Forum: Politik
AfD und die Kirchen: Über Kreuz
DPA

Auf dem Katholikentag ist die AfD nicht erwünscht, diskutiert wird trotzdem über sie. Schon lange liegen Kirchen und Rechtspopulisten im Clinch - jetzt wird der Streit schärfer.

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Ährengast 28.05.2016, 15:35
30.

Das ist nur die Oberfläche. Logisch für eine Institution, die über Jahrhunderte ihre Macht halten konnte, hat die katholische Kirche höchst Unterschiedliches im Angebot. Papst Franziskus ist die eine Seite, mit seinem "Diese Wirtschaft tötet". Aber schauen wir doch, was der Nachbar sagt. In diesem Fall FAZ.net. Dort gab es während des Katholikentages mehrere Gastartikel von Herrn Martin Rhonheimer, u.a.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/gastbeitrag-welche-wirtschaft-toetet-14235888.html

Da wird der Papst scharf kritisiert. Was man dort liest, könnte direkt aus dem AfD-Programm stammen. Oder anders rum. Ein "Österreicher" reinsten Wassers, Gründungspräsident des "Austrian Institute of Economics and Social Philosophy in Wien". Das volle Programm. Armut als natürlicher Zustand der Menschheit usw. Googelt man dann, wer der Herr ist, findet man (neben der erwartbaren Information zu Opus Dei) mehrere Artikel, die eine direkte Verbindung zu dem herstellen, was die AfD zu ihrem Kernthema gemacht hat: "Der Islam ist die Antithese zum Christentum". Hallelujah, da wird auch Pegida nicht nein sagen.

Das, was so aussieht, wie ein Streit zwischen AfD und (katholischer) Kirche ist vielleicht eher der schwache Widerschein für den Machtkampf innerhalb der Kirche. Es wird nach Franziskus auch wieder einen anderen Papst geben. Mal schauen, ob die katholische Kirche und die AfD nicht doch ganz gut zusammenpassen.

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paulpuma 28.05.2016, 15:36
31.

Tja, könnte sich als Pech für die "Kirchen" herausstellen, sich als Teil des Establishments darzustellen. Dass "Kirchen" heute eher zu den Sadduzäern als zu den Nachfolgern Jesu gehören, ist offensichtlich.

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tambora 28.05.2016, 15:38
32. Korrektur

Zitat von spmc-129372683232763
...Dabei verdankt sie ihre 2000-jährigr Geschichte gerade dem Festhalten an ihrem "Kerngeschäft"! ...
Die katholische Kirche ist nicht mal 1000 Jahre alt. Quasi-staatliche Institutionen wie die evangelische und katholische Kirche gibt es im eigentlichen Christentum, der Orthodoxie, nicht.

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NeZ 28.05.2016, 15:39
33.

Wie immer: Die AfD stilisiert sich zum Opfer. Widerwärtig, dass da noch wer drauf reinfällt.

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spitzaufknoof 28.05.2016, 15:40
34. Da

hat sich die AfD aber einen mächtig großen Gegner ausgesucht. Gerade an den Katholen beißt man sich hierzulande schnell mal die Zähne aus. Was denken die Wähler der C-Parteien wohl darüber ?

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schwaebischehausfrau 28.05.2016, 15:41
35. Einfach voneinander abgrenzen..

Wenn die Kirchen nichts mit der AfD zu tun haben wollen - gut. Umgekehrt sollte sich die AfD auch klar positionieren und ihre Fans z.B. zum Kirchen-Austritt motivieren und sich z.B. noch stärker als Partei positionieren, die mit Religion generell nichts am Hut hat und für eine klare Trennung von Staat und Kirche eintritt- auch was die gehätschelten und mit Steuergelder subventionierten Amtskirchen in Deutschland angeht. Das würde der Partei locker ein zusätzliches Wähler-Potential von 10-15% bescheren, denn wenn man Göring-Eckhard von den Grünen, die SPD-Laienpriester oder die ganzen CDU-Geistlichen sieht, ist klar, dass zumindest diese Parteien an den Pfründen der Kirchen nicht rütteln werden. Ansonsten wäre es nett, wenn Diakonie und Caritas einfach offenlegen, wieviel Milliarden Einnahmen sie jährlich generieren durch Unterbringung von Migranten zu fürstlichen Tages-Sätzen.

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graf.koks 28.05.2016, 15:49
36. Wirklich?

Zitat von Renée Bürgler
Soll er jetzt die AfD verlassen? Weil die Kirche die AfD als nicht dialogwürdig ansieht. Oder soll er die Kirche verlassen? Weil die sich gegen die AfD stellt. Soll er als AfD-Mitglied Predigten gegen die AfD in seiner Kirche über sich ergehen lassen? Wie wird sich so jemand innerlich fühlen... Die Kirchen bringen durch ihre unversöhnliche Haltung Menschen in einen Loyalitätskonflikt. Dieser innere Konflikt betrifft ja nicht nur Mitglieder der AfD. Der betrifft inzwischen Millionen Wähler, die auch Mitglied christlicher Kirchen sind. Wollen die Kirchen wirklich, dass Menschen in ihrer Identität verunsichert werden und durch einen Loyalitätskonflikt zu endgültigen Entscheidungen gezwungen werden, die sie eigentlich gar nicht wollen? Darüber sollten sich die Kirchenleitungen einmal seelsorgerische Gedanken machen.
Ist die Frage ernst gemeint? Alleine die Tatsache, daß Sie zweifeln, dokumentiert, daß Sie das Christentum nur als bequeme Opportunität betrachten. Entweder Sie tanzen mit dem Teufel oder mit Gott. Beides geht nicht! Sie müssen sich schon entscheiden!!!

Wobei die Entscheidung ja auch gar nicht schwer fallen dürfte, wenn man sich die unterliegenden Ideen und Gedanken des AfD-Parteiprogrammentwurfs durchliest.

Christsein heißt sozial denken und stets dem Anderen das zukommen zu lassen, was man für sich selbst wünscht.

AfDsein heißt Rassismus und Ausgrenzung Anderer als man selbst ist.

Das ist jetzt sehr vereinfacht, aber die Richtung stimmt. Die AfD ist im ganzen Kern eine unchristliche und unsoziale Verbindung, deren Ursprung der Hass ist.

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clockwork-orange 28.05.2016, 15:49
37. Überfordert...

Ich darf morgen auf eine Fahnenweihe, zu der der katholische Pfarrer nicht erscheint, "kein Personal"! Was für eine fadenscheinige Ausrede, hätte er gesagt er hat keinen Bock, hätte ich ihm geglaubt. Kirche macht Politik, lädt AfD nicht ein, das bestätigt mich erneut darin, aus der Kirche ausgetreten zu sein. Verlogen, selbstgefällig, kriminell, aber mit dem Finger auf die AfD zeigen... Ich sag nur: Inquisition, Kreuzzüge, Hexenverbrennung, die wissen wie man Feste feiert!

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fahrgast07 28.05.2016, 15:56
38. Vereint in der Menschenwürde

So kritisch ich als Atheist die Kirchen sehe: Mein Applaus für dieses Bekenntnis gegen die Rechtspopulisten!

Wir müssen zusammenrücken, wenn einzelne Gruppen versuchen, die Menschenwürde abzuschaffen.

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katzenheld1 28.05.2016, 15:57
39. Ich bleibe evangelisch

Und ich hatte gedacht, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hätte vielleicht eine deutliche Botschaft zu verkünden, die mir Respekt abnötigt. Z.B., dass die mehr als zehntausend Betten in römischen Kirchenherbergen für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt und sie dort rundum versorgt werden. Den Verdienstausfall für den Vatikan zahlen die deutschen Katholiken über Vergütungsverzicht der Kirchenfestangestellten, und Herr Tebartz van Elst wird abgestellt zur Reinigung der sanitären Anlagen in drei Herbergen, nach Einarbeitung vier bis fünf.

So aber halte ich es als b.a.w AfD-Wählerin weiterhin mit dem evangelischen Theologen Richard Schröder (SPD). Der sagte im Interview: „Die Kirchen können von ihren Mitgliedern mehr Barmherzigkeit verlangen. Von Barmherzigkeit, vom Herz für die Elenden kann es nicht genug geben. Der Staat aber darf nicht barmherzig sein. Der Staat muss gerecht sein. Er hat nach Regeln zu handeln, und er hat die Folgen zu bedenken.“ Und weiter: „Flüchtlinge fliehen vor einer Gefahr und bleiben, bis sie vorbei ist. Einwanderer wollen ihre Lebenschancen verbessern, da dürfen wir Bedingungen und Obergrenzen nach unseren nationalen Interessen definieren“ Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article154741851/Ohne-Strenge-bei-Migranten-machen-wir-uns-zum-Affen.html

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