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30 Jahre nach Tiananmen-Massaker: "Die Chinesen betäuben sich durch den Kommerz"
HOW HWEE YOUNG/EPA-EFE/REX

Drei Jahrzehnte ist das Tiananmen-Massaker her. Doch in China wird man davon wenig merken. Expertin Shi-Kupfer erklärt, wie ein Volk durch Konsum ruhiggestellt wird - und wie Enten dagegen helfen können.

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DietrichHorstmann 04.06.2019, 10:42
10. Der Markt Opium des Volkes

Was früher die Religion versprach, soll der Markt einlösen: Luxus, Gaumenfreuden, Urlaub und Sex . Konsumismus statt Kommunismus. Selbst die Terroristen jagen sich für dieses Paradies für Männer in die Luft, indem sie Feinde des Gottes vernichten. Wie auch die Freiheitsverteidiger am Hindukusch für den Wohlstand Weniger bomben.

Sure 56,15-23
"Auf golddurchwirkten Ruhebetten liegen die, die Gott nahe stehen, einander gegenüber, während ewig junge Knaben unter ihnen die Runde machen mit Humpen und Kannen voll Wein und einem Becher voll von Quellwasser, von dem sie weder Kopfweh bekommen noch betrunken werden und mit allerlei Früchten, was immer sie wünschen, und Fleisch von Geflügel, wonach sie Lust haben. Und großäugige Houris haben sie zu ihrer Verfügung, in ihrer Schönheit wohlverwahrten Perlen zu vergleichen"

Was unterscheidet sie von denen, die mit Drohnen die Freiheit und den amerikanischen Traum gegen die Feinde des Marktes vorgehen lassen. Mit Paradiesversprechen , die sie nur für sich selbst und die 1 % einlösen ?

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hansriedl 04.06.2019, 10:49
11. Wie ein Volk

ruhiggestellt wird. Durch Brot-Spiele und Pekingenten.
Bei den Römern waren es halt Gladiatoren.
Oder "Konzentrationslager" für Uiguren. Berufsbildung oder Umerziehung? China macht das unmögliche möglich.

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natakajw 04.06.2019, 10:49
12. Westliche PR

Wo sind die Beweise von tausenden von Toten? Erschossen von unbewaffneten Soldaten?
Und Umerziehunhslager sind ein Verbrechen, aber da sollten der Westen zuerst vor der eigenen Haustüre kehren. Siehe CAI Folterkammern in Syrien oder Gunatanamo. Oder mal on Erdogans Keller nachschauen.

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jana45 04.06.2019, 10:54
13. Tiananmen ist für uns wichtig,

da der chinesische Protest Vorbild für die Revolution in der DDR 1989 war. Für China - die älteren Pekinger erinnern sich noch, die ganze Stadt war auf den Beinen - ist es jedoch ohne Bedeutung. Für jüngere Chinesen - sie wissen nicht viel darüber (vielleicht war da mal was). Für die KPC war die Niederschlagung ein Erfolg, der sich wiederholen lässt. Die von uns unterstützten Bürgerrechtler, sind eigentlich ohne Bedeutung in China - nur eine kleine Randgruppe. Wie es im Interview heisst - wenn sich Teile der Parteieliten auf Liberalisierung einlassen - das ist auch heute wahr, dann könnte sich etwas ändern.

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hesseinfranken 04.06.2019, 11:10
14. An die Nase fassen

"Die Chinesen betäuben sicb mit Kommerz"
Nur die Chinesen? Und wir nicht?

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Sonnestrandundmeer 04.06.2019, 11:16
15. Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral

Schon Bertolt Brecht kritisierte, dass viele nach dem Prinzip "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral" leben.

Recht und Freiheit sind keine Hilfsmittel für Wohlstand, sondern sind eigenständige Werte, ohne die ein Mensch ein Mensch nicht in Würde leben kann und sein Potential entfalten kann. Wenn Sie Ihre politische Meinung nicht äußern dürfen oder ihre Rechte nicht vor unabhängigen Gerichten einklagen können, nützt Ihnen ein Prada-Handtasche gar nichts.

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chilischweiz 04.06.2019, 11:17
16. Ruhigstellung, bzw. Betäubung durch Konsum...

... ist angesichts des Konsumniveaus von und seiner sensationellen Entwicklung nach 1989 eine sehr gewagte Formulierung. Demokratie und Menschenrechte muss man sich leisten können und China ist ein überzeugendes Beispiel dafür, dass andere Methoden schneller, nachhaltiger und besser aus der Existenznot führen können als Demokratie und Menschenrechte. Der arabische Frühling ist ein beredetes Negativbeispiel

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robert_schleif 04.06.2019, 11:31
17. …und die Alternative?

Vom Westen betriebene "Demokratisierung" à la Ukraine inklusive Bürgerkrieg zwischen verbürgerlichten Städtern und konservativen Bauernsöhnen in der Armee, Abspaltung verschiedener Gebiete (Uiguristan, Tibet, Mongolei, Guangxi) und Staatszerfall, Rückfall in die Zeit der "Streitenden Reiche", Millionen Flüchtlinge und Millionen Auswanderer?
Systemwechsel à la Jelzin, Ausverkauf des Reiches, Massenverelendung, Abstieg zum Drittweltstaat mit Atomraketen?

Die westlichen Geostrategen aus der Friedman-Schule und ihre allgegenwärtigen Marketingkooperationspartner in den Medien fechten historische Erfahrungen samt dem von der westlichen Politik verursachten Elend aber nicht an. Sie probieren es halt immer wieder und bringen immer wieder die selben stumpfsinnigen "Argumente" an.

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anark 04.06.2019, 11:34
18.

Da bin ich ja ganz beruhigt, dass der Kommerz bei uns gar keine Rolle spielt. Denken eure Redakteure beim Verfassen der Artikel auch mal nach?

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Beat Adler 04.06.2019, 11:37
19.

Zitat von bennrich_von_beneke
Die Annahme, dass China bei einem anderen Reaktion der Partei auf die damaligen Proteste heute tatsächlich ein pluralistisches, innovativeres Land wären, ist eine Mutmaßung. Die westliche Anmaßung, vom vermeintlichen "hohen moralischen Ross" der Demokratie auf andere Gesellschaftsformen herab zu blicken vermittelt uns den Eindruck einer absoluten Deutungshoheit. Ohne Frage, ich bezweifle keine Sekunde dass damals viele Studenten vom Militär gejagt und getötet wurden und will das Vorgehen der KP-Führung in keiner Weise verteidigen. Die verordnete Vergessenskultur des chinesischen Parteiapparats führt regelmäßig zu hitzigen Diskussionen zwischen mir und meiner chinesischen Frau, die mich abwechselnd davon zu überzeugen versucht, dass entweder die Studentenführer die Eskalation selbst provoziert hätten oder dass eigentlich gar keine Menschen dabei gestorben seien. Aber ungeachtet dessen: Die Behauptung, dass eine Demokratie nach westlichem Vorbild jedoch in einem Land mit einer Größe, Bevölkerungsmasse und Kultur wie in China uneingeschränkt funktionieren würde und damit das einzig erstrebenswerte Ziel sei, ist vermessen. Wie gut eine verordnete Demokratie funktioniert und was das für Wirtschaft, Bevölkerung und die Arbeitsfähigkeit staatlicher Organe bedeutet, davon kann man beim Nachbarn in Indien einen Eindruck bekommen.
Die Lust auf den allerherzliebsten Fuehrer des Volkes, der immer Alles richtig entscheidet, ist ungebrochen.

Lieber sind mir Gelbwesten die monatelang die Kreuzungen besetzen, Polizeiautos abfackeln, sich Strassenschlachten liefern, statt von den Sicherheitskraeften zusammen geschossen werden.

Taiwan und Suedkorea, frueher Hongkong, sind beste Beispiele aus der Region, wie es eben auch OHNE alleinseligmachende, kommunistsiche Einheitspartei gehen kann.

Lieber 100 Indien wie ein China unter dem pharaoartigen Boss der KP auf Lebenszeit Xi Jing Ping.
mfG Beat

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