Forum: Politik
Affäre im Verteidigungsministerium: Der Berater und seine Freunde
Maurizio Gambarini/DPA

Im Untersuchungsausschuss zur Berateraffäre kommen brisante Details ans Licht. Ex-Verteidigungsstaatssekretärin Katrin Suder gab dem Berater Timo Noetzel offenbar Hinweise, wie er neue Aufträge an Land ziehen könnte.

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Peletua 28.06.2019, 11:16
30. #2, fridericus1

Exakt so sollte es sein. Ich würde regelmäßige Überprüfungen für Minister und Staatssekretäre generell zur Routine machen. Die sind es schließlich, die - außer ihren diversen 'Nebeneinkünften' - vom Steuerzahler leben, und die dessen Geld treuhänderisch verwalten. Der Selbstbedienungsladen, zu dem sich die Ministerien mittlerweile entwickelt haben, sollte jedenfalls schnellstmöglich geschlossen werden.

Geht nicht ohne einen konkreten Anfangsverdacht? Dann möge man mir doch bitte mal erklären, warum sich im umgekehrten Fall der steuerzahlende Bürger nach dem Willen unseres glorreichen Innenministers an die verdachtsunabhängige Überwachung seiner Person bzw. seiner Daten gewöhnen soll.

Nebenbei gesagt: Die vielen Noetzel-Versteher und Relativierer im Forum kommen mir doch reichlich seltsam vor.

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thob 28.06.2019, 11:18
31. Normal - KAM wie in der freien Wirtschaft auch?

Ja, klar das ist Key Account Management wie in der freien Wirtschaft auch. Auch klar: in der freien Wirtschaft wird auch mal eine Auftrag an Bekannte vergeben (wie eng die Bekanntschaft auch immer sein mag). Das macht ja auch Sinn, da ist das Vertrauensverhältnis am größten.
ABER: Wir reden nicht von der freien Wirtschaft! Wir reden von der Bundeswehr. Wir reden von einer Behörde, die es mit einem riesigen Eta nicht schafft ihren Laden am Laufen zu halten. Anders als in der freien Wirtschaft können alle Entscheidungen dazu führen, dass Menschen sterben. Übrigens die Menschen, die beim Hauch eines Verdachts auf Bestechung sofort ihren Job los sind.
Wir reden auch davon, dass das riesige Summen ohne Ausschreibung vergeben werden. Da ist mir das Verhältnis zur Gesamtsumme egal. 20 Mio sind viel, die wären als "Weihnachtsgeld" verteilt auf die Soldaten vermutlich besser aufgehoben.

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Frickleburt Frogfart 28.06.2019, 11:20
32. @hardy.stiefel (Nr.1)

Sie haben in Ihrer euphorischen Verteidigung dieses Beziehungsgeflechts das Wichtigste ausgelassen: Hier geht es um Millionen, wenn nicht über die Jahre gerechnet sogar Milliarden an Steuergeldern. Also meine, Ihre und die der anderen Steuerzahler. Da sollte ein gerechtes und halbwegs neutrales Vergabeverfahren für Aufträge Standard sein.

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krtoledo77 28.06.2019, 11:21
33. Kundennähe oder Korruption?

Das schlimme ist, das für Selbständige und kleine Firmen es immer schwieriger wird an Projekten teilzunehmen, da solche große "Beratungshäuser" durch ihre "Kundennähe" alles wegschnappen. Wobei, schlimmer ist eigtl. das diese großen Beratungshäuser noch nicht einmal gute Arbeit leisten, da diese vermehrt mit 1 oder 2 Seniorberatern und 10-15 Juniorberatern(welche auch wieder als Senior verkauf werden) die Projekte mehr schlecht als recht stemmen. Meistens müssen dann die Firmen dann später alles wieder umkrempeln und doch wieder auf kleinere Dienstleister und Freiberuflern zurückgreifen um den verzapften Mist der Accidenture Berater wieder zu beheben. Wohlgemerkt es mag ja einige gute Berater bei Accidenture geben, aber in meinen 20 Beurfsjahren bin ich noch keinen begegnet.

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fleischwurstfachvorleger 28.06.2019, 11:26
34. Hallo

Zitat von hardy.stiefel
und zwar um mich. In meinem Beruf war ich 6 Jahre im Außendienst, da gab es einfach mehr Geld (was nicht immer zutraf). Ich kümmerte mich um meine Kunden, brachte kleine Geschenke zum Geburtstag, auch den Kindern im Betrieb, war auf deren Veranstaltungen und bei Essen - und bekam so gute Aufträge. Kurz, ich verhielt mich so wie ein guter ADler es sein sollte. Persönlicher Einsatz, denn auch die besten Produkte müssen erst einmal bekannt gemacht und dann auch noch verkauft werden. So sehe ich auch diesen Einsatz von Nötzel. Er machte das, wofür er bezahlt wird. Mit Sicherheit hat er nicht bestochen oder illegales gemacht. Denn Geld hinterlässt immer Spuren, dass weiß er/jeder. Als ADler gibt es eine fristlose Kündigung bei Spesenbetrug - und zwar unabhängig vom Betrag. Aber er war Egoist und prahlte mit seinen Erfolgen öffentlich. Das wird ihm jetzt vorgeworfen. Nicht, ob er seine Arbeit ordentlich gemacht hat oder nicht. Angst bekomme ich davor, ob ich irgend eine Äußerung aus der Vergangenheit heute in einem ganz anderen Kontext als "Vergehen" vorgeworfen bekomme. Auszuschließen ist es nicht, wenn ich solche Berichte lese. Diese Zeiten werden einfach nur noch nervig.
Es gibt Regeln und Gesetze.

Und die darf man nicht umgehen.

Das sollte Ihnen als guter Außendienstmitarbeiter aber schon bekannt sein.

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lynx2 28.06.2019, 11:28
35. Das war für mich von Anfang an klar, daß..

.. Katrin Suder als McKinseys Trojanisches Pferd fungierte, um für ihre
frühere Firma Aufträge an Land zu ziehen. Daß das jetzt erst rauskommt, ist typisch für die Vertuschungskutur im Verteidigungs-ministerium. Jetzt ist sie Vorsitzende des Digitalisierungsrats der Bundesregierung und dort wird sie es genauso machen und IT-Aufträge an befreudete Firmen und an die Mackies vergeben.
Bis das rauskommt, ist sie wieder weg, evtl. wieder zurück zu McKinsey, mit einer Ladung fetter kickbacks im Gepäck. So läuft das.

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watch15 28.06.2019, 11:28
36. Zusperren den Laden

Wenn die Bundeswehr mit ihren hochdekorierten Offizieren es selbst nicht schafft ihren Laden zu organisieren und in Ordnung zu halten, dann ist das für mich ein absolutes Armutszeugnis. Aber wen wundert das ... der Fisch stinkt immer vom Kopf her und Frau v.d.L. steht nach all Ihrem Versagen uns Skandalen immer noch an der Spitze! Ein Heer von irgendwelchen Beratern, die nicht einmal einen Wehrdienst abgeleistet haben, sagt den Streitkräften wo es lang geht. Spionage ist ein alter Hut ... heute wird der Berater losgeschickt "Noetzel sei ein extrem smarter, strategischer Kopf, der die Bundeswehr wie kaum ein anderer kenne." ... na da braucht ein ausländischer Geheimdienst ja nur einen Beratervertrag mit Noetzel abschliessen ... der kennt sich schließlich aus. Wenn ich die Berichte über die Einsatzfähigkeit der BW durchlese finde ich es einfach nur krank was da abläuft und wie ohne Hemmungen gnadenlos Steuergelder verschleudert werden. Besserung ... nicht in Sicht!

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josho 28.06.2019, 11:29
37. Ich wüsste nicht, warum diese Affäre...

....zu einem Problem von Frau von der Leyen werden könnte. Keine der sogenannten Affären in der Vergangenheit hat ihr irgendetwas anhaben können. Wieso sollte es denn diesmal anders sein?

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liberte.toujours 28.06.2019, 11:31
38. Die Beauftragung ist völlig normal - aber wie war die Leistung?

Ich weiß nicht, wieviel Erfahrung in der Allgemeinheit über die Arbeit von Beratungen vorliegt - aber im Normalfall werden Beratungen einsetzt, um Arbeiten zu übernehmen, die ein Unternehmen oder eine Behörde nicht leisten kann. Und über Behörden regen sich doch alle immer auf. Bei den bekannten Defiziten der Arbeit von Behörden ist es doch logisch und gut, dass Beratungen eingesetzt werden um die Behörden zu unterstützen. Die Kritik an der Beauftragung an sich ist völlig falsch - vielmehr müsste gefragt werden, was geleistet wurde und ob das den Erwartungen entspricht.

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zyim 28.06.2019, 11:32
39.

Zitat von hardy.stiefel
und zwar um mich. In meinem Beruf war ich 6 Jahre im Außendienst, da gab es einfach mehr Geld (was nicht immer zutraf). Ich kümmerte mich um meine Kunden, brachte kleine Geschenke zum Geburtstag, auch den Kindern im Betrieb, war auf deren Veranstaltungen und bei Essen - und bekam so gute Aufträge. Kurz, ich verhielt mich so wie ein guter ADler es sein sollte. Persönlicher Einsatz, denn auch die besten Produkte müssen erst einmal bekannt gemacht und dann auch noch verkauft werden. So sehe ich auch diesen Einsatz von Nötzel. Er machte das, wofür er bezahlt wird. Mit Sicherheit hat er nicht bestochen oder illegales gemacht. Denn Geld hinterlässt immer Spuren, dass weiß er/jeder. Als ADler gibt es eine fristlose Kündigung bei Spesenbetrug - und zwar unabhängig vom Betrag. Aber er war Egoist und prahlte mit seinen Erfolgen öffentlich. Das wird ihm jetzt vorgeworfen. Nicht, ob er seine Arbeit ordentlich gemacht hat oder nicht. Angst bekomme ich davor, ob ich irgend eine Äußerung aus der Vergangenheit heute in einem ganz anderen Kontext als "Vergehen" vorgeworfen bekomme. Auszuschließen ist es nicht, wenn ich solche Berichte lese. Diese Zeiten werden einfach nur noch nervig.
Es ist im öffentlichen Bereich aber anders, da hier Gesetze für Auftragsvergaben existieren. Weiterhin sind je nach Dienststelle schon kleine Geschenke verboten, da diese gern für die "Anfütterungsstrategie" genutzt werden. Also mit kleinen Geschenken und Aufmerksamkeiten sein Gegenüber bedenken, um sein Vertrauen zu gewinnen. Später (können Jahre dazwischen liegen) geht es dann um größere Sachen.

In dem beschriebenen Fall hätten sich Suder und der General komplett aus den Vergaben raushalten müssen. So hat alles ein gewisses Geschmäckle.

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