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Abschiedsrede von Joachim Gauck: Der ernüchterte Präsident
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Nach fünf Jahren als Bundespräsident zieht Joachim Gauck Bilanz. Er bleibt Optimist und muss doch eingestehen: Das Land hat sich anders entwickelt als erhofft. Auch er selbst hat sich verändert.

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Darwins Affe 18.01.2017, 19:57
50. Verblendet?

Zitat von Botox
Anbetracht der Tatsache, das er seine Jugend in er DDR erlebt hat, kann ich gut nachvollziehen, das er von Demokratie/Meinungsfreiheit/Marktwirtschaft hell auf begeistert ist. Was die Demokratie/Meinungsfreiheit angeht, gebe ich ihm vollkommen Recht. Nicht erkannt hat er aber, das sich die Marktwirschaft schon lange in Raub Kapitalismus gewandelt hat und durch die zunehmende Globalisierung sich die großen Unternehmen die Steuer/Niediglohn Rosinen in der Welt aussuchen können. Ich glaube, er hat noch nicht erkannt, wo die eigentliche Bedrohung für die Demokratie liegt. Globale Unternehmen werden immer eine möglichkeit finden, die Steuer auf Null zu Rechnen und werden immer Niedriglohn einfordern, bevor Investiert wird. Wie lange das die Demokratie durchhält, bleibt abzuwarten. An Rechts/Links Populismus wird die Demokratie sicher nicht scheitern, schon gar nicht durch Terror.
1) Vielleicht vergessen Sie, dass Gauck Präsident und nicht Kanzler ist.
2) Zu einer freien Gesellschaft gehört auch eine freie Wirtschaft.
3) Die Exzesse ihres sog. »Raub Kapitalismus» --- in Wahrheit eine Oligarchie einiger Finanzmagnaten und Grosskonzerne --- könnte der Staat und die EU mit einem Federstrich verbieten.
4) Sehr wohl kann die Demokratie am Populismus scheitern. Und der Terrorismus ist doch seine beste Wahlhilfe.
5) Anscheinend ist es schlimm für Sie, wenn jemand von Demokratie "verblendet" ist. Wären wohl Planwirtschaft mit konsekutiver Diktatur besser?

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gersois 18.01.2017, 20:05
51.

Zitat von dedroog
...aber für mich war es immer peinlich und unglaubwürdig, wenn er von Moral sprach - und nebenan immer seine Geliebte präsentierte, während seine Ehefrau zu Hause saß....
Was hat er früher in seiner Gemeinde gepredigt? Mit den 10m geboten nicht so genau nehmen? Besonders das 6. und 10. gebot sind längst überholt? Sei Lebensweg erscheint mit nicht sehr geradlinig gewesen zu sein!

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Kit Kerber 18.01.2017, 20:09
52.

Schön, wie Sie das sagen, aber es stimmt nicht ganz, sogar der BP hat eine gesetzgeberische Befugnis, nämlich das sog. Prüfungsrecht nach Art. 82 GG, übrigens ein beliebtes Klausurthema.

Die Kritik an diesem Amt geht nur selten dahin, der BP habe zu wenig Kompetenz. Die am häufigsten geäußerte Kritik lautet: der BP ist teuer und überflüssig. Und das stimmt auch. Es wird ein Wahnsinns-Pflanz getrieben, nur damit ein von den Regierungsparteien ausgekungelter Grüßonkel Sonntagsreden hält.

Bräche die Republik zusammen, wenn es dieses Amt nicht mehr gäbe? Ginge es uns ohne den BP schlechter? Würden unsere Exporte schwächeln, würde die NPD erstarken, wäre der soziale Friede gefährdet, würde die Selbstmordrate steigen, nähme die Drogensucht zu, würden die Schultoiletten schneller verdrecken und die Kinderarmut wachsen?

Was wäre anders ohne den BP? Niemand konnte mir diese Frage bisher schlüssig beantworten. Dabei liegt die Antwort auf der Hand. Nichts würde sich ändern. Es gäbe ein paar Promi-Empfänge weniger, wie den heutigen im Schloss Bellevue. So what? Eine selbstbewußte Demokratie könnte damit relaxed leben.

Was nicht gebraucht wird, was seinen Nutzen nicht unter Beweis stellen kann, sollte eingespart werden. Aus Prinzip. Gauck hat seine Sache passabel gemacht. Entlassen wir ihn in Würden und krönen wir dies hohe Amt, indem wir Gauck zum letzten BP erklären.

Gauck ist nicht zu toppen, sein Platz bleibe auf ewig unbesetzt!

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nescius 18.01.2017, 20:11
53. ein Gutes

hat das doch alles gehabt. Wir haben uns jetzt wirklich bei jedem in der Welt für irgendwas entschuldigt.
Für unsere Vergangenheit, für unsere Gegenwart und schon mal vorsorglich für das alles was wir noch machen werden.
Gauck kommt mir vor wie Obama, mit viel Lorbeeren gestartet und dann kam........nichts.

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markus.v 18.01.2017, 20:16
54. Es ist gut das er geht,

wie kaum ein anderer in diesem Amt trat er von einem Fettnäpfchen
ins andere und blamierte uns teilsweise bis auf die Knochen, und
wo man sich wegen seiner Ausführungen sich im Ausland gemüssigt sah, sich zu rechtfertigen und die Dinge klarzustellen.
Ein Hoffnungsschimmer das er geht. Besser wird es aber mit
dem Nächsten sicher auch nicht werden.Ein überholtes und
überflüssiges Amt.

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Referendumm 18.01.2017, 20:31
55.

Zitat von Keine Zensur
Er apellierte aber auch 2014 in eienr Rede vor der Münchner "Sicherheitskonferenz" dafür, daß Deutschland mehr Kriege führen müsse und kanzelte jene Deutschen, die sich nicht damit abfinden wollten als defacto krank ("glückssüchtig" war das genaue Wort - und eine Sucht ist eine Krankheit). Was soll mich als Pazifisten, und zudem als jemandem aus dem "einfachen Volk", die die Konsequenzen einer solchen verbrecherischen Politik immer ganz direkt zu spüren bekommen, mit solchen nicht minder abscheulichen und ekelhaften Standpunkten und Taten "versöhnen"?
Erwähnen sollten Sie noch, dass diese "Kriegsrede" vom Gauck vor der msc von Dr. Jochen Bittner, dem Chef des Auslandsressorts von DIE ZEIT geschrieben wurde. Und genau das sagt ebenfalls einiges über den aktuellen Zustand unserer Republik aus.

siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Jochen_Bittner

Wie ein Forist schon schrieb: Gauck ist bisher der schlechteste BP - in meinen Augen "der mit großem Abstand schlechteste ever".

Und da dieser Posten eh von den gewählten Vertretern in der Regel nicht ausgefüllt wird, sollte man diesen Frühstücksdirektorposten endlich abschaffen. Kann Merkel nebenbei machen; fällt kaum auf.

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Dengar 18.01.2017, 20:33
56. Enttäuschend

Gauck hat es an Distanz mangeln lassen, indem er sich bei Diskrepanzen grundsätzlich auf die Seite der Regierung aber nie auf die des Volks geschlagen hatte. Obrigkeitsdenken wie aus dem vorletzten Jahrhundert und eine pastoral verbrämte Aufforderung, deutsche Soldaten wieder in Kriege zu schicken. Nein, danke.

Er war ein von Verlesenen für Erlesene Gewählter, aber nie ein Mann des Volks, dabei hatte ich mal große Hoffnung in ihn gesetzt.

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Tolotos 18.01.2017, 20:39
57. Statt mehr haben wir weniger Bürgerbeteiligung bekommen!

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Grundsatzentscheidungen werden immer weniger auf nationaler Ebene getroffen, wo es wenigstens noch eine in Grundzügen demokratische Willenbildung gibt. Staat dessen werden die grundlegenden Entscheidungen in überstaatlichen Strukturen beschlossen, zu denen nur noch Wirtschaftslobbyisten Zugang haben, und anschließend als alternativlos dargestellt.

Ein Grund für die Zunahme von Populismus ist, dass nahezu jede Kritik an solchen, am angeblichen Souverän vorbei getroffenen Entscheidungen, systematisch als Populismus diffamiert wird.

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ivar.malmstrom 18.01.2017, 20:46
58. Gauck, Demokratie und Nationalismus

Gauck hat einmal mehr die Kritiker von EU und Freihandelsabkommen in die Nähe des Nationalismus gerückt. Das ist gefährlich.
Vielen geht es um den Erhalt der traditionellen parlamentarischen Demokratie, die nun einmal territorialstaatlich verfaßt ist. Das muß mit Nationalismus überhaupt nichts zu tun haben. Wird man aber lange genug mit Nationalisten in einen Topf geworfen, kann man irgendwann glauben, wirklich selber einer zu sein.
Es gibt eine Tendenz, ungeliebte Vorlagen nicht an den Bundestag, sondern nach Brüssel zu geben, von wo dann eine Verordnung kommt, die – leider, leider – umgestzt werden muß. Das höhlt den Bundestag als Legislative aus und macht die EU zum – saopp gesagt – bösen Onkel mit dem Knüppel und nicht beliebter.
Wer nicht für diese EU ist, ist ein Gegner der Demokratie und ein Nationalist. Oder zumindest in deren Nähe. Das klingt wie eine unfreiwillige Wahlrede für eine Regierung Petry – Wagenknecht.

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hotgorn 18.01.2017, 21:18
59.

Versöhnliche Abschiedsrede von Gauck die Macht des Argumentes, es ist zwar schwierig auch als Diskriminierter zu den Worten zu finden die man braucht, aber es lohnt sich.

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