Forum: Politik
Abtreibung: Wen wir leben lassen
Getty Images

Wir sind stolz darauf, wie inklusiv und liberal wir sind. Wenn es jedoch darum geht, behinderten Kindern den Weg ins Leben zu ermöglichen, tun wir als Gesellschaft einiges dafür, dass dies möglichst unterbleibt.

Seite 12 von 24
christophzapletal 22.03.2018, 23:25
110.

Der Artikel wird leider der Schwere der Entscheidung, die ein Schwangerschaftsabbruch für betroffene Frauen oder Paare darstellt, nicht einmal ansatzweise gerecht. Meine Frau und ich haben uns bei unserem ersten Sohn schweren Herzens für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden - hierbei ging es übrigens nicht um Trisomie 21. Diese Entscheidung basierte nicht, wie der Artikel suggeriert, auf einem simplen Screening - ihr gingen mehrere sehr intensive Untersuchungen voraus, damit meine Frau und ich so informiert wie möglich die schwerste Entscheidung unseres Lebens treffen konnten. Viele der Themen, die unsere Entscheidung beeinflusst haben, wurden von anderen Kommentatoren bereits erwähnt. Der für mich vielleicht wichtigste war die Frage, ob ich diesen Menschen denn irgendwann in dieser Welt zurücklassen könnte - wäre dieser Mensch jemals auch nur ansatzweise in der Lage gewesen, ohne die eigenen Eltern in der Welt zurecht zu kommen. Denn als Vater muss ich ja davon ausgehen, dass auch ein schwerst behindertes Kind mich potentiell überleben kann. Wer übernimmt die Pflege, wer gibt Liebe und Geborgenheit, wenn man selber nicht mehr existiert. Allein dieser Gedanke zeigt, wie komplex und emotional unsere Überlegungen waren. Ich finde es anmaßend, wenn andere Menschen, die selber nicht von einer solchen Diagnose betroffen sind, anfangen, darüber zu urteilen, wie Betroffene zu ihren Entscheidungen kommen, egal ob sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch oder dagegen entscheiden. Der Artikel verknappt die Ganze Problematik auf völlig unzureichendes Maß und vermischt Spätabbrüche auf Grund von medizinischen Diagnosen mit legalen Abbrüchen, den Sorgen potentiell alleinerziehender Mütter, und, und, und... ich würde mir von Herrn Fleischhauer ein bisschen mehr Recherche und Empathie bei einem so sensiblen Thema wünschen.

Beitrag melden
Wulff Isebrand 22.03.2018, 23:28
111. Recht der Frau

Verheiratete Frauen? Also das leuchtet doch ein, wenn das Kind nicht vom Ehemann ist. Ansonsten sollen Frauen entscheiden , ob sie kein Kind austragen oder nicht und wenn es ein behindertes Kind wird ....ist es noch verständlicher. Ich dachte eigentlich wir sind über die Zeit. weg in der sich Männer über Frauen einen Kopf machen? Irgendwie erscheint mir der Autor und seine persönliche Geschichte inach diesem Beitrag in einem ganz anderen Licht. Schade!

Beitrag melden
Sueme 22.03.2018, 23:28
112.

In Anbetracht dessen das es eh viel zu viele Menschen gibt und die Weltbevölkerung immer noch exponentiell weiter wächst muss ich Herrn Fleischhauer doch mal widersprechen. Es gibt da nichts zu verzweifeln.
Einzig die Eltern werden sich vermutlich regelmäßig fragen ob ihre Entscheidung richtig war, aber das ist deren rein persönliche Angelegenheit.

Beitrag melden
niemat 22.03.2018, 23:28
113. Korrektur

Zitat von chris.peterson
...Herr Fleischhauer für diesen sehr nachdenklichen Kommentar. Ich bin dankbar Vater gesunder Kinder zu sein und eine derartige Entscheidung nie habe treffen müssen. Aber 100.000 Abtreibungen im Jahr - ich mag nicht glauben, dass diese ......
Sie irren, es wurden 2016 etwas mehr als 750000 Geburten registriert.

Bzgl. der 100000 Schwangerschaftsabbrüche und der Zunahme von 2,5 % im Vergleich zum Vorjahr, sollte Herr Fleischhauer vielleicht auch darauf hinweisen, dass in den letzten 20 Jahren die Anzahl von über 130000 kommend doch deutlich abgenommen hat.

Beitrag melden
aus-berlin 22.03.2018, 23:33
114. Meine schöne Ideologie

Zitat von Lykanthrop_
Eine mutige Kolumne von Herrn Fleischhauer, für die er sicherlich ein Shitstorm ernten wird. Ich bin der Meinung menschliches Leben beginnt vor der Geburt, wann genau lässt sich nicht sagen. Deswegen sollte alles was mehr ist als ein Zellhaufen nicht abgetrieben werden dürfen. Das Recht auf .....
Das, was Sie Schreiben ist pure Ideologie. Sie merken es nicht und schießen auf andere. Traurig. SIE entscheiden für Andere! Das ist schon Diktatur. Ohne weitere Gründe zu kennen entscheiden Sie, dass die befruchtete Eizelle sich zu entwickeln hat und die Frau (noch keine Mutter Herr Fleischhauer) hat Ihre Entscheidung zu akzeptieren. Das ist einfach nur grausam.

Beitrag melden
torren 22.03.2018, 23:33
115.

Das Argument "daraus wird ja mal ein Mensch" ist und bleibt dämlich. Erstens, weil man damit suggeriert, dass menschliches Leben auf jeden Fall ermöglicht werden muss, egal wie, mit Verlaub, beschissen es nach der Geburt dann wird (für das neue Menschlein wie für die Eltern). Menschliches leben ist also lebenswert, weil es menschliches leben ist. So kann man alles begründen. Zweitens: man kann dann auch einfach einen anderen Zeitpunkt in der Zukunft rosinenpicken: Der Mensch stirbt ja schließlich eh irgendwann, dann ist es eh egal, ob er mal gelebt hat oder nicht. Das Argument, es bewegt sich schon, also ist es schon ein Mensch, zieht übrigens auch nicht. Locomotion ist ein Merkmal des Lebens, nicht alleinemenschlichen Lebens. Der Verstand macht den Menschen aus, nicht die einzelenen biologischen Merkmale des Lebens. Aberverstehen Sie mich nicht falsch: Ich will keinesfalls sagen, dass Menschen, die mit Behinderungen geboren werden, auf jeden Fall verhindert werden müssen. Aber fadenscheinige Argumente Kontra Abtreibung mit einem bestenfalls dünnen moralischem Anstrich sind hier absolut fehl am Platz. Letztlich versucht Herr Fleischhauer hier, seine persönliche Meinung zum Thema über die emotionale Schiene zu begründen, weil objektive sachliche Argumente leider nicht zu finden waren.

Beitrag melden
HomerJ 22.03.2018, 23:34
116. so so der konservative

der die Grenzen für vor Kriegen und Hunger flüchtende Menschen geschlossen sehen will, entdeckt plötzlich seine Nächstenliebe. warum auch nicht. so kann er wieder über andere Macht ausüben, in diesem Fall über die schwangere Frau

Beitrag melden
marcaurel1957 22.03.2018, 23:35
117.

Zitat von LuisaSchwarz
Erst kürzlich saß ich am Kaffeetisch in einem großen Einfamilienhaus. Die Mutter berichtete von ihrer größten Sorge, dass das zweite Kind womöglich eine Behinderung haben könnte. Finanzielle Sorgen kennt diese Familie nicht. Der Eindruck ist eher, dass es .....
Das sei Ihnen gegönnt aber deshalb müssen andere dieses Vergnügen nicht teilen. Ich hätte niemals ein Down Kind akzeptiert. Nein, das wäre in der Tat nicht meine Vorstellung vom Glück gewesen.

Beitrag melden
Lalisa 22.03.2018, 23:35
118. 24 Wochen

Ich kann Ihnen nur den Film „24 Wochen“ empfehlen und wenn sie danach immer noch der Meinung sind über andere urteilen zu müssen, ist wohl nichts mehr zu retten.
Zu dem Thema „Werbung“: wenn es für eine Frau, aus welchen Gründen auch immer, sinnvoll ist eine Abtreibung durchzuführen sollte es ihr doch gestattet sein sich ordentlich zu informieren. Es geht hier nicht um 2 für 1 Angebote sondern darum einen Arzt zu finden der einem geeignet scheint einen Eingriff durchzuführen, der einen womöglich den Rest des Lebens belastet.

Beitrag melden
marcaurel1957 22.03.2018, 23:38
119.

Zitat von MattKirby
Wo würden Sie dann die Grenze ziehen? Wäre es auch noch Sache der Eltern, wenn das behinderte Kind bereits geboren wurde oder gilt das nur für das ungeborene Leben? Tötung von Menschen ist ein Kapitalverbrechen, das nicht Sache der Eltern oder der Frauen sein kann. In einem Rechtsstaat.
Da haben Sie völlig recht, Tötung von Menschen ist ein Kapitaldelikt aber erstens sind ungeborene noch keine Menschen und zweitens ist die Abtreibung für eine Frau, die sich nicht als Brutkasten missbrauchen lassen möchte, eine Art Notwehr.

So ist das in einem Rechtsstaat.

Beitrag melden
Seite 12 von 24
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!