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Abschiedsfeier in Südafrika: Tausende trauern um Rassistenführer Terre Blanche

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen haben sich in Südafrika Tausende zur Trauerfeier für den ermordeten Rechtsextremisten Eugene Terre Blanche versammelt. Seine Anhänger fordern einen besseren Schutz für weiße Farmer - und drohen mit Gewalt als "letzter Option".

ellge 09.04.2010, 14:08
1. Zimbabwe als Vorbild?

Zitat von sysop
Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen haben sich in Südafrika Tausende zur Trauerfeier für den ermordeten Rechtsextremisten Eugene Terre Blanche versammelt. Seine Anhänger fordern einen besseren Schutz für weiße Farmer - und drohen mit Gewalt als "letzter Option".
Die Bevölkerungsgruppen müssen versuchen, einen Interessenausgleich zu finden, was bislang aufgrund der Geschichte des Landes nicht annähernd gelingen konnte und wohl auch nicht gelingen kann. Das trotz Aids rasante Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung und Geburten wird zu einer immer weiteren Absenkung des Lebensstandards aller Gruppen führen, das will niemand anerkennen, und daraus entwickelt sich Konfliktstoff.

Nur die weiße Bevölkerungsgruppe, vielleicht zusammen mit der indischen und den Coloureds verfügt bislang über ausreichende Bildung, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Der ANC ist da wohl eher hinderlich, das Erbe Mandelas vertan. Wohin schwarze autoritäre Herrschaft führt, ist in Zimbabwe zu besichtigen.

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ManfredoRSA 09.04.2010, 15:48
2. Radikale in SA

Dass die Zahl der AWB Mitglieger seit Anfang der 90-er Jahre von vielen Tausend auf etwa 300 geschrumpft ist, zeigt, dass die Radikalos unter den ehemaligen Apartheid Verfechtern nur noch eine Mini-Rolle spielen. Dass dieser Mord, der ganz offensichtlich nichts mit ET's (Eugene Terreblanche) faschistisch/rassistischen Einstellung zu tun hat, ist jedem klar, der ohne wie immer getoente Brille in SA lebt. Es war ein Konflikt ueber die Zahlung vom Wochenlohn, der ausartete. Die 300 Khaki Traeger schreien so laut wie ehemals die -zig tausend Anhaeger - das tut keinem weh! - gefaehrlicher aber wird es, wenn der ANC Youth League-Praesident Malema, eben erst aus Zimbabwe zurueck, wo er einige Tage die Taktik von Mugabe's ZANU PF und 'War Veterans' ('wovets')zur Okkupierung /Enteignung von 'weissen' Farmen studiert hat, unter der Aegide des Lehrmeisters Mugabe und noch vor ET's Beerdigung in einer Presseverlautbarung in Johannesburg sagte - that's it! Da geht's also lang. Das ist das Muster, das wir befolgen werden. Vielleicht schreien die 300 Khaki Traeger doch nicht ganz umsonst. Angst um die Farm ! Malema's Forderung nach Verstaatlichung (erst die Minen, dann die Banken..) wird zwar von Zuma offiziell nicht unterstuetzt - man braucht ja Investitionen, bzw. Anleihen wie jetzt wieder vom IMF (3,5 Milliarden fuer neue Kraftwerke weil sonst das Licht ausgeht..), aber der ANC hat ganz offensichtlich ueber den sueadfrikanischen BadBoy null Kontrolle -er singt weiter den 'Kill the Boer' song, trotz gerade verhangtem Verbot seitens des ANC, gestern warf er kurzerhand den BBC Vertreter aus seiner Pressekonferenz unter allen moeglichen Drohungen und "You bastard " und "You agent". Letzteres hat er von mad Bob Mugabe uebernommen, fuer den alle BBC Leute "Agents" waren/sind. Zu hoffen ist nur, dass besonnene Leader wie Mandela,Tutu,Ramaphosa,Sexwale,und viele weitere ehemalige Freiheitskaempfer, die fuer Freiheit, Ausgleich und Versoehnung stehen, sich durchsetzten und das Land wieder auf den Pfad bringen, den man 1994 beschritten hat.

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Klo 09.04.2010, 16:03
3. Versöhnen statt Spalten

Zitat von ellge
Nur die weiße Bevölkerungsgruppe, vielleicht zusammen mit der indischen und den Coloureds verfügt bislang über ausreichende Bildung, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen.
Die Rassisten um Terreblanche gehören jedenfalls nicht zu den "Gebildeten". Würden Sie wirklich diesen Leuten irgendeine Macht in einem Vielvölkerstaat geben:

http://www.spiegel.de/images/image-7...eryV9-fnej.jpg
http://www.spiegel.de/images/image-7...eryV9-fxre.jpg
Und das auch noch nachdem sie erklärt haben, die Apartheit wieder einführen zu wollen?

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Ragnarrök 09.04.2010, 17:31
4. Rassenkonflikte

Zitat von ManfredoRSA
Dass dieser Mord, der ganz offensichtlich nichts mit ET's (Eugene Terreblanche) faschistisch/rassistischen Einstellung zu tun hat, ist jedem klar, der ohne wie immer getoente Brille in SA lebt. Es war ein Konflikt ueber die Zahlung vom Wochenlohn, der ausartete.
Könnte man glauben. Vllt. aber auch eine Schutzbehauptung
um keine Rassenkonflikte aufflammen zu lassen.
Ein Toter zahlt meist nicht.

R.

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mavoe 09.04.2010, 17:59
5. Autoritäre Herrschaft...

Zitat von ellge
Die Bevölkerungsgruppen müssen versuchen, einen Interessenausgleich zu finden, was bislang aufgrund der Geschichte des Landes nicht annähernd gelingen konnte und wohl auch nicht gelingen kann. Das trotz Aids rasante Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung und Geburten wird zu einer immer weiteren Absenkung des Lebensstandards aller Gruppen führen, das will niemand anerkennen, und daraus entwickelt sich Konfliktstoff. Nur die weiße Bevölkerungsgruppe, vielleicht zusammen mit der indischen und den Coloureds verfügt bislang über ausreichende Bildung, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Der ANC ist da wohl eher hinderlich, das Erbe Mandelas vertan. Wohin schwarze autoritäre Herrschaft führt, ist in Zimbabwe zu besichtigen.
Und wohin weiße autoritäre Herrschaft führen kann hat man im 20ten Jahrhundert "gut" sehen können. z.B. in Deutschland und in der damaligen Sowjetunion.
Aber das mit Zimbabwe ist wirklich ein Trauerspiel, und ich hoffe dass sowas in Südafrika sich nicht wiederholt.

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ellge 09.04.2010, 20:55
6. Extremisten

Zitat von Klo
Die Rassisten um Terreblanche gehören jedenfalls nicht zu den "Gebildeten". Würden Sie wirklich diesen Leuten irgendeine Macht in einem Vielvölkerstaat geben: Und das auch noch nachdem sie erklärt haben, die Apartheit wieder einführen zu wollen?
Wie kommen Sie denn darauf? Die sinkende Zahl der Extremisten zeigt doch ganz klar, dass sich die (weiße) Bevölkerung mehr und mehr vom Extremismus abwendet.

Der größte Fehler aus der Zeit der Apartheid war, der nichtweißen Bevölkerung Bildung vorzuenthalten. Das macht die Integration dieser Gruppen in einen modernen Staat so schwierig und zeitraubend und überstrapaziert deren Geduld.

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Transmitter 10.04.2010, 08:18
7. Wer hilft, wenn es nicht klappt?

Zitat von ManfredoRSA
Zu hoffen ist nur, dass besonnene Leader wie Mandela,Tutu,Ramaphosa,Sexwale,und viele weitere ehemalige Freiheitskaempfer, die fuer Freiheit, Ausgleich und Versoehnung stehen, sich durchsetzten und das Land wieder auf den Pfad bringen, den man 1994 beschritten hat.
Vielen Dank für diese prägnante Kurzanalyse. Sie sind offenbar ein Insider.

Aber was passiert, wenn Ihre - und meine - Hoffnungen sich nicht erfüllen? Wenn der ANC die Sache nicht packt und es zu Aufständen, Massenflucht und -vertreibungen sowie ökonomischen Katastrophen kommt? Die "alten Freiheitskämpfer" sind in der Tat schon alt und verlieren immer mehr Einfluss im ANC.

Was passiert, wenn SA den Kurs "Zimbabwe" nimmt und die schöne Vision vom Regenbogenstaat hoffnungslos scheitert? Deutliche Anzeichen dafür sind doch schon erkennbar.

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2010sdafrika 12.04.2010, 12:06
8. Immer mehr weiße Südafrikaner mobilisieren sich

Der Mord an den AWB-Führer Terre´Blanche hat die Konfliktlinie zwischen Schwarz und Weiß erneut angefacht. Man darf nicht vergessen, dass ein nicht unerheblicher Teil der weißen Südafrikaner mit viel Skepsis und Unbehagen auf die vom ANC dominierte Politik im Lande reagiert. Für mehr Hintergrundinfos siehe das Südafrika-Portal unter:
http://2010sdafrika.wordpress.com/

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