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Abschreckung und Dialog: Das Russland-Paradox
DPA

Vor dem Warschauer Nato-Gipfel: Wie weiter mit Russland? Welche Ziele verfolgt der Westen, welche der Kreml - und was sollten wir tun, um die aktuelle Krise beizulegen?

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jowitt 03.07.2016, 14:08
120. @Spartakus

Zitat von Spartakus
Faire Wahlen in der Ukraine und oder Baltikumländer? Eine Million Russen in Lettland, Estland und Litauen sind die sogenannten "nicht Bürger" ohne Wahlrecht!!!! Das ist die EU-Demokratie!! Und wie Ukraine gegen Ihre pro-Russischen Bürger in der Ost-Ukraine vorgeht?!! Das ist auch EU-Standard!!!
Jeder Russe, der vor der Wende im Baltikum lebte, kann die jeweilige Staatsangehörigkeit des baltischen Staates annehmen (haben übrigens die meisten auch getan), in dem er lebt. Dann ist er auch wahlberechtigt. Ein Türke, Syrer oder sonst ein anderer Ausländer in Deutschland hat hier auch kein Wahlrecht.

Das ist doch nun wirklich ganz selbstverständlich.

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joergalexander 03.07.2016, 14:08
121. Anders herum ist genauso verkehrt und damit vielmehr ein eigenes Paradox

Dieser Gastbeitrag besitzt dadurch keine Substanz, da er an sämtlichen Fakten vorbei geht bzw. diese verkehrt, die eher auf die NATO als auf Russland zutreffen.

So z. B. das "Russland keine Interesse an Dialog hätte", obwohl tatsächlich die NATO und westliche Länder jegliche Dialogplattformen auf Eis gelegt haben und jeder Politik, der in ein Gespräch mit Russland geht, öffentlich geächtet wird.
Genauso die Behauptung, dass "Russland sich nicht an Völkerrecht und Verträge hielte", obwohl die NATO und davon bestimmte Mitglieder damals wie heute völkerrechtswidrige Regime Changes, Militärinterventionen und Kriege führen (die Beispiele sind zu Hauf genannt worden) und in Sachen Vertragsbrüche fällt mir da nicht nur die NATO-Russland-Grundakte ein, die seitens der NATO vorsätzlich verletzt wird.
Durch geleakte Dokumente im Umfeld von Greenwald wurde mittlerweile auch bekannt, dass die US-Führung der NATO (Breedlove) die US-Regierung (Obama) bewusst dazu treiben wollte, auch eine militärische Auseinandersetzung und damit Krieg mit Russland zu beginnen - hierzu sollten nicht die Lancierung falscher Berichte über die Lage in der Ost-Ukraine dienen, denen sowohl der französische Geheimdienst und auch der BND widersprach.
In diese Art noch vieles mehr, weswegen ich der "Realität" Ischingers mitnichten folgen kann.

Entgegen seiner verschrobenen Realität wiegt für mich aber schwerer, dass in seinem Beitrag Machtdominanz das einzig erkennbare Motiv seines gedanklichen Engagements ist und genau da liegt der Hund für das Elend dieser Welt begraben.

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schlafes.bruder 03.07.2016, 14:09
122. Verwechseln Sie da . . .

Zitat von muellerthomas
Also die Nato darf auf Nato-Gebiet keine Manöver durchführen, während die Russen weitaus größere Manöver selbstverständlich in Grenznähe durchführen dürfen?
. . . in Ihrer etwas schlichten Denkweise nicht etwas? Die Nato ist ein westliches Bündnis, zu dem u.a. die USA gehören und deren Truppen wie selbstverständlich mit an der russischen Grenze stehen, Russland ist ein Land. Kein Mensch und kein Russe hindert die Polen daran, nahe der russischen Grenze Manöver auszuführen.

Wie die USA dazu stehen, wenn Verbündete eines Landes, das vor ihrer Haustür liegt, Manöver ausführen oder Raketenabwehrschirme aufbauen, haben ja Kennedy, die USA und die Nato 1962 hinreichend bewiesen - sie waren bereit, einen atomaren dritten Weltkrieg deswegen auszulösen.

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it--fachmann 03.07.2016, 14:09
123. Den Ansichten des Herrn Ischinger ...

... kann ich mich nur anschließen.

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lab61 03.07.2016, 14:10
124.

Zitat von simonweber1
gab es denn in der Ukraine faire Wahlen? Es ist immer gut Demokraten zu unterstützen aber die finden Sie in der Ukraine nicht. Selbst US Senatoren bezeichnen die Ukraine als neue Nazihochburg in Europa.
Welche US-Senatoren sind das genau. Bitte nennen Sie deren Namenund verlinken Sie entsprechende Zitat dieser Herren (und Damen?)

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Emderfriese 03.07.2016, 14:10
125. Verträge

Zitat von gruesenko
Wer den Frieden will, greift nicht seine Nachbarn an, auch wenn jene Gefallen an anderen Nachbarn gefunden haben. Was Putin seit Jahren anbietet ist alles, nur keine seriösen Gesprächsangebote. Ansonsten steht Ihr "Befund" geradezu exemplarisch für die "Säulen" der putinschen Strategie: Opferrismus (Notwehr), Angsterzeugung im Sinne unberechenbarer Atommacht (Europa überlebt nicht), Vortäuschen von ausgleichsorientierter Gesprächsbereitschaft und anschließend dazu konträres Verhalten (Genf, Minsk I, Minsk II, oder das Telefongespräch zwischen Putin und Merkel, bei welchem jene die russischen Soldaten im Donbass kritisierte, Putin diese als Urlauber bezeichnete, und auf Merkels' Frage, ob sie mit militärischer Ausrüstung in Urlaub gehen würden, mit nicht zu überbietenden Zynismus behauptete, wonach bei der russischen Armee eben massiv gestohlen werde). Putins' "glorifizierte" Gesprächsangebote sind keine Dialoge (Plural), es handelt sich vielmehr um strategische Nebelkerzen (Plural und Moral). Falls er es ernst meinen würde, dann hätte er längst schon ausgehandelte Vereinbarungen eingelöst, wie Minsk II. Ansonsten - natürlich müssen Gespräche geführt werden. Aber nicht unter der vorerwähnten strategischen Agenda Putins', denn damit würde sich der Westen erneut zum Missbrauch ausliefern, liefern muss jetzt aber erst einmal Putin!
Nur ein Beispiel, um Ihnen zu zeigen, wie weit es der "Westen" mit ausgehandelten Verträgen hält:
Sie erinnern sich an den Abend des "Umsturzes" in Kiew, als kurz zuvor noch Janukowitsch, die Vertreter des Maidan und die Vertreter der EU einen Konfliktlösungsvertrag ausgehandelt hatten? Der prompt von den selbsternannten "westlich" orientierten Vertretern des Maidan in die Tonne getreten wurde und die dann den Putsch auslösten! Jawohl, es war ein Putsch, gegen den gewählten Präsidenten und gleichzeitig eigentlich auch gegen die EU. Anstatt aber die EU-Vertreter nun auf dem ausgehandelten Vertrag bestanden hätten, machten sie schnellstens gemeinsame Sache mit den Putschisten. Und das - dieses Vorgehen - löste alle weiteren Konflikte in und um die Ukraine aus. Ein Vertragsbruch vom "Westen" unterstützt. Alles schon vergessen?

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wastl300 03.07.2016, 14:10
126. Wer kommt da noch?

Aus Zeiten des eisernen Vorhanges kommen immer gleich gestrickte Personen, welche immer in die selbe falsche Kerbe schlagen.

#Zitat:#
Unsere Stärke ermöglicht es uns, mit Weitsicht und strategischer Geduld zu reagieren.
Die größte Gefahr ist die unserer eigenen Schwäche.

Was den nun?

Aber #Zitat:#
Handeln Russlands ist eher Ausdruck der Schwäche des Landes denn seiner Stärke, ...

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ksk-18 03.07.2016, 14:10
127. ??

Zitat von NoUse4aName
Zum Vorschlag der Visumsfreiheit mit Russland: Grundsätzlich ein guter Vorschlag, allerdings wird Putin seinerseits kaum die Visumspflicht für EU-Bürger aufheben wollen (Was die Ukraine und die Türkei längst getan haben, und das ohne entsprechende Gegenleistung der EU). Zur "Finnlandisierung" von Moldavien, Ukraine und Georgien: Dies kann wenn überhaupt erst dann gelingen wenn Moskau seine Truppen aus den besetzten Landesteilen abzieht.
Dafür hat die Ukraine Milliarden an EU Hilfen bezogen.

Die Türkei will doch unbedingt in die EU, somit wäre es auch eine Gegenleistung.

Welche Landesteile der Ukraine sind durch Russland besetzt?

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etlamu 03.07.2016, 14:11
128. aggressiv-bedrohliche Handeln Russlands???

"Das aggressiv-bedrohliche Handeln Russlands ist eher Ausdruck der Schwäche des Landes denn seiner Stärke, aber wir sollten es trotzdem als wichtiges Land respektieren und behandeln. Russland ist gegenwärtig nicht besonders an Dialog interessiert, aber wir sollten es mit Dialogangeboten überhäufen."

Ich glaube man sollte hier das Land "Russland" hier mit "USA/Nato" tauschen.

Putin hat seit seiner Rede im Bundestag gebetsmühlenartig eine wirtschaftliche Kooperation mit Europa angeboten und ist immer noch zum Dialog bereit.

Es ist der sogenannte Westen, der "gegenwärtig nicht besonders an Dialog interessiert ist", denn er hat Russland aus den G7 geschmissen und Sanktionen angeordnet. Auch der NATO-Rat tagte nicht mehr.

Auch ich sehe in die im Artikel angemahnte Dialogbereitschaft die einzige Möglichkeit den Frieden zu erhalten. Auch sollten wir uns im Klaren sein, das die USA in Europa AMERIKANISCHE Interessen vertreten, die NICHT identisch mit den europäischen Interessen sind.

Im Kriegsfall sind die Amis die lachenden Dritten.

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nixkapital 03.07.2016, 14:11
129. Hm...

...der Kapitalismus hat sich selbst zerlegt , die EU steht vor ihrem Scheitern und die USA haben als Präsdentschaftskandidaten nur eine durch das Establishment korrumpierte ehemalige First Lady und einen politischen Hasadeur mit Stammtischrezepturen zu bieten. Ausgang unbekannt. Da muss nun nach alter Kalter-Krieg-Manier ein Feindbild aufgebaut werden, vor dessen vermeintlicher Dunkelheit der Westen noch irgendwie ein wenig leuchtet. Armselige Poiltik und armselige Medien, die dieses durchsichtige Spiel mitspielen!

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