Forum: Politik
AfD: Unsere Grünen von rechts
DPA

Vieles am Aufstieg der AfD erinnert an die Karriere der Grünen. Auch die Mitglieder der Öko-Partei gefielen sich am Anfang in der Rolle von Kämpfern gegen das Establishment, schockierten mit abwegigen Ideen und seltsamen Leuten.

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palef 02.02.2016, 16:51
190. ...stereotyp, Herr Fleischhauer...

...nennt man das, wenn ein Publiziert nur über die Grünen (bisweilen die LINKE) aber immer auch über Politik-Frauen herzieht. Gut, dass es den Palmer gibt als Rechtfertigung für die eigenen, dumpfen Gemeinheiten!

Der Spiegel lässt Sie, also machen Sie einfach weiter wie gehabt. Sie schreiben uns in die Zeit nach 1936! Ich hoffe, unsere Demokratie hält auch das aus!

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rosenrot367 02.02.2016, 16:58
191. Bravo Herr Fleischhauer!

Chapeau - kann Ihnen in allen Punkten zustimmen! Die heutigen entsetzten Grünen waren Anfang der 60-er Jahre auch nicht besser.....Es geht doch bei den "etablierten" drei Parteien (CDU, SPD, Grüne) nur um die Angst, zu viele Wähler an die AfD zu verlieren!

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dröhnbüdel 02.02.2016, 16:58
192. Großer Unterschied

Es gibt einen sehr großen Unterschied zwischen den Grünen in ihrer Entstehungszeit und der jetzigen AfD: Nur eine kleine Minderheit der Ur-Grünen war gewaltbereit, und das nicht gegen politische Gegner, sondern gegen die Polizei, wenn Demos gegen Atomkraft aufgelöst werden sollten. Gegenüber einer AfD-Ansammlung oder gar einer Pegida-Horde tue ich aber gut daran, mich nicht als Andersdenkender oder gar als Journalist, Handlanger der Lügenpresse, zu outen, dann könnte ich mich womöglich sehr schnell im Krankenhaus wiederfinden. Die Grünen rekrutierten sich zum großen Teil auch aus der mak-love-not-war-Bewegung, Vergleichbares ist bei der AfD nicht zu erkennen. Frau Petry fällt zum Thema Flüchtlinge der "Gebrauch der Schusswaffe" ein, welch nette Umschreibung für "Erschießen". Die AfD ist viel gefährlicher als die NPD, es wird höchste Zeit für eine Überwachung durch den Verfassungsschutz.

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die_zukunft 02.02.2016, 16:59
193.

Zitat von innerspace
Populismus, mehr nicht. Die"unschuldigen Zivilisten" in Syrien sind bei Kriegshandlungen Kollateralschäden (leider) aber nicht die primären Ziele. In Paris waren die Zivilisten die Primärziele. Ein erhebliche Unterschied, den Sie in Ihrer Argumentation verschweigen. Weglassen ist auch eine Art der Lüge.
Also, ich habe argumentiert, dass Frau Wagenknechts Aussage nicht Herrn Fleischhauers Diagnose einer Geisteskrankheit rechtfertigt. Sie sagen selbst, dass der Tod Unbeteiligter unerfreulich ist ("leider"). Mit anderen Worten, sie sind sich soweit mit Frau Wagenknecht einig. Wo bleibt da noch Raum für die Geisteskrankheit? Was habe ich weggelassen, dass diese Beurteilung ändern würde? Es ist natürlich hübsch mir ein Weglassen zu unterstellen, wo ich tatsächlich Herrn Fleischhauer ergänzt habe, aber ich glaube nicht, dass das ihrem Argument Nachdruck verleiht. (— Absatz, Mistforum —)

Ihre Unterscheidung in Primär- und Sekundärziele halte ich — jedenfalls in dieser pauschalen Form — für moralisch verwerflich (denn wer eintscheidet, welche "Kollateralschäden" rechtfertigbar sind und wann sie in blanken Terror umschlagen?), aber das ist eine andere Frage. Ich möchte Ihnen aber nahelegen, da vielleicht auch mal ein bisschen mehr drüber nachzudenken, anstatt das nur so in den Raum zu werfen.

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katzenheld1 02.02.2016, 17:06
194. Tatsächlich kann man das auch anders sehen

Zitat von ackergold
Der Satz "Die Bundesrepublik hat die Inkorporation von Leuten wie Wagenknecht in ihren parlamentarischen Alltag überlebt, sie wird auch Beatrix von Storch und Frauke Petry überleben" ist an Irrwitz kaum noch zu überbieten. Herr Fleischhauer scheint kaum noch zurechnungsfähig zu sein, wenn er damit den Neunazis und ihrer Hasspolitik die Tür öffnen will. Man kann über die politische Meinung der Wagenknecht denken was man will, aber sie predigt wenigstens nicht permanent Hass gegen irgendwen, will auf niemanden schießen lassen und schürt keine Rassenresentiments.
Also sprach Sahra Wagenknecht anno 1994: "Wie verhalten sich die sozialistischen Kräfte, wenn die Massen, denen sie ihre Macht verdanken, sich von ihnen abzuwenden beginnen? Sollen sie die Macht wieder abgeben, und damit eine blutige Konterrevolution riskieren? Oder sollen sie weiterkämpfen? Ich denke, es gibt zum letzteren keine Alternative. Nur, die Revolution gibt damit natürlich einen wichtigen Teil ihrer Ansprüche auf."

„Verdanken“ statt „aufgezwungen haben“ … und die Tatsache einer gewaltfreien „Konterrevolution“ … Kleinigkeiten gegenüber der Wichtigkeit der „Revolution“. Ich interpretiere das als ganz tief empundene Ablehnung der Mitbürger, die die Mauer bezwungen haben. Also Ressentiments gegenüber einer bestimmten Gruppe von Menschen.

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donnerkeil 02.02.2016, 17:13
195.

Zitat von jj2005
"Auch die Mitglieder der Öko-Partei gefielen sich am Anfang in der Rolle von Kämpfern gegen das Establishment" - lieber Herr Fleischhauer, die Grünen WAREN Kämpfer gegen das Establishment. Erst nach langem Kampf, und unter dem Druck der Wähler, hat sich das Establishment zu grünen Positionen bekehren lassen.
Es war ein grüner Außenminister mit dem ersten Kriegseinsatz deutscher Soldaten nach dem 2.WK ......die Grünen haben sich zum Establishment "bekehrt".

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dadalyst1 02.02.2016, 17:14
196. Kompliment!

Eine blitzgescheite Kolumne, die, frei von jeglicher Hysterie, auf gewitzte und unterhaltsame Art dem Leser eine bemerkenswerte Perspektive auf das aktuelle politische Geschehen bietet. Eine echte Rarität im SPON-Kolumnenuniversum.

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curiosus_ 02.02.2016, 17:19
197. Gut, das Verständnis ...

Zitat von syracusa
Die Grünen waren schon immer eine Partei der Menschen- und Bürgerrechte.
... der Kinderrechte hat sich im Laufe der Zeit auch bei den Grünen etwas gewandelt ...



Stimmt, die ...

Zitat von hman2
Kleiner Tipp am Rande: Jugoslawien existiert seit Jahrzehnten nicht mehr. Von dort kamen aus dem dortigen damaligen Bürgerkrieg übrigens drei Mal so viele Flüchtlinge zu uns wie heute aus Syrien, und die haben unser Land auch nicht ruiniert...
.... sind auch größtenteils wieder zurück.

PS: Haben Sie mir einen Link (Kleiner Tipp am Rande reicht) der belegt, dass aus Jugoslawien 1,5 Mio. Flüchtlinge zu uns kamen? Ich kann da dummerweise nur 320 000 finden ...

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erdmann.rs 02.02.2016, 17:20
198. Meinungen

Zitat von Celestine
Eine schöne, sehr treffende Kolumne von Herrn Fleischhauer. Tja, anfangs war die AfD ein lauer Verein neoliberaler Euro-Gegner. Am rechten Rand wurde nur sehr vorsichtig gekratzt. Frau Petry machte auf mich von Anfang an den Eindruck, als ob sie latent sehr fanatisch sei. Nach der Abspaltung treten jetzt offen rassistische Mitglieder auf; der Verein war schon immer unsympathisch, jetzt ist sie unerträglich. Aber immer noch kein Grund, den Verfassungsschutz zu bemühen. In anderen EU Ländern, einschl. Skandinavien, gehören die Rechtspopulisten mit zu den größten Parteien. Die Angst der etablierten Parteien vor deren weiterer Stärkung hat die Länder veranlasst, ihre bisher liberale Flüchtlingspolitik völlig neu zu organisieren. Ein Grund, warum Frau Merkel für ihre offenen Grenzen nirgends mehr Unterstützung bekommt, selbst aus Schweden nicht, wo die nationalistischen Sverigedemokraterna inzwischen die zweitgrößte Partei ist.
@Celestine 02.02.16 um 16:41)

Ihren bisherigen Beiträgen habe ich entnommen, dass Sie
keine Deutsche sind (vielleicht auch nicht hier leben?)
Es scheint mir, dass Sie sehr gut beobachten, was hier
- besonders auch in der aktuellen Flüchtlingsfrage -
gerade passiert. Auch finde ich, dass Sie differenziert
und sachlich dazu Ihre Meinung schreiben.
Auf die Dinge, die hier passieren - oder eben auch nicht -
können Sie so aber leider keinen Einfluss ausüben.
Besser noch wäre es allerdings, wenn u n s e r e eigenen Politiker mal e n d l i c h das Richtige täten.
Ihnen sage ich jedenfalls: "Respekt und danke für
Ihre guten Wortbeiträge.

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melnibone 02.02.2016, 17:27
199. Sicher wird die BRD die AfD ...

ebenso wie Fr. Storch und Fr. Petry überleben.
Zwischendurch: als es um ´gesellschaftlíche´ ´Peanuts´ ging, wurden z. B. die Piraten im Schulterschluss ... Medien und Politik ... sozusagen auf freier Wildbahn erlegt.
Dieses, natürlich völlig uneigennützige Gesäusel der Politik, unterfüttert mit Staatsrechtlern und Historikern hat schon wieder ein ganz eigenes ´Geschmäckle´.
Über die Grünen und ihre Ursprünge werden m.E., die wichtigen kanalisierenden Gründe zur Parteigründung unterschätzt.
Damals gab es durchaus Potential für eine sich ´bewegende´ und orientierungsbereite Gesellschaft.
Ich erinnere gerne an Robert Jungk.
Aber wie wir wissen, hielt die ´Strahlkraft´ der Grünen nur kurz den Institutionen stand.
Mir stossen die Groko Parteien/Selbstbeweihräucherer mächtig auf!

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