Forum: Politik
AfD, Pegida und Co.: Volksverräter? Aber gerne doch!
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Kaum ein Begriff wird von den Anti-Flüchtlings-Demonstranten so laut und begeistert gerufen wie "Volksverräter". Er entlarvt ihr wahres Denken.

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frechwieoskar 04.10.2016, 17:27
270. ein klassisches eigentor

Zitat von armi-nator
DAS ist klassische Selbstentlarvung nach typischem Antifa-Muster: "Wer nicht meiner Meinung ist, muss mit [Staats-]Gewalt an der Meinungsäußerung gehindert werden".
niemand will eine meinungsäusserung verhindern. jene verlautbarungen, jene plakate, jene sprechchöre werden kritisiert, hinterfragt und analysiert. und zeigen deutliche parallelen zu der vorweimarer zeit auf.

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pirminmeier 04.10.2016, 17:27
271. Die einen mit falschen Wörtern, die anderen mit falscher Politik

Die falschen Wörter, welche der Historiker natürlich kennt, sind Folge einer falschen Politik. Vor etwa 85 Jahren warnte Reinhold Schneider, ein Mahner Deutschlands, vor den Gefahren der halben Wahrheiten. Und dass man diese verantwortungslos, ohne die Probleme zu lösen, auf der Strasse liegenlasse.

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Horst Müller 04.10.2016, 17:28
272. Endlich ein vernünftiges Kommentar..

Zitat von theoneonly
Sie sprechen hier die beiden Grundprobleme von Deutschland an und merken es noch nicht einmal. Und alle die hier im Forum sich schon wieder auf die pösen Rechten stürzen, sollten mal nicht auf den Symptomen rumhacken, sondern überlegen wie man die Ursachen bekämpft. So sollten seriöse Politiker und Medienvertreter vorgehen. Aber dann müsste man eingestehen, dass man Fehler gemacht hat.....
Sie sprechen das eigentlich Problem an. Um ehrlich zu sein sind viele der Kommentare in diesem Forum nicht besser als die Parolen derer, die Protestiert haben.
Sie haben zwei der grundlegenden Probleme recht gut beschrieben. Es wird bei dem Afd Zulauf der "dummen Bürger" vergessen, dass die CDU sehr lange die Partei für konservative Wähler war. Konservativ bedeutet am bestehenden festhalten und ist im Zusammenhang mit der Flüchtlingsthematik zwangsweise rechts orientiert.
Daher ist es doch kein Wunder, wenn alle Altparteien den gleichen Weg unterstützen, der definitiv nicht konservativ ist, sich diese konservativen Wähler anderen konservativen Parteien/ Gruppierungen anschließen.
Nie würde ein ehemaliger CDU Wähler auf die Idee kommen die NPD zu wählen. Das Problem ist nur, dass bei der Afd konservative Wähler und NPD Wähler ihren gemeinsamen Nenner gefunden haben.
Wir haben in Deutschland nicht plötzlich massenhaft Neu-Nazis, sondern wir haben verlernt offen miteinander zu kommunizieren. Auch der Journalismus ist einseitig geworden. Nach den ersten zwei Sätzen eines Artikels ist schon klar, ob Sympathie für Merkel oder Hetze das Ziel ist. Dann werden Information zurück gehalten oder kommen erst später raus, weil man Angst vor Populismus hat (s. Köln Silvesternacht), was aber gerade zu Populismus und sowas wie Lügenpresse führt.

Deutschland hilft schon seit Jahrzehnten Menschen in Not im In- und Ausland. Das ist gut so und soll weiterhin so bleiben. Es wurden aber seit dem berühmten Satz "Wir schaffen das" einige Fehler bei der Behandlung der Thematik und bei der Kommunikation mit den Bürgern gemacht.
Ich glaube, wenn man sich als Regierung mehr Eingeständnisse machen würde, würden diese Wutbürger sich ein wenig mehr beruhigen. Ebenso wird die Lage immer verfahrener, wenn ach so intelligente Foristen nicht mehr als Diffamierungen posten können.

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keine Zensur nötig 04.10.2016, 17:29
273. Ach Herr Nelles,

wiedermal fernab der Realität.

In Dresden gibt es die Hofkirche - die hat einen Umgang. Der wiederum wurde gebaut, damit der sächsische Kurfürst katholische Prozessionen im evangelischen Land durchführen konnte.

Ich bin auch ein Bewohner dieses Landes, welches jetzt Pack-istan heisst - in Ableitung einer Pauschalverleumdung eines eher undemokratisch "gewählten" Produkts eines Kaffekränzchens im Kanzleramt, nachdem der Vorgänger unbequem wurde und wegen 700 € das Amt neiderlegte.

Vollkommen entgangen ist Herrn Nelles, dass der Begründer der PEGIDA ein Dauergast des Verfassungsschutzes war. - Jetzt verzogen, ohne Mittel, nach Spanien. Siehe auch NSU Beteiligung dieses Unternehmens.

Herr Nelles - was diesem Land fehlt ist Rechtsstaatlichkeit für alle. Auch für Politiker, die geltendes Recht schwups-di-wups ausser Kraft setzen. Auch für Medien, die Schmähschriften gegen jeden verfassen, der nicht nach der Pfeife tanzt. Fr. Dr. Merkel hat sie uns wiedergebracht - die olle DDR mit Einheitsfront und hörigen Medien. Das hatten die Sachsen schonmal und sie haben auch schonmal weltfremde Po-litiker verjagt - ohne einen Tropfen Blut. Das prägt.

Es wäre deutlich sinnvoller, wenn man fragen würde, was skandalösen Ereignissen vorausging. Usachen suchen - nicht Folgen, um etwas zu ändern.

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iekosch 04.10.2016, 17:32
274. Unwichtig

Zitat von karabas
Die Medien täten gut daran, etwas differenzierter auf das Demo, ihre Teilnehmer. interessen und Forderungen einzugehen. Natürlich waren auch Rechtsextreme dabei, die "Volksverräter" gerufen haben. Wer noch?
Eine Differenzierung ist doch in diesem Fall absolut unwichtig. Wer an einer Demo teilnimmt in der irgendjemand den nationalsozialistischen Begriff "Volksverräter" skandiert und diese Demo nicht sofort verlässt, macht sich durch seine fahrlässige Toleranz für dieses Gedankengut selbst so unglaubwürdig, dass seine persönlichen Ziele vollkommen egal sind und schon gar nicht auch nur eine Spur ernst genommen werden dürfen.

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mcpoel 04.10.2016, 17:32
275. Was sind die wirklichen Probleme?

Zitat von nemesis13
Bemerkenswert, wie Herr Nelles die Fakten verzerrt, indem die Kritiker von Merkels Flüchtlingspolitik als "Verfassungsfeinde" hinstellt. Verfassungsfeindlich sind allein Merkel und alle in der Regierung und im Parlament, die diese verfassungswidrige Flüchtlings-Politik mittragen. Die millionenfache Migration seit 2015 hätte eines Gesetzes bedurft. Und das gibt es nicht. Die Medien picken auf Demos geschickt die skurrilsten und aggressivsten Teilnehmer heraus, um den falschen Eindruck zu erwecken, dass ein "normaler" Bürger nur pro-Merkel eingestellt sein kann.
Warum werden so oft die Flüchtlinge als Thema herangezogen? Deutschland erstickt in Bürokratie und Überregulierung. Alles ist bis auf das Kleinste vorgeschrieben, Bürokraten tun ihr Bestes, um ihre Stelle zu rechtfertigen und sind daher eher hinderlich, wenn Leute Eigeninitiative zeigen. Und die Leute regen sich über Flüchtlinge auf, die wie unsere Großeltern vor Armut und Krieg (und genau die brauchen unsere Hilfe) flüchten. Warum haben Viele ein so kurzes Gedüchtnis? Warum sind die Prioritäten so seltsam?

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Havel Pavel 04.10.2016, 17:34
276. Das mit der sogenannten politischen Bildung ist doch vom Gedanken her schon Populismus!

Zitat von zeisig
Genau diese Arroganz, die in diesem Artikel zum Ausdruck kommt ist es, was die Wähler zur AfD treibt. Zitat aus dem Artikel: "Wer so redet, hat entweder keinerlei aufgeklärte politische Bildung genossen oder ist ein Anti-Demokrat. Oder beides.". Entschuldigung, aber wieviel Prozent der in Deutschland lebenden Bürger hat eine politische Bildung genossen? Braucht man eine politische Bildung um ein kritischer Bürger zu sein? Darf ich auch kritisch gegenüber dem grünen Bildungsbürgertum sein? Oder ist Kritik nur salonfähig, wenn sie gegen rechts geht? Es soll auch politisch gebildete Menschen geben, die eher konservativ ausgerichtet sind und mit rot-grünem Multikulti nichts am Hut haben.
Wohin eine extra ausgerichtete politische Bildung führen kann, hat schliesslich jeder DDR Bürger erleben müssen, nein nicht schon wieder solch einen Schwachsinn beginnen! Richtig ist vielmehr, dass sich jeder gebildete Mensch der in den Ländern der Welt herumgekommen ist-leider sind dies offenbar nicht allzu viele- sich schon selbst ein Bild davon machen kann welche Politik klug und welche eher das Gegenteil davon ist. Staatlich organisierte Bildung zur Ausbildung einer einheitlichen politischen Meinung erinnert wohl eher an das System totalitärer Staaten und dies kann wohl unmöglich das Ziel und der Wunsch eines demokratisch orientierten Bürgers sein.

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schlaueralsschlau 04.10.2016, 17:34
277. @ unermüdlich

Arzt zu sein hat nichts mit Bildung zu tun. Garnichts. Die wird weder im Studium noch im späteren Beruf benötigt. Ich kenne genug Mediziner, die sich einigermaßen in ihrer Materie auskennen, aber denen Bildung fehlt. Mit gebildeten habe ich Kontakt, die anderen brauchen keine, da sie sich nur auf ihrem Gebiet auskennen müssen. Als Feldwebel benötigt es erst recht keine Bildung, sondern faktenwissen und Gehorsam. Bildung ist da eher hinderlich. Erlauben Sie mir noch anzumerken, dass gebildete Menschen eher nicht zur Bundeswehr gehen. Das schießt sich meist aus.

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stgtbl 04.10.2016, 17:35
278. Oh schöne, einfache Welt

Zitat von matze_wehlau
Ich fürchte Ihr sauberes, kleines Weltbild würde schwer erschüttert werden, wenn Sie sich das vor Ort mal anschauen. Eine Vielzahl der Leute hat sehr wohl - sehr viel zu verlieren. Deswegen sind sie wohl dort und demonstrieren. Medial wird jedoch gerne ein anderes, stark vereinfachtes Bild transportiert. Muss halt passen. Ich habe hier gelsen: Ignorieren schürt weiter die Wut. Das kann ich nur unterstreichen. Man spürt es aktuell an jeder Ecke. Die Politik und die linken Meinungsführer machen hier einen epochalen Fehler und werden am Ende wieder mit moralisch erhobenen Zeigefinger auf das radikalisierte Volk zeigen. Der Grundstein für diese Entwicklung wird aber von den Leuten gelegt, die heute die Geschicke des Landes lenken und nicht von denen die morgen in den Trümmern marodieren.
Also wenn ich das richtig lese, dann sind Ihrer Meinung Friedrich Ebert und Philipp Scheidemann für den zweiten Weltkrieg und den Genozid verantwortlich oder wie?
Ach was wären wir nur ohne unsere besorgten Bürger, die versuchen mit Brandreden und Fremdenhass "unser" Deutschland zu retten aber für alle Begleiterscheinungen, wie angezündete Asylheime und verprügelte Ausländer, überhaupt und gar nicht verantwortlich sein wollen weil ja eh alles die Schuld unser linksgrün versifften Politik, der Lügenpresse und der Gutbürger ist, die ja eh absolut in der Minderheit sind.

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kramoar 04.10.2016, 17:35
279.

Alleine dieser Absatz hier ist schwer verständlich: "Das eigentliche Problem an den Protestierenden in Dresden ist, dass sie selbst keine Demokraten sind. Sie definieren Deutschland offenkundig nicht als Rechts- und Wertegemeinschaft. Das Wort Verfassungspatriotismus ist ihnen dem Sinn nach fremd. Für sie und ähnlich denkende Protestler ist Deutschland zuerst eine Volksgemeinschaft, in der nur derjenige Rechte haben soll, der dem deutschen Volk durch Geburt (und Blut) angehört. So verstehen sie ihren Ruf "Wir sind das Volk". Er schließt den Flüchtling aus, aber letztlich auch jeden anderen, der nicht so aussieht oder denkt wie sie selbst.". Angela Merkel hat weiland verfassungswidrig gehandelt. Wenn man Verfassungsbrüche mit dem Ruf: "Wir sind das Volk!" moniert, stellt man sich außerhalb der Verfassungsgemeinschaft? Eine seltsam verdrehte Logik.
Die Flüchtlinge gehören zum Volk? Mir wäre neu, dass jeder Deutscher wird, wenn er es nur schafft, einen Fuß in das Land zu setzen. Gibt es für diese abenteuerliche Behauptung Quellen oder Belege?
In dem Zusammenhang ein genereller Hinweis auf das deutsche Grundgesetz: Eine Verfassung ist ein Ordnungsrahmen, der mehr oder weniger detailliert die Grundregeln politischen Handelns festlegen soll. Auch wenn das Bundesverfassungsgericht abundzu den (im internationalen Vergleich üblichen) und eigentlich auch notwendigen "political self-restraint" vermissen lässt, so muss man feststellen: Das Grundgesetz ist eben kein heiliges Buch, das mit seinem Grundgesetzteil jede einzelne politische Entscheidung bis in die Details prädisponiert, auch wenn Laien sich das manchmal so vorstellen mögen. Man kann Multikulturalismus, Zuwanderung (legal wie illegal) und Flüchtlingshilfe gut oder schlecht finden - durch das Grundgesetz wird in der Frage keine politische Haltung vorgegeben Eine deutsche Bundesregierung könnte jeden Flüchtling abweisen und würde immer noch im Einklang mit der Verfassung als solcher stehen (wegen Art. 16a II GG; das gilt übrigens auch für Art. 1 I GG) - andere völkerrechtliche Verpflichtungen einmal außer Acht gelassen. Die Regierung kann sich auch ganz generell dazu entscheiden, dass sie künftig nur noch Schwarze, nur noch Latinos, nur noch Weiße oder nur noch Muslime einwandern lassen will. Sie kann sich auch dazu entscheiden, dass sie gar keine Nicht-EU-Staatsbürger einwandern lassen will - auch das ist möglich, weil es nämlich nicht so etwas wie einen allgemeinen Zuwanderungsanspruch nach Deutschland gibt. Außer deutschen Staatsbürgern muss der deutsche Staat schließlich niemandem ein Leben in Deutschland ermöglichen (EU-Recht wieder ausgenommen, siehe Art. 18 AEUV).
Das Gegenteil wird ständig und ständig behauptet und von Nicht-Juristen dann eifrig nachgeplappert. Richtiger wird es dadurch nicht.
Man kann also gerne sachlich eine politische Debatte über diese Frage führen. So zu tun, als sei man ein Feind der grundgesetzlichen oder demokratischen Ordnung, wenn man Zuwanderung beschränken möchte, ist schlicht unredlich.
Mit der (wohl leider hoffnungslosen) Bitte um künftige Beachtung.

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