Forum: Politik
AfD und Nazis: Deutsche Schande
REUTERS

Die NPD wurde nicht verboten, denn sie ist zu unbedeutend. Bedeutend gefährlicher ist die AfD. Sie beschwört alte Dämonen - und gibt neuen Nazis eine Heimat.

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thomas.200459 19.01.2017, 18:32
50.

Zitat von NahGha09
Zitat Rudolf Augstein: "Man ahnt, daß dieses Schandmal gegen die Hauptstadt und das in Berlin sich neu formierende Deutschland gerichtet ist." Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie die Reaktion des Jakob Augstein ausfallen würde, käme dieser Satz von Björn Höcke statt vom "alten Augstein". Wahrscheinlich hätte er vor Empörung und Schnappatmung gar nicht mehr reagieren können. Ich weiß nicht, wie es anderen Lesern geht, aber ich finde diesen Satz des Rudolf Augstein wesentlich eindeutiger in die Richtung zielend, die man Herrn Höcke unterstellt, als Höckes Satz, an dem sich jetzt alle aufhängen. Und wenn ich mir nicht so sicher wäre, dass Augstein ein Linker war, würde ich jetzt wer weiß was von ihm denken.
wer hat schon ein Interese an ein "sich neu formierendes,formiertes
Deutschland?" Diese Vergangenheit,also diese" A-Keule", ist das ultimativste Polit-Werkzeug,was man sich überhaupt vorstellen kann,genau bis zu jenem Tag,als da eine noch irrere Figur auftaucht,selbst das ist schwer vorstellbar,oder?

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obiwarndemokrat 19.01.2017, 18:32
51. Protestpartei ???

Ich frage mich, warum manche Leute denken, die AFD sei eine Protestpartei ? Läßt man mal das ganze Thema Flüchtlinge/Islam weg und liest sich das Parteiprogramm mal durch, ist die Partei doch extrem neolibeberal . Sie will Reiche begünstigen und wird sich nicht für die unteren sozialen Schichten einsetzen. Wer sein Protest zum Ausdruck bringen will, sollte sich an Frau Wagenknecht halten. Die AFD ist nur die Lust am Untergang.

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WolfgangCzolbe 19.01.2017, 18:32
52. Was sagte Carlo Schmidt vor ca. 70 Jahren?

Danke Herr Augstein. Es gilt immer noch der Satz: gegenüber den Feinden der Demokratie ist Intoleranz geboten. (Carlo Schmidt, SPD)

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interessierter Laie 19.01.2017, 18:33
53. @BeatriceMaurer

Jetzt mal Klartext: Es geht nicht um einen Satz. Es geht um die ganze Rede und um jedes zweite öffentliche Statement des Herrn Höcke. Das trieft von völkischer Rassenideologie und Revisionismus und Volksverhetzung. Und der Rest sind halbherzige Relativierungen und heuchlerische Entschuldigungen und Fingerzeige auf andere Sprecher, die zwar einzelne missverständliche Sätze gesagt haben mögen, aber nie eingebettet in ein solches Reichsparteitagsfeuerwerk. Dieses unbeholfene Auftreten - alles Fassade. Dahinter steht ein aufrechter Fackelträger des Nationalsozialismus, der jeden Tag mit feuchten Augen bedauert, nicht in ein 1000-jähriges Reich geboren zu sein, in dem geschundene Slawen, Araber und Schwarzafrikaner zu ihm, dem arischen Übermenschen aufblicken und ihn um Milde anflehen.

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galbraith-leser 19.01.2017, 18:33
54. Schopenhauer, ein dt. Philosoph, antwortet Höcke:

Zitat von nimue15
M.E. steht er auf der Grenze zum Sektierertum. Flammend, mit verklärten Augen, selbstgefällig ohne jeden Zweifel an seiner Aufgabe und Sendung. Der ist nicht mehr ganz dicht. Was mir mehr Sorgen macht, ist, dass eine so große Anzahl Menschen tatsächlich glauben, was er an Absurditäten von sich gibt. Man muss ja keinen Uni-Abschluss haben, um nach so langer Zeit zu einer durchdachteren Vergangenheitsbetrachtung zu kommen. Seine Anhänger kriegen einfach nicht klar, dass zur Aufarbeitung oder besser Bewältigung eines so schrecklichen Verbrechens wie dem Holocaust, die Einsicht, das Schuldeingeständnis, und erst dann die innere Befreiung gehört. Eine Reihenfolge so alt wie die Menschheits- und Rechtsgeschichte. Und die meisten von uns haben das wohl auch vollzogen, bewusst oder halbbewusst. Jedenfalls läuft Deutschland nicht im Büßergewand einher, sondern mit einem meistens angemessenen Verhältnis zu seiner Vergangenheit. Und dazu gehört auch das Gedenken. Warum die Rechten sich damit so schwer tun, kann ich mir nur mit einem überhöhten Selbstbild erklären, das immer noch alles Fremde als minderwertig begreift. Und sich selbst - fürchte ich - im tiefsten Inneren auch. Selbstbewusstsein sieht ganz anders aus. Es baut sich durch das eigene Leben auf. Wer es aus der Nation zu beziehen sucht, ist bei sich selbst gescheitert.
„Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.“ Aus: Parerga und Paralipomena, Aphorismen zur Lebensweisheit, Von dem was einer vorstellt.

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astaubach 19.01.2017, 18:33
55. Beachtlich

So kann man es auch machen. Wie viel Prozent der Antworten muss man löschen, um zu dem Thema eine so wohlwollende Resonanz zu bekommen ?
Die Forderungen der AfD-Wähler sind bekannt. Werden diese halbwegs erfüllt, verschwindet die AfD wieder von der Bildfläche. So einfach ist das. Hier bestimmt das Volk. Nennt sich übrigens "Demokratie".

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fördeanwohner 19.01.2017, 18:35
56. -

Zitat von Tunix
Höcke hat das Holocaust-Mahnmal vor dem Reichstag korrekt als Schandmal bezeichnet. Dass es aus seiner Sicht dort nicht stehen sollte, fällt unter das Recht auf freie Meinungsäußerung. ...
Freie Meinungsäußerung sollte eigentlich etwas anderes bedeuten. Pluralität, aber nicht, dass man auf Deibel komm raus an die Grenzen dessen geht, was erlaubt ist. Darüber sollten die Verteidiger von Höcke und Co auch mal nachdenken! Aber Anstand scheint ihnen unbekannt zu sein.
Im Gegensatz zu Herrn Höcke bin ich sehr froh über unsere Erinnerungskultur, denn sie macht viele von uns aufmerksamer gegenüber anderen, offen für fremde Kulturen und sie hat uns nicht geschadet, im Gegenteil. Für mich ist der größte Hohn überhaupt, dass so getan wird, als wenn Deutschland wegen dieser sehr ausgeprägten Erinnerungskultur ins wirtschaftliche Hintertreffen geraten wäre und 50% Menschen wie damals am Ende der Weimarer Republik im Elend leben würden, dabei geht es Deutschland sehr gut.
Ich bin wirklich ratlos, da ich das alles nicht nachvollziehen kann.

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Knackeule 19.01.2017, 18:35
57.

Zitat von fördeanwohner
Manchmal sollten Menschen erstmal darüber nachdenken, ob es denn wirklich alles so schlimm ist, wie die "A"fD es macht, und, ob diese Partei überhaupt Lösungen hat. Wer gegen Solidarität mit anderen Staaten, mit Kriegsflüchtlingen, Nichtdeutschen und sozialbenachteiligten Biodeutschen ist, der repräsentiert doch nur Egoismus. Es gibt keinen Grund diese Partei zu wählen, weil sie außerdem das "Kulturgut" der Vergangenheitsaufarbeitung in den Schmutz zu ziehen versucht und Opfer des Drittes Reichs verhöhnt. Entschuldigung, das sagen zu müssen, aber Leute, die die "A"fD wählen wollen, sind wohl ein ganz "besonderer" Menschenschlag.
"Leute, die die "A"fD wählen wollen, sind wohl ein ganz "besonderer" Menschenschlag". Stimmt genau. Sie sind oft Realisten, die spüren, wohin die Gutmenschen-Mainstream-Politik führen wird. Wer vom selbst erarbeiteten Einkommen oder seiner Rente leben und Steuern und Abgaben zahlen muß und vielleicht auch noch Töchter oder Enkeltöchter hat, denkt oft etwas anders als der poiitisch korrekte Mainstream.

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michelpartei 19.01.2017, 18:35
58. Tief links gegen tief rechts ?

Wer schon mal in Berlin am Denkmal des Holocaust war, der sah das
die Stehlen für viele Besucher einen Spielplatz abgeben. Zum Glück
hält kein Graffiti an diesen Stehlen. Dafür tanzen Leute schon mal auf den Stehlen.

Für mich wäre ein würdiges Denkmahl angebracht, aber Augstein sieht das sicherlich anders und wer ihn aus dem Fernsehen kennt, im Duell mit Blome ,der weiß wie Augstein als Zappelphilipp jeden Zuschauer nervös macht , wenn seine linken und krusen Vorstellungen nicht erwidert werden.

Dafür muß man Blome loben das er so souverän bleibt. Nun aber gegen Höcke und eines stimmt . Weder in Madrid, Lissabon,Paris,Ankara,London etc steht ein Denkmal von der Größe in Berlin.

Dabei zogen diese Länder aus haben Völker vernichtet versklavt ausgebeutet und das über Jahrhunderte. Historiker sind begeistert
wenn sie in dieser Zeit suchen.

Das ist heute Historisch.

Als Gauck auf der Münchener Sicherheitskonferenz sagte: Die Deutschen verstecken sich hinter den Historischen Ereignissen ,
weil sie nicht bereit sind militärische Verantwortung zu übernehmen, hätte ich einen Sturm der Entrüstung erwartet , auch von Augstein.

Aber nichts kam. Für Gauck, 70 Jahre nach dem Holocaust kann man nicht von Historischen Ereignissen reden, dass ist viel zu früh.

So bin ich der Meinung , dass Höcke versucht die Schuld der Deutschen in das Museum der Geschichte abzulegen , aber

das geht nicht. Was auch nicht geht, dass Gauck in seiner letzten Rede wieder militärische Einsätze fordert. Das geht wenn Deutschland zur Ruhe gekommen ist, in 100 Jahren.

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Joachim Petrick 19.01.2017, 18:35
59. Rudolf Augstein:

Martin Walser 1998 wörtlich: „In der Diskussion um das Holocaustdenkmal in Berlin kann die Nachwelt einmal nachlesen, was Leute anrichteten, die sich für das Gewissen von anderen verantwortlich fühlten. Die Betonierung des Zentrums der Hauptstadt mit einem fussballfeldgroßen Alptraum. Die Monumentalisierung der Schande.“ Walser sprach gegen die „Instrumentalisierung des Holocausts“, Auschwitz dürfe nicht zur „Moralkeule“ verkommen, die „Dauerpräsentation unserer Schande“ werde dazu instrumentalisiert, den Deutschen wehzutun oder gar politische Forderungen daraus abzuleiten.

Was aber will nun AfD- Frontmann Björn Höcke in Dresden mit dem Hochschäumen dieser unsäglichen Debatte von 1998 verhindern, was fördern, wenn er von einer 180 Grad Wende deutscher Erinnerungskultur spricht, außer, dass er als Signalwortgeber für die Aufrechterhaltung der Höhe des Erregungspegels in den Medien den Krummsäbel zückt?

Das, was er mit der Wende wirklich meint, lässt er, anders als Martin Walser, Rudolf Aufgstein 1998. im Januar 2017 offen wie eine zuschlagende Drehtür. Dass aber Höckes jugendliche Zuschauer ihm in der Sache zujubeln, wie Jürgen Elsässer in seinem Blog meint, halte ich für eine Fehleinschätzung.

Ich vermute der Jubel resultiert mehr aus den Leerstellen oder nennen wir es Gruben, die Höcke per Hieb- und Spatenstich ausgehoben, die seine jugendlichen Zuhörer in vorausgreifender Erregung gleich nach der Veranstaltung mit Unmengen an Sächsischem Bölkstoff kameradschaftlich zu füllen gedenken

Wird die AfD erst einmal an Regierungshebeln die Finanzierung der KZ- Gedenkstätten in Auschwitz, Treblinka, Sobibor, Bergen- Belsen, NeuengammeIFuhlsbüttel/Hamburg, Sachsenhausen und andernorts wie die Finanzierung des Erhalts von Soldatenfriedhöfen europaweit fortführen oder beenden wollen?

Wie passt der Ausschluß der sogenannten „Lügenpresse“ von AfD Veranstaltungen wie jetzt in Dresden zur Tatsache, dass die AfD und das nicht knapp wie andere etablierte Parteien in Bund und Ländern, Kommunen, der EU Staatsknete aus dem Parteifinanzierungsgesetz für sich direkt und parteinahe Stiftungen, Organisationen im Rahmen politischer Bildung auf Antrag abkassiert?
Einerseits scheinen sich Augsteins, Walsers Befürchtungen so nicht zu bestätigen, außer man nimmt andererseits Björn Höckes Auftritt in Dresden als die Bestätigung des Gegenteils.
https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/hoecke-verschwurbelt-walsers-1998er-wort

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