Forum: Politik
Ägyptisches Gericht spricht Ex-Präsident Mubarak frei

Es ging um Bestechung und die Verantwortung für Hunderte Tote bei Demonstrationen in Ägypten: Ein Gericht in Kairo hat den früheren Machthaber Husni Mubarak freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert.

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Schraube 29.11.2014, 11:00
1. Wer noch einen Nachweis brauchte, dass die Militärregierung in Ägypten nie weg war...

...hier ist er.

Auch als Mursi ein paar Monate das Gesicht der Regierung sein durfte, hielt weiterhin das Militär die Fäden in der Hand.

Drum hatte Mursi auch so wenig Fortune und suchte sein Heil in der Islamisierung. Wer noch mal behauptet, dass den USA an Demokratisierung der arabischen Welt gelegen wäre, der glaubt gerne an Märchen.

Einzig Tunesien, wo sich Amerika weitgehend raus hält, hat eine gewisse Chance auf Neuzeit.

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newsoholic 29.11.2014, 11:00
2. oh Wunder

ist doch kaum verwunderlich, sind es doch Mumaraks Schergen die nun wieder das Sagen haben. Und der Westen unterstützt dieses Regime auch noch, die USA sogar mit Militärhilfe in Milliardenhöhe

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Pandora0611 29.11.2014, 11:06
3. Freispruch für Diktator Mubarak

Zitat von
Es ging um Bestechung und die Verantwortung für Hunderte Tote bei Demonstrationen in Ägypten: Ein Gericht in Kairo hat den früheren Machthaber Husni Mubarak freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert.
Er war doch ein "lupenreiner Demokrat"!
Gut, bei den Demonstrationen wurden hunderte von Terroristen getötet, aber das ist normal.
Auch Korruption ist in Ägypten normal.
Und sein Clan ist nun einmal mächtig und dominiert Ägypten. Deshalb gab es auch viel Jubel bei der Bekanntgabe des Urteils.

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Palmstroem 29.11.2014, 11:40
4. Zurück in die Zukunft?

"60 Jahre lang haben die Vereinigten Staaten in dieser Region Stabilität auf Kosten der Demokratie verfolgt - und weder das eine noch das andere erreicht. Jetzt schlagen wir einen anderen Kurs ein. Wir unterstützen die demokratischen Bestrebungen aller Völker." (Condolica Rice in Kairo 2005)
Es hat keine 6 Jahre unter Obama gebraucht, um zur alten US-Politik der Stabilität auf Kosten der Demokratie zurückzukehren. Und vermutlich wird sich Obama auch noch mit Assad versöhnen.

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realist4791 29.11.2014, 11:45
5. Es ist traurig,

aber in einigen Regionen/Ländern ist die Entwicklung einfach noch nicht weit genug für eine demokratische Regierungsform und ein (gemäßigter) Diktator das beste für den Großteil der Bevölkerung.

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MarkusRiedhaus 29.11.2014, 11:53
6. Ägypten wird massiv von den Golfstaaten finanziert...

weil die Muslimbrüder den Wahabiten den Kampf ansagten und mit der Türkei verbündet sind.
Wer glaubt dies sei alles US-finanziert lebt in einer Traumwelt fernab regionaler Interessenspolitik im Raum Sinai.

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ratte321 29.11.2014, 12:07
7.

Es gibt Gesellschaften die nicht bereit sind für eine Demokratie nach westlichem Vorbild. Das sollten die überheblichen Leute hier auch mal verstehen. Seit der Aufklärung, Reformation, Revolution in Europa sind auch 200 Jahre bis zur Demokratie vergangen. Die aktuelle Regierung in Ägypten ist das beste "übel" für alle!

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ornitologe 29.11.2014, 12:09
8. Irgendwie

will im Westen niemand erkennen, daß Demokratie nicht die Gesellschaftsform ist, mit der man in allen Teilen der Welt Erfolg haben kann. Die Demokratie heutiger Prägung scheint absolut nicht das zu sein, was bestimmte Regionen regierbar macht. Vielleicht sollten man die Verbindung von Demokratie mit dem Sendungsbewusstsein abendländischer Kreuzritter nachhaltig überdenken. Unser Demokratieverständnis scheint kein universelles Modell für den Rest Welt zu sein.

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baq 29.11.2014, 13:18
9. Demokratie

Zu sagen, dass die Diktatur das beste für die Menschen sei, ist grenzenloser Zynismus oder Ignoranz. Es verkennt, dass von einem solchen System wenige profitieren auf Kosten der Mehrheit. Es verkennt auch die politische und wirtschaftliche Unterdrückung, die notwendig ist, um eine Diktatur zu erhalten. Schließlich verkennt es auch die vielen Menschen, die trotz Lebensgefahr gegen die Diktatur schreiben und bereit sind auf die Straße zu gehen. Die USA und der "Westen" haben damit wenig zu tun... im Gegenteil: durch ihre Hilfe werden korrupte und gewalttätige Regime oftmals stabilisiert - ob bewusst aus geopolitischen Gründen oder unbewusst aus falsch verstandener Entwicklungshilfe.

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