Forum: Politik
30 Jahre Mauerfall: Der Fehler liegt in unserer Erinnerung
Peter Kneffel/ DPA

Seit 30 Jahren hoffen wir alles weg, was nicht ins Bild vom glücklich vereinten Land passt: Ostalgie und Nazi-Märsche, den Aufschwung von Links- und Rechtspopulisten. Doch wir drehen uns im Kreis.

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thilog 03.11.2019, 17:56
100. Herr Bidder und die Spreewaldgurken

Tut mir leid, Herr Bidder, aber wer die Aktionen rechtsextremer Totschläger auf die gleiche Wahrnehmungsstufe stellt wie die "Ostalgie für Spreewaldgurken", hat nichts, aber auch gar nichts begriffen.

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alt-nassauer 03.11.2019, 17:57
101. Es wird so vieles Verdrängt...

Zitat von Ole_Bienkopp
Sowas wird im Westen gern ausgeblendet. Ebenso, daß die regelrecht zum "ostdeutschen Phänomen" hochstilisierte AfD eine schon seit der Gründung hauptsächlich westdeutsch geprägte Partei ist. All die (zu Recht) kritisierten Spitzenpolitiker dieser Partei kommen aus dem Westen und sind vielfach (Gauland zB.) auch vorher schon in westdeutschen Parteien politisch aktiv gewesen. Sogar der als "Thüringer" wahrgenommene Björn Höcke ist ein Wessi. Und auch die in der DDR geborene Frauke Petry ist im Westen "sozialisiert" worden, wohin sie im Alter von 15 Jahren zog. Aber es ist ja leider üblich geworden, dem Osten jedes Problem anzuhängen.
In einem weiteren Beitrag hier habe ich mal angemerkt wie Westdeutsche Berater und Planer die Staatskasse geplündert haben und den Osten Deutschen mal zeigen wollten wie Kapitalismus funktioniert. Da holte man per "legale" Steuertricks und Subventionen, so viel Geld aus der Kasse um unnützes Zeug zu bauen um aber trotzdem mit dem Geld sich eine "Goldene Nase" zuverdienen.

Der West-Deutsche hat den Schaden angerichtet für die im Osten, er selbst konnte aber damit glänzen und galt im Westen, dank der Verdienste (auch Einnahmen) als gemachter Mann/Frau. Wurden wohl möglich auch noch dafür Hochdekoriert! Wie Ehrendoktor usw.

Aber auch das schiebt man lieber den Ost-Deutschen zu - die Geldverschwendung und den Soli (den alle bezahlen -auch das wissen einige nicht). Selbst weshalb dieser eingeführt wurde...

Zur AfD und deren Köpfe kann man wenn man deren Politische Ursprünge anschaut nur den Kopf schütteln. Gauland macht in Hessen einen Skandal als Staatssekretär (Bezahlung wie ein Politiker) und Heute ist er der Heilsbringer... Ja die sind ja so anders und die verstehen den "einfachen" Bürger!

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mwroer 03.11.2019, 17:58
102.

Zitat von legeips62
Die LINKEN? Diese Genossen stellen(stellten) in Thüringen immerhin einen Ministerpräsidenten. Die LINKEN sind eine demokratische Partei und haben mit 31% der Wählerstimmen klar gezeigt, dass hier kein Populismus sondern Regierungsfähigkeit gegeben ist.
Populismus ist unabhängig von Prozenten :) Wenn Sie glauben das Populisten nur in kleinen Minderheitsparteien vorkommen dann haben Sie, bei aller Höflichkeit, echt nichts verstanden.

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Hautversessener 03.11.2019, 17:58
103. Der Fehler liegt in u n s e r e r Erinnerung ??????

der Fehler liegt in seiner Wahrnehmung und insofern auch in seiner Erinnerung. Der Fehler liegt in seim " unserer" und seinem "WIR"!! Wer sind "WIR" und was ist "Unsere"Wahrnehmung? . Tausend StraßenbewohnerInnen haben ind tausend Westdeutschlands gelebt und tausend Ostdeutsche haben in tausend Ostdeutschlands gelebt.
Es kann Dir passieren, dass Du zwei Nachbarn im Ostentriffst und beide haben nach ihrer Wahrnehmung in komplett anderen Systemen und Staaten gelebt. Was soll dann ein "WIR", das ein komplettes Ostdeutschland einschließt???

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Lobhudel 03.11.2019, 18:00
104. Auch 30 Jahre Mauerfall müssen halt hysterisch betrachtet werden...

Auch 30 Jahre Mauerfall müssen halt hysterisch betrachtet werden - das ist der Zeitgeist, es geht wohl nicht anders.

Ansonsten läuft doch alles ganz gut... OK +20 % AfD sind ein klarer Beweis dafür, dass man die ein oder andere Million für eine heute leere Ost-Autobahn besser in politische Bildung investiert hätte. Aber wenn Mitbürger und deren Nachkommen, die 40 Jahre gar keine Stimme hatten, selbige heute bewusst wegwerfen - soll's mir auch recht sein. Die "politische BRD" hat schon anderes gut überstanden - sog. Entnazifizierung, Integration volksdeutscher Flüchtlinge in den 40ern und 50ern, den Nazikanzler Kiesinger und Radikalen-Erlässe in den 70ern. Da werden wir die paar unzufriedenen Ossis doch auch noch wuppen.

Für mich sind 30 Jahre Mauerfall ein guter Anlass, mich mal wieder zu besinnen, dass ich (Jg. 1966, DNA: Wessie) in keinem anderen Staat der Welt leben möchte. Auch wenn ich auf Land und Leute insgesamt und vor allem im Moment so überhaupt nicht stolz bin.

Achso: Und bitte bringt alles, was im Osten noch so auf 70-80 % vom Westniveau rumdümpelt (Löhne, Gehälter, Renten, etc.) auf 100 % - dann ist vielleicht Ruhe im Karton! Das kostet zwar ein paar Milliarden, aber hat man sich so nicht schon seit Ewigkeiten das Wohlwollen des bundesdeutschen Stimmviehs gesichert (Beamten, Rentner, Zahnarztgattinnen, etc.)?

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Sleeper_in_Metropolis 03.11.2019, 18:01
105.

Zitat : "Es geht um den Hinweis, dass die Erfahrungen und Positionen des Ostens im Gebilde Bundesrepublik bis heute eine sehr schwache Repräsentanz haben."

Das liegt vielleicht auch daran, das man mit diesen Erfahrungen und Positionen in der heutigen BRD wenig anfangen kann. Was gibt es denn Beispielsweise an großartigen, typisch Ostdeutschen Ansichten Fähigkeiten, etc., von denen sich Gesamtdeutschland mal etwas abschneiden könnte ?

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großwolke 03.11.2019, 18:01
106. "Der Ostdeutsche" wird verschwinden, aber langsam

Der eigentliche Fehler in der Deutschland-Betrachtung ist der Mangel an Geduld. 30 Jahre klingen lang, aber wenn man das übersetzt in Lebenszeiten, in Erfahrungen, in, wie im Artikel angedeutet, überlieferte Geschichten, dann ist diese Zeit noch relativ kurz. Meine Mutter zum Beispiel ist Jahrgang 1955, ich war zur Wende gerade neun Jahre alt. Meine Erziehung nach dem Mauerfall bestand aus Skepsis (nicht jedoch Abneigung) gegenüber den Eigenheiten des Kapitalismus, und einer gewissen Entdeckerstimmung gegenüber dem ganzen neuen Kram, den man auf einmal bekommen konnte. Es müssen erst die Kinder groß werden, deren Eltern ihnen keine Geschichten mehr von zwei deutschen Staaten erzählen können, bis das Zusammenwachsen Deutschlands in den Köpfen dieser Kinder völlig ankommen kann. Übrigens noch zwei korrigierende Anmerkungen: die Rentenanpassungen will kein Ostdeutscher, denn die gehen nicht zu deren Gunsten. Und der Bevölkerungsschwund auf den Stand von 1905 klingt auch dramatischer, als er real wirklich ist. Ein Schwund von knapp 25 % der Bevölkerung (von 18 Millionen runter auf 13.6) ist zwar nicht wenig, aber zum einen sind dabei ungesunde Strukturen der DDR-Wohnungsbaupolitik (die Plattensiedlungen) zum Teil abgebaut worden, zum anderen ist das kein reines Wiedervereinigungsproblem: die jungen Menschen zieht es in die Städte, und da in ihren Köpfen das Ost-West-Denken nicht so stark ausgeprägt ist, ist es ihnen halt egal, auf welcher Seite der alten Grenze diese Städte liegen.

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willi-wacker 03.11.2019, 18:02
107. Das waren einige...

Zitat von felibo
"...Anfang der 90er wollten wohl sehr wenige Leute in Südwestdeutschland diese Wiedervereinigung ..." Wo haben Sie denn das her, haben Sie dafür einen Beleg?
In der damaligen Zeit wohnte ich im Breisgau und etliche aus meinem Umfeld hätten ihren Jahresurlaub geopfert, um unendgeldlich beim Wiederaufbau der Mauer mit zu helfen. Die Kosten für Unterkunft und hätten sie auch noch getragen.

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dendro 03.11.2019, 18:05
108. Nur mytenumrankter Ort aus nebulösen Erzählungen

"1989 hat unsere Welt dort praktisch über Nacht eine lange vergessene Himmelsrichtung wiederbekommen. Neben Norden, Süden und Westen den Osten." Das freut mich für den Autor. Für viele unserer (westdeutschen) Mitbürger gibt es den Osten leider bis heute immer noch nur als mytenumrankten Ort aus nebulösen Erzählungen.

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three-horses 03.11.2019, 18:05
109. Aus Erfahrung anders.

" Es war natürlich eine Beschäftigung für Menschen, aber volkswirtschaftlich waren diese Psydo-Arbeitsplätze wesentlich dafür verantwortlich, dass die DDR aus der Nachkriegszeit nie herauskam"...also das sehe ich anders. Nicht in Bezug DDR und nicht als ein Argument, wie Sie es meinen. Auch wenn man davon ausgeht, arbeiten war eine Pflicht...so war es auch nicht. Aber man wollte kein ALG II haben. Jeder der konnte, sollte auch für sich selbst sorgen. Das ist sicher nicht falsch. Nur es sind einige, die nicht wollen. Das kostet dann die Produktivität. In Westen flogen, nicht fliegen, da es heute auch andere Gründe gibt, oft solche Menschen auf die Straße. Habe so mit Einigen zu tun gehabt. So ein Kollege ist wie eine Gold Grube zu finden. Und gerade DDR...aus dem Westen unterstützt, billige Rohstoffe aus der UdSSR...das passt nicht so ganz zusammen. Als ich die DDR, Leipzig, Dresden besuchte, es musste so 66/67 sein, die Menschen dort waren nicht so verklemmt und STASI voll wie 1989. Das müsste erst später gekommen sein. Wann ist die Frau Merkel geboren worden?

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