Forum: Politik
AfD-Führung: Restaurant will Gauland und Weidel nicht bewirten
imago/ photothek

Politiker und Prominente gehen gern zum Berliner Edel-Italiener "Bocca di Bacco". Die AfD-Führung allerdings musste nun draußen bleiben: Gauland und Co. bekamen keinen Tisch - aus politischen Gründen.

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MichaelundNilma 07.05.2019, 15:09
70. Moral first, Verfassung second

Zunächst, der Wirt übt in seiner Gaststätte das Hausrecht aus, was bedeutet, daß er den Gästen den Zutritt verwehren kann und diese auch auffordern kann zu gehen, wenn diese beispielsweise zu betrunken sind und sich danebenbenehmen, so daß sie andere Gäste durch ihr Verhalten belästigen. Ebenso kann er ein Hausverbot aussprechen. Dies ist jedoch dann ausgeschlossen, wenn es alleinig dafür bestimmt ist den anderen zu diskriminieren, was nämlich im Sinne des grundrechtlich gesicherten Diskriminierungsverbots verboten ist (Quelle: Fragen sie einen Anwalt). Gauland und Weidel kommen als Gäste und nicht zu einer politischen Veranstaltung. Auch in einer Gastwirtschaft sollte es möglich sein, eine eigene politische Meinung zu haben, so lange man andere Gäste nicht belästigt. Bei NPD und LINKEN Politikern waren Gastwirte bisher jedenfalls nicht gegen einen Gaststättenbesuch, obwohl auch diese in ihrer Gedankenwelt mit Teilen der AfD vergleichbar sind, zumindest was ihren demokratischen Wertekanon anbelangt. Als neutraler Beobachter halte ich das Verhalten des Wirtes für Diskriminierung. Ein persönliches Motiv spielt dabei keine Rolle.

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draco2007 07.05.2019, 15:10
71.

Zitat von arminpillhofer
Man muss keine Anhänger der AfD sein um diesen Hass dieser anscheinend linken Restaurantbesitzer auf das Schärfste zu verurteilen. Linke reden immer von Toleranz, zeigen aber selbst oft ziemlich wenig davon. Ich stelle mir gerade vor, wenn ein Wirt sehr weit links stehende Grünpolitiker vom Besuch ausschließt. Den Furor der Linken kanm man sich vorstellen. Wäre mal eine Überlegung wert Herrn Habeck vom Besuch eines italienischen Lokals auszuschließen.
Ach weil man Nazis nicht bewirten will ist man gleich links? Immer diese Logik...das funktioniert nur, wenn sie soweit Rechts stehen, dass es nicht mehr weiter Rechts geht. Dann ist ALLES Links, was nicht ihre Position ist.

Und das hier ist schlicht Ursache und Wirkung. Wieso soll ich denn Toleranz gegenüber Intoleranten ausüben? Wieso?

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a.busch 07.05.2019, 15:10
72. Dosenbrot

Wie doof muß man sein, um Dosenbrot "doof" zu nennen?

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friedrich_eckard 07.05.2019, 15:11
73.

Zitat von stumpen89
.... Keine Pasta den Faschisten! ...
Diese Wendung möchte ich in meinen persönlichen Wortschatz aufnehmen - machen Sie Urheberrechte daran geltend? Herrlich...

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Stefan Neller 07.05.2019, 15:12
74. Undurchdacht und Bedenklich

Zwar finde ich es nicht grundlegend Falsch den AFD-oberen mit einer solchen Aktion paroli zu bieten, die Methodik dahinter jedoch halte ich für Undurchdacht und Bedenklich.
Wenn ich jemanden aufgrund der Politischen Gesinnung eine Dienstleistung verweigere, dann ist es folglich auch legitim jemanden der für die Rechte von Minderheiten eintritt diese zu verweigern.
Wir halten die Diskriminierung der Minderheit AFD für richtig, da sie nicht unsere Meinung teilen, vergessen jedoch dabei das es sich trotzdem um eine Minderheitsdiskriminierung handelt, ein verhalten das wir uns gegenüber anderen Minderheiten NICHT wünschen.
Persönlich würde ich als Gastwirt eher die Gelegenheit nutzen mit den betroffenen AFD´lern in einen Diskurs zu treten, egal wie niedrig eine Chance auf Erfolg dabei wäre, sie wäre immer noch höher als bei der verwendeten Methode.

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hardeenetwork 07.05.2019, 15:12
75. Wenn ein Diskriminierer...

aufgrund seiner (dummen) politischen Einstellung ausgeladen wird, bezeichnet er das als Diskriminierung?
Schon klar, nee

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omop 07.05.2019, 15:14
76. Ein starkes Stück..

..wie das Restaurant hier demokratisch gewählte Volksvertreter mit einem demokratischen Programm diffamiert und ausgrenzt. Sieht so Toleranz und Meinungsvielfalt aus? Sollen wir demnächst den Einlass nach der politischen Gesinnung unterscheiden? Wann kommt das Restaurant, dass den Grünen und Linken keinen Eintritt gewährt? Für mich die Vorstufe wie im Dritten Reich, wo die Ausgrenzung ähnlich anfing.

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charlybird 07.05.2019, 15:15
77. Ich weiß nicht was Sie wollen.

Zitat von matthias.ma
Man darf sich dann nur nicht beschweren, dass man ggf. Retourkutschen bekommt. Wer gewählte Abgeordnete nicht Speisen lässt, darf sich auch nicht beschweren, wenn er irgendwann keine Arbeitserlaubnis mehr bekommt. Ich kann die Leute neben ihrer beschränkten Einsichtsfähigkeit natürlich noch absichtlich sauer fahren. Wenn jetzt jeder Laden nur noch an politisch Gleichgesinnte verkauft (Autohändler, die nicht an Grünenanhänger verkaufen, Discounter, die nicht an die SPD-Anhänger verkaufen und Banken, die an Linken-Anhänger keine Kredite mehr vergeben) führen doch zu sehr unrühmlichen Zuständen. Und da es sich hier auch um eine Diskriminierung (aufgrund Weltanschauung und/oder politischer Anschauung). Das kann man natürlich als Rache für das Gedankengut der AfD sehen, man bewegt sich aber schlicht und ergreifend auf demselben Niveau. Die AfD wird sicherlich nicht klagen (obwohl sie wohl gewinnen würde), weil sie das AGG vermutlich grundlegend ablehnt - so wie der Restaurantbetreiber offensichtlich auch
Hier treffen zwei unterschiedliche politische Meinungen aufeinander, die die eine Seite für sich pragmatisch umsetzt.
Sie möchte keine Menschen in ihrem Haus, die als politisches Programm Ausländerfeindlichkeit propagieren.
Daraus jetzt ein administratives Politikum zu machen, dass in klare Demokratiefeindlichkeit abdriftet, weil ein möglicher Angeordneter dieser so demokratischen Partei u.U. seine wie auch immer gelagerte Macht als Retourkutsche dann ausspielen könnte, ist schon sehr übel weitergedacht.
Wählen Sie etwa Blaubraun ?

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DieButter 07.05.2019, 15:15
78. DAS ist ja gerade Diskriminierung!

"Sehr cool und deutliches Statement gegen Hass und Diskriminierung vom Berliner Restaurant BoccaDiBacco. Soll'n die Typen von der AfD doch zu Hause essen."

Wer dieselben Methoden der Nazis bei politisch unliebsamen Personen anwendet, wird selbst zu einem.
Aber das schnallt ja auch Frau Chebli nicht und versteht nicht einmal, warum sie bei Twitter gesperrt wurde.
Wer den Boden des Grundgesetzes verlässt, der bewegt sich auf dem selben Niveau, das er seinen politischen Gegnern selbst unterstellt.

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theanalyzer 07.05.2019, 15:15
79.

Zitat von pepe-b
Es ist ganz einfach: das AGG verbietet die Diskriminierung wegen politischer Ansichten NICHT.
Danke für die Info. Dann muß ich ja niemanden einstellen, der sich links orientiert, und kann das auch als Grund angeben.

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