Forum: Politik
100-Tage-Bilanz des Präsidenten: Gut, der Gauck
dapd

Das nennt man einen geglückten Start: Bundespräsident Joachim Gauck ist bald hundert Tage im Amt und hat schon einiges erreicht. Seine Reden finden viel Beachtung, er profiliert sich als unabhängiger Kopf - wie jetzt beim Euro-Rettungsschirm. Die politische Klasse ist darüber nicht immer begeistert.

Seite 6 von 7
hman2 22.06.2012, 15:41
50. Bergpredigt

Zitat von Roßtäuscher
Sie ziehen aus dem Engagement der Bundeswehr im Ausland gleich das allerletzte - 'Kriegstreiberei'. Daran sieht man eigentlich, wie sie in Wahrheit ticken. Wieso unterstellen Sie auch noch, er würde Kriegseinsätze toll finden?
Das hat er gesagt! Er will dafür werben, dass auch wir die toll finden. Wir sollen uns sogar daran gewöhnen, dass es wieder Gefallene gibt!
Nie hätte ich geglaubt, dass einem Pfarrer solche Worte über die Lippen kommen. An Todesopfer gewöhnen? Die sterben doch keines natürlichen Todes, die werden getötet. Wie war das noch mit der Bergpredigt?

Wie kann ein Pfarrer sich an das Töten gewöhnen??
Zitat von
Jetzt weiss ich endlich, warum Deutschland in Sachen Regierung so dumpfer Meinung ist, weil Leute wie sie wahrscheinlich Merkel wählen. Sie kommen auch noch darauf, wenn es zu spät ist.
Ich? Merkel? Im Leben nicht... Was auch immer Sie da geraucht haben, nehmen Sie's nicht noch einmal :-) :-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
monokultur 22.06.2012, 16:23
51.

Zitat von MADmanOne
Hat eigentlich irgendwer von euch selbsternannten Friedensaktivisten mal die Soldaten gefragt was sie eigentlich wollen ? Ich kenne einige persönlich, diese waren auch bei Auslandseinsätzen dabei gewesen. Sie bestätigten mir, daß sie nicht um jeden Preis heimgeholt werden wollen, daß sie ihre Aufgabe als wichtig ansehen und .
Soldaten sehen das differentierter? Wäre mir neu. Reden sie mit alten Wehrmachtshaudegen.

Warum soll ich einer Politik und Soldaten Rückhalt geben, die in einem völkerrechtswidrigen (zumindest arg konstruierten) Krieg kämpfen, der EINDEUTIG aus geostrategischen Gründen stattfindet?

Jemand der in Afghanistan kämpft, soll nachgedacht und reflektiert haben?

Wir (der Westen) destabilisieren dort seit Jahrzehnten eine ganze Region, weil wir Einfluss und Zugang zu Rohstoffen wollen. Wie sind dann die wahabitischen Wüteriche an die Macht gekommen? Mit wessen Hilfe? Nannten die Verantwortlichen es nicht damals schon "Zauberlehrlingstrategie", weil sie genau wussten, dass sollten die Russen erstmal besiegt sein, man die Plage nicht mehr los wird?

Warum führen wir Krieg in Afghanistan und nicht in Hamburg oder Florida, wo die Attentäter definitiv die wesentlicheren Ausbildungselemente erhielten? Warum führen wir Krieg gegen Wahabiten und unterstützen deren geistige Väter seit Jahren mit Petrodollars, poltischer Patronage und neuerdings mit Leopard-Panzern?

Gaucks Freiheitsbegriff ist einer des Kalten Krieges, wo Freiheitsverletzung immer nur beim politischen Gegner (in dem Fall links der eigenen Position) gesucht werden, während zu eigenen Freiheitsschleiferein kein Wort verloren wird.

Was unterscheidet einen Drohnenangriff in einem pakistinaischen Dorf nocheinmal konkret von unseren eigenen Terrorismus-Definitionen?

Ich muss mir nur die sozio-ökonomischen Statistiken zu den Gefallenen im Irak und Afghanistan angucken: 2/3 der amerikansichen Soldaten bzw. sogar der Deutschen in Afghanistan stammen aus Schichten unterhalb der oberen Mittelschicht.

Es ist das alte Lied: Oben wird von Vaterlandstreue gesungen, unten wird dafür gestorben.

Und ich bleibe dabei: Wer dafür wirbt, dass es wieder für normal gehalten wird, Opfer im Feld zu beklagen, will Krieg zum Alltag machen.

Und das ist bitteschön was, außer Kriegstreiberei?

Warum lösen Gauck und Missfelder die Dinge vor Ort nicht selber oder fahren ihren atlantischen Freunden mal an die Karre, dass Menschenrechte universell sind und man sie nicht einfach auslegt, wie es einem passt (a la "Suharto is our guy" "Castro is not our guy").

Im übrigen bin ich kein Friedensaktivist. Lasse mir nur nicht vorschreiben, was ich zu denken hab.

Und mit jemandem der sich freiwillig zum Afghanistan Einsatz meldet, über Sinn und Zweck dieses Einsatzes zu plaudern, dürfte in etwa ähnliche Ergebnisse bringen, wie mit einem Blackwater Mitarbeiter über diverse Einsätze im Irak zu reden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
murks1000 22.06.2012, 16:43
52. ....

Zitat von Spiegelleserin57
...hat im Fernsehinterview auch gesagt sie hätte ja gesagt aber warum wurde sie denn nicht aufgestellt? hat wohl Gründe, wäre interessant gewesen die zu erfahren...
naja dafür ist sie ja jetzt im Aufsichtsrat von AXA

Beitrag melden Antworten / Zitieren
burgundy2 22.06.2012, 16:45
53.

Zitat von goffis1
"Zitat burgundy2 Insbesondere seine Einlassungen zu Militäreinsätzen deutscher Soldaten waren wenig hilfreich und liessen tief blicken, wes Geistes Kind Herr Gauck zumindest in dieser Hinsicht ist." Tja leider wurde das nicht weiter ausgeführt. Schade, weil dann müsste man sich ja von platten Aussagen trennen. Was hat er denn anderes ....
Tut mir leid, wenn Sie meine Aussagen als platt empfinden. Ich denke, die Diskussion über die Aussagen von Gauck, pro und contra, haben wohl eher die bizarre Seite in seinem Verständnis der Rolle des Militärs in der Gesellschaft herausgearbeitet.

Nein, Gauck macht es sich zu leicht mit seiner Schmeichelei den Militärs gegenüber und seiner Kritik an der von ihm im Prinzip als "Faulheit" eingeschätzten Haltung der Bundesbürger, die - nach immerhin zwei verlorenen Weltkriegen und einer langen Phase des kalten Krieges, in der die Bundeswehr in der Tat als Ab"wehr" verstanden und auch akzeptiert wurde - jetzt einfach ihre Ruhe möchten in den Wirren, die zumindest im Augenblick eher wirtschaftlicher und politischer denn militärischer Natur sind. Die deutsche Demokratie wird eben nicht am Hindukusch, sondern wohl eher in Berlin oder in Brüssel zu verteidigen sein. Ich glaube, dass hier die Bürger weiter und klarer sehen als der interessengebundene (und sei es auch nur sein Eigeninteresse) Bundespräsident.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hman2 22.06.2012, 16:45
54. Vorbild??

Zitat von Spiegelleserin57
dieser Präsident läßt sich nicht unter Druck setzen und verbiegen.
Das ist auch gar nicht notwendig, denn dieser Präsident hat ja schon die Meinung der Vermögenden (häufig verbrämt als "die Märkte").

Da braucht er auch kein Rückgrat besitzen.

Zitat von
2 Eigenschaften die in unserer Gesellschaft nicht unbedingt normal sind. Er ist ein gutes Vorbild, Kriecher haben wir schon genug.
Der Mann ist nach Wulff das schlechtest Vorbild, das ich mir denken kann. Immer schön angepasst an die jeweils herrschende Obrigkeit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
murks1000 22.06.2012, 16:51
55. ....

Zitat von Roßtäuscher
Sie ziehen aus dem Engagement der Bundeswehr im Ausland gleich das allerletzte - 'Kriegstreiberei'. Daran sieht man eigentlich, wie sie in Wahrheit ticken. Wieso unterstellen Sie auch noch, er würde Kriegseinsätze toll finden? Jetzt weiss ich endlich, warum Deutschland in Sachen Regierung so dumpfer Meinung ist, weil Leute wie sie wahrscheinlich Merkel wählen. Sie kommen auch noch darauf, wenn es zu spät ist.
Es ist Kriegstreiberei, weil er all diejenigen, die Gefallene nicht ertragen können, als glückssüchtig betitelt ... eine Sucht ist in unserem Sprachgebrauch eine Krankheit und wenn man Gefallene nicht ertragen kann ist man krank ? ... für mich ist das Kriegsverherrlichung, wenn man Gegner des Krieges krank nennt. Und man darf in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen, dass er Pfarrer ist.
Und zum Einsatz unserer Bundeswehr im Ausland sollten sie noch einmal unser Grundgesetz lesen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hman2 22.06.2012, 16:51
56. Auftrag

Zitat von MADmanOne
Was sie von der Bevölkerung allerdings erwarten (und immer weniger bekommen) ist Rückhalt und Unterstützung (sowohl moralisch als auch in Form vernünftiger Ausstattung), nicht Mitleid und Selbstgerechtigkeit.
So sehr ich die Soldaten menschlich bedauere, und ihren Wunsch (erwarten können die das nicht) nach Rückhalt nachvollziehen kann, so wenig kann ich ihn gewähren.
Ich habe die da nicht hingeschickt. Weder kämpfen die da für mich noch für unser Land, denn das ist nicht unser Land...
Aufgabe der Bundeswehr ist die Sicherung der Grenzen des Bundes, und da unten hat es keine solchen.

Zitat von
Natürlich sieht das bei "Wirtschaftskriegen" ein wenig anders aus.
Um was handelt es sich denn in Afghanistan ihrer Meinung nach? Bundespräsident Köhler hat sich doch verplappert und zugegeben, dass das schon ein Wirtschaftskrieg ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Klaschfr 22.06.2012, 16:56
57. Lobhudelei

Zitat von sysop
Das nennt man einen geglückten Start: Bundespräsident Joachim Gauck ist bald hundert Tage im Amt und hat schon einiges erreicht. Seine Reden finden viel Beachtung, er profiliert sich als unabhängiger Kopf - wie jetzt beim Euro-Rettungsschirm. Die politische Klasse ist darüber nicht immer begeistert.
Man kann natürlich in jedes Wort und jede Geste des neuen Präsidenten ungeheuer Bedeutendes hineingeheimnissen. Nüchtern betrachtet hat er noch nicht viel angestellt. Daß die Äußerungen Merkels über Deutschlands Staatsräson ziemlich dümmlich sind, ist eigentlich jedem vernünftig Denkenden klar. Und es gab auch früher Präsidenten, die vor einer Unterschrift eingehend geprüft haben, was sie da unterzeichnen sollen. Wie sollte er davon ausgehen, daß das Bundesverfassungsgericht nicht sachkundiger ist als er. Zu loben ist das BVG, daß es die Bedenken (von Linken und Staatsrechtlern) gegen Fiskalpakt u.a. ernster nimmt. Das BVG versucht dadurch, die in den letzten Jahren juristisch gebeutelte Bundesregierung vor einer möglichen neuen Blamage zu bewahren (und vielleicht auch den Bundespräsidenten). Und gerade weil wir wissen, daß der neue Präsident gerne redet, sollte man nicht aus jeder Zeile eine Offenbarung machen. Mit seinen Bemerkungen zum Islam hat er sich ja bereits ziemlich blamiert und Unkenntnis nachgewiesen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
murks1000 22.06.2012, 17:01
58. ....

Zitat von MADmanOne
Hat eigentlich irgendwer von euch selbsternannten Friedensaktivisten mal die Soldaten gefragt was sie eigentlich wollen ? Ich kenne einige persönlich, diese waren auch bei Auslandseinsätzen dabei gewesen. Sie bestätigten mir, daß sie nicht um jeden Preis heimgeholt werden wollen, daß sie ihre Aufgabe als wichtig ansehen und das ihnen völlig bewußt ist daß sie im Einsatz sterben können. Das stört sie nicht, denn es ist ihr Job und Ihre Überzeugung die sie gewählt haben. Was sie von der Bevölkerung allerdings erwarten (und immer weniger bekommen) ist Rückhalt und Unterstützung.....
oja es gibt viele Soldaten, die sich darüber Gedanken machen, aber es gibt eben auch die, die anders ticken, als die, die sie anscheinend kennen ... z.B. ein "Major" Florian Pfaff und das amerikanische Kriegsveteranen der Nato dieses Jahr ihre Orden vor die Füße geworfen haben, ist ihnen sicherlich auch nicht entgangen.

Und ehe sie jetzt wieder meinen ich hätte keine Ahnung ... Mein Bruder ist bei der Bundeswehr, ich schätze und akzeptiere ihn als Mensch, aber seine Berufswahl kann ich nicht akzeptieren und wir reden trotzdem noch miteinander ...

Und auch Soldaten sollten das Grundgesetz einmal sehr genau studieren ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
güntermühlbauer 22.06.2012, 17:37
59. Ein Gespräch von

Vom 18. Juni bis 21. Juni 2012 standen Trennungseltern vor dem Schloß Bellevue in Berelin und machten den Bundespräsidenten auf die Missstände gegen über Trennungskinder aufmerksam...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 7