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Abschaffung der Wehrpflicht: Ex-Minister Rühe wirft Guttenberg "Zerstörung der Bundes
imago/ Metodi Popow

Wurde die Bundeswehr kaputtgespart? Ja, sagt der frühere CDU-Verteidigungsminister Rühe. Er sieht die Schuld vor allem bei einem seiner Nachfolger: Karl-Theodor zu Guttenberg. Aber auch Ursula von der Leyen kommt schlecht weg.

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Niteftef 10.02.2019, 16:53
100. Kaputtgespart?

Die Mittel der Bundeswehr sind gigantisch und steigen seit Jahren regelmäßig an!
Von Sparen kann hier überhaupt keine Rede sein - dabei wäre Militär Mal ein Bereich, wo weniger mehr ist!

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Thomas Schröter 10.02.2019, 16:56
101. verfassungswidrige und schädliche Neuausrichtung unter Rühe

Die eigentliche Katastrophe war Rühes Neuausrichtung weg von der Landesverteidigung hin zu einer US-Hilfstruppe, die so zunehmend in illegale und verfassungswidrige Angriffskriege verwickelt wird.
Dahinter stand auch die schwachsinnige Idee man könne in Zukunft die Aussenhandelsbilanzungleichgewichte zu Gunsten von zunehmenden Forderungen gegen das Ausland ausweiten und diese Forderungen selbst militärisch absichern. Der von dieser Militärillusion beförderte Nettokapitalexport ging dann zudem zu Lasten der Einkünfte hiesiger Bürger und begünstigte vor allem die 3 Westalliierten mit zunehmenden Quasitributlieferungen, da die auflaufenden Forderungen für die Exportüberschüsse zu einem erheblichen Teil uneinbringlich werden.
Rühe sellbst hat somit eine fatale Situation eingeleitet an deren Ende nicht nur eine Großmachtillusin sondern auch die Überforderung der Bundeswehr steht.

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kelcht 10.02.2019, 16:57
102.

Zitat von k70-ingo
1990 gab es noch keine Auslandseinsätze der Bundeswehr. Da wurden mit Ach und Krach Bundeswehr und NVA zusammengepuzzelt. Es gab damals auch keine Tropenausrüstung, weil es undenkbar war, daß die Bundeswehr zu etwas anderem als Vaterlandsverteidigung eingesetzt werden könnte.
1993 war es aber dann so weit Schlaubi Schlumpf.
"Schon die Uniformen für den Somalia-Einsatz mussten bei den tropenerfahrenen Franzosen gekauft werden, weil der deutsche Flecktarn-Kampfanzug für afrikanische Temperaturen nicht ausgelegt war."
https://augengeradeaus.net/2018/05/somalia-vor-25-jahren-der-erste-bewaffnete-auslandseinsatz-der-bundeswehr/
GröVerm Rühe hätte das mmn nach beim Einsatz berücksichtigen müssen. Die Bundeswehrt hat durch Auslandseinsätze auch etwas gelertn auch von Blutfünstigen Angriffsnationen wie Frankreich und Italien.

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k70-ingo 10.02.2019, 17:00
103.

Zitat von Niteftef
Die Mittel der Bundeswehr sind gigantisch und steigen seit Jahren regelmäßig an! Von Sparen kann hier überhaupt keine Rede sein - dabei wäre Militär Mal ein Bereich, wo weniger mehr ist!
Nein, das stimmt nicht. Einen Anstieg der Ausgaben gibt es erst seit kurzer Zeit.
Zuvor wurde ab 1990 aufs Extremste gespart und der Verteidigungshaushalt von Jahr zu Jahr mehr zusammengestrichen.

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jo126 10.02.2019, 17:02
104. Leute wie Sie

Zitat von teacher20
Leute wie Sie habe ich sowohl als Vorgesetzter als auch als gleichrangige (Mannschaft-)kameraden zur Genüge kennen gelernt. Destruktive Charaktere ohne einen Funken Leistungsbereitschaft, wenn es darauf ankam. Aber anstatt produktive Vorschläge zu machen, kam meist nichts als inhaltsloses Genörgel von der Art, wie Sie es hier schreiben. Warum haben Sie sich nicht damals beschwert? Die Wege dazu hätten Ihnen offen gestanden. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass sie gangbar waren und auch etwas bewirkten. Warum hauen Sie jetzt hier so "auf den Putz"?
Leute wie Sie sollen doch gern zum Bund gehen, nur zu. Und alle, die dazu eine andere Meinung haben, in Ruhe lassen. Man ist sicher kein "destrukrtiver Charkter", wenn man nicht zur Bundeswehr will. Was der Forist so geschildert hat, kenne ich von meinen Freunden, die zum Bund gezwungen wurden (und neun, dagegen beschweren konnten sie sich nicht). Ich habe mir diesen Unsinn nicht angetan, aus gutem Grund. Übrigens: Leistungsbereitschft kann man trefflich auch außerhalb der Bundeswehr zeigen, meist wohl sogar viel gewinnbringender. Die Zeit als Wehrpflichtiger war Zwangsarbeit, nichts anderes. Ich kenne jedenfalls niemanden von damals, der das gern gemacht hat. Gaaanz wenige sind noch als Zeitsoldaten dageblieben, meist wegen des Geldes. Aber hauen Sie ruhig weiter als Tanzmariechen der Bundeswehr hier weiter auf den Putz...

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The Independent 10.02.2019, 17:04
105.

Zitat von MagittaW
1) Eine Truppe mit 200.000 Soldaten kann eben nicht 135.000 Wehrpflichtige ausbilden - das ist unmöglich! 2) Und selbst diese 200.000 Soldaten sind Wunschdenken. Wenn Deutschland eine leistungsfähige Armee will, ob mit oder ohne Wehrpflichtige, dann muss eben auch Geld investiert werden. Und nicht ständig gekürzt.
1) 1998, also gegen Ende von Rühes Amtszeit, hatte die Bundeswehr noch eine Personalstärke von 330.914 SoldatInnen, und ein Jahr später waren es sogar rund 331.000.
Selbst zwischen 2005 und 2010 schwankte die Zahl noch zwischen 251.722 und 245.823, 2009 gab es mit einer Stärke von 249.900 sogar wieder eine kurzzeitige Zunahme (Quelle: Statista). In Dokumenten des Webarchivs des Bundestages wird sogar eine Truppenstärke von 255.000 für die Zeit kurz vor dem Aussetzen der Wehrpflicht angegeben. Da zu diesem Zeitpunkt die Zahl der zum Dienst tatsächlich verpflichteten Wehrpflichtigen schon deutlich abgenommen hatte, war die Zahl der Rekruten mit dem vorhandenen Personal durchaus zu handhaben.
Erst die 2011-2013 angeordneten Reformen und damit verbundenen weiteren Personalabbaumaßnahmen (über 26.000 Stellen weniger) und die Abschaffung der Wehrpflicht (2011, knapp 40.000 Soldaten - sprich Rekruten - weniger als ein Jahr zuvor) haben den aktuellen Zustand verursacht.

Die Wehrgerechtigkeit gab es vorher bereits Anfang der 2000er deshalb nicht mehr, weil man sich einbildete, dass man mit einer verkleinerten Truppe die anstehenden Aufgaben trotzdem bewältigen könnte, und man daher - nach der Streichung von Truppenstandorten und dem Deaktivieren von Einheiten - weniger Wehrpflichtige zog.

2) Das stimmt.
Aber aktuell beläuft sich die Personalstärke auf 181.274 aktive Soldaten und Soldatinnen.
https://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/start/streitkraefte/grundlagen/staerke/
Damit ist man doch nicht weit von den 200.000 entfernt.

Würde man die Bundeswehr zu einem etwas attraktiveren Arbeitgeber machen, und das Geld nicht z.B. für Drohnen verschwenden, wo man genau weiß, dass diese keine Chance auf eine Zulassung haben, oder für externe Berater und für mutmaßliche Vetternwirtschaft verplempern, oder durch stümperhafte Lastenhefte/Sonderwünsche (A400) oder durch fehlerhafte Software und schlecht verhandelte Werks- und Ersatzteilversorgungsverträge (Stichworte: A400, Tiger, APCs) verschleudern, dann könnte man das eingesparte Geld in attraktivere Konditionen für zukünftige Berufssoldaten investieren, und dann käme man sicher locker auf diese Zahl.

Die Wiedereinführung der Wehrpflicht, wenn man sich denn dafür entscheiden würde, hätte wiederum einen schicken Nebeneffekt: Die dann wieder zu erwartenden Zivildienstleistenden könnten den akuten Personalmangel im Pflegebereich abmildern.

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spigalli 10.02.2019, 17:04
106. Abschaffung?

Zitat von Klaugschieter
Verantworltich dafür sind also auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, ihre ganze Unions-Ministerriege von CDU und CSU, der damalige Vizekanzler Franz Münterfering und seine Ministerkollegen von der SPD, die Fraktionen von CDU/CSU und SPD im Deutschen Bundestag, ja und auch die Abgeordneten der Grünen und Linken, die der Abschaffung der Wehrpflicht fröhlich zugestimmt haben. [,,,] Eine Wiedereinführung der Wehrpflicht allerdings dürfte sehr schwer werden.
Wikipedia schreibt: "Die Einberufung zum Grundwehrdienst wurde im März 2011 ausgesetzt, indem der Deutsche Bundestag das Wehrpflichtgesetz abgeändert hat. Der Bundesrat stimmte dem am 15. April 2011 zu. Seither besteht eine Pflicht zum Wehrdienst nur noch im Spannungs- oder Verteidigungsfall.[24] Unberührt blieb davon Art. 12a GG und somit die Ermächtigung an den Gesetzgeber, die verpflichtende Einberufung zum Wehrdienst später durch ein einfaches Gesetz wieder einzuführen. "

Das ist alles andere als eine Abschaffung, es ist eine Aussetzung.

Und es ist auch nicht schwer, dieses einfache Gesetz zu beschließen. Und wenn tatsächlich ein Großteil der Bevölkerung meint, wir bräuchten keine Verpflichteten zur Verteidigung, dann werden wir eben bekommen, was wir wollen. Darauf, dass die NATO oder ein drittes Land uns verteidigt, haben wir jedenfalls keinen Anspruch.

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tosi01 10.02.2019, 17:05
107. Was sollen die Auslandseinsätze ?

Ich bin grundsätzlich gegen den Einsatz unserer Bundeswehr außerhalb Europa`s bzw. der Nato-Mitgliedsstaaten, sowie es in den Nato-Statuten verbrieft ist. Die Bundeswehr soll der Landesverteidung dienen - Punkt. Auch gegen militärische Unterstützungsmaßnahmen für die von den USA initierten Kriege habe ich etwas. Ich war selbst 12 Jahre bei der Bundesmarine und habe mich mit ehemaligen Zeitsoldaten über die jetzige Situation des BW sowie deren Einsätze unterhalten und kontrovers diskutiert. Alle erklärten uneingeschränkt, dass sie never ever jemals unter den derzeitigen Bedingungen zur BW gingen. Ganz am Rande bemerkt - Russland gehört doch auch zu Europa, oder ?

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g.raymond 10.02.2019, 17:06
108. Zum Glück nicht mehr im Amt

Unglaubliche Simplifizierung, wenn Rühe sagt: "Zerstörung der Bundeswehr durch den CSU-Minister zu Guttenberg". Ausser Simplifizierung auch noch militärisches Scheuklappendenken, wenn er von notwendiger Aufrüstung der Bundeswehr spricht anstelle von poltischen Abrüstungszielen .

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teacher20 10.02.2019, 17:08
109. Falscher Nick

Zitat von schuettelkopf
Weg mit dem Kram. Das ist die Gelegenheit dieses Fass ohne Boden im Haushalt loszuwerden. Deutschland braucht kein Militär. Deutschland braucht *maximal* einen Zivildienst. Kein Aufrüsten Europas und keine Atomwaffen in Europa. Jeder der jemals ein Geschichtsbuch aufgeschlagen hat, sollte Wissen, dass es deine Defensiv-Waffen gibt. Deutschland sollte ein Zeichen setzen und zeigen, dass sich die Rüstungsindustrien der Amerikaner und der Russen doch über die andere Hälfte des Globus schlagen sollen. Wir dürfen nicht zum Spielball zweier Idioten werden. Jetzt ist die Zeit für Diplomatie und Verträge nicht stupides Säbelrasseln.
Eher sollte man über solche Ansichten den Kopf schütteln.
Eine totaler deutscher Verzicht auf Streitkräfte wird Europa (oder die Welt,; "wir" Deutsche denken, wenn es um utopische Hirngespinste geht, ja gerne in ganz großen Dimensionen) ebenso wenig sicher machen wie der deutsche Atom- und Kohleausstieg an der Zunahme der Erderwärmung irgendetwas ändern wird.
Abgesehen davon, dass wir dann ebenso zum sicherheitspolitischen Gespött werden (wie wir es energiepolitisch bereits sind), schaffen wir in Zentraleuropa ein militärisches Vakuum, das nur mühsam von unseren Verbündeten gestopft werden könnte. Zu Recht könnten sie das verweigern. Was dann? Jedes Vakuum neigt nämlich dazu, "gefüllt" zu werden. Man muss sicherheitspolitisch schon grenzenlos naiv sein, um in einer solchen Entwicklung ein Mehr an Sicherheit zu sehen.
Eigentlich könnte man über solche Beiträge bei Kaffee und Kuchen herzlich lachen, wenn man nicht wüsste, dass mit solch realitätsfernen Vorstellungen in diesem Land politische Mehrheiten zu generieren sind.
In Afrika gibt es ein Sprichwort: "Wenn Elefanten kämpfen, leidet das Gras". Möchten Sie, militärisch entblößt und damit vom jeweils Stärkeren abhängig, das "Gras" sein?
Glauben Sie ja nicht, ein abgerüstetes Deutschland könne es sich auf einer "Insel der Seligen", fernab von den Fährnissen der bösen Welt, gemütlich machen.

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