Forum: Politik
Abkommen mit Iran: Wie die EU den Atomdeal vor Trump schützen will
AFP

Die EU will den Iran-Atomdeal erhalten, auch gegen den Widerstand der USA. Dafür sind die Europäer auch bereit, bei Menschenrechtsverletzungen ein Auge zuzudrücken.

PerserDeutscher 11.01.2018, 17:40
1. Das Abkommen....

ist die größte Farce die uns die Politik verkaufen will. Dadurch, dass die Amerikaner den Iran immer noch sanktionieren und Banken die in den USA tätig sind, bei Geschäften mit dem Iran, bestraft werden hat das Abkommen bis heute keine Auswirkung für die Menschen im Iran. Ob die Europäer daran festhalten wollen ist völlig irrelevant, solange die USA die Sanktionen aufrechterhalten. Ich spreche aus eigener Erfahrung, da ich am eigenem Leib erfahren musste wie schwierig Geschäfte mit dem Iran sind, da keine Bank diese finanzieren will.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spontandemo 11.01.2018, 18:16
2. Ich formuliere mal einen Absatz um:

Unangenehm für die ganze Welt ist, dass die Regierung der USA

- ballistische Raketen besitzt,

- bei Konflikten auf der ganzen Welt in den vergangenen Jahrzehnten eine unrühmliche Rolle gespielt hat - und immer noch spielt (Irak, Afghanistan, Somalia, Jemen, Pakistan usw.),

- angebliche Terroristen seit nunmehr anderthalb Jahrzehnten ohne Anklage menschenunwürdig exterritorial inhaftiert (Guantanamo)

- und es mit Menschenrechten auch nicht besonders genau nimmt, besonders - aber nicht nur - ausserhalb des eigenen Staatsgebiets (Polizeigewalt, Drohneneinsätze)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Lydia_Houston 11.01.2018, 18:52
3. Russisches Roulette

Wie kann man beim Thema Atom und den damit verbundenen Bedrohungen einen solchen Kompromiss eingehen. Man spielt hier mit der Sicherheit der gesamten Menschheit. Es ist nicht schwer zu erahnen welchen Geistes der Iran ist. Man braucht wahrlich kein Trump Freund zu sein um dies nicht gut zu finden.
Man sollte hier weiter Sanktionieren bzw. alles mögliche tun damit diese Bedrohung nie real wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bernhard.R 11.01.2018, 19:07
4. Die Richtung stimmt,

die Geschwindigkeit nicht. Das Ziel einer atomwaffenfreien Welt erfordert, daß Deutschland sofort dem Atomwaffenverbotsvertrag beitritt und die in unserem Deutschland gelagerten Kernwaffen rausschafft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Schöneberg 11.01.2018, 23:57
5. Bedenken Herrn Beckers

Der Autor macht sich Sorgen, weil wir ein Abkommen mit dem Iran haben, trotz Menschenrechtsverstößen. Haben wir doch mit anderen Ländern auch, seien es die USA, die Saudis, die Türkei und wahrscheinlich auch bei uns selbst. Da ist man doch in bester Gesellschaft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
brosswag 12.01.2018, 00:47
6. Eine innere Iranische Angelegenheit

Iran hat an der Seite Russlands in Syrien den IS bekämpft. was die USA wiederum stets ablehnten und auch jetzt noch bestrebt sind gewisse terroristische Gruppierungen am Leben zu erhalten. Iran und seine Regierung sind autonom und legal. Russland und China respektieren die aktuellen Vorgänge in Iran als deren innere Angelegenheit. Die USA sind offensichtlich daran interessiert nach ihrem alten Muster einen Umsturz in Iran zu erzeugen und die Demonstranten politisch zu instrumentalisieren. Ich hoffe, dass das nicht gelingt und die iranische Regierung eine mit russischer und chinesischer Beratung moderate Reaktion beibehält.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hansriedl 12.01.2018, 01:42
7. Trumps Alleingang gegen Iran kontraproduktiv

Die politischen Manöver des US-Präsidenten gegen das Atomabkommen mit Iran schwächen die Außenpolitik Washingtons. Sie machen die Vereinigten Staaten unberechenbar und lassen an ihrer Vertragstreue zweifeln.

Atomproblem nur „geparkt“

Längerfristig besteht die Herausforderung darin, sich mit den Schwächen des Atomvertrags zu befassen, vor allem seinen Auslaufbestimmungen. Das Abkommen hat das Nuklearproblem nur „geparkt“, aber nicht gelöst. Wichtige Bestimmungen des Abkommens laufen in acht bzw. 13 Jahren aus. Danach wird der Iran dann nicht mehr durch Inspektionen daran gehindert, viele Voraussetzungen für ein Atomwaffenprogramm zu schaffen, das sich
ohne größere Vorwarnung umsetzen lässt.

Man kann nicht, wie einige das tun, davon ausgehen, dass sich Absichten und Verhalten des Iran im Laufe der nächsten zehn bis 15 Jahre mäßigen werden. Im Gegenteil: Der Iran dürfte ein hybrides Regime bleiben, in dem eine Regierung mit einer permanenten religiösen Autorität koexistiert und in dem mächtige militärische Kräfte beträchtlichen politischen Einfluss ausüben und weitgehend außerhalb der Kontrolle der Regierung agieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren