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11 Minuten in 2011 - Kretschmann: Revoluzzerle im Schwabenkessel

12. Mai 2011, 11.47 Uhr:*In Stuttgart wird Geschichte geschrieben.*Nach dem monatelangen Bahnhofs-Zoff wird Winfried Kretschmann zum ersten grünen Ministerpräsident Deutschlands gewählt - ausgerechnet im konservativen Baden-Württemberg. Hält er dem enormen Druck stand?

aramcoy 21.12.2011, 18:57
1.

Zitat von sysop
Hält er dem enormen Druck stand?
Bisher macht er seine Sache brilliant. Und er ist erfrischend bodenständig im Vergleich zu den meisten anderen Politikern, die einfach nur schmierig sind.

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calvin und hobbes 21.12.2011, 19:38
2.

Zitat von aramcoy
Bisher macht er seine Sache brilliant. Und er ist erfrischend bodenständig im Vergleich zu den meisten anderen Politikern, die einfach nur schmierig sind.
...dem kann man nur zustimmen, angesichts von Guttenberg, Wulff etc...

Und alle schwarzen Untergangsphantasien haben bisher sich leider auch nicht bewahrheitet.

Köömich nur, dass jede Spiegel-Artikel-Headline zum schwäbischen Südwesten mit dem '-LE' witzelt.

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dewo 17.01.2012, 09:51
3. Auswirkungen - eine Befürchtung

Ja, warum sollte man einen Kretschmann auch über Gebühr beobachten? Der tut doch nichts Verbotenes! Gewiss, die Roten und Grünen haben ja im Wahlprogramm angekündigt, dass sie endlich das Baden-Württembergische Schulsystem reformieren wollen, das ja angeblich so verkrustet sei und dringend der kuscheligen Gemeinschaftsschule bedürfe ...
Doch da war doch noch was – ach ja, das Ländle hat bisher bei internationalen Vergleichen immer hervorragend abgeschnitten, was die Qualität schulischer Bildung betrifft, hervorragend g u t muss man sagen, denn man kann ja auch durch s c h l e c h t e Ergebnisse hervorragen, wie zum Beispiel Bremen mit seinen miesen Bildungsergebnissen! Und ähnlich schlecht nun auch Berlin! Machen wir’s kurz:
Überall da, wo Rot oder Rot-Grün in unserer Republik lange genug regiert haben oder regieren, ist die Bildungsqualität deutlich schlechter als in all jenen Bundesländern, die unter der Federführung der „Schwarzen“ verwaltet wurden und/oder werden: Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen: deutlich spitze! Hessen hat sich in den letzten Jahren um mehrere Plätze nach vorne geschoben … wer da wohl regiert?
Und jetzt Rot-Grün im „Ländle“ – da müssten doch eigentlich die Alarmglocken läuten bei allen Bürgern dort, die Interesse daran haben, dass Baden-Württemberg nicht auch unter die „Gemeinschaftsschul-Räder“ kommt!
Wo bleibt das wachsame Auge der Medien in Sachen Bildungsqualität? Ja doch – ab und zu kocht mal was hoch, bis hin ins öffentlich-rechtliche Fernsehen schwappt es über: Die Hannelore Kraft ist nicht überall in NRW mit der Kuschelschule so weit gekommen, wie sie eigentlich wollte, da gab es doch einige Gerichtsurteile …
Doch wen juckt’s? Gemeinschaftsschule ist eben das angesagte Modell, und so lässt man es in Frieden vor sich hin gären. Da mal hinzugucken, wie es tatsächlich läuft, was da wirklich bei herauskommt: Viel zu mühsam, und außerdem verstehen wir Medien ja eigentlich nichts davon; da dürfen wir uns halt einfach auf wissenschaftliche Veröffentlichungen berufen, die das Modell „Gemeinsamkeit“ propagieren, auch wenn es Gegen-Erkenntnisse gibt. Solche jedoch dürfen uns nicht über die Maßen interessieren, denn sie widerlegen das, was wir bisher immer gesendet und geschrieben haben – und das können wir doch jetzt nicht auf einmal verleugnen, wo bliebe denn da unsere Ideologie, auf der es sich so entspannt ruhen lässt …
Wieder kurz gesagt: Was der Grundanschauung nicht in den Kram passt, wird nicht angerührt, damit nichts aufgerührt wird, was die Getrübtheit des eigenen Blickes dokumentieren könnte! So also funktioniert das Beweisen der Unfehlbarkeit der ideologisch einseitig belasteten Medien! Die irren sich nicht, selbst nicht wider besseres Wissen – das braucht man ja nur geheim zu halten … Dafür deckt man halt wieder etwas auf, was eine hochgestellte Persönlichkeit vielleicht falsch gemacht hat – das plumpst dann so schön, wenn so jemand vom Sockel rutscht! Und man kann stolz drauf sein, dass man mit dran geruckelt hat – solche Gelegenheiten darf man auf gar keinen Fall versäumen, sonst hat man in der Medienlandschaft keine volks-„bildende“ Rolle mehr! Würde doch auch den Einschaltquoten schaden …

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