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Affäre im Verteidigungsministerium: Der Berater und seine Freunde
Maurizio Gambarini/DPA

Im Untersuchungsausschuss zur Berateraffäre kommen brisante Details ans Licht. Ex-Verteidigungsstaatssekretärin Katrin Suder gab dem Berater Timo Noetzel offenbar Hinweise, wie er neue Aufträge an Land ziehen könnte.

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hardy.stiefel 28.06.2019, 09:57
1. Langsam bekommt ich Angst,

und zwar um mich. In meinem Beruf war ich 6 Jahre im Außendienst, da gab es einfach mehr Geld (was nicht immer zutraf). Ich kümmerte mich um meine Kunden, brachte kleine Geschenke zum Geburtstag, auch den Kindern im Betrieb, war auf deren Veranstaltungen und bei Essen - und bekam so gute Aufträge. Kurz, ich verhielt mich so wie ein guter ADler es sein sollte. Persönlicher Einsatz, denn auch die besten Produkte müssen erst einmal bekannt gemacht und dann auch noch verkauft werden.
So sehe ich auch diesen Einsatz von Nötzel. Er machte das, wofür er bezahlt wird. Mit Sicherheit hat er nicht bestochen oder illegales gemacht. Denn Geld hinterlässt immer Spuren, dass weiß er/jeder. Als ADler gibt es eine fristlose Kündigung bei Spesenbetrug - und zwar unabhängig vom Betrag. Aber er war Egoist und prahlte mit seinen Erfolgen öffentlich. Das wird ihm jetzt vorgeworfen. Nicht, ob er seine Arbeit ordentlich gemacht hat oder nicht. Angst bekomme ich davor, ob ich irgend eine Äußerung aus der Vergangenheit heute in einem ganz anderen Kontext als "Vergehen" vorgeworfen bekomme. Auszuschließen ist es nicht, wenn ich solche Berichte lese. Diese Zeiten werden einfach nur noch nervig.

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fridericus1 28.06.2019, 10:01
2. Diese Untersuchung ...

... sollte man flankieren mit einer sehr sorgfältigen Untersuchung und Durchleuchtung aller Konten und Vermögensverhältnisse der Buddies des Herrn Noetzel inkl. der Familien, um mögliche direkte Bestechung auszuschließen. Jeder Hartz4 - Empfänger muss das über sich ergehen lassen, da scheint mir das in diesem Fall auch sehr angebracht.

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jmat17 28.06.2019, 10:04
3. Normale Korruption

Worüber soll man sich aufregen? Ob Frau v.d.Leyen unfähig ist, oder ob Sie ihre Frauenfreundschaften pflegt? Oder vielleicht ob ein General auf Befehl und Gehorsam setzt? Oder ob eine Firma alles tut, um an Geld zu kommen? Wir wissen doch spätestens seit Kohl, daß ein Amtseid nix wert ist, wenn es um Amigos geht.

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DoyleMusgrave 28.06.2019, 10:10
4. Auftragsvergabe

20 Mio. Euro Umsatz = ca. 50 FTE Berater p.a. Das ist für ein Großprojekt bei einem Tanker wieder Bundeswehr doch nicht viel. Verschreckt von den großen Zahlen? Lieber Spiegel, die Steigerung ist doch viel interessanter!

Stellen Sie bitte zur Erhellung diese Fragen: Wie groß ist das Auftragsvolumen des BMVg für Beratung insgesamt? Ist es seit vdL's Zuständigkeit überall so gestiegen? Welche Beratungsleistungen wurden konkret beauftragt? Welche Leistungen wurde doppelt/kongruent vergeben? WO kontrolliert sich der Berater selber? Welche Freigabegrenzen wurden missachtet?

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yvowald@freenet.de 28.06.2019, 10:16
5. Geldwechsler aus dem Tempel verbannen (Bibel)

Das alles war vorauszusehen. Ministerin von der Leyen holte ganz bewußt auch Frau Suder als "Staatssekretärin" in ihr Ministerium, damit die behördeninternen Strukturen durchleuchtet werden sollten. Natürlich mit dem Hintergedanken, daß dabei auch etwas abfällt für sogenannte "Beraterinnen und Berater" wie Katrin Suder, die ja eigentlich als externe Gutachter arbeiten sollten.
Es geht wie immer um Geld, viel Geld. Und ausgerechnet eine Bundesministerium öffnet dazu der Privatwirtschaft Tür und Tor. Das sollte nicht ohne Konsequenzen für Frau von der Leyen bleiben, wird es sicherlich auch nicht, selbst wenn die Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag zur Zeit eher unterbesetzt sind. Hier hätte die SPD die Möglichkeit der Profilierung, um zu zeigen, wie "Geldwechsler aus dem Tempel verbannt werden" könnten. Wenn die SPD dies überhaupt will?

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coyote38 28.06.2019, 10:18
6. Mit Verlaub: Das kann ich auch.

"Projekt Produktlebenszyklusmanagement (PLM)" ... wenn ich diesen "Berater-Sprech" schon höre, dann klappen mir die Fußnägel hoch ...^^ Wenn ich dafür sorgen will, dass "mein" militärisches Großgerät weniger oft ausfällt, dann brauche ich eine funktionerende Ersatzteilversorgung, eine ausreichende Anzahl an qualifizierten Mechanikern, entsprechende Wartungszeit und nicht zuletzt die Bereitstellung der dafür notwendigen finanziellen Mittel. NICHTS von all dem jedoch haben die hochgelobte und mal wieder abgetauchte Frau Verteidigungsministerin oder auch ihre ach so smarte ehemalige Rüstungsstaatssekretärin in der Zeit ihres gemeinsamen Wirkens "auf die Reihe gekriegt". Und dafür brauche ich keinen "Berater", der mir das erklärt. Problem gelöst. An wen im BMVg kann ich jetzt die Rechnung über 20 Millionen Euro schicken ...?

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bloodyhell 28.06.2019, 10:18
7. Taufpate, aber kein Freund .. alles klar

Taufpate für 5 Kinder, aber kein Freund .. alles klar...
will der Herr General den Bundestag für dumm verkaufen? Unfassbar!! Auch bei der Bw gibt es übrigens strenge Regeln betreffend korruptionsgefährdeter Dienstposten. Gilt offensichtlich nicht für Führungskräfte :-(

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Tribess 28.06.2019, 10:19
8. Skandal im Sperrbezirk

Ach nee, darüber soll man sich wundern? Man muss doch sehen, dass man irgendwie über die Runden kommt. Und wenn man dann auf eine berateraffine Ministerin trifft, die doch -bei aller Zurückhaltung- die Materie ihres Ministeriums nur oberflächlich versteht, ja dann muss man zwangsläufig die Dinge selbst in die Hand nehmen. Und auf einmal läuft's, meint den Geldhahn in Richtung Berater. Man darf ansonsten sehr gespannt sein, wie lange sich die deutschen Strafverfolgungsbehörden das Spielchen noch anschauen.

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desitka 28.06.2019, 10:20
9. Korruption

In vielen Firma gibt es heute Verhaltenscodexe und definierte Mindestanforderungen an zu beauftragende Firmen. Dazu gehört in der Regel, daß diese potentiellen Lieferanten nicht in Korruptionsfälle verwickelt sind. Es ist also zu hoffen, daß die Auftraggeber sich an ihre Vorgaben auch halten und Firmen wie Accenture künftig nicht mehr beauftragen. Anderenfalls bewiesen die Vorstände, was von Ihren Vorgaben tatsächlich zu halten ist.
Daß die zuständige Ministerin nicht die Klasse hat, zu Iher Verantwortung auch zu stehen und die enstprechenden Konsequenzen zu ziehen, ist sehr bedauerlich. Es sind unter anderem Verhaltensweise wie diese, die die Leute von der politische Mitte wegtreibt in die Arme der Rechten Rattenfänger.

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