Forum: Politik
Abtreibung von Mädchen in Armenien - eine Mutter erzählt: "Ich wollte nicht mehr lebe
Luisa Willmann

In Armenien werden viele Schwangerschaften beendet, weil die Föten weiblich sind. Meist drängt die Familie zur Abtreibung. So erging es auch dieser Frau - im Protokoll schildert sie ihre Erlebnisse und wie sie damit umgeht.

GerrithHinner 02.11.2019, 22:07
1. Einfach nur krank

Als Vater einer wunderbaren dreijährigen Tochter sage ich, das Gesellschaftssystem in Armenien und überall dort, wo Mädchen minderwertig sind, weil man aus gesellschaftlichen Druck Buben als Stammhalter benötigt ist krank.
Zum Heiraten ist ein Mädchen dann wieder interessant, ja?

Ich hoffe der Herrgott oder wer auch immer verpasst all diesen gehirngewaschenen Opfern einer pervertierten Gesellschaft, die unter dieser Last von Generation zu Generation immer weiter degeneriert einmal einen richtigen Einlauf.

Ob Junge oder Mädchen ist egal. Wer das Leben liebt, liebt seine Kinder unabhängig vom Geschlecht.
Und genau da ist der Haken.Es ist wie mit Macht und Geld. Es geht immer bloß ums (vermeintliche) eigene Durchsetzen.

Das ist es was mir schlaflose Nächte bereitet. Wir Menschen sind doch ein Geschlecht. Von Gott, wenn es ihn denn gibt, gedacht als sein verlängerter Arm, sein Genius, in Kunst, Muse und Geschick ein Ausdruck des Wunders des Lebens.

Der Mensch hat nur dann eine Zukunft, wenn er das Leben achtet.

Ich bin nicht mal besonders gläubig, aber ein Blick in die Augen unserer Tochter lehrt mich alles.

In diesem Sinne, lasst Euch nicht verarschen, egal von wem.

Gerrith

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sebastian_R 02.11.2019, 22:22
2. Kein Verständnis

Weder für die kranke Gesellschaft, noch für die Frau die Trotz allem noch Kontakt zu ihrem Ex-Mann und Schwiegermutter hat

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catcargerry 02.11.2019, 22:37
3. Verständnis

Zitat von sebastian_R
Weder für die kranke Gesellschaft, noch für die Frau die Trotz allem noch Kontakt zu ihrem Ex-Mann und Schwiegermutter hat
Für wen überhaupt? Ist eine Frage der Empathie. Schlau aus einem deutschen Wohnzimmer Ihr Verständnis oder Ihre Unfähigkeit dazu zu verkünden, hilft nicht einmal den Frauen, die hier in ähnlichem sozialen Kontext leben.

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MisterD 03.11.2019, 10:34
4. Diese Praxis ist nicht nur Ausdruck ewiggestriger Werte...

sie ist auch Sprengstoff für eine Gesellschaft. Selbst wenn man nicht nachhelfen bzw. abtreiben würde, so werden etwas mehr Jungen als Mädchen geboren. Das scheint von der Natur in Zeiten so vorgesehen worden zu sein, als der Mann noch mit Raubtieren kämpfen musste und in der Regel mit 25 schon tot war. Wenn nun Mädchen systematisch abgetrieben werden, kommt es zu Gesellschaften, wie in China. Dort beträgt das Verhältnis Mann/Frau etwa 55/45 oder noch schlimmer. Das heisst eine zweistellige Millionenzahl Männer KANN keine Frau finden, selbst wenn jede Frau einen Mann findet... das ist nicht gesund für eine Gesellschaft, das kann auf Dauer nicht funktionieren...

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DCH 03.11.2019, 11:08
5.

Das sind Folgen gescheiterter Modernisierung. Die Errungenschaft des Sozialismus, im Westen auch des Feminismus, erlaubt Abtreibungen. Mit dem Hintergrund, dass eine Frau frei entscheiden, ob sie eine Schwangerschaft austragen will. Und die patriarchale Gesellschaft nutzt diese Freiheit um. Das ist der Feminismus ganz schön im Dilemma. Und ganz vernachlässigt wird in beiden Artikeln, dass das Problem auch den Westen erreicht hat. In der Schweiz und Norwegen wurde es wenigstens am Rande diskutiert. In Deutschland ist es ein Tabu. Das Schweigen ändert aber nichts daran, dass es auch in Deutschland Abtreibungen wegen dem Geschlecht gibt. Das Problem ist bekannt. Könnte sogar sauber statistisch untersucht werden. Aber da ein Angriff auf Multikukti und freie Abtreibung befürchtet wird, schweigen gerade die Politiker,die sich sonst immer für Gleichberechtigung einsetzen, darüber.

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vici46 03.11.2019, 11:34
6. armenien oder die unterdrückung von frauen

es ist mehr als traurig, wenn heute noch Frauen unterdrückt werden. dies ist nicht nur in moslemischen Ländern oft so, auch anderswo.
doch um solche zustände abzuschaffen bedarf es viel Arbeit, weil oft die Strukturen in langer zeit gewachsen sind. dies vielleicht auch aus Notwendigkeiten. es ist ja auch leicht heute und von hieraus so zu urteilen, dies alles mit unseren Maßstäben.
das so alte gewachsene Strukturen nur schwer aufzubrechen sind, sehen wir schon in Deutschland, wo noch immer viele Frauen sich ihren Traditionen unterwerfen und Kopftücher, sowie noch weitere Verschleierungen tragen.
Sicher bedarf es noch viel Geduld, bis derartige Dinge verschwinden, ob es uns gefällt oder nicht.

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