Forum: Politik
Abstimmung im Krisenstaat: Mali droht Wahl-Chaos
REUTERS

Eine Präsidentschaftswahl soll in Mali eine Rückkehr der besiegten Islamisten an die Macht verhindern. Doch die Vorbereitungen stocken in dem afrikanischen Krisenstaat. Kandidaten kündigen schon jetzt die Anfechtung der Abstimmung an.

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KurtFolkert 21.07.2013, 09:24
1.

Und was nu? Mehr Soldaten hin? Oder lieber alle raus? Alle raus -> Land braucht fremde Hilfe. Mehr rein -> Ausländische Soldaten sorgen für Unruhe.

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Tevje 21.07.2013, 10:04
2. Fortsetzung:

Zitat von KurtFolkert
Und was nu? Mehr Soldaten hin? Oder lieber alle raus? Alle raus -> Land braucht fremde Hilfe. Mehr rein -> Ausländische Soldaten sorgen für Unruhe.
> Nix tun; das Land wird zum 2ten Somalia vor den Toren Europas > der Rauschgiftimport nach Europa erreicht neue Höhen > flüchtige Terroristen haben einen neuen sicheren Hafen im "Meer ohne Wasser" > alle Nachbarländer, d.h. fast die gesamte Sahara und der nördliche und südliche Sahel werden zum Dauer-Einflussgebiet von Al Queida und ihrer Sponsoren ... Schöne neue Welt im Zeichen der Friedenstaube?

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physikus_alt 21.07.2013, 10:18
3. Die Touareg an der Regierung beteiligen

Schon einmal habe ich mich in diesem Forum geäussert, wohl wissend, dass es natürlich LEIDER NICHT von den Verantwortlichen in Mali gelesen wird.
Mali kann nur zur Ruhe kommen, wenn man die Touaregs an der Regierung beteiligt, ihnen in ihrem Gebiet eine gewisse Autonomie einräumt.
Es kann nicht angehen, dass im ganzen Norden (nördlich Gao und Timbouctou) Verwaltungsangestellte aus dem Süden arbeiten und sich in vielen Fällen dabei wie eine Besatzungsmacht verhalten.
Dies ist auch der Grund, weshalb sich die Touaregs mit den Islamisten verbündet hatten, was sie heute bestimmt bereuen. Denn sie sind Moslems mit einem sehr offenen Weltbild.
Vor allem herrscht bei ihnen noch das Matriarchat. Die Frauen verhüllen sich dort gegen die Hitze und nicht vor Männerblicken!

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gerhardmathey 21.07.2013, 10:45
4.

Wieso denn das???? Die fortschrittlichen Europäer haben doch "erfolgreich" die Demokratie nach Mali importiert

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Gerixxx 21.07.2013, 11:28
5. Genau so ist es....

Genauso ist es…

Zitat von physikus_alt
Schon einmal habe ich mich in diesem Forum geäussert, wohl wissend, dass es natürlich LEIDER NICHT von den Verantwortlichen in Mali gelesen wird. Mali kann nur zur Ruhe kommen, wenn man die Touaregs an der Regierung beteiligt, ihnen in ihrem Gebiet eine gewisse Autonomie einräumt. Es kann nicht angehen, dass im ganzen Norden (nördlich Gao und Timbouctou) Verwaltungsangestellte aus dem Süden arbeiten und sich in vielen Fällen dabei wie eine Besatzungsmacht verhalten. Dies ist auch der Grund, weshalb sich die Touaregs mit den Islamisten verbündet hatten, was sie heute bestimmt bereuen. Denn sie sind Moslems mit einem sehr offenen Weltbild. Vor allem herrscht bei ihnen noch das Matriarchat. Die Frauen verhüllen sich dort gegen die Hitze und nicht vor Männerblicken!
...wenn auch das nicht hilft sollte (muss !) das Volk der Tuareg das Recht auf einen unabhängigen eigenen Staat erhalten.

Oder wie will man die Verneinung des Selbstbestimmungsrechts denn rechtfertigen oder gar durchsetzen, es sei denn mit sinnloser Gewalt und Willkür ?

In den meisten Teilen Afrikas ist der Nationenbildungsprozess nicht abgeschlossen. Zur richtigen Einschätzung der Bedeutung ethischer, sprachlicher u.ä. Faktoren muss man nur nach Osteuropa und Nahost schauen. Man will das nur nicht wahrhaben, weil dann eine Lawine ins Rollen kommt, um die kolonial willkürlich gezogenen Grenzen zu korrigieren (Teile und Herrsche). Nur ob die katastrophalen Verwerfungen durch das simple Leugnen dieser Tatsache weniger werden ist zu bezweifeln. Erst dann allerdings wird Afrika wirklich regierbar sein.

Daneben ist es pures Wunschdenken dort über Demokratie im "westlichen" Sinne auch nur zu reden. Die Analphabetenrate (Bevölkerung über 14 Jahre) liegt bei über 50%. Was für eine Farce.

Statt dessen wäre es sinnvoller Geld in eine Alphabetisierungskampagne zu stecken. Eine Entwicklungsdiktatur zu diesem Zwecke, die vor allem auch erst einmal die Infrastruktur entwickelt wäre sinnvoller. Selbst diese Regierungsform setzt allerdings entweder ethisch homogene Gebiete oder eine Volksabstimmung (die wäre auch für Analphabeten sinnvoll....) darüber voraus, zu welchem Staat und von wo aus, die Volkgruppen regiert werden wollen.

Das schlimmste aber wäre, wie es durch andere Foristen auch hier erwähnt wurde, den Anti-Drogenkrieg dorthin zu übertragen. Der weltweite Drogenkrieg war von Beginn an verloren und ist nur zu "gewinnen" wenn man diese legalisiert, d.h. die extrem hohe Gewinnspanne eindampft - damit wird das Ganze entkriminalisiert und den Opfern geholfen - die Mafia aber verliert das Interesse - mangels "Marge"....Andernfalls haben sie beste Aussichten auf weitere failed states.....

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savanne 21.07.2013, 12:10
6. Sie haben ja so recht, aber

Zitat von Gerixxx
Genauso ist es… ...wenn auch das nicht hilft sollte (muss !) das Volk der Tuareg das Recht auf einen unabhängigen eigenen Staat erhalten. Oder wie will man die Verneinung des Selbstbestimmungsrechts denn rechtfertigen oder gar durchsetzen, es sei denn mit sinnloser Gewalt und Willkür ? In den meisten Teilen Afrikas ist der Nationenbildungsprozess nicht abgeschlossen. Zur richtigen Einschätzung der Bedeutung ethischer, sprachlicher u.ä. Faktoren muss man nur nach Osteuropa und Nahost schauen. Man will das nur nicht wahrhaben, weil dann eine Lawine ins Rollen kommt, um die kolonial willkürlich gezogenen Grenzen zu korrigieren (Teile und Herrsche). Nur ob die katastrophalen Verwerfungen durch das simple Leugnen dieser Tatsache weniger werden ist zu bezweifeln. Erst dann allerdings wird Afrika wirklich regierbar sein. Daneben ist es pures Wunschdenken dort über Demokratie im "westlichen" Sinne auch nur zu reden. Die Analphabetenrate (Bevölkerung über 14 Jahre) liegt bei über 50%. Was für eine Farce. Statt dessen wäre es sinnvoller Geld in eine Alphabetisierungskampagne zu stecken. Eine Entwicklungsdiktatur zu diesem Zwecke, die vor allem auch erst einmal die Infrastruktur entwickelt wäre sinnvoller. Selbst diese Regierungsform setzt allerdings entweder ethisch homogene Gebiete oder eine Volksabstimmung (die wäre auch für Analphabeten sinnvoll....) darüber voraus, zu welchem Staat und von wo aus, die Volkgruppen regiert werden wollen. Das schlimmste aber wäre, wie es durch andere Foristen auch hier erwähnt wurde, den Anti-Drogenkrieg dorthin zu übertragen. Der weltweite Drogenkrieg war von Beginn an verloren und ist nur zu "gewinnen" wenn man diese legalisiert, d.h. die extrem hohe Gewinnspanne eindampft - damit wird das Ganze entkriminalisiert und den Opfern geholfen - die Mafia aber verliert das Interesse - mangels "Marge"....Andernfalls haben sie beste Aussichten auf weitere failed states.....
die jeweiligen politischen Eliten in allen afrikanischen Staaten werden dies in Verbindung mit den wirtschaftlichen und militärischen Interessengruppen außerhalb des Kontinents zu verhindern wissen.
Und welchen Anti-Drogenkrieg meinen sie - etwa das internationale "Show-Wrestling" das sich Drogenhandelbekämpfung nennt? :-)

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butalive76 21.07.2013, 12:12
7. Artikel ist ungenau

1. haben die Islamlisten KEINERLEI Rückhalt in der Bevölkerung und auch die Tuareg sind mittlerweile mit ihnen verfeindet. Daher kann man nicht von "tief gespalten" reden.
2. Bestehen die Islamisten aus gerade mal ca. 1000+ Mitgliedern, anders als beispielsweise die Taliban, die zudem in der Bevölkerung fest verankert sind. Solche Probleme lösen souveräne Staaten i.d.R. selbst und innerstaatlich. Dazu war der Staat Mali nach einem Militärputsch leider zu schwach.
3. Das "Tuaregproblem" muss endlich durch Verhandlungen gelöst werden, d. h. Anerkennung als Minderheit mit den entsprechenden Rechten + Autonomie. Das gilt übrigens auch für den Niger und den Tschad.
4. Mali ist seit 1991 eine Demokratie und für afrikanische Verhältnisse fortschrittlich.
5. Die Islamisten mögen zwar theoretisch bis 1/2 von Malis Staatsfläche kontrolliert haben, aber da das Gebiet im Nord so groß ist kann man von Kontrolle nicht wirklich sprechen, sie haben eigtl. nur die größten Orte besetzt. Zudem wohnt in der Hälfte nicht mal 1/10 der Bevölkerung. Großstädte gibt es dort nicht, der größte Teil ist Wüste und Geröllwüste und unbewohnt.

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urban4fun 21.07.2013, 14:20
8.

Zitat von sysop
Eine Präsidentschaftswahl soll in Mali eine Rückkehr der besiegten Islamisten an die Macht verhindern. Doch die Vorbereitungen stocken in dem afrikanischen Krisenstaat. Kandidaten kündigen schon jetzt die Anfechtung der Abstimmung an.
Man kennt ja von da unten fast nichts anderes...

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daniel.pfeiffer 21.07.2013, 14:37
9. Künstliche Grenzen

Zitat von Gerixxx
In den meisten Teilen Afrikas ist der Nationenbildungsprozess nicht abgeschlossen. Zur richtigen Einschätzung der Bedeutung ethischer, sprachlicher u.ä. Faktoren muss man nur nach Osteuropa und Nahost schauen. Man will das nur nicht wahrhaben, weil dann eine Lawine ins Rollen kommt, um die kolonial willkürlich gezogenen Grenzen zu korrigieren (Teile und Herrsche).
Aber bei uns?!? Die Grenzen Europas sind durch Kriege und Königsheiraten entstanden. Sie sind selten ethnisch begründet.

In Norddeutschland haben erst die Fürsten wie der Kaiser gesprochen, dann die Elite wie der Fürst und zum Schluß der kleine Mann wie sein Chef. Noch vor hundert Jahren war aber Platt unangefochten die Sprache Norddeutschlands. Radio, Fernsehen und Flüchtlingsströme nach dem 2. Weltkrieg haben den Wechsel stark beschleunigt.

Daß Platt nicht in der Schule gelehrt wird (auch heute kaum, und schon garnicht als richtiges Fach, obwohl Deutschland die europäische Charta für Minderheitssprachen ratifiziert hat) führt dazu, daß sich viele, die es noch sprechen, nicht so sicher sind, ob man die einstige Handelssprache ganz Nordeuropas überhaupt Sprache nennen darf, zumal eine Ähnlichkeit mit Deutsch (ohne deutscher Lautverschiebung vor 1500 Jahren) offenbar ist. Dabei ist es in vielerlei Hinsicht dem Niederländischen und Englischen (welches ja zu einem großen Teil aus Norddeutschland kommt) ähnlicher.

Auch die Slawen entlang der Elbe wurden assimiliert (Lübeck ist ein slawischer Name) und das kleine Überbleibsel der Sorben hat es kulturell auch nicht mehr so gut, seit die russischen Brüder weg sind.

Finnland, Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich sind nur einige weitere Mehrvölkerstaaten, wobei letzteres seit seiner Revolution die sprachliche Einheit besonders hart durchgedrückt hat, und bei Tausenden, die ihre Sprachen noch lernen, gegen Millionen Alte die sterben, seinem perfiden Erfolg gelassen entgegensieht.

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