Forum: Politik
Achmetow gegen Separatisten: Der Oligarch schlägt zurück
AFP

Der ungekrönte König des Donbass greift ein: Oligarch Rinat Achmetow, 12 Milliarden Dollar schwer, hat den Separatisten nach langem Zögern den Krieg erklärt.

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cyko 21.05.2014, 08:33
160.

Rinat Achmetow erklärt nicht den Separatisten den Krieg, sondern endet diesen in ihrem Sinne. Mit diesem Zug werden sämtliche realistischen (und legitimen!) Anliegen der Ostukraine mittelfristig erfüllt, die Machtposition im Osten durch die Partei der Regionen besetzt, die Putschisten in Kiew in ein Machtgefüge eingewoben welches, im Ergebnis, zur selben außenpolitischen Orientierung führen muss welche die Ukraine eh schon immer hatte.
Den Schaden, abgesehen vom Blutzoll, hat vor allem die EU, die sich allzu leicht zum Büttel der NATO hat machen lassen, und die nun ernsthaft ihre politische Identität definieren muss, wenn sie die Überzeugungskraft der europäischen Idee nicht verlieren will.

Noch etwas anderes: Könnte der SPIEGEL vielleicht den Gebrauch von Schmähbegriffen reduzieren? Das wird allmählich eklatant und stört den Eindruck des journalistischen Produkts. Ich mag gar nicht aufzählen wie viele angeblich "selbsternannte" Kommandeure, Publizisten, Philosophen sich mittlerweile über die Jahre in Berichten des SPIEGEL angesammelt haben.
Mir ist das politische Weltbild von mittelschichtschauvinistischen Journalisten herzlich egal, ich bin für die Artikel hier. Und Wörter/Zeilenschinden geht sicher auch eleganter.

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zaartalzheim 21.05.2014, 08:41
161.

Zitat von Rezet
12 Milliarden im ärmsten Land Europas, na das hat er sich hoffentlich mit ehrlicher Arbeit aufrichtig verdient. Wo besteht eigentlich der Unterschied zwischen den Guten und den schlechten Oligarchen? Ist das nur weil der eine (wie damals Chordorkowski) dem Westen zugewand ist, während die anderen eher Russlan zugeneigt sind? Oder sind nur die russlandfreundliche Oligarchen in Mafiöse strukturen eingebunden, während die westlich orientierten Oligarchen sich strickt an Moral und Gesetze halten? Ist nur etwas schwer hier noch durchzublicken, mal benutzt man Oligarch fast als Schimpfwort, dann wieder fast triumphierend weil eine solche Person der eigenen Sache zugeneigt ist. Diese Frage ist ernst gemeint, hoffe wirklich darauf mal eine Antwort zu erhalten.
Diese Frage hast Du Dir schon selbst beantwortet. Ob nun Oligarch oder nicht, es wird derjenige als "gut" bezeichnet, der dem Westen zugewandt ist. Der Andere muss per se also böse sein.
Präsident Janukowitsch z.B. war sehr lange der Gute, weil er dem Westen zugewandt war. Von dem Zeitpunkt an, als er sich gen Osten wandt, war er plötzlich der "Böse", der vertrieben werden musste.
Bürger, die jetzt in der Ostukraine für Ihre Unabhängigkeit kämpfen und politisch eher dem Kreml nahestehen, sind plötzlich Terroristen. Wenn sogenannte "Übergangsregierungen" wie in Kiew dem Westen zugewandt sind, dürfen sie auch diese Bürger, die für Ihre eigene Unabhängigkeit geradestehen, in Gebäuden zusammenpferchen und am lebendigen Leibe verbrennen.
Das nennt man dann Demokratie.

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hhismanic 21.05.2014, 09:01
162. Feudale Strukturen

Zitat von sysop
Viel spricht indes dafür, dass die Kehrtwende des Milliardärs sehr kühl kalkuliert ist …
Präzise spricht alles dafür, und „alles“ bedeutet in diesem Zusammenhang Geld und Macht . Achmetow hat Geld, nun will er die Macht. Beides Bausteine feudaler Strukturen. Am Ende wird er Janukowitsch beerben.

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sardur 21.05.2014, 09:01
163. Nur mal so

Wie groß wäre das Geschrei gewesen, wenn sich die Janukowitsch-Regierung eines ähnlichen Wortschatzes bedient hätte wie diese angeblich demokratische Regierung in Kiew (Bsp. "terroristischer Abschaum"). Das geht die ganze Zeit schon so und keinen im Westen regt's auf.

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curti 21.05.2014, 09:09
164. Auch eine.....

Zitat von sysop
Der ungekrönte König des Donbass greift ein: Oligarch Rinat Achmetow, 12 Milliarden Dollar schwer, hat den Separatisten nach langem Zögern den Krieg erklärt.
....Form von "Demokratie" - jeden Tag nach Schichtende sollen "seine" Arbeiter Flagge zeigen. Das alle im Abhängigkeitsverhältnis stehen, für dessen Schwere er das Volk entsprechend kriminell erleichtert hat, ist eine Seite der "Medaille. Die andere zeigt deutlich was passiert, wenn einer nicht mitmacht. Dazu natürlich kein Wort vom Meister des lückenhaften Kampagnen-Journalismus namens Bidder. Setzen - 6

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rr1805 21.05.2014, 09:23
165.

Zitat von junkyxl
1000 Mann und die Ukrainische Armee kann nichts ausrichten aber ein Oligarch schon. Wie soll das alles zusammenpassen ?
Die Welt ist eben selbst für manchen Akademiker noch zu schwierig zu verstehen. Mit traditionellen Schablonen und hausbackenen Vorurteilen wird das nichts. Nicht jede Gesellschaft ist so homogen, oder so einfältig, wie die deutsche. Viele Menschen außerhalb haben noch andere Bedürfnisse und Sorgen als die billigste Urlaubsreise zu suchen.

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dherr 21.05.2014, 09:26
166.

Zitat von Nadgeneral
Das ist das, was ich bei den meisten Kommentaren hier vor Augen habe. Menschen die gemütlich mit ihrem Bier auf der Couch lümmeln, eine Hand in der Hose und nur geistigen Dünnpfiff von sich geben. Von nix, was dieses Thema betrifft, ne wirkliche Ahnung haben. Aber sich hauptsächlich der Infos der Mainstreammedien bedienen. Obwohl man ja der vermeintlichen westlichen Lügenpresse immer vorwirft nicht die Wahrheit zu sagen.
gehen sie davon aus, dass nur Herren hier mitmischen? :))

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freespeech1 21.05.2014, 09:29
167.

Unsere Politiker sollten aufhören, die Nähe von Oligarchen zu suchen, die kaum durch Ehrlichkeit und koschere Geschäfte in der ärmsten Region Europas so reich geworden sind. Bei allem Verständnis für den Pragmatismus von Steinmeier, aber es gibt auch so etwas wie politische Hygiene. Muss man sich mit jedem an einen Tisch setzen?

Der reichste Mann der Ukraine dürfte genug Geld haben, um lebensnotwendige Medikamente zu beschaffen. Er wird vermutlich auch Geld haben, um gegebenenfalls Söldner zu bezahlen, die seine Interessen in diesem kaputten Land durchsetzen.

Die Oligarchen sollten mal die Gasrechnung der Ukraine bezahlen, warum es die deutschen Steuerzahler müssen, ist nicht zu vermitteln.

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pdp 21.05.2014, 09:29
168.

Er rettet einfach seine Unternehmen. Beamte und Politiker hat er bestochen und seine Mitarbeiter MÜSSEN demonstrieren!

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raro 21.05.2014, 09:54
169. genau

Zitat von Newspeak
Wenn die Arbeiter Verstand besäßen, würden sie sich als allererstes ihren Anteil an den Milliarden ihres Chefs zurückholen. Ob man irgendwann noch mal einsehen wird, daß Geld Macht bedeutet und jede Form von Macht in einer Demokratie beschränkt werden muß? Es darf schlichtweg keine Milliardäre geben, nirgends, unter keinen Umständen und egal mit welcher Begründung.
und deswegen brauchen wir neue regulativien die die Macht von einzelnen beschränken.
Demokratisch legitimierte Kontrollinstanzen, die zur umverteilung von oben nach unten führen.

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