Forum: Politik
45. US-Präsident: Nur ein Amerikaner unter vielen
REUTERS

Wie lebt es sich in den USA unter Trump? SPIEGEL-ONLINE-Korrespondent Roland Nelles über einen chaotischen Präsidenten, echte Probleme und aufmüpfige Amerikaner.

Seite 10 von 13
hans.rueckert 21.01.2018, 03:34
90. Sind wir in der Kirche?

"Ich glaube einfach nicht daran, dass Donald Trump die USA oder gar die Welt grundlegend verändern wird" - es erstaunt mich, dass der Autor nicht das Buch von Trump gelesen hat, das er vor der Wahl erstellte. Dass unter den vorherigen Präsidenten eine Unternehmerrepublik aufgebaut wurde, die Millionen Verlierer erzeugte, das ist eine Tatsache. Dass Trump versucht, die USA (und damit indirekt die Welt) zu restaurieren, hatte er angekündigt und wird er machen. Er hat erste Erfolge zu verzeichnen und jeder Erfolg wird ihm zusätzliche Stimmen geben.

Beitrag melden
roland.vanhelven 21.01.2018, 03:57
91. nun ja...

Zitat von scoopx
Ja, aber nur in den government statistics. Die Zeit, in der es den USA zum letzten Mal wirtschaftlich gut ging, liegen 50 Jahre zurück. Dann kam die durch den Vietnamkrieg hervorgerufene Inflation, Nixons Preiskontrollen, die beiden Ölkrisen, die De-Industrialisierung unter Reagan, die New-Economy- und die Immobilienblasen. Nur durch Erpressung und Zwang konnten sich die USA behaupten, und das auf vielen Gebieten (Finanz- und IT-Welt).
wachstum ist bei 3,3% (Obama hat nie 3% erreicht), stockmarket bricht einen rekord nach dem anderen (jetzt ueber 26.000), niedrigste arbeitslosigkeit und hoechte beschaeftigungszahlen bei Afro-Amerikanern und Hispanos, income tax und property tax gesenkt, was den kleinen mann und den mittelstand entlastet. dass es in den USA immer noch schlecht aussieht, ist aber nicht das ergebnis der Trump politik. denn der raeumt auf, und das passt der elite gar nicht.
schade, dass SPON zu den "ein jahr Trump" artikeln keine kommentare zulaesst. ein schelm, wer boeses dabei denkt...

Beitrag melden
hexagon7467 21.01.2018, 04:33
92.

Ich finde es sehr erschreckend wenn ein Vollpfosten wir Trump immernoch in 30-40 % der Bevölkerung hinter sich weiß.
Gemessen am Durchschnittseinkommen sind die Amerikaner eindeutig das dümmste Volk der Erde .

Beitrag melden
spassfactor 21.01.2018, 04:50
93. "Nur ein Amerikaner....."

Ein sehr schöner Kommentar, der die Präsidentschaft Barack Obama's in ihrer Ineffektivität und in ihrer Polarisierung sehr treffend beschreibt. Erstaunen ruft der Hinweis auf den "Zyklus" als Grund für den derzeitigen kräftigen wirtschaftlichen Aufschwung in den USA, der erst in seinen Anfängen steckt, hervor. Während Obama's Präsidentschaft war die miserable Wirtschaftsentwicklung nicht dem "Zyklus" sondern dem republikanischen Vorgänger zuzuschreiben, so jedenfalls die damals immer wieder hervorgehobene Version der Medien! Es ist halt immer wieder erheiternd zu lesen, wie einseitiger Journalismus versucht, die Leserschaft nach dem Motto "steter Tropfen höhlt den Stein" in der negativen Sicht Trump'scher Politik zu beeinflussen. Denn Gott bewahre, wenn sich europäische Wähler einer Denkweise öffnen, die ihnen grösseren Wohlstand, niedrigere Steuern, weniger Staat und mehr individuelle Freiräume öffnen. Das wäre eine Bedrohung für heutige politische Mehrheiten in nahezu allen westeuropäischen Demokratien. Leider kommen die Medien ihrer Aufgabe einer fairen und offenen Berichterstattung schon allzu lange nicht mehr nach. Ob man dieses Phänomen als "fake news" bezeichnen will, ist da nur noch eine Nebensache.

Beitrag melden
K:F 21.01.2018, 06:29
94. Warum nimmt die Medienwelt den Trump so wichtig?

Wenn er nur ein Amerikaner unter vielen ist? Amerika scheint sich nicht organisiert zu kriegen, schaffen es aber auf den Mond. Ambivalenter geht es nicht. Sozialsystem funktioniert dort nicht, anscheinend fehlt auch eine konsistente und bundesstaatlich übergreifende Verwaltungsstruktur, die den Namen verdient und den Kapitalismus in seine Schranken weist.

Beitrag melden
Papazaca 21.01.2018, 07:24
95. In vielem stimme ich zu ...

und auch der relaxte Stil des Kommentars gefällt mir. Schon gut, dem Bellen von Trump mit Humor und einer gewissen Gelassenheit zu begegnen. Trotzdem gibt es Punkte, die wirklich kritisch sind und Leben kosten: Anheizen von Konflikten (Nord-Korea, Iran, Jerusalem, Brexit ect.), Rassismus und Hass verbreiten und salonfähig machen, Frauen herab setzen (grab them by the pussy) und vor allem der langfristige Image-Schaden für das politische System, genannt Demokratie.

Beitrag melden
welldigger 21.01.2018, 08:30
96. live and let live

Lieber Roland Nelles,
Danke für Ihren Kommentar. Sie beschreiben die Situation in wohltuender Weise genauso, wie ich derzeit meine amerikanischen Freunde erlebe : cool, gelassen und bodenständig.
MfG Bernd Gapinski

Beitrag melden
KingTut 21.01.2018, 08:38
97. Lesenswert

Ich stimme den Ausführungen des Herrn Nelles in diesem lesenswerten Artikel weitestgehend zu. Die große Unbekannte ist allerdings, was Trump durch seine Sprunghaftigkeit und leichte Erregbarkeit, gepaart mit einem grenzenlosen Narzissmus, noch alles anrichten wird. Klar, geht das Leben auch weiterhin seinen gewöhnlichen Gang. Die USA sind ein gefestigter Rechtsstaat, den auch Trump nicht so ohne Weiteres aus den Angeln heben kann. Aber dennoch richtet er viel Schaden an, und zwar im In- wie im Ausland. Die amerikanische Gesellschaft ist tief gespalten. Viele Nachbarn reden gar nicht mehr miteinander, weil sie sich wegen Trump überworfen haben. Trump befeuert diesen Trend noch, indem er Kritiker (an ihm!) als Feinde des amerikanischen Volkes diffamiert. Das marode Gesundheitssystem und die weit verbreitete Armut sind für unsereins in der Tat unbegreiflich. Als Präsident sollte Trump ein Versöhner sein, der Gräben zwischen den politischen Lagern überwindet und die Menschen zusammenführt. Dann ließen sich auch komplexe Probleme angehen. Nur so ließen sich die großen Proleme Amerikas lösen, aber das setzt Kontinuität und Berechenbarkeit in der Politik über mehrere Amtszeiten und Präsidenten voraus, was wiederum nur möglich wäre, wenn es darüber einen Grundkonsens zwischen Demokraten und Republikanern - anstatt parteipolitischem Geplänkel zum Schaden ihrer Schutzbefohlen - gäbe. Da jedoch viele Abgeordnete ihrer superreichen Klientel verpflichtet sind, dürfte sich daran auch weiterhin nichts ändern.
In der Außenpolitik verlieren die USA zusehends an Einfluss, auch als moralische Instanz. Wie will Trump glaubhaft andere Staaten dazu ermahnen, die Menschenrechte sowie Rede- und Pressefreiheit zu achten, wenn er diesbezüglich ein denkbar schlechtes Beispiel abgibt.

Dass Trump angesichts dieser Umstände immer noch eine Zustimmungsrate von 30-40 % hat, ist erstaunlich.

Wer auch immer der Nachfolger von Donald Trump (hoffentlich nach 4 und nicht erst nach 8 Jahren!) sein wird, er/sie wird einen Scherbenhaufen vorfinden, für dessen Beseitigung vermutlich eine Amtszeit gar nicht ausreichen wird. Das alles scheint Trump aber nicht zu kümmern, denn sonst würde er einen Großteil seiner Energie und Arbeitszeit nicht dafür verschwenden, um die Welt mit seinen niveaulosen Tweets zu nerven. Während es an allen Ecken und Enden brennt.

Beitrag melden
KingTut 21.01.2018, 08:46
98. Aufklärung

Zitat von ruassgugge.schwobe.de
und die Arbeitslosigkeit sinkt
Darf ich Sie darüber aufklären, dass die Arbeitslosigkeit in der 8jährigen Amtszeit von Obama mehr als halbiert wurde, und zwar von 10.2 auf 4.7 %? Hier ist der Beleg:

https://www.welt.de/wirtschaft/video161427000/Obama-hat-die-Arbeitslosenquote-halbiert.html

Dass Trump für den Rückgang der Arbeitslosigkeit verantwortlich sei (nach nur einem Jahr) ist damit eindeutig widerlegt.

Beitrag melden
spon_4_me 21.01.2018, 08:52
99. Respekt, Herr Nelles

vor diesem Kommentar, allein wegen des denkwürdigen Satzes, Trump habe mit mancher Kritik auch recht. Nichtsdestotrotz würde ich mir von Ihnen und Ihrem NYC-Kollegen häufiger etwas tiefere Analysen der amerikanischen Gesellschaft und Politik wünschen. Das ist nicht leicht, weil vieles so anders ist und nach meinem Eindruck auch die SPON-eigenen Vorurteile Sie behindern, aber es wäre vielleicht der Mühe wert. Dinge, die aus meiner Sicht die eine oder andere deutsche Beurteilung beeinflussen könnten wären (manche Foristen haben es bereits angesprochen): die fast unbeschränkte Finanzierung der Wahlkämpfe durch reiche Personen (sofern diese nicht selbst Kandadaten sind), die bundesstaatlichen Richtlinien zum Ausschluss bestimmter Wählergruppen (same day registration oder das Wählerregister in Ohio fiele mir ein), die Tendenz, Wahlkreise auf sichere Mehrheiten zuzuschneiden, die Rolle der Lobbyisten, die Rolle der hohen Militärs (gerade unter DJT), den Einfluss des POTUS auf die Judikative durch die Ernennung von Bundesrichtern uvm Ich glaube, Sie würden den Lesern dann ein differenzierteres Bild bieten als die etwas holzschnittartige (aber deshalb nicht minder willkommene) Liebeserklärung Ihres Kommentars.

Beitrag melden
Seite 10 von 13
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!