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30 Jahre nach Tiananmen-Massaker: "Die Chinesen betäuben sich durch den Kommerz"
HOW HWEE YOUNG/EPA-EFE/REX

Drei Jahrzehnte ist das Tiananmen-Massaker her. Doch in China wird man davon wenig merken. Expertin Shi-Kupfer erklärt, wie ein Volk durch Konsum ruhiggestellt wird - und wie Enten dagegen helfen können.

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m.klagge 04.06.2019, 13:48
40. Bitte keine Kritik an unseren Medien.

Es ist durchaus sinnvoll an die Untaten unserer Feinde zu erinnern. Insbesondere weil es seitdem keine auch nur annähernd brutale Manifestation der Staatsmacht gegeben hat.
Denn wenn unsere Medien an die Untaten unserer Freunde erinnern würden kämen wir vor Gedenktagen nicht mehr zum Arbeiten. Ausserdem richten sich die Untaten unserer Freunde nur minimal gegen die eigene Bevölkerung, dass ein oder andere Massaker in Schulen oder Kirchen gehört nun mal zum Lauf der Welt. Normalerweise werden bevorzugt die Angehörigen anderer Staaten und Völker massakriert.

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chiefseattle 04.06.2019, 13:49
41. LA Riots

Tienanmen ist wie LA 1992. Man spricht nicht drüber. (Kurzinfo: April 1992 in Los Angeles, 53 Tote, über 1000 Verletzte, 1 Milliarde Dollar Schaden. Polizisten werden alle freigesprochen. Schwamm drüber!

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Marinus_Ladegast 04.06.2019, 13:57
42. # 16 chilischweiz

Zitat von chilischweiz
... ist angesichts des Konsumniveaus von und seiner sensationellen Entwicklung nach 1989 eine sehr gewagte Formulierung. Demokratie und Menschenrechte muss man sich leisten können und China ist ein überzeugendes Beispiel dafür, dass andere Methoden schneller, nachhaltiger und besser aus der Existenznot führen können als Demokratie und Menschenrechte. Der arabische Frühling ist ein beredetes Negativbeispiel
Sie stellen es so dar, als seien Demokratie/Menschenrechte und wirtschaftlicher Fortschritt zwei Konzepte, die sich gegenseitig ausschließen. Wer sagt denn, dass ein demokratisches China den Wirtschaftsaufschwung nicht genauso hinbekommen hätte, und zwar ohne auf Minderheiten rumzutrampeln, Dissidenten einzusperren, die Umwelt zu ruinieren und Patente zu klauen?

Nicht nur Deutschland, sondern auch Japan und Südkorea sind Beispiele für Staaten, die sich, von einer Diktatur befreit, zu prosperierenden Volkswirtschaften entwickelt haben.

Und wer den chinesischen Autokratismus bejubelt - endlich keine lästigen Gewerkschaften oder Umweltaktivisten mehr, gell? - verschweigt natürlich auch, dass zur Diktatur der KPC auch fast 30 Jahre Mao-Diktatur gehörten, in denen geschätzt 30 Millionen Menschen den Gesellschaftsexperimenten des Großen Vorsitzenden zum Opfer fielen. Ist ja nicht so, dass die Kommunisten 1949 an die Macht gekommen wären und sofort überall für blühende Landschaften gesorgt hätten.

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robert_schleif 04.06.2019, 13:58
43. DDR und China 1989

Warum ist es 1989 in China SO, und in der DDR SO gekommen?

Ich war selbst erstaunt, dass die altmarxistische Revolutionstheorie da weiter hilft.

Die unteren Schichten müssen unter keinen Umständen mehr so weiter leben WOLLEN, wie bisher.
Die oberen Schichten müssen unfähig sein, in der alten Weise weiter herrschen zu KÖNNEN. Es muss ein Riss innerhalb der herrschenden Kaste entstehen und die Art der Machtausübung durch sie selbst infrage gestellt und als nicht mehr zielführend bewertet werden.

Beide Grundvoraussetzungen waren in China nicht gegeben.

In China revoltierten die Studenten relativ abgehoben und isoliert vom „Volk“. Sie waren beileibe nicht die Masse oder die unterprivilegierte Unterschicht. Ihre Ziele wurden von der Masse weder verstanden noch geteilt.
Die Herrscher Chinas hatten, im Gegensatz zu den Greisen im Politbüro der SED, den unbedingten Willen zum Machterhalt, den Glauben an die Richtigkeit ihres Tuns und den Mut zur Brutalität.

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Marinus_Ladegast 04.06.2019, 14:05
44.

Zitat von gruener_heinrich
wenn mein Beitrag von SPON hier wiedergegeben worden wäre. Paßt halt nicht ins transatlantische Bild. Hier also noch mal: Wer hat für das Vergessen gesorgt? ich meine nicht das Massaker auf dem Platz am Tor zum Himmlischen Frieden in Beijing, sondern den 2. Oktober 1968, als auf der Plaza de las tres culturas in Mexico-City hunderte von meist studentischen Demonstranten gegen die damals autoritäre Regierung des Landes zusammen kartätscht wurden, von Scharfschützen auf den Dächern der umliegenden Gebäude. Zwei Wochen später versammelte sich die "Jugend der Welt" zu den Olympischen Sommerspielen in Mexiko, als ob nichts gewesen wäre. Die Proteste waren eine Störung dieser ach so friedlichen Spiele, große internationale Aufregung blieb aus, es waren ja keine Kommunisten, die geschossen haben, aber unter den Studenten waren wohl ziemlich viele. Der symbolishe Protest der US-400m-Sprinter bei der Siegerehrung gegen den Rassismus in ihrem Land wurden drastisch bestraft, Martin Luther King war eines der Opfer des Rassismus in diesem Jahr. Daran wollte ich doch mal erinnert haben. Die ach so weiße Weste des ach so demokratischen und friedlichen Westens hat wohl doch einige dunkle Flecken.
Das ändert aber nichts daran, dass das Massaker vom Tiananmen vor 30 Jahren stattfand und es jetzt der richtige Zeitpunkt ist, dies zu thematisieren. Oder sollen wir es etwa totschweigen, weil wir über Mexiko 1968 auch nichts schreiben?

Über die Verbrechen in Mexiko 1968 ist damals im übrigen sehr wohl ausführlich berichtet worden, ebenso über die Verbrechen der argentinischen Junta im Zusammenhang mit der WM 1978. Wenn einzelne korrupte Funktionäre sich einen Dreck um die Proteste scherten, kann man dafür nicht pauschal "den Westen" verantwortlich machen.

Zudem sind die verschiedenen damaligen lateinamerikanischen Juntas seit Jahrzehnten nicht mehr im Amt. Im Gegensatz dazu regiert die kommunistische Partei Chinas nach wie vor und unterdrückt die freie Diskussion über die damaligen Geschehnisse. Und das alleine ist schon Schuldeingeständnis genug.

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karl-felix 04.06.2019, 14:11
45. Na,ja

Zitat von Beat Adler
Lieber sind mir Gelbwesten die monatelang die Kreuzungen besetzen, Polizeiautos abfackeln, sich Strassenschlachten liefern, statt von den Sicherheitskraeften zusammen geschossen werden. Lieber 100 Indien wie ein China unter dem pharaoartigen Boss der KP auf Lebenszeit Xi Jing Ping. mfG Beat
ich verstehe zu wenig von den asiatischen Gesellschaftsverhältnissen und der Mentalität.
Aber gehe ich recht in der Annahme, dass Sie keine Frau sind ?
" Indien wird als das gefährlichste Land der Welt für Frauen eingestuft. Teils wird sexueller Mißbrauch als politische Waffe eingesetzt."

Ich habe gerade 4 chin . Bekannte zum Flughafen gebracht, denk dran , sagte der eine zum Abschied (anstatt herzl Glückwunsch zur Geburt des 2. Kindes), denk dran , die Eigentumswohnung in Shanghai für den Kleinen kostet dich 800.000 Dollar.
Was für einen Gedenktag wir in Deutschland heute haben , davon hatten die keine Ahnung . Die sprachen kaum deutsch nur französisch und englisch .

Das mit den Gelbwesten relativiert sich , denke ich , wenn die Ihr Auto anzünden und Ihren Kaufladen plündern . Ich würde keinen Stein werfen , wenn der Polizist der in dem brennenden Auto sitzt von der Schußwaffe Gebrauch macht. Man zündet nicht fremder Leute Autos an . plündert Geschäfte und liefert sich Schlachten mit der Polizei auch wenn Ihnen das sympathisch ist . Ein toter Polizist war auch nur ein Mensch der seine Pflicht tat um zu helfen und andere Menschen zu retten/schützen .

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Beat Adler 04.06.2019, 14:18
46. Suizidrate unter indischen Kleinbauern ist gleich hoch wie in der Rest

Zitat von hinterfrager_72
In Indien der größten Demokratie betäubt man sich so (von 2016 https://mobil.derstandard.at/2000047182616/Wenn-Indiens-Bauern-in-den-Suizid-getrieben-werden): "Schätzungen zufolge haben sich in Indien in den vergangenen 20 Jahren knapp 300.000 Kleinbauern das Leben genommen. In den Statistiken erscheinen vor allem die bitterarmen, vom Baumwollanbau dominierten Regionen in Zentralindien auf, die von Medien als "Selbstmordgürtel" tituliert werden." Ich frage mich auch, ob nicht die "Arbeitssklaven" in Indien oder Bangladesch neidisch auf Nordkoreaner wären.
Suizidrate unter indischen Kleinbauern ist gleich hoch wie in der Restbevoelkerung. Das darf sich jeder selbst erlesen, wenn er an diesem Thema interessiert ist. Die angeblich unglaublich hohe Suizidrate unter indischen Kleinbauern wurde als Desinformation, heute Fake News genannt, von den Gegnern der Gentechnologie gestreut. Resultat: 95% der indischen Baumwolle ist heute gentech.

Jeder darf Indien besuchen und frei herumreisen, ohne dass er dabei von irgendwelchen Sicherheitsleuten argwoehnisch ueberwacht wird.

Jede politische Partei, inklusive die kommunistische Partei, fuehrt in Indien Wahlkampf. Die Inder wissen was sie an der Demokratie haben und werden sie gegen jeglichen antidemokratischen Einfluss verteidgen.

Dass in einem Staat mit fast 1.3 Milliarden Menschen mehr los ist wie in Liechtenstein ist wohl eine Binsenwahrheit.

Das chinesische Modell des gelenkten Staatskapitalismus in der Wirtschaft und des Kommunismus pur und reinrassig fuer die Gesellschaft aller Einwohner, hat in Indien keine Chance.
mfG Beat

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hinterfrager_72 04.06.2019, 15:36
47. @Beat

Leider habe ich keine Zeit. Lese Ihre Beiträge immer mit Interesse und lerne gern dazu. Bericht hatte ich neu im ZDF gesehen.
Ich finde nur, es ist kaum etwas schwarz oder weiß ... könnten wir lange diskutieren.
https://amp.zdf.de/nachrichten/heute/selbstmorde-indischer-bauern-102.html
oder (vielleicht einseitig)
https://netzfrauen.org/2019/05/19/pepsico/
Noch ein für mich bedenkenswerter Artikel über China: https://m.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/china-wird-bei-der-digitalisierung-den-ton-angeben-kolumne-a-1217577.html#ref=rss

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olli_b 04.06.2019, 16:24
48. Nein, nicht weit zurück.

Zitat von karl-felix
Warum so weit zurück ? Bei uns in Deutschland lebt die erste Generation von Rentnern die Frieden , Freiheit und Recht erlebten - Konzentrationslager sind für uns nicht unbekanntes. Halt nur nicht zur Umerziehung oder Berufsbildung sondern zur Vernichtung .
Stimmt, wir müssen nur bis zu Mao und seiner Kulturrevolution zurück, um erneut auf Unruhen, Gewalt und Tote in China zu stoßen.

Wir das durch das Dritte Reich oder durch Japans Kriegsverbrechen irgendwie besser oder erträglicher?

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olli_b 04.06.2019, 16:30
49. Selektive Wahrnehmung?

Zitat von ruhrpottsonne
Wenn es keine Sprachbarriere geben wuerde, die Chinesen wuerden sich das RezoVideo anschauen und sich bei Ihrem Kommentar lachend herzlich auf die Schenkel klopfen. Es scheint mir, Ihnen ist nicht bewusst, an welchem Scheideweg Sie sich in D befinden. Auf die meissten Chinesen hat es jedenfalls systemisch an Attraktivitaet verloren. Leider!
In China gibt es also keine Oberschicht, die sich bereichert, keinen (zu) teuren Wohnraum, keine Umweltverschmutzung, keinen Niedriglohnsektor mit schlechten Arbeitsbedingungen usw?

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