Forum: Politik
30 Jahre Mauerfall: Zehntausende Menschen feiern am Brandenburger Tor
AFP

DDR-Rockklassiker, Westbam und der Bundespräsident: Am Abend haben die großen Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag des Mauerfalls vorm Brandenburger Tor begonnen. Steinmeier pries in seiner Rede "die Mutigen der DDR".

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Sensør 09.11.2019, 19:28
1. Steinmeyers Beschwichtigungen

Nachdem die Ostbürger vom allerübelsten von der BRD ausgenommen, abgezockt und gedemütigt wurden, wird nun ihr Mut gewürdigt, sich vom Westen überrumpeln zu lassen. Na dann meinen Herzlichsten.
DIe finaziellen Gewinner im Westen haben wirklich einen Grund zum feiern.

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Heliumatmer 09.11.2019, 19:36
2. Beginn der Einheit mit einer kapitalen Lüge

Spätestens jetzt ist ja wohl klar, dass der dritte Oktober als Termin auf einer großen Lüge aufgebaut ist, von Helmut Kohl. Nach seiner Vorgabe durfte im Wahlkampf nicht von Steuererhöhungen gesprochen werden, aber von blühenden Landschaften, er wollte wieder gewählt werden. Ohne Mauerfall hätte er aber keinerlei Chancen gehabt. Deshalb musste die Einheit so früh wie möglich stattfinden, also nicht, wie es geschichtlich korrekt gewesen wäre, am 9. November (da gibt es gleich 3 geschichtlich wichtige Vorkommnisse), sondern 35 Tage früher, da jeder, der in dieser Zeit in die ehemalige DDR gefahren wäre, seine kapitale Lüge sofort gesehen hätte. Er hatte Angst, dass es ihm nicht reicht. Angst, nicht wieder gewählt zu werden, im Moment virulent bei Trump, ist keine Voraussetzung für gutes Regieren. Die Intention des Machterhalts hat bis heute ihre sehr negativen Spuren hinterlassen. Unter Anderem wurden neue Mauern errichtet, weil die alten nicht ehrlich genug eingerissen wurden.

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stefan taschkent 09.11.2019, 19:39
3. Nur so?

Vielleicht geht das nur mir so, aber ich empfinde dieses Veranstaltungskonzept in seiner Abfolge von Retro/Oldie-Musik, gewichtige Rede und Betroffenheitslyrik von PolitikerInnen und BetroffenInnen ABC, danach wieder Mugge als wiederholt und angestaubt und einem solchen Tage im Grunde unwürdig. Kann man sich da nichts Besseres einfallen lassen? Sowas krieg ich doch bei jeder Provinz-Veranstaltungsagentur (no offense) als Standardpaket mit Skonto.

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Peter A. M. K. Lublewski 09.11.2019, 19:45
4. Wenn man gleich alles haben will,

Zitat von Sensør
Nachdem die Ostbürger vom allerübelsten von der BRD ausgenommen, abgezockt und gedemütigt wurden, wird nun ihr Mut gewürdigt, sich vom Westen überrumpeln zu lassen. Na dann meinen Herzlichsten. DIe finaziellen Gewinner im Westen haben wirklich einen Grund zum feiern.
wofür die Bundesbürger 40 Jahre haben arbeiten müssen und das nicht sofort bekommt, fühlt man sich ausgenommen, abgezockt und gedemütigt? Das Gejammer hört wohl nie auf.

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canario2018 09.11.2019, 19:53
5.

Zitat von Sensør
Nachdem die Ostbürger vom allerübelsten von der BRD ausgenommen, abgezockt und gedemütigt wurden, wird nun ihr Mut gewürdigt, sich vom Westen überrumpeln zu lassen. Na dann meinen Herzlichsten. DIe finaziellen Gewinner im Westen haben wirklich einen Grund zum feiern.
Als wenn die Ostbürger nicht gewonnen hätten...Für die meisten der damals in der DDR lebenden Menschen hat sich die Situation verbessert, gewonnene Freiheit, Möglichkeiten zur Eigeninitiative und Übernahme von Selbstverantwortung. Sicher haben die Einkommen noch nicht gleichgezogen mit dem Westteil der Republik. Dafür sind die Mieten im Osten deutlich niedriger und die weiteren Lebenshaltungskosten auch. Ich als sogenannter (gebürtiger) Westler lebe in Chemnitz. Sie können gerne eine annähernd gleichgroße Stadt mit vergleichbaren Strukturproblemen in West-Deutschland vergleichen...die Unterschiede hinsichtlich Wohnungsmieten und Lebensmittelpreisen liegen auf der Hand.

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TSR1966 09.11.2019, 20:01
6. Sehr einseitiges Erinnern, bloß als Opfer

Da ist es wieder bei Sensør, dieses sich einseitig bloß als Opfer definierende Selbstverständnis vieler Ostdeutscher. wo bleibt der Stolz darauf, eine friedliche Revolution, ganz ohne Blutvergießen losgetreten zu haben? Wo blieb die Freude über alle neu gewonnenen, so lange herbei gesehnten Freiheiten? Wo ist die Freude an all den Farben und Formen, die in die vorher so öden, charkteristisch braun-grau gefärbten Städte der DDR zurückgekehrt sind, Haus-Fassaden zu denen man wieder gerne hoch schaut? Wo ist die Faszination geblieben für fremde Länder, die man heute ohne Probleme oder Gängelei frei bereisen kann? Wo blieb die Freude und Erleichterung darüber, dass sich nicht mehr Millionen gegnerischer Soldaten zweier feindlicher Blöcke mitten in Deutschland mit tausenden Atomwaffen gegenüberstehen? Nein, mann definiert sich lieber darüber, dass westdeutsche Kapitalisten einen abgezockt haben. So unschön das im Einzelfall auch gewesen sein mag: Das ist nun 30 Jahre her. wer immer nur in der Vergangenheit lebt, kann die Gegenwart nicht genießen. Und hat vielleicht auch keine schöne Zukunft Punkt und das ist ja wirklich traurige Umstand.

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thomashoehn 09.11.2019, 20:02
7. Kein Grund zum Feiern

Was sich aufmerksamen Beobachtern bereits während der Wende offenbart hat, zeigt sich mit schmerzhafter Deutlichkeit in jüngster Zeit: Hier gehört nichst zusammen, hier wächst nichts zusammen. Erst die Wiedervereinigung hat den dumpfbackig-provinziellen Chauvinismus auch im Westen salonfähig gemacht, der sich schon unter dem Deckmantel des autoritären Staatssozialismus eingenistet hatte. Der Mauerfall ist nichts anderes als die Öffnung einer neuzeitlichen Büchse der Pandorra, der antifaschistische Schutzwall der DDR-Propaganda nötiger denn je - nur mit umgekehrter Geographie!

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TomTheViking 09.11.2019, 20:02
8. Was soll das?

Zitat von Sensør
Nachdem die Ostbürger vom allerübelsten von der BRD ausgenommen, abgezockt und gedemütigt wurden, wird nun ihr Mut gewürdigt, sich vom Westen überrumpeln zu lassen. Na dann meinen Herzlichsten. DIe finaziellen Gewinner im Westen haben wirklich einen Grund zum feiern.
Ja es läuft vieles übel in diesem Land. Das hat aber nichts mit Ost-West zu tun.

Ich bin 1963 geboren und auf einem Bauernhof in Pommern, also der DDR aufgewachsen. Habe Elektronikfacharbeiter mit Abitur erlernt.
Bis zur Wende in einem Amateur-Kabarett gespielt und ja - Nachdem ich 1989 nach 1 1/2 Jahren NVA entlassen wurde war die Welt eine ganz andere.

Ja es waren harte Jahre in den 90 ern wenn man Arbeit suchte.
Auch ich hattte drei, glücklicherweise ganz kurze Zeiten von Arbeitslosigkeit. Auch gute Leute fielen durch das Raster wenn ihnen der Biss fehlte auch die hundertste Bewerbung zu schreiben.

Die Zeiten der Arbeitslosigkeit habe ich genutzt und habe neben der technischen Ausbildung den Beruf des Groß- und Außenhandels-Kaufmanns erlernt. Hatte einen siebenmonatigen Englisch Kurs.

Alles bezahlt vom Arbeitsamt (was damals noch so hieß) Mich hat Niemand abgezogen. Logischerweise habe ich für Firmen aus dem "Westen" gearbeitet und bin oft lange Wege gegangen.

Dieser Defätismus den es auch schon damals gab wie heute....
"ach wir finden sowieso keine Arbeit" "über 50 nimmt dich sowieso keiner"

Heute ist Jeder gefragt der ein klares Bild vor Augen hat und sich in seine Firma einbringt.

Mein bester Mitarbeiter ist 70. War dieses Jahr noch nicht einmal krank und geht 3 Tage die Woche voll arbeiten.

Ich möchte der Rente mit 70 wirklich nicht zu Munde reden - nein geht gar nicht - körperlich hart arbeitende Leute sollten ab 60 und
in allen anderen Berufen spätestens mit 65 Schluß sein dürfen.

Das soziale Netz der BR Deutschland ist enger und großzügiger als das was es in der DDR gab. Zu viele haben es sich dort eingerichtet zum Nachteil derer die es wirklich brauen.

Wer rum mault sollte sich DDR Altenheime anschauen.
Ja klar war früher vieles besser, das Gras war grüner, der Himmel blauer. Aber es könnte es auch der verklärte Blick sein, dass wir gefeiert und gevögelt haben und jung waren?

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schmidtffo 09.11.2019, 20:03
9. ...

Zitat von Peter A. M. K. Lublewski
wofür die Bundesbürger 40 Jahre haben arbeiten müssen und das nicht sofort bekommt, fühlt man sich ausgenommen, abgezockt und gedemütigt? Das Gejammer hört wohl nie auf.
Ich empfehle Ihnen, sich "Die Anstalt" vom letzten Dienstag anzusehen. Hilft vielleicht beim Nachdenken.

https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-5-november-2019-100.html

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