Forum: Politik
Abstimmung per Post: Steigende Zahl an Briefwählern sorgt für Kritik
Chrophe Gateau/DPA

Immer mehr Menschen geben bei Wahlen ihre Stimme per Brief ab - und nicht an der Urne. Bundeswahlleiter Georg Thiel sieht darin ein Problem.

Seite 5 von 17
Thomasvon Bröckel 21.05.2019, 13:28
40. Entwicklungsland Deutschland

Könnte es daran liegen, dass es einfach nicht mehr zeitgemäß ist, am Wahltag ins Wahllokal zu latschen und dort einen Wahlzettel auszufüllen?! Es ist ein Musterbeispiel für die Rückständigkeit dieses Landes, dass Briefwahlunterlagen immer noch per Postkarte beantragt werden müssen, um dann per Schneckenpost zugestellt zu werden? Warum geht dies nicht längst flächendeckend online? War da was mit Digitalisierung? Ein Blick nach Estland zeigt, wie es geht...

Beitrag melden
rigel42 21.05.2019, 13:28
41. Geheimniss der Wahl

Zitat von beachy1
Wenn man "Kritik" übt, sollte man auch gewichtige Argumente vorbringen können. Sehe hier keins.
"So, liebe Familie, dann werden wir mal wieder die Briefwahl für alle beantragen. Dann wählen wir alle beim Kaffee am Mittwoch, wir haben da doch keine Geheimnisse voreinander." oder "Opa, Du bist doch so schlecht zu Fuß, ich beantrage mal die Unterlagen für dich und helfe dir dann beim Ausfüllen". Sie fragten nach "Argumenten": Bitteschön.

Früher war die Briefwahl an eine konkrete Verhinderung gebunden: Krankheit, Berufstätigkeit, Abwesenheit vom Wohnort, etc. Heute kann man begründungslos Briefwahl vornehmen. Ich halte das für ungesund für die Wahlabstimmung.

Beitrag melden
BellSouth 21.05.2019, 13:29
42. Ewig Gestrigen!

Was sagt uns das? Vorbild: Bundestag: Plenarsaal LEER! Abgeordenete: So what -Stimmung! Parteien: Farblos, Realitätsfremd und fern ab der dem Wähler! Ergo: Warum sollte der Wähler überhaupt noch Interesse an einem Gang zur Wahlurne haben? Diese Politik kann froh sein, dass überhaupt noch jemand an den Wahlen teilnimmt! Wenn selbst unsere Abgeordnete eine Plenarsitzung als Freizeitgestaltung sehen, warum soll der Wähler sich bei einer Wahl nicht ins verdiente Wochenende begeben? Er hat per Briefwahl schließlich gewählt......

Beitrag melden
merlin 2 21.05.2019, 13:31
43.

Zitat von Suppenelse
Sobald auch in Deutschland zeitgemäße elektronische Abstimmungsmöglichkeiten existieren, die keine persönliche Anwesenheit am Wohnort voraussetzen, brauche ich keine Briefwahlunterlagen mehr anzufordern! Wie war das nochmal mit Digitalisierung?
Digital ist leider überhaupt nicht sicher, wie immer wieder belegt wird und daher gibt es eine Wahl mit Wahlzetteln. Diese ist allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim und ziemlich fälschungssicher - zumindest in Deutschland.
Ich denke auch, daß man gegen die Briefwahl wenig haben kann, wenn ganz offensichtlich viele Menschen nur so ihre Stimme abgeben können/wollen.
Vielleicht sollte man das Zeitfenster ein wenig kleiner halten.
Weitere Einschränkungen aber würden mindestens einem der Wahlgrundsätze widersprechen.

Beitrag melden
rechnerstrom 21.05.2019, 13:31
44. Warum die Briefwahl verändern und nicht die Wahl an der Urne?

Im Artikel wird festgestellt, dass es der Wähler immer mehr zur Briefwahl greift, um den Zeitraum der Wahlabgabe zu verlängern. Wieso es dann die Konsequenz sein soll, diesem Willen nicht zu entsprechen und durch eine Änderung des Wahlgesetzes die Briefwahl möglicherweise einzuschränken erschliesst sich mir nicht. Stattdessen wäre es doch logischer, sich dem Wählerverhalten anzupassen und auch für die Wahl an der Urne nicht nur einen bestimmten Tag vorzusehen, sondern den Zeitraum zu strecken und dem Zeitraum der Briefwahl anzupassen?

Das hätte mehrere Vorteile: erstens wird so das Gesetz dem Wählerwillen angepasst und nicht umgekehrt. Souverän ist eben immer noch der Wähler, also sollte man seinem Willen entsprechen und nicht den Wähler zwingen, sich der Meinung eines Wahlleiters anzupassen. Zweitens wird so der versuchten Einflussnahme auf die Wahl durch die gezielte Plazierung einer Skandalbombe unmittelbar vor der Wahl entgegengetreten. Viele Wähler sind Impulswähler und solche lassen sich kurzfristig beeinflussen. Das macht eine Wahl zu einem bestimmten Wahltag empfindlich gegenüber gezielt plazierten Aufregern unmittelbar vor der Wahl. Wird der Wahlzeitraum entzerrt, dann wird eine solche Einflussnahme viel schwieriger, weil entweder zum Zeitpunkt des Skandals schon viele Wähler gewählt haben und nicht mehr beeinflusst werden können oder bei einem frühen Zeitpunkt der Skandalbombe bis zum Endtag der Wahl schon viele weitere Säue durchs Dorf gejagt wurden, so dass das einzelne Ereignis keine grosse Rolle mehr spielt. Die Wahl wird so vom Tagesgeschehen eines singulären Tages unabhängiger und das ist bestimmt eine gute Sache, weil sich die Wahlentscheidung nicht nur auf einen Tag auswirkt, sondern gleich auf mehrere Jahre.

Wenn man das Prinzip der Briefwahl zum Standard macht und eine Wahlabgabe an der Urne über den gleichen Zeitraum wie für die Briefwahl ermöglicht, dann gibt es auch eine bessere Chance, Nichtwähler zur Wahl zu bewegen, weil sie früher und stärker in die Wahl einbezogen werden. Es ist ein Unterschied, ob man eine simple Postkarte mit der Ankündigung des Wahltermins bekommt, was einem das Aufschieben der Entscheidung und nachfolgende Vergessen aus Bequemlichkeit leicht macht, oder ob man schon mit der ersten Lieferung gleich noch die vollständigen Kandidatenlisten und Wahlzettel samt Wahlumschlägen bekommt. Dann sieht man nicht erst an der Wahlurne, wer alles zur Wahl steht und dann hat man vielleicht eher die Motivation, sich mit der Wahl zu beschäftigen und daran teilzunehmen.

Man kann aber noch sehr viel weiter darüber hinausgehen. Es gibt schon einen Grund, warum Amazon mit seiner 1-Klick-Bestellung viel erfolgreicher ist, als es der Quelle-Versand früher mit seinen per Post verschickten Katalogen je war. Vielleicht sollte man sich diesem Erfolgsrezept auch bei Wahlen mal anpassen? Eine Online-Wahl, die es dem Wähler so leicht und so bequem wie möglich macht, seine Stimmen abzugeben wird die Wahlbeteiligung mit Sicherheit erhöhen. Was im Handel funktioniert, funktioniert auch bei einer Wahl.

Beitrag melden
JaIchBinEs 21.05.2019, 13:32
45. Online in Estland

Zitat von midnightswim
und in Deutschland wünscht sich der Wahlleiter ein zurück. kopfschüttel, aber so richtig.
Verzeihung, aber welche weltpolitischen Folgen hätte eine "fehlerhafte" Wahl in Estland?
Eine virtuelle Wahl ist höchst anfällig gegen gewollte oder ungewollte Manipulationen. Allein die Identität einer Person über eine Internetverbindung festzustellen, ist nicht möglich.
Und der Abgleich mit einem elektronischen Schlüssel würde hierzulande so einige Beteiligten überfordern.

Beitrag melden
Zäsus 21.05.2019, 13:33
46. ein jeder in seine Stadt

"Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt." ...was vor 2000 Jahren noch hipp war, ist im Gigabitzeitalter nicht mehr en vogue. So würde es der mündige Bürger sehr schätzen, mit seinem e-Identification--Ausweis die Marionetten von zu Hause aus zu wählen. Dass die CSU den Infrastrukturausbau seit Jahren verschleppt und verschachert, spielt dem natürlich nicht in die Karten.
Gerade am Wochenende bei der Telekom gefragt: Ja-ha, da wird mir Vectoring als FTTH verkauft! Nix mit Glasfaser, weiterhin Rosinenpickerei.

Beitrag melden
pförtner 21.05.2019, 13:33
47. Meine Briefwahlunterlagen liegen im Papierkorb

Herr Thiel darf sich freuen, dass er im Wahllokal überhaupt noch
jemand antrifft

Beitrag melden
triptychon5zehn 21.05.2019, 13:33
48.

Meine Antworten sind relativ stumpf: Mir geht die Wahlwerbung am Allerwertesten vorbei, ich schmeiße sie, weg, lese sie nicht, Plakate ignoriere ich,gehe nicht auf Reden. Meine Informationen hole ich mir in den Wahlprogrammen Netz. In den Daten auf Abgeordnetenwatch, offenen Spendennachweisen usw. Gleichzeitig ist Sonntag der einzige freie Tag in der Woche, den will ich nicht mit CDU und AFD Wählern in ner Grundschule verbringen. Klingt garstig, ist es auch. Die Briefwahl ermöglicht was in Osteuropa teilweise schon standard ist: von zu Hause aus wählen, zwar nicht im Internet, aber immerhin. Wieso muss eigentlich so viel Müll zu den Wahlen produziert werden? Plakate, Flyer, Kugelschreiber, Luftballons, dazu fahren die Vorzeigenasen der Parteien in jedes Dorf um Werbung zu verbreiten, was für eine Belastung für die Umwelt. Zu guter letzt will nicht kirchliche Einrichtung betreten um wählen zu dürfen, dass ist hier vor Ort oft der Fall. Religion hat nichts mit Politik zu tun und sollte strikt getrennt werden. Ich wähle Übrigens nie das gleiche, falls noch irgendwer in komme oder Rechte Ecke schieben möchte > links

Beitrag melden
Flauschie 21.05.2019, 13:33
49. Das nennt man Waehlerwille

Wenn das 30-40% machen, dann soll die Politik das nicht in Frage stellen. Was glaubt der gute Mann eigentlich fuer wen er arbeitet?

Beitrag melden
Seite 5 von 17
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!