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Ärger um Afrikabeauftragten der Bundesregierung: Von Despoten lernen
imago/ photothek

Der Afrikabeauftragte der Bundesregierung Günter Nooke hat einer Afrikanistin, die ihn kritisierte, mit dem Verlust ihrer Stelle gedroht. Nun werfen ihm Forscher vor, er wolle Kritiker mundtot machen.

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hellas16 27.02.2019, 17:30
10. Wie im richtigen Leben!

Die Qualifikation von Herrn Nooke für diesen Job ist sicherlich sein Parteibuch. Geschenkt! Aber warum sollte es im Wissenschaftsbetrieb der Damen und Herren Professoren anders als in der freien Wirtschaft zugehen? Wer seinen Chef öffentlich kritisiert, ist eben nicht haltbar. Das ist in keiner Firma anders.

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darthmax 27.02.2019, 17:30
11. Afrikabeauftragter

Diese Beauftragten sind immer ein Armutszeugnis, wir haben genug Beamte im auswärtigen Amt iund Botschafter in Afrika. Dann aber zu den Professuren:
Afrika ist ein Erdteil mit sehr unterschiedlichen Staaten und Kulturen. Wie Europa. Wie Asien, Wie Amerika.
Ich stelle mir gerade vor in einem Afrikanischen Staat gäbe es einen Europäismus Professor. und in den Regierungen Asien Beauftragte.
Können wir nicht einfach zur Realität zurückkommen und den ganzen Quatsch vergessen den hier Professoren und Beauftragte sich gegenseitig unterstellen.
Es gibt diverse Staaten in Afrika, einige mit Geschichte in unserem Sinne, einige ohne, einige haben Sklaverei betrieben , einige nicht, Einige sind christlich , andere moslemisch einige animistisch.
Was geht uns das an. Wir sollten wie die Chinesen agieren und ohne Überheblichkeit auf gleicher Höhe verhandeln und Verträge abschliessenund die Geschichte mal ruhen lassen.
Bis lang hat unsere ..Entwicklungshilfe´´ nur zu Verzerrungen geführt ohne Erfolge.

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Thilo Lambracht 27.02.2019, 17:36
12. Forscher vs. Politiker

In der TAZ ist ein entsprechender Artikel bereits vor zwei Wochen erschienen. Nun zieht also SPON nach. Man fragt sich allerdings warum? Zudem er in der Detaillierung gegenüber der TAZ auch noch verkürzt ist. Ein sogenannter Fachverband Afrikanistik, der im Prinzip ein Lobbyverein von Afrikanistik- und/oder Kolonialismusforschern ist, wirft dem Politiker Nooke vor, eine abweichende Meinung zu vertreten und veröffentlicht dazu einen Offenen Brief. Das ist starker Tobak. Nun erhält die Sprecherin dieses Lobbyvereins in offensichtlich süffisanter Form das Schreiben diskret zurück. Dem Leser ist der Wortlaut der 13 Seiten leider nicht bekannt, kann also den Tenor auch nicht beurteilen. Warum sich also aufregen wie das Häuflein Kolonialismusforscher? Wenn SPON es schafft, beide Seiten objektiv darzustellen, dann bilde ich mir gerne eine umfassendere Meinung. Bis dahin ist es ein klassischer Streit um Aufmerksamkeit. Im Prinzip lächerlich.

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ditta 27.02.2019, 17:51
13. "Reine Vernunft"

im Kantschen Sinne spielt wohl bei keiner der beiden Kontrahenten-Seiten eine Rolle. Wissenschaftler aus Nicht-MINT-Fächern, sind, wie Politiker, auch nicht frei von emotionaler und /oder eigennütziger Diktion, der leider häufig die Rationalität hinterherhinkt, egal, womit sie nun ihre Meriten verdienten.
Die Praktiker der Entwicklungspolitik mögen da eher Herrn Nooke zuneigen, denn Afrika tut sich immer noch schwer mit der Moderne und zumal der Demokratie, wie man als aufmerksamer Reisender und Beobachter unschwer erkennen kann, auch wenn Hochhäuser, Telekommunikationstürme und schick gekleidete und behauste junge städtische Eliten etwas anderes zu vermitteln scheinen.
Die Afrikanisten tun sich, wer möge es ihnen verargen, mit der Wahrnehmung der Realität und ihren Erklärungen schwer; nicht zuletzt legt ihnen die Political Correctness Zügel an, und diese verführt zu Rechthaberei und pseudowissenschaftlichem Blindflug.
Die Frage ist nur: wer nützt Afrika mehr? Der Überbringer der schlechten Nachrichten mit Impulsen für eine wirkliche erkenntnisgestützte Zusammenarbeit oder der eifersüchtige Hüter "seiner" ausgewählten, aber schrumpfenden Sprechergruppe in der Region XYZ, deren Wortschatz und Strukturen er nun einmal zum Brotwerb untersucht hat, aber eben auch über seinen Tellerrand nicht hinaussehen kann.
Im Übrigen hat sich Marx, heutzutage wieder "in", mit den Wirkungen des Kolonialismus erhellend auseinandergesetzt. Herrn Nooke würde die Lektüre vermutlich freuen.
Vielleicht hatte das

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GlobalerOptimist 27.02.2019, 18:04
14. Dass SPON seine

Leser nun auch über solchen Quatsch informiert, zeigt, dass auch am Spiegel die Zeit nicht vorbeigeht. Framing von früh bis abend.

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demokrat2 27.02.2019, 18:20
15. Typische CDU-Arroganz.

Das scheint ein Mittel zu sein, das die CDU/CSU öfters anwenden, wenn es zu unterschiedlichen Bewertungen über das Verhalten einer "Untergebenen" kommt. Da lassen die "Alphatiere" schon mal die Sau raus. Und diese Typen vertreten im Ausland unser Land? Aushängeschilder sind es es bestimmt nicht. Was sagt Merkel dazu?

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sven2016 27.02.2019, 18:23
16. Braucht es wirklich solche Typen

und ihre willigen Helfer in wichtigen Aufgaben der Bundesregierung.

Wenn er so mit Kritik und Kritikern umgeht, wird er im Kontakt mit Gesprächspartnern in Afrika auch nicht gerade ein geeigneter Vertreter sein.

Wieso sind jede Menge dieser Schrottpolitiker in Führungspositionen?

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totalausfall 27.02.2019, 18:32
17. Hab Herr Nooke

immer als unaufgeregt und in der Sache richtig liegend wahrgenommen!

Und um das mal klar zu stellen, weil hier so auf den Berufen rumgeritten wird in dem Artikel:

Matthias Theodor Vogt mehrfach als "Theaterwissenschaftler" abzuwatschen, während auf der anderen Seite von der Professorenschaft der Afrikanisten gesprochen wird, ist ziemlich dreist!

Die erwähnte Damen sind Sprachwissenschaftler, die sich mit irgendwelchen Dialekten in Zimbuktu beschäftigt haben.
Herr Vogt , der "Theaterwissenschaftler", forscht seit 30 Jahren zu Demokratisierung und praktischen Kulturfragen.

Die beiden Herren haben sich nur dagegen gewehrt, dass da unterm Deckmantel der Wissenschaft Sprachverbote durchgesetzt werden!

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LeBigMacke 27.02.2019, 18:39
18.

Anhand der Einschüchterungsversuche lässt sich schon vermuten, dass die Dame und ihre Kollegen, nicht etwa Herr Nooke, im Recht sind. Wären die Streitpunkte debattierbar, müsste letzterer sich kaum auf dieses Niveau begeben.

Aber als Tipp für's nächste mal - ohne Kontext sind die Aussagen Herrn Nooke's kaum zu beurteilen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass er als Afrika-Beauftragter ungeeignet ist. Aber abgesehen von seinem Umgang mit Kritik offenbart der Artikel leider nichts.

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simon.gunkel.5 27.02.2019, 18:39
19. Chef?

Zitat von hellas16
Die Qualifikation von Herrn Nooke für diesen Job ist sicherlich sein Parteibuch. Geschenkt! Aber warum sollte es im Wissenschaftsbetrieb der Damen und Herren Professoren anders als in der freien Wirtschaft zugehen? Wer seinen Chef öffentlich kritisiert, ist eben nicht haltbar. Das ist in keiner Firma anders.
Kramer ist Juniorproffesorin an der Universität Hamburg und wird durch die DfG gefördert. Ob sie eine ordentliche Professur bekommt entscheiden die Gremien der Universität (Institut, Fachgruppe, Dekanat und Rektorat sind da in der Regel zuständig) und über die nächste DfG-Förderung entscheidet die DfG. Sie ist damit aktuell Landesangestellte des Landes Hamburg und würde, wenn sie eine ordentliche Professur erhielte Landesbeamte. Dienstherr ist damit das Land, nicht der Bund und Personalentscheidungen obliegen sogar direkt der Universität.
In der Hierarchie von Personen, die irgendeinen Einfluss auf die Karriere von Prof. Dr. Kramer haben sollten kommt Nooke schlicht nicht vor. Deshalb gibt es hier nur zwei Möglichkeiten: Entweder Nooke hat tatsächlich irgendwelche Möglichkeiten die Entscheidungen der Universität Hamburg und/oder der DfG zu beeinflussen. Das wäre ein handfester Skandal, weil beides der gesetzlichen Ordnung, in welche diese Institutionen eingebunden sind, widerspräche. Oder er hat diese Einflussmöglichkeiten nicht und plustert sich nur gewaltig auf. Dann wäre er eben sowenig tragbar, denn jemand der Deutschland auch auf diplomatischer Ebene vertritt sollte in der Lage sein ohne Drohungen auszukommen.

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