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Abtreibung: Wen wir leben lassen
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Wir sind stolz darauf, wie inklusiv und liberal wir sind. Wenn es jedoch darum geht, behinderten Kindern den Weg ins Leben zu ermöglichen, tun wir als Gesellschaft einiges dafür, dass dies möglichst unterbleibt.

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g_bec 23.03.2018, 11:13
220. Können.

Zitat von plechazunga
Die Kolumne spricht die womöglich finsterste Stelle unserer Gesellschaft an: wie kann es sein, dass Jahr für Jahr Tausende von Menschenleben im Mutterleib beendet werden, bevor sie die Chance kriegen, selbst das Licht zu sehen? Es führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass das menschliche Leben unteilbar ist und jede zeitliche Grenze in der Schwangerschaft, bis zu der man noch den Daumen darüber senken darf, eine willkürliche ist, der praktischen Not nach Legitimation des Abtötens ......
Könnten Sie und Ihre Brüder und Schwester im Geiste mal bitte mit diesem romantisierenden Unsinn von der armen gequälten Seele im heiligen Mutterleib aufhören? Und dann auch noch die "Chance das Licht zu sehen".. Immer feste druff auf Frauen in Notlagen, nicht wahr? Schön von oben herab mit der Pseudo-Moralkeule "aber die Kinder!". Und wenn das Kind dann da ist, eiskalt wegdrehen. Was wisst ihr denn schon von Sorgen und Nöten eines Individuums.

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M. Michaelis 23.03.2018, 11:16
221.

Zitat von ikwer
Zu den Geburten mit Down-Syndrom hab ich Artikel für die Schweiz gefunden (Verdoppelt seit 2000, https://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Zahl-der-Trisomie21Geburten-hat-sich-verdoppelt/story/28089013) In den USA bleiben die Zahlen im Verhältnis zu ......
Ich glaube nicht dass Herr Fleischhauer die Schweiz oder die USA im Blick hatte.
Er meint auch nicht deren Lebenserwartung sondern die Zahl der Geburten mit Down Syndrom (in Deutschland).
Haben Sie dazu auch eine Zahl ?

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cbf_hotte 23.03.2018, 11:17
222. So schreibt nur jemand...

..der kein (behindertes) Kind hat.
Beispiel aus meiner persönlichen Bekanntschaft - aus einer Zeit, als die pränatale Untersuchung via Ultraschall und Scanner noch Science-Fiction war.
Kind wird geboren - und ist nicht nur durch körperliche Mißbildungen sondern auch durch Sauerstoffmangel bei der Geburt behindert.

Verzweifelte - letztlich erfolgreiche Versuche der geburtshelfenden Ärztin, das Kind zu reanimieren.
Kommentar der Eltern - 25 Jahre später: "So schlimm sich das anhört, die Ärztin hat drei Leben zerstört - das unseres Kindes und unseres. Unser Sohn wird lebenslang auf 24-stündige Vollversorgung angewiesen sein, was ist, wenn wir nicht mehr sind?"
Fleischhauers Ansicht ist - wie zu erwarten - nicht nur in diesem Fall reaktionär-konservativ.

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isar56 23.03.2018, 11:20
223.

Zitat von DerHerrMustermann
Es tut mir leid, aber Ihr Standpunkt ist absolut zynisch. Ein Kind abzutreiben, des Kindeswohls zuliebe, ist ja wohl absolut krank. Dass sich überhaupt jemand anmaßt, darüber zu urteilen, was "lebenswertes Leben" ist, finde......
Mit Ihrer Einstellung sind Sie beim familienentlastenden Dienst herzlich willkommen, um ein schwerst behindertes Kind (das heranwächst und schwerer wird) , pflegender Eltern stundenweise zu betreuen, zu wickeln, zu duschen, Beatmungsgeräte in Stand zu halten, in den Rollstuhl zu setzen, zur Physiotherapie zu bringen, vor Wundliegen zu bewahren.....ggf den Stuhl aus dem Körper zu befördern.. und um es zu überleben, weil es auf der Strecke bleibt ohne Eltern.

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zwurgl 23.03.2018, 11:22
224. Die stärksten Meinungen oft von denen, die es nicht betrifft.

Wer äußert sich denn immer besonders knackig zu Themen wie Abtreibungen? Kommt mir das nur so vor, oder sind es insbesondere oft diejenigen, die es nicht betrifft: Katholische Kirchenmänner oder Jens Spahn werden wohl nie in der Verlegenheit kommen, zeigen zu müssen, wie sie mit der Nachricht umgehen sollen, dass ihr Kind behindert sein und für die nächsten Jahrzehnte den Alltag bestimmen würde.
Richtig: Abtreibung sollte nie was normales sein.
Aber wenn Menschen, die es nicht betrifft aus der bequemen Distanz heraus meinen, festlegen zu können, was andere zu tragen haben, dann bleibt ein unguter Beigeschmack.
Respekt vor allen Menschen, die sich für ein behindertes Kind entscheiden.
Aber Respekt auch vor der ganz privaten Entscheidung von Menschen, die das nicht tun.
Und ein wenig mehr Zurückhaltung von denen, die diese Entscheidung nichts angeht.

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g_bec 23.03.2018, 11:25
225. Vor allem.

Zitat von j_stiebel
Aus Karrieregründen einem Kind das Leben zu leben verweigern. Ich fasse es nicht. Und dann noch wegen einer Leitungsstelle bei Pr Familia. Wie widersprüchlich und wie widerwärtig ist dass denn!
Aber vor allem geht Sie das nun so gar nichts an.
Aber wer schon mit "Leben verweigern" argumentieren muss, kann sowieso nicht ernst genommen werden. Denn diese "Argumentation" ist widerwärtig! Hauptsache, die Schwangerschaft wird bis zum Ende durchgezogen. Alles danach ist dann wurscht.

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Aberlour A ' Bunadh 23.03.2018, 11:28
226. Fleischhauers holistischer Fehlschluss

"Die Gesellschaft" tut gar nichts Herr Fleischhauer. "Die Gesellschaft" setzt sich zusammen aus Individuen, die Entscheidungen treffen müssen. Jeden Tag. Und es verdammt nochmal das Recht der schwangeren Frau zu entscheiden, denn in ihrem Bauch wächst der Embryo bzw. Fötus heran, nicht im Bauch Fleischhauers und schon gar nicht im dem "der Gesellschaft". Welchen Sinn soll es machen, ein Kind, das ungewollt ist, auszugraten? Tut man dem Kind damit einen gefallen? Wahrscheinlich nicht. Fleischhauer tut so, als wenn es in Deutschland keine gesetzlichen Normierungen geben würde. Eine "Schwangerschaftskonfliktberatung" (sic!) ist zwingend.
Beratung und Schwangerschaftsabbruch dürfen nicht von ein und demselben Arzt vorgenommen werden.
Nimmt man den Tag der Befruchtung als Beginn der Schwangerschaft, darf in Deutschland maximal bis zur 14. Schwangerschaftswoche ein Schwangerschaftsabbruch erfolgen. Neurobiologische Erkenntnisse der letzten Jahre zeigen, dass bis zur 22. Schwangerschaftswoche der Fötus keinerlei schmerzempfinden hat. Keine unwichtige Feststellung in diesem Zusammenhang.

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mapcollect 23.03.2018, 11:32
227. Wenn man sich gegen ein Trisomie 21 Kind entscheidet

bedeutet dass nicht, dass man grundsätzlich behinderten Kindern das Lebensrecht abstreitet. Ein behindertes Kind kann eine Bereicherung sein. Es kann aber auch eine große seelische und finanzielle Belastung sein, an der ein intakte Familie zerbricht. Und es gibt noch deutlich schlimmere Gendefekte als Trisomie 21, bei denen man sich auch tatsächlich fragen muss, ob der schwerstbehinderte Mensch ein lebenswertes Leben führen kann. Es ist sicherlich empfehlenswert sich im Vorfeld mal eine Behinderteneinrichtung anzusehen. Das wird viele bei der Entscheidung bestärken - sowohl für, als auch gegen.

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florafauna 23.03.2018, 11:43
228. Anmerkung

Eine Anmerkung möchte ich noch machen. Menschen, die Eltern werden, gehen immer das Risiko ein, ein behindertes Kind zu bekommen. Vielleicht auch erst später, durch einen Unfall, eine Krankheit etc. Darüber sollte man sich allerdings auch immer klar sein.
Die Frage lautet also nicht, Abtreibungen erlauben oder nicht, sondern, was kann die Gesellschaft tun, um Menschen mit behinderten Kindern zu unterstützen.

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bm.jaeger 23.03.2018, 11:43
229.

Zitat von florafauna
Das liegt am biologischen Unterschied zwischen Mann und Frau. Frauen können Kinder gebären, Männer nicht. Wie man auf die absurde Idee kommen kann, dass man Frau gegen ihren Willen zum Austragen des Kindes zwingen kann, nur weil Papa es so will, wird mir ewig ein Rätsel bleiben.
Rätsel sind zum Lösen da, vielleicht versuchen Sie es mit weniger Egoismus? Der "Papa" trägt ja auch Verantwortung (oder soll tragen, in den meisten Fällen macht er es), wenn das Kind da ist. Warum soll es ihm dann verboten sein, mitzuentscheiden, ob er die Verantwortung für das Kind tragen will oder nicht? Ist das wirklich absurd? Und wenn Sie "Papa" nicht mitentscheiden lassen wollen und keine Verantwortung tragen wollen für das Kind, dann verhüten Sie halt (ob Sie oder er, ist völlig wurscht) - so viel Eigenverantwortlichkeit können Sie schon aufbringen.

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