Forum: Politik
Abwegige Brexit-Hoffnungen: Das Märchen von der britischen Einzigartigkeit
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Die britische Elite hält ihr Land für dermaßen außergewöhnlich, dass es den Rest Europas nicht braucht. So war ihre Einstellung zur EU, so kam es zum Brexit. Und so wird es zu einer Demütigung der Briten kommen.

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alfredjosef 29.04.2017, 15:10
40. offene Grenzen

Ich fange an zu überlegen, ob manche Menschen nicht glücklicher damit sind, wenn sie zwar schlechtere und teurere Waren haben, diese dafür aber mit eigener Arbeit hergestellt haben. Sicher haben die offenen Wirtschaftsräume insgesamt gewaltige Vorteile - aber für die einfachen Menschen, die Arbeiter zum Beispiel, manchmal auch gewaltige Nachteile. Zum Beispiel in Form von Arbeitslosigkeit und Unsicherheit ("Flexibilität"). Wie war das denn seit der Wende - sind die Menschen im ehemaligen Ostblock nun alle überglücklich, dass sie die blinkenden modernen Waren kaufen können (wenn überhaupt)?

Gute und billige Konsumware ist eben nicht alles - viele wollen auch Sicherheit, Zeit für Familie und Freunde. aj

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kajoter 29.04.2017, 15:13
41. @ 28

Zitat von ATLien
Genau dasselbe habe ich auch gedacht. Gerade die erfolgreiche Metropolregion Greater London hat ja mit 60% gegen den Brexit gestimmt und hier insbesondere auch die Wohnorte der Elite wie City of London, City of Westminster (mit Begravia und Mayfair) oder Kensington & Chelsea. Auch war mein Eindruck, dass sich Wirtschaftsverbaende und Unternehmensfuehrer ueberwaeeltigend gegen den Brexit ausgesprochen haben. Von kuenstlerischen und akademischen Eliten ganz zu schweigen. [.....] Die einzigen Eliten, die den Brexit unterstuetzt haben, sind der rechte Fluegel der Tories. Zudem hat auch die Labour Party nicht gerade souveraen dagegen gekaempft, wobei Labour ohnehin nichts mehr auf die Reihe zu bekommen scheint.
Eliten sind per se kein definierter Begriff. Es gibt z.B. künstlerische, finanzielle etc. Und daher führt Ihr Einwand in´s Leere. Sind Sie schon einmal länger in GB gewesen? Habe Sie sich einmal auf dem Land umgeschaut? Die wunderschönen alten Herrenhäuser, Gestüte etc. - ich denke, dass der Autor eher deren Besitzer gemeint hat. Familien, die seit Generationen ohne finanziellen Sorgen leben, deren Vorfahren einmal z.B. Gouverneure in den Kolonien waren und deren Ahnengalerie ganz unmittelbar zu ihrem Selbstverständnis gehören. Nach meiner Erfahrung können Sie viele davon nicht in eine Eliten-Schublade einordnen. Und noch etwas: Wie in allen großen Metropolen wohnen die reichen Londoner natürlich außerhalb und leisten sich in der Stadt halt eine nette Wohnung. Das sogenannte "alte" Geld finden Sie aber auf dem Land.

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Grummelchen321 29.04.2017, 15:14
42.

Zitat von twister13
Der "Gewinn" zweier Weltkriege, die Erinnerung an das British Empire und der Überlegenheitswahn der in Public Schools vermittelt wird, kreieren eine Fantasiewelt für die britischen Eliten aus der sie nun jäh gerissen werden. Die Briten glauben das wird ein Spaziergang im Hyde Park. In Wirklichkeit wird das ein Überlebenskampf wie in einer brasilianischen Favela. Aber vermutlich muss es dieses Volk eben auf die ganz harte Tour lernen. In 10 Jahren wird "britisch sein" der Ausdruck für gedemütigte und verarmte Leute sein. Und wenn sie dann tief genug gesunken sind um den Boden der Realität zu spüren werden sie die britische Überheblichkeit herunterschlucken müssen und winselnd an der Pforte der EU kratzen und um Wiedereinlass flehen. Am Ende steht die EU gestärkt da und GB wird dann ein folgsames Mitglied sein. Der Verlust an Wohlstand der damit einhergehen wird, ist aber in 20 Jahren kaum einzuholen.
Ich ahne schreckliches.Die Insel muss dann mit EU Strukturbeihilfen dann wieder aufgebaut werden,wie heute Rumänien und Bulgarien.Mal abgesehen von den ganzen Bootsflüchtlingen die bis zum Wiedereintritt über den Kanal und die Nordsee kommen werden.Nur um der Armut zu entfliehen.Was das kostet wird.Ein Loch ohne Boden.

Ist ein wenig Sarkasmus im Forum erlaubt?

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Bananenschale 29.04.2017, 15:14
43. Integration?

Zitat von janowitsch
Ich kenne Großbritannien ein klein wenig und denke auch, dass es mit dem Brexit mehr zu verlieren hat als zu gewinnen. Zurückblickend wird man den Kopf schütteln über die kleine Missstimmung, die zu einer so weitreichenden Entscheidung geführt hat. Aber Menschen denken nicht in Jahrzehnten, sondern überblicken bestenfalls einige Jahre. Jedenfalls ist Zusammenarbeit, Freundschaft und Respekt auf diesem Planeten besser als Misstrauen und Isolation.
Die Integration UKs war schon immer ein kontinentaleuropäisches Projekt - und darum den Birten zutiefst suspekt. Scheiß drauf! Warum zur Hölle hat Wellington eigentlich die Schlacht von Waterloo geschlagen? Diese olle Kamelle könnte egal sein, den Brits ist sie aber nicht egal. Sie begehrten und begehren immerzu Einfluß in Kontinentaleuropa. Den können sie, den sollen sie auch haben. Aber er hat einen Preis. Unabhängigkeit und Einfluß nämlich schließen sich z.T. einander aus. Davor schützt auch kein Empire. Napoleons Standpunkt in dieser Frage läßt sich bündig in einem einzigen Staz zusammfassen: "Lernt das endlich!"

Also allen Unkenrufen zum Trotz: Kontinentaleuropa brauch UK mehr als UK Kontinentaleuropa. Darum bewerben "wir" EU uns also um die Mitgliedschaft UKs in der EU. Kurz: Make it new! ...

Was mich ärgert, ist, daß die Briten mit ihrer Kritik an der EU wenigstens z.T. Recht haben, aber deren Standpunkt ob dieses geopolitschen Aspekts einfach vom Tisch geschoben wurde. Hier waren und sind die nationalen Regierungen und Parlamente in der Verantwortung und weniger die EU-Institutionen. Die sind dafür qua Verträge und Rechtssetzung gar nicht aufgestellt. Und: Es könnte sehr wohl sein, daß die Briten Recht haben bezogen auf ihre eigenen Interessen. Es liegt NUR an uns zu beweisen, daß die sich irren ( könnten ). Was sein wird, was sein kann, entscheidet sich darum erst im Anschluß an den BrExit. Jede Verhandlungsstrategie muß das tunlichst beachten.

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view3000 29.04.2017, 15:17
44. Abwarten bis zum 8.6.2017 und Tee trinken

Wie man liest sind bei den aktuellen Umfragen die Brexit-Gegner auf dem Vormarsch. Mal abwarten was bei den Parlamentswahlen am 8.6.2017 passieren wird, wenn die dem Referendum ferngebliebenen jungen Menschen sowie die, die den Ernst der Lage zwischenzeitlich erkannt haben zur Wahlurne gehen. Ob es wirklich zum Brexit kommt oder ob die Tories und Frau May eine große Wahlniederlage kassieren werden, wird sich zeigen. Ich würde auf jeden Fall noch nicht so tun als wäre das alles schon besiegelt.

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qwertreiber 29.04.2017, 15:17
45. Export, Import, Unimportant

So gut ich den fachlichen Hintergrund des Artikelautors bewerte, finde ich, dass neben der Fakten- die Emotionsebene stark vernachlässigt wird. An sich ist Großbritannien (UK) in der Bedeutungslosigkeit ("Unimportance") verschwunden. An sich müsste man die Rolle Großbritanniens in der Welt, z.B. fester Sitz im UN-Rat, deutlich überdenken. Dass die Fakten in UK bei der Brexit-Entscheidung keine Rolle gespielt haben, ist inzwischen wohl fast allen klar. Die Emotionslage, nämlich global unbedeutend geworden zu sein und in den englischen Kleinstädten auch von der eigenen Regierung vergessen worden zu sein, spielte wohl eine ebenso große Rolle wie der Nachrichten-Bildungsstand in UK, zu dem die Boulevadpresse mit regelmäßigem EU-Bashing noch mehr beiträgt als hier in Deutschland. So wird für die Briten, so lange es sie noch gibt, wohl aus "EU" wohl "Ex", aber Nordirland, Schottland und vielleicht sogar Wales werden sich kein "X" für ein "U" vormachen lassen, so dass sie das "U" in "EU" wohl dem in "UK" vorziehen. Dann gute nach "Kingdom" England.

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Zehetmaieropfer 29.04.2017, 15:17
46. Selbstgefälligkeit der Elite

Seit der Kanzlerschaft von Gerhard Schröder leiden wir hier in Deutschland unter einer immer mehr abgehobenen und selbstgefälligen Elite. Dieser Bericht zeigt am Beispiel von England sehr gut auf wie schädlich selbstgefällige Eliten sind.

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Berg 29.04.2017, 15:17
47.

Wer auf der Straße immer noch links fährt, ist zwar nicht ganz einzigartig, aber absichtlich gegensätzlich zum großen Rest Europas, und zwar auf einem ganz nichtsnutzigen Gebiet, wo man sich ohne weiteres längst hätte anpassen können und nicht zweierlei Autos hätte erzwingen müssen.

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mendikant 29.04.2017, 15:18
48. Rein Raus

In 20 Jahren wieder Beitrittsverhandlungen und in 50 dann wieder raus. 1x rein und 1x raus,
danach schließt der Pförtner die Tür hinter einem ab,
Ende im Gelände,
Klappe zu Affe tot,
Aus die Maus,
Thema durch und damit hat es sich.

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Moewi 29.04.2017, 15:18
49.

Zitat von LJA
Während sich Deutsche, Franzosen, Italiener etc. damit abmühen müssen einigermaßen Englisch zu lernen, damit sie sich in der internationalen Geschäftswelt nicht allzu sehr blamieren, können sich die Briten als englische Muttersprachler bereits auf andere Dinge konzentrieren.
Anscheinend waren die Herrschaften auf völlig falsche Dinge konzentriert, als grosse Teile der britischen Industrie in die Hände von ausländischen Konzernen gewechselt haben. Die Blamage scheint nicht ganz auf Seiten der Fords, VWs, TATAs und BMWs gelegen zu haben. Zitat von LJA
Wohin schaut man gedanklich in Australien, Kanada, Neuseeland, Hong Kong etc. wenn man an Europa denkt ? Nach Brüssel, Paris oder Berlin ? Wohl kaum. (Worauf kann Frankreich da bauen - Togo, Algerien, Elfenbeinküste und Haiti - na toll !)
Man wird auch weiterhin vermutlich in den Gedanken nicht sehr in Brüssel, Berlin oder Paris hängen - in den Wirtschaftszahlen jedoch sehr wohl. Grossbritannien wird für die angelsächsische Welt nicht länger den Türöffner innerhalb des EU-Blocks spielen können. Diese Zeiten sind vorbei, und man wird sehr genau beobachten wie sich die Handelspartner orientieren, wie sie ihre Prioritäten setzen. 60 Mio / 450Mio. Zitat von LJA
Im übrigen muß man sich nur man das obige Bild von Liverpool anschauen und es mit der Skyline (haha) von z.B. Hannover vergleichen. Das sagt alles.
Und was sagt das genau?

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