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Adoptionsrecht: Merkel will Homo-Ehe erst nach Urteil gleichstellen
DPA

Die CDU will sich vom Bundesverfassungsgericht zur völligen Gleichstellung homosexueller Paare beim Adoptionsrecht zwingen lassen. Von sich aus werde die Partei Schwulen und Lesben das Recht nicht gewähren, sagte Kanzlerin Merkel. Damit wolle sie Homosexuelle aber nicht diskriminieren.

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noalk 11.09.2013, 17:57
1. Verständlich

Angesichts des Widerstands in der CDU gegen die Gleichstellung bleibt ihr nicht sanderes übrig, als das Urteil abzuwarten. Ein Pro-Urteil ist das einzige Werkzeug, mit denen man den Widerspenstigen in der CDU ihre Flausen austreiben kann.

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7eggert 11.09.2013, 18:27
2.

Wer gleiche Pflichten hat, muß auch gleiche Rechte haben. Alles andere ist unwürdig.

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Logik78 11.09.2013, 18:59
3. Frau Merkel sollte Urteile lesen!

Ehe und Familie sind im Grundgesetz nicht definiert. Das Bundesverfassungsgericht hat jedoch klar gemacht, dass es entscheidend ist, was die Gesellschaft als Ehe und Familie ansieht. Wie die Gesellschaft das sieht, kann man an sämtlichen diesbezüglichen repräsentativen Umfragen der letzten Jahre ablesen. Daher hat das BVerfG auch festgestellt, dass gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern als Familie unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes stehen. Aus der Feststellung des Bundesverfassungsgerichts ist auch zu schließen, dass zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare keine Grundgesetz- sondern nur eine Änderung des BGB erforderlich ist.

Von einer Kanzlerin ist zu erwarten, dass sie sich hier besser von Fachleuten beraten lässt. Die Regierung ist ja nicht kleinlich, wenn es um das Bezahlen von Beratern geht. Für obige Analyse müsste aber der Verstand einer Physikerin auch ausreichen. Aber Vernunft ist ja hier gar nicht angebracht, da es nicht um die Sache, sondern um die Stimmen der vorurteilsbelasteten konservativen Stammwähler geht. Das ist bedauerlich.

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tamgarun 11.09.2013, 19:04
4.

Eine Bundeskanzlerin tut sich schwer damit, einer Bevölkerungsgruppe die ihr zustehenden Rechte zu gewähren.

Nicht zum ersten Mal in der Regierungszeit dieser Koalition stellt man sich gegen geltendes Gesetz und wartet ab, bis man gezwungen wird, Recht zu geben.

Das hat schon was....

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simonleipzig 11.09.2013, 19:16
5. Bauchgefühl der Kanzlerin

Zitat von noalk
Angesichts des Widerstands in der CDU gegen die Gleichstellung bleibt ihr nicht sanderes übrig, als das Urteil abzuwarten. Ein Pro-Urteil ist das einzige Werkzeug, mit denen man den Widerspenstigen in der CDU ihre Flausen austreiben kann.
Völlig falsch. Die Kanzlerin muss überhaupt nicht das Urteil des Bundesverfassungsgericht abwarten. Sie könnte vielmehr zeigen, dass sie wirklich niemanden diskriminieren will und sich für eine Adoptionslösung nach der Wahl einsetzen. Eine Regierungschefin sollte selbst Politik machen und nicht von Karlsruhe dazu getrieben werden. Doch das wäre eine völlig neue Angela Merkel. Sie wartet wie immer ab und will nichts unternehmen, was sie Stimmen bei der Wahl kosten könnte. Wäre es nicht an der Zeit sich endlich gegen die rückständigen Stimmen der Widerspenstigen in der CDU durchzusetzen?

Müsste sie nicht der übergroßen Mehrheit wissenschaftlicher Untersuchen nachgeben, nach denen das Kindeswohl bei Schwulen und Lesben keineswegs gefährdet ist?

Sollte man Politik machen aufgrund eines unbestimmten Bauchgefühls?

Wäre es nicht vielmehr Pflicht der Kanzlerin nach dem Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes zu entscheiden?

Sollte sich die Kanzlerin nicht für die Förderung von Familien einsetzen, zu denen ohne Zweifel auch Schwule und Lesben mit Kindern gehören?

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elfenlied 11.09.2013, 19:18
6. Warum...

...muss eigentlich nur das Bundesverfassungsgericht eigentlich das Grundgesetz achten. Wenn Frau Merkel jetzt schon weiß, dass das BVerfG das Nein zum Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare sowieso kippen wird, dann könnte man doch mal in sich gehen und Überlegen, ob man die verfassungswidrigkeit, die man ja selbst erennt, nicht doch irgendwie in einen Handlungsauftrag ummünzt. Aber bloß nicht die christlichen Stammtischwähler verärgern...

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realist-1942 11.09.2013, 19:24
7. Alternativlos?

Schon wieder? Scheint nun tatsächlich so zu sein. Eine richterliche Entscheidung in der Schwebe, wer will dem Urteil vorgreifen? Die Frage ist allerdings, ob das Kindeswohl im Mittelpunkt steht, oder der Erfüllungswunsch des gleichgeschlechtlichen Paares.
Wie man erkennen will welchen Einflüssen kleine Menschen in ihrer Prägungsphase ausgesetzt sind und was sich daraus später ergibt, bleibt in weiten Teilen ein Rätsel. Es ist anmaßend zu behaupten, dass die Lebensumstände und die daraus resultierende Prägung dem Adoptionskind nichts ausmachen würde.
Es gibt nicht das Adoptionskind aus der Retorte. Kinder sind Individuen mit unterschiedlichster Sensibilität. Wenn zwei gleichgeschlechtliche Menschen sich das JA-Wort geben, kann es nicht automatisch zum Recht führen einen kleinen Menschen in dieser Beziehung prägen zu dürfen. Es fühlt sich ein klein Wenig an wie Ausleben auf Kosten von Kindern. Wir sollten erst einmal unser verstaubtes Adoptionsrecht reformieren, um Adoptionstourismus in entfernte Länder zu verhindern. Wir machen uns der Förderung des Menschenhandels, der Leihmütterförderung und vieler schlimmer Kinderschicksale schuldig. Das Recht zur Selbstverwirklichung darf nicht immer an erster Stelle stehen.

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spon-facebook-10000297630 11.09.2013, 19:25
8. Keine Verscheuchung des konservativen Flügels

Der Merkel ist es doch letztlich völlig egal, ob heterosexuelle Paare, homosexuelle Paare oder eine Waschbärenfamilie ein Kind adoptieren können. Es geht ihr um den Machterhalt, nichts anderes. Wie viele erzkonservative Ansichten hat sie in dieser Legislaturperiode mit einem Handstreich weggewischt? Wenn sie jetzt noch sagen würde, sie werde alles daran setzen, das gleichgeschlechtliche Ehepaare das volle Adoptionsrecht bekämen, wäre eine der letzten tragenden Säulen der CDU weg und das Gebäude würde einstürzen. Und das weiß Merkel. Ebenso weiß Merkel mit ziemlicher Sicherheit, dass das Bundesverfassungsgericht früher oder später homosexuellen Paaren das volle Adoptionsrecht rechtlich verbriefen wird. Und dann kann sie halt zu ihren Ewiggestrigen sagen "Tja, wir müssen das jetzt machen. Hat das Bundesverfassungsgericht gesagt." Aber es soll doch bitte keiner glauben, dass sie dann auch nur eine schlaflose Nacht hat, weil sie den Untergang der traditionellen Familie aus konservativer befürchtet.

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jan. 11.09.2013, 19:29
9. Widerspenstig? Flausen? lieber #1 ?

Hier vertritt die CDU eine Ansicht und derzeit immerhin 41% der Bürger stören sich entweder nicht an dieser Ansicht, begrüßen sie oder tolerieren die Ablehnung zumindest. Das mag für Sie schlimm sein, für mich ist es eine Einstellung, die man toleriern muss. Es ist nicht alles schlimm, was nicht Ihrer Meinung oder gar der der SPD/Grüne/FDP entspricht. Wenn die CDU lieber die Ehe mit Aussicht auf Nachwuchs für den Fortbestand unseres Volkes fördern möchte dann soll sie das tun. Ich begrüße das. Es geht doch nur um Anreize zur Heirat von Heteros (Ehegattensplitting zB), nicht um die Ablehnung von Homos. Konservativ ist nunmal konservativ ist nunmal Deutschland. Nicht so in Berlin oder manch anderen Großstädten, ich weiß. Aber das macht nichts. Bis ein Urteil kommt, toleriere ich diese Einstellung ebenfalls gerne.

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