinander nicht mehr reicht."

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