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29. März 2019, 23 Uhr: Regierung will Brexit-Zeitpunkt in Gesetz festhalten
DPA

Die Details des britischen Austritts aus der EU sind noch völlig unklar. Datum und Uhrzeit für den Brexit sollen nach dem Willen der Regierung in London aber nun in einem Gesetz festgeschrieben werden.

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ricson 10.11.2017, 06:02
1. ernsthaft liebe Briten

Tausende Dinge sind noch nicht geklärt und ihr schreibt Gesetze über Dinge die schon klar sind. Der Austritt steht fest. Selbst wenn ihr euch spontan um entscheidet, müssten noch alle EU Staaten dem Exit vom Brexit zustimmen. Das wird nicht passieren. Das habt ihr nicht mehr in der Hand. Typisch für Rechte Politik. Substanzlose showpolitik um dem Volk was fürs Gemüt zu geben. Mal schauen wie lange das noch funktioniert.

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joG 10.11.2017, 08:06
2. Ich erinnere mich ....

...an die Zeit vor den "offenen" Grenzen. Da fuhr man ohne anzuhalten nach Holland oder Österreich und dies meist auch in die Schweiz. War kein Ding. In London waren meine Kollegen aus den USA, Russland, Nirwegen, Spanien, Ghana, Libyen, Indien oder China. War kein Ding. Auch ist in den WTO Verträgen eine Obergrenze festgelegt für Zölle. Keine Untergrenze. Man kan die Null festlegen und nichts ändert sich. Kein Ding, wenn man die bizarre Vorstellung schrottet, man wolle eine 100 Milliarden Austrittsgebühr aus seinem Klub und die UK demonstrativ schlecht stellen, damit es jedem sichtbar einen Grund gibt EU Mitglied zu bleiben.

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schwerpunkt 10.11.2017, 08:10
3. May-Day

Zitat von ricson
Tausende Dinge sind noch nicht geklärt und ihr schreibt Gesetze über Dinge die schon klar sind. Der Austritt steht fest. Selbst wenn ihr euch spontan um entscheidet, müssten noch alle EU Staaten dem Exit vom Brexit zustimmen. Das wird nicht passieren. Das habt ihr nicht mehr in der Hand. Typisch für Rechte Politik. Substanzlose showpolitik um dem Volk was fürs Gemüt zu geben. Mal schauen wie lange das noch funktioniert.
Ich gebe Ihnen im vollem Umfang recht.
Den Brexit-Termin per Gesetz festschreiben zu wollen ist vergleichbar den Zeitpunkt des Sonnenuntergangs festschreiben zu wollen.
Es wird an genau diesem Zeitpunkt geschehen, egal ob es dazu ein Gesetz gibt oder nicht.
Der einzige Sinn, den ich darin erkennen vermag, wäre der, dass ja niemand mehr auf die Idee käme, den Brexit selbst doch wieder in Zweifel zu ziehen und zu versuchen seitens GB den Exit vom Brexit einzuläuten.

Was mir etwas unkoordiniert wirkt ist, wie das zu Frau Mays Wunsch an die EU passt, den eigentlichen Brexit um zwei Jahre zu verschieben, damit mehr Verhandlungszeit bleibt.

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h.adler 10.11.2017, 08:12
4.

@ricson: "Selbst wenn ihr euch spontan um entscheidet, müssten noch alle EU Staaten dem Exit vom Brexit zustimmen." Das ist völlig falsch. Die Zustimmung der anderen EU-Staaten wäre im Gegenteil erforderlich, um den automatischen "harten" Brexit genau 2 Jahre nach der bereits erfolgten Anmeldung durch Großbritannien zu stornieren. Sie ist ebenfalls erforderlich für jegliche Abmilderungen, die u.A. verhindern, dass die britische Wirtschaft komplett zusammenbricht. Einer "konservativen" Partei, die momentan dabei ist, die Rentner auszuhungern und das Gesundheitssystem zu zerstören, wird aber vielleicht auch das egal sein.

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schwerpunkt 10.11.2017, 08:20
5.

Zitat von h.adler
@ricson: "Selbst wenn ihr euch spontan um entscheidet, müssten noch alle EU Staaten dem Exit vom Brexit zustimmen." Das ist völlig falsch. Die Zustimmung der anderen EU-Staaten wäre im Gegenteil erforderlich, um den automatischen "harten" Brexit genau 2 Jahre nach der bereits erfolgten Anmeldung durch Großbritannien zu stornieren. Sie ist ebenfalls erforderlich für .....
Weshalb sollte das "völlig falsch" sein? Sie wiederholen und bestätigen doch genau das, was der Forist schrieb.

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RedOrc 10.11.2017, 08:23
6. Sie haben schlechtes Erinnerungsvermügen

Zitat von joG
...an die Zeit vor den "offenen" Grenzen. Da fuhr man ohne anzuhalten nach Holland oder Österreich und dies meist auch in die Schweiz. War kein Ding.
Irgendwie haben Sie ein äußerst schlechtes Gedächtnis. Ich persönlich erinnere mich nämlich sehr gut an langwierige Grenzkontrollen zwischen Deutschland und den Niederlande in den 70ern und 80ern (wurde mit der Zeit entspannter, aber mindstens 30 Minuten Stau/Wartezeit an der Grenze (oftmals mehr) wegen Ausweiskontrolle war normal.

Zitat von
Kein Ding, wenn man die bizarre Vorstellung schrottet, man wolle eine 100 Milliarden Austrittsgebühr aus seinem Klub und die UK demonstrativ schlecht stellen, damit es jedem sichtbar einen Grund gibt EU Mitglied zu bleiben.
Was ist eigentlich an "Die Briten mögen bitte das zahlen, was sie selbst mitbeschlossen haben, u.A. Pensionen von den britischen EU-Beamten" so schwer verständlich? Es gibt keine "Austrittsgebühr", sondern nur Verpflichtungen, die die Briten vorher eingegangen sind. Und "demonstrativ schlechter stellen" ist auch falsch - die EU hätte nichts gegen ein Modell ala Schweiz oder Norwegen, das wollen die Briten aber nich. Was genau ist "demonstrativ schlechter stellen" wenn ein Ex-Clubmitglied nicht mehr die gleichen Rechte/Vergünstigungen hat wie die restlichen Mitglieder? Vollkommen normal in jedem Bereich

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mingolan 10.11.2017, 08:26
7.

Zitat von joG
...an die Zeit vor den "offenen" Grenzen. Da fuhr man ohne anzuhalten nach Holland oder Österreich und dies meist auch in die Schweiz. War kein Ding. In London waren meine Kollegen aus den USA, Russland, Nirwegen, Spanien, Ghana, Libyen, Indien .....
Ich erinnere mich daran, dass man auf dem Weg nach Österreich zwar meist durchgewunken wurde, aber trotzdem an einem Grenzhäuschen vorbeimusste und zumindest hatte man seine Ausweise parat.

Und die Mär von einer Austrittsgebühr ist auch interessant: Wenn man zusammen bestimmte Ausgaben beschließt und zusammen dafür Anschaffungen (konkret britische Beamte mit Pensionsansprüchen) macht, dann sollen nur die zahlen, die bleiben? Interessante Logik.
Die UK werden nicht demonstrativ schlecht gestellt, aber wirklich bizarr ist die Vorstellung der Brexit-Befürworter, man kann sich alles Gute von der EU holen und noch weniger zu derem Gelingen beitragen.

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Wal-Ire 10.11.2017, 08:32
8. Ich erinnere micj

Zitat von joG
...an die Zeit vor den "offenen" Grenzen. Da fuhr man ohne anzuhalten nach Holland oder Österreich und dies meist auch in die Schweiz. War kein Ding. In London waren meine Kollegen aus den USA, Russland, Nirwegen, Spanien, Ghana, Libyen, Indien oder China......
auch gut an die Zeit. An die Zeit, die ich in Warteschlangen an der deutsch/holländischen Grenze verbracht habe. An die Zeit, die ich in der UK "Immigration" verbracht habe, bis die UK Zöllner den Wagen hinreichend genau nach tollwütigen Tieren gefilzt hatten. Ich erinnere mich an die Zeit, bei der nach jeder Europareise hunderte verschiedener Münzen und Scheine Restgeld nutzlos in Einweckgläsern gelagert wurden. An die Zeit, wo ich mal nicht schnell ein paar Dinge im Ausland bestellen konnte, weil jedes Paket bein Zoll gefilzt wurde. An die Zeit, wo es prohibitiv teuer war, mit dem Mobiltelefon im Ausland zu telefonieren.
Und wissen sie was? Diese Zeit will ich NICHT mehr zurück!

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cave-canem 10.11.2017, 08:38
9. @JoG #2

Dann sollten Sie aber mal an Ihrem Gedächtnis arbeiten. Ginkoprodukte sollten hilfreich sein.
Denn haben Sie anscheinend verdrängt/vergessen/es als Kleinkind im Kinderwagen nicht mitbekommen, wie langwierig teilweise die Grenzkontrollen waren, wieviele Kofferräume an Autos nach der Fährabfahrt in Dover geöffnet und durchsucht wurden, wie lang die Schlangen vor den Grenzstationen zu Holland, Österreich und der Schweiz waren, BEVOR es die Reisefreiheit in der EU gab.
Aber vielleicht sind sie auch einfach nur zu jung um zu wissen, WIE Grenzen aussehen, und wie nervtötend die Grenzkontrollen in Europa VOR der Reisefreiheit war.
BTT: Was England blüht, nachdem die May ihr Land in den Sumpf gefahren hat, wird noch viel schrecklicher sein, als man durch die rosarote Brexit-Brille sehen will.
Die Binnengrenze Irland/Nordirland MUSS dann geschlossen werden, es ist dann eine EU-Außengrenze.
Der Tunnelausgang in Frankreich MUSS dann mit großen Grenzstationen abgeschlossen werden, es ist dann eine EU-Außengrenze. Auch die Fährhäfen in B und NL benötigen wieder Grenzsstationen zur Personen- und Zollkontrolle.
Der EU kostet das Geld, das aber auf die verbleibenden 27 Mitgliedsländer "verschmiert" wird.
England kostet das auch Geld, VIEL Geld, aber die haben bald so oder so keines mehr ... ein Land auf dem gewollten Weg in die Volksarmut.
Wer mal wissen will, wie es in England mit dem Rechtsystem aussieht, der schaue mal die Serie über die englischen Gerichtseintreiber und der schon jetzt vorhandenen Armut auf der Insel, und die Armut wird dort post-Brexit viel schlimmer werden.

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