Forum: Politik
AfD, Pegida und Co.: Volksverräter? Aber gerne doch!
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Kaum ein Begriff wird von den Anti-Flüchtlings-Demonstranten so laut und begeistert gerufen wie "Volksverräter". Er entlarvt ihr wahres Denken.

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RugbyLeaguer 04.10.2016, 17:18
260.

Ich teile Deine Meinung nicht, aber ich werde ALLES dafür tun, damit Du sie äußern kannst!

Das ist WAHRE Demokratie! Ein Demokrat MUSS eine AfD, eine Pegida etc aushalten können, denn diese gehören auch zur Demokratie.

Verteufelt er diese, oder möchte er deren Meinung "abschaffen" ist er kein Demokrat sondern möchte in einer Diktatur leben....

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2623 04.10.2016, 17:18
261.

Zitat von zeisig
Es soll auch politisch gebildete Menschen geben, die eher konservativ ausgerichtet sind und mit rot-grünem Multikulti nichts am Hut haben.
so ist es, aber konservative Menschen ekelt es ebenso wie liberale Menschen, Sprache, Vergleiche, Gesten und Begrenztheit dieses - wie sich selbst gerne bezeichnen - Packs zu ertragen.

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mcpoel 04.10.2016, 17:19
262. Politische Bildung

Zitat von zeisig
Genau diese Arroganz, die in diesem Artikel zum Ausdruck kommt ist es, was die Wähler zur AfD treibt. Zitat aus dem Artikel: "Wer so redet, hat entweder keinerlei aufgeklärte politische Bildung genossen oder ist ein Anti-Demokrat. Oder beides.". Entschuldigung, aber wieviel Prozent der in Deutschland lebenden Bürger hat eine politische Bildung genossen?
Es steht keinem etwas im Wege, sich politisch zu bilden. Das kostet nix, außer vielleicht etwas Zeit und Willen, sich Wissen anzueignen oder politische Themen auf zivilisierte Art miteinander zu diskutieren. Allerdings: Claudia Roth hat auch gezeigt, daß sie in einer ganz anderen Welt lebtÖ sie sprach behäbig in langen Sätzen (wie halt in der Politik üblich). Damit kommt sie bei den Wutbürgern nirgends an. sie hätte nur viel Fragen müssen, wie ein kleines Kind. Und dann wären die Wutbürger ganz schnell am Ende ihrer heißen Luft gewesen.

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ijf 04.10.2016, 17:22
263. lesen Sie auch, was Sie posten?

Zitat von Dengar
Nein, nicht wirklich. Wenn Sie die abnehmenden Landtagswahlbeteiligungen seit 2013 betrachten, dürfen Sie getrost von einer wachsenden Unzufriedenheit ausgehen. Ich habe im Wahlkampf dieses Frühjahr mit unzähligen mutmaßlichen AfD-Wählern gesprochen, teils seit Jahren Nichtwähler, die mir gesagt haben, dass sie in der AfD endlich ein Mittel zum Protest gefunden hätten, nachden Nichtwählen auch nichts brächte. Die meisten kannten nicht einmal das Programm, und wenn ich es ihnen erläutrrt hatte, war es ihnen egal. Für diese Leute zählte nur, den anderen Parteien, die jahrelang ihre Wahlversprechen gebrochen hatten, eins auszuwischen. Meine Erfahrungen decken sich übrigens auch mit den Nachwahlbefragungen in Mecklenburg-Vorpommern dieses Jahr, wo auch ca. 2/3 der AfD-Wähler Protestwähler gegen die Grokopolitik im Bund allgemein waren. Die Selbstherrlichkeit Merkels in der Flüchtlingspolitik war nur der berühmte Tropfen.
Das hat schon was: jahrelange Nicht!wähler wählen aus Protest gegen gebrochene Wahlversprechen jetzt AfD... das ist doch real-Satire, oder?

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germ 04.10.2016, 17:22
264. Hören

@Südseefrachter
Sie doch auf mit diesem Quatsch vom Steuerzahler. Steuerzahler zu sein, rechtfertigt nicht alles. Leute, die mit rechten Parolen daherkommen wollen gar keinen demokratischen Dialog. Die wollen nur pöbeln und ihr krankes Weltbild durchsetzen.
Sie verraten sich doch auch mit Ihrer Sprache. Warum sagen Sie nicht einfach auf die "Leute" bzw. "Bevölkerung" zugehen. Nein, auch Sie benutzen diesen rechtsradikalen Duktus, in dem Sie vom "Volk" sprechen. Ich weiß, ihr merkt das gar nicht mehr.

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sista72 04.10.2016, 17:22
265. Mir ist dieses Demo-Gebrülle wirklich über....

aber wirklich, wirklich über! Ich schäme mich zusammen mit Freunden aus Dresden für die Auftritte des Mobs gestern, ich schäme mich für diese rückhaltlosen Anleihen, die bei Sprache und Gedankengut des Dritten Reiches gemacht werden, und ich schäme mich dafür, für den m.E. dummdreisten Hass, der darin zum Ausdruck kommt. Klar, hält das unsere Demokratie aus - denn schließlich findet sich auf den Straßen von Dresden eben nicht DAS Volk. Und darüber bin ich ausgesprochen froh, denn ich kenne kein besseres System als die Demokratie, will auch nicht zu dem mörderischen System zurück, das wir vor 70 Jahren hinter uns gelassen haben, auch wenn dessen Ungeist immer noch durch das Land zieht - und ich will auch nicht zu dem System zurück, was vor 26 Jahren FRIEDLICH beendet wurde. Was also ist die Alternative? Brüllen? Einfache Antworten für komplexe Probleme? Preisverdächtig rumpöbeln? Oder: eigenes Engagement? KONSTRUKTIVE Vorschläge erdenken und diese dann machen? Schauen, wie gemeinsam etwas gestaltet werden kann? Auf Gewaltenteilung und all diese wunderbaren Prozesse der Demokratie vertrauen? ... Das klingt für mich besser als dieses ewig-gestrige Gepöbel, das nur auf Zerstörung aus ist. Und mein Verdacht: Es gibt in diesen Reihen keinen konstruktiven politischen Vorschlag, wie Miteinander innerhalb der freiheitlich demokratischen Grundordnung gestaltet werden kann. Das aber ist zu wenig. Und zu billig.

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mapomuc01 04.10.2016, 17:22
266. Arroganz und Kultur- und Weltgeschichte

Mein Beruf hat mich von Florida bis nach Dubai gebracht. Ich habe gute Freunde in Pakistan, wie in Frankreich, UK etc. Habe gearbeitet unter einer Frau und einem Afroamerikaner. Noch nie kam mir in den Sinn, jemanden wegen seiner Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder sexuellen Orientierung abzulehnen, aber auch nicht wegen einer anderen politischen Einstellung. Was hier in Deutschland abgeht ist wirklich nicht mehr zu verstehen. Eine Seite spricht der anderen ab irgend etwas zu wissen überhaupt den Mund aufmachen zu dürfen. Von außen betrachtet hat Merkel ein Fiasko angerichtet. Sie hat anscheinend keinerlei Anstrengungen unternommen zu überlegen was es bedeutet, wenn unterschiedliche Kulturen aufeinanderprallen. Natürlich werden Ressentiments geweckt, natürlich kostet dies Geld und bringt auf Jahrzehnte nicht den Bonus, denn manche den Menschen weismachen wollen. Interessant ist, dass ich bei meinen ausländischen Freunden nur Kopfschütteln ernte, nicht so was, was viele Politiker sagen - klar, denen ist durch Merkel einiges erspart geblieben. Jedenfalls auch ich merke in meiner Stadt (München) wie sie immer grauer wird, langsam verschwindet das offene, freie Flair und Menschen gehen durch die Straße, die sich verhüllen. Wo sind die Frauen geblieben, die einst ihre BHs wegschmießen, wo sind die Menschen geblieben, die sagten, was Sache ist, wir wollen keine Ewiggestrigen, schon gar nicht, wenn diese mit ihren Ansichten Jahrhunderte zurückgeblieben sind, dagegen sind die Wünsche nach Verhältnisse der 70er und 80er Jahre geradezu revolutionär. Nein, ich bin nicht von der AfD, nein, ich lehne Kategorien von links und rechts des 19. und 20. Jahrhunderts ab, aber im Geiste von 68 - so vieles damals falsch war, lehne ich es ab, wenn einer Religion, die nie in ihrer für Freiheit und Fortschritt stand, so sehr uns dies Anhänger von 2001 Nacht weismachen wollen, immer mehr nachgegeben wird, unerklärlicher Weise sogar von ihren Antipoden aus den christlichen Kirchen, was meinen Austritt vor 20 Jahren noch einmal bestätigt.

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mcpoel 04.10.2016, 17:25
267. Zuwanderungskritik

Zitat von sl2016
Der grosse Irrtum des Polit- und Medien-Establishment liegt darin, Kritik an der Zuwanderungspolitik mit abgehängten gesellschaftlichen Gruppen gleichzusetzen. Gut so. Die Realität sieht ganz anders aus und wird ihren Niederschlag in kommenden Wahlen finden.
Vielleicht ist die Kritik ja nicht gerade konstruktiv. Kritiker sind meist "dagegen". Selten hört man konstruktive Vorschläge, wie man vor allem denen helfen kann, die in Not sind. Man hört meißt, was nicht geht, man hört weniger davon, was dennoch geht. Es ist wie als wenn man Bürokraten fragt. Da wird einem auch meist gesagt, was man nicht machen kann, nicht aber, wie man es vielleicht doch hinbekommt. Wer sich mal selbstständig gemacht hat, weiß wovon ich rede... Das Muster findet sich überall.

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egoneiermann 04.10.2016, 17:26
268.

Zitat von zeisig
aber wieviel Prozent der in Deutschland lebenden Bürger hat eine politische Bildung genossen?
Jeder, der die neunte Klasse geschafft hat.

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qoderrat 04.10.2016, 17:26
269.

Ich bin ein bisschen überrascht, dass sich die Mehrzahl der Foristen für eine weitere Eskalation und Polarisierung ausspricht. Wenn Hr. Nelles pöbelnde Pegida-Demonstranten und Afd-Sympatisanten gleichsetzt, wird eine weitere Zementierung und Ausgrenzung vorgenommen, die eine Reorganisation nach der akuten Spannungssituation sehr schwierig macht.

Offensichtlich wird dabei auf einen Abschreckungseffekt der Nazikeule gesetzt, den ich ehrlich gesagt nicht mehr sehe, dazu sind die Fronten längst zu fest abgesteckt. Und gerade die pöbelnden Demonstranten, die ja selbst Nazi-Begrifflichkeiten verwenden, die kann man damit doch sowieso nicht beeindrucken.

Viele der Kommentare hier gehen in die Richtung, "wir sind das Volk" sind doch alle Nicht-Afd-Wähler und damit die Mehrzahl. Das ist aber aus meiner Sicht eine genauso unzulässige Vergallgemeinerung wie von den Pegida-Demonstranten. Denn wäre es wirklich so, dass die Mehrzahl eine klare Haltung einnehmen würde, hätten die Anti-Pegida-Demonstrationen mehr Zulauf. Mit einer Anti TTIP und CETA-Demo lassen sich aber deutlich mehr Menschen aktivieren.

Ich habe den Eindruck die Masse befindet sich noch in einer indifferenten Haltung ohne klare Präferenz. Und daher empfinde ich diese weitere Polarisierung als ein sehr gefährliches Unternehmen. Zwingt man die Mitte sich für eine Seite zu entscheiden, wäre ich mir nicht so sicher auf welche Seite das ganze abkippt. Schaut man über unsere Grenze zu unseren Nachbarn Frankreich und Österreich wird mir ziemlich mulmig zu Mute.

Aber vielleicht irre ich mich auch, dies wäre eine der Gelegenheiten wo ich nicht böse wäre wenn meine Vermutung durch die zukünftige Entwicklung widerlegt wird.

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