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AfD, Pegida und Co.: Volksverräter? Aber gerne doch!
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Kaum ein Begriff wird von den Anti-Flüchtlings-Demonstranten so laut und begeistert gerufen wie "Volksverräter". Er entlarvt ihr wahres Denken.

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der-junge-scharwenka 04.10.2016, 14:04
1. Anstand und Courage

Zunächst einmal: Die Menschen, die gestern in Dresden demonstriert haben, haben ihre Grundrechte aus Art. 5 und 8 GG wahrgenommen. Keine staatliche Stelle hat sie dabei gestört. Das ist ein Beweis dafür, dass die Grundrechte bei uns noch immer Geltung haben. So weit, so gut - und zwar auch für die Demonstranten, die immer wieder gerne das Gegenteil behaupten.
Dann wird man sagen müssen, dass das, was da gestern auf der Straße war, kein Querschnitt „des Volkes“ und erst recht nicht deren Repräsentanz war. Auch das sieht diese Gruppe gerne anders; dafür gibt es aber nach wie vor keine tatsächliche oder empirische Grundlage.

Demonstriert hat ein Konglomerat aus Losern, Angsthasen und ewig gestrigen Schreihälsen, die von Anstand, Benimm und Geschichte nichts begriffen haben; Menschen, die ihr Leben nicht in den Griff bekommen und dafür allen anderen die Schuld geben – nur nicht sich selbst. Das ist an sich nur ein kleines Problem. Solche Randgruppen hat es immer gegeben, und es wird sie auch immer geben. Das kann unsere Gesellschaft verkraften.

Ärgerlich sind vor allem zwei Dinge: Zunächst ist das der Umstand, dass diese Minderheit in völliger Verkennung ihrer Lage verkündet, sie würde für „das Volk“ sprechen. Nein, Genossen, das tut Ihr nicht: Meine Welt ist offen und vielseitig und endet nicht an der Grenze meines Dorfes; und das gilt zum Glück für die meisten in diesem Lande ebenfalls. Wesentlich schwerer wiegt allerdings, dass der überwiegende Teil der Dresdner es gestern zugelassen hat, dass eine Gruppe von Versagern den Namen ihrer Stadt okkupiert und weltweit den Eindruck erwecken darf, ganz Deutschland sehe so aus wie sie. Hier hätte ich mir wesentlich mehr Anstand gewünscht.
Meinungs- und Demonstrationsfreiheit sind schön und gut und richtig. Aber das bedeutet nicht, dass man jeden Unsinn ohne Widerspruch hinzunehmen hätte. Denn auch die gegenteilige Sicht der Dinge ist eine Meinung.

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rapetepap 04.10.2016, 14:06
2. Ganz einfach.

Kurz und knapp: Daumen oben für diesen Bericht.

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suedseefrachter 04.10.2016, 14:07
3.

Ist es denn nicht möglich das die Politiker - vor allem die Lokalpolitiker direkt auf das Volk zugehen?
Das Geld (Steuergeld) nehmen sie ja auch gerne, also sollten sie dafür besser auch etwas tun - und zwar für jene die das Steuergeld zahlen.
Ehrlich gesagt verstehe ich den Zorn der Leute. Die Politiker hätten es aber durchaus in der Hand hier etwas zu verändern und den zornigen Leuten den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Solche Aussagen wie Herr lass Hirn regnen von Frau Rot gegenüber den vor ihr stehenden Demonstranten (welche ja auch wieder zum Teil Steuerzahler sind) sollte man sich verbieten. Natürlich ist es nicht einfach zum Volk zurückzufinden, aber versucht es doch einfach mal.

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sotomajor 04.10.2016, 14:11
4. Ignore it

Man schürt geradezu die Wut wenn man Kritik weiterhin ignoriert. Die Aufgabe von unabhängigen Medien ist es auch Kritik an dieser Politik zu üben, was man in unserer Demokratie vermisst.
Es soll nur noch "Weiter so" gehen und möglichst jede Kritik an den Altparteien im keim erstickt werden.
Wenn man aber die verantwortlichen Ursachen sieht, die Gesellschaft gespalten - tiefste moralische ethische und Glaubenskonflikte Konflikte und sogar die Einheit im Europa gefährdet, dann muss doch endlich der wahre Verursacher gesehen werden. Der war und ist eine schlechte Politik in Deutschland und eine Medienlandschaft die schon an andere Regime erinnert, aber leider nicht mehr an Demokratien !

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octos 04.10.2016, 14:11
5. Ausgezeichneter Kommentar!

Das ist das perfide bei diesen Demonstranten von Pegida und AFD. Es wird das Ende der Demokratie durch Merkel und Co. propagiert, dabei wird übersehen, dass ihr eigenes Verhalten das Gegenteil eines demokratischen Verhalten darstellt.

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Dokoqueen 04.10.2016, 14:13
6.

Das Demonstrationsrecht ist in einer Demokratie ein hohes Gut und steht selbstverständlich auch den Feinden eben jener Demokratie zu.
Auch den Pegidas, den AfDlern und den rechten Pöblern.
Aber damit ist es auch genug mit dem Verständnis. Diese Leute sind nicht das Volk!!! Sie können es noch so oft herumbrüllen, sie sind es nicht sondern nach wie vor eine Minderheit!
Angela Merkel wurde 2013 gewählt (nicht von mir) und vertritt die Mehrheit aller Deutschen, die ihr für 4 Jahre das Mandat verliehen haben.
Die AfD, die sich so gern als 'Stimme des Volkes' bezeichnet vertritt gerade einmal 20% aller Bürger.
Nein, das ist zum Glück nicht das Volk!!!

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zeisig 04.10.2016, 14:14
7. Genau diese Arroganz ist es.

Genau diese Arroganz, die in diesem Artikel zum Ausdruck kommt ist es, was die Wähler zur AfD treibt.
Zitat aus dem Artikel: "Wer so redet, hat entweder keinerlei aufgeklärte politische Bildung genossen oder ist ein Anti-Demokrat. Oder beides.".
Entschuldigung, aber wieviel Prozent der in Deutschland lebenden Bürger hat eine politische Bildung genossen? Braucht man eine politische Bildung um ein kritischer Bürger zu sein? Darf ich auch kritisch gegenüber dem grünen Bildungsbürgertum sein? Oder ist Kritik nur salonfähig, wenn sie gegen rechts geht? Es soll auch politisch gebildete Menschen geben, die eher konservativ ausgerichtet sind und mit rot-grünem Multikulti nichts am Hut haben.

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Bärthold 04.10.2016, 14:16
8. Vollkommen richtig!

Ich stimme dem Kommentar uneingeschränkt zu. Auch Diskussionsbeitrag #1 vom jungen scharwenka trifft in meinen Augen voll ins Schwarze.

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derBob 04.10.2016, 14:17
9. Völlig richtig, Herr Nelles

Das Grundgesetz garantiert, wie @der-junge-scharwenka schon schrieb, das jeder seine Meinung frei äußern darf.
Es ist aber keine Garantie, dass diese Meinung auch von Allen gutgeheißen wird. Ja, es ist noch nicht einmal eine Garantie, dass die Meinung und der Äußernde überhaupt ernst genommen wird.
Wer sich in die (geistige) Nähe von Leuten begibt, die mit Nazi-Vokablen um sich werfen, die auch mal anders denke Bürgermeister niederküppeln, der macht sich lächerlich, wenn er sich als "besorgter Bürger" versucht, aus der Affäre zu ziehen.
Wer Schmiere steht ist nicht besser als der Täter selbst.
Insofern kann ich den Satz "Rassisten müssen Rassisten genannt werden, Nazi-Vokabular muss Nazi-Vokabular genannt werden" nur noch ergänzen:
Ein rechter Egoist muss ein rechter Egoist genannt werden und nicht "besorgter Bürger".

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