Forum: Politik
Affäre im Verteidigungsministerium: Der Berater und seine Freunde
Maurizio Gambarini/DPA

Im Untersuchungsausschuss zur Berateraffäre kommen brisante Details ans Licht. Ex-Verteidigungsstaatssekretärin Katrin Suder gab dem Berater Timo Noetzel offenbar Hinweise, wie er neue Aufträge an Land ziehen könnte.

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RiHo 28.06.2019, 12:04
50. Ohhh wie alle entrüstet sind...

Was soll das?
Man kannte sich, man wusste scheinbar man kann gut zusammenarbeiten - wo ist das Problem? Zusammenarbeit und geschäftliche Beziehungen sind fast ausschließlich von der Zwischenmenschliche Kompatibilität abhängig. Solange da keine Gelder geflossen sind als "Danke für den Auftrag, hier sind deine versprochenen 10%" ist da überhaupt nichts verwerfliches da.
Das hat auch nichts mit "Nötzel" Verstehern zu tun - so funktioniert die Welt nunmal, alles andere ist Augenwischerei oder schlicht Unwissen, weil man in den Sphären noch nicht unterwegs war.

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Heimratt 28.06.2019, 12:12
51. Pay Back

Es ist in der Consulting-Branche übliche, dass die Entscheider bei Grossprojekten mit 10 - 15 % des Beratungshonorar "gekauft" werden.

Ein "Projekt Produktlebenszyklusmanagement" ist eine dieser typischen Consulting-Luftnummern zur Ablesung der Uhrzeit, für das nur heisse Luft produziert wird. Jeder General weiss (falls er mit seinen Leuten spricht), wann seine Geräte nicht mehr zu gedachten Zweck "reichen".

Beispiel "Gorck Fock" II, gebaut 1958. Ein Schiff hat eine Lebensdauer (lt. Afa-Tabelle) von 10 - 20 Jahre. Das Schiff wurde 2010 generalüberholt, vorher gab es lediglich einige Instandsetzungen in der Werft. Statt der für Segelboote üblichen 10 Jahre wurde die also 52 Jahre im Dienst gelassen. Dann ist jedes Schiff kaputt und nur noch als Hulk zu gebrauchen, wenn der Rumpf noch dicht ist. Auf dem Schiff fuhren Menschen! Ein Passagierschiff muss gemäss "Lloyds" nach 16 Jahren überholt werden, sonst kriegt das keine Sicherheitszertifikat mehr und ist nicht zu versichern!

Ein Panzer ist nach 20 Jahren veraltet, ein Tornado -wie man sieht- nach 5 Jahren (die Bundeswehr fliegt immer noch 3. Generation, aktuell ist die 5.), ein G36 nach 10 Jahren (im Kriegsfalle nach 2 Monaten). Wenn das die Generale nicht wissen, sollte jeder Dummkopf zu Armee gehen.

Da kann´ste was werden, ohne was zu können. q.e.d.. Bei der Frau von der Leyen reicht es noch nicht einmal für 3 Klimmzüge. Und was macht die für Klimmzüge. :-)

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lanzarot 28.06.2019, 12:18
52. Agentur für Cybertechnologien in Form einer GmbH

Gut, dass die SPD die Agentur in Form einer GmbH gestoppt hat. Der Sumpf wäre auch auf diese Agentur ausgedehnt worden. Das kann man schon nicht mehr Vetternwirtschaft nennen. Das Ganze nimmt langsam mafiöse Züge an.

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wurzer 28.06.2019, 12:42
53. Unsere Verteidigungsministerin

Unsere Minister, die meisten von ihnen mit einer begnadeten Einfalt gesegnet, werden immer mehr zur Lachnummer. Kein Wunder, dass ihr Oberboss - Frau Merkel - immer öfters-auch öffentlich- zittert. Bei einem solchem Material kann uns Steuerzahlern nur noch Angst und Bange werden.
Frau Merkel reagiert nicht, weil diese Ansammlung von Unfähigkeit in ihrem Kabinett, keinerlei Widerstand bietet.
Ich bin jetzt 77 Jahre alt, habe 46 Jahre für einen Weltkonzern gearbeitet und muss jetzt mitansehen, wie unsere Aufbauarbeit langsam aber sicher durch diese Unfähigkeit der Politiker, zerstört wird.

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Thomasvon Bröckel 28.06.2019, 12:43
54. Keine Überraschung

Diese Problematik besteht nicht nur im Verteidigungsministerium sondern in nahezu allen Bundesministerien, sowie zum Teil auch in nachgelagerten Bundesbehörden. Das Beraterunwesen breitet sich wie eine Krake aus. Es ist die Politik dieser Unternehmen, wichtige Schaltstellen mit ihren Leuten zu besetzen, um sich so Folgeaufträge zuzuschanzen und Entscheidungen im Sinne der Unternehmen zu beeinflussen. Und die zum Teil unterirdischen Beratungsleistungen, die sich mitunter auf das Schreiben von Protokollen und Erstellen von Powerpoints beschränken, lassen sich die Firmen fürstlich entlohnen. 1500 EUR pro Tag(!) für einen Berater sind völlig normal. Mich wundert es seit Jahren, dass der Bundesrechnungshof hier untätig zuschaut...

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curiosus_ 28.06.2019, 12:45
55. ??

Zitat von reinerotto
Hab selber mal technische IT-Projekte fuer eine dt. Fluggesellschaft abgewickelt, sowohl als "Koter" als auch als Projektleiter. Dabei gab es Abnahmen, welche meiner Ansicht nach praktisch kein System der BW bestehen wuerde. Z.B. Induktion von hochfrequenten und niederfrequenten Stoerungen auf den Datenleitungen; Stoeranfaelligkeitstest durch Abschalten zwischengeschalteter Komponenten und Beobachtung der Auswirkungen nach Wiederinbetriebnahme/Instandsetzung. Sprich: Es musste einfach weitergehen. Alle Abnahmetests wurden natuerlich nur unmittelbar vor Beginn der eigentlichen Abnahme dem Lieferanten bekanntgemacht. Waere doch durchaus interessant, zu wissen, ob dieses Verfahren bei aktuellen Ruestungsauftraegen auch ueblich ist ... Hintergrund: Wenn die Abnahmeprozeduren fruehzeitig bekannt sind, besteht die Gefahr, dass der Lieferant auf Bestehen genauer dieser Szenarien hin entwickelt. Und die allgemeine Betriebssicherheit hintenan stellt. Werden allerdings diese "unbekannten" Tests bestanden, ist dies ein sehr guter Hinweis auf die generelle Qualitaet der Lieferung. Schon hier faengt PLM an. Und dafuer sind keine Herden von sog. "Beratern" notwendig.
Ich weiß ja nicht wie das bei Ihnen läuft, aber normalerweise gibt es zuerst ein Lastenheft, das wird verhandelt und dann gibt es eine Vertragsvergabe auf Basis des abgestimmten Lastenheftes.

Was sollen da "unbekannte" Tests sein? Entweder sind die Tests im Rahmen des abgestimmten Lastenheftes - dann kennt der Auftragnehmer die Anforderung und hat sie zu erfüllen - oder nicht - dann können Sie testen bis Sie schwarz werden, das Produkt abnehmen müssen Sie trotzdem.

Genau das war doch das Problem von der Leyens mit dem G36 - nach der Abnahme rumzujammern, dass das Gewehr nicht im abgestimmten Lastenheft stehende Anforderungen nicht erfüllt.

Sind Sie sicher, dass Sie bei einer seriösen Fluggesellschaft beschäftigt waren? Sieht mir eher nach Hinterhofklitsche aus.

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wahrsager23 28.06.2019, 12:48
56.

Zitat von RiHo
Was soll das? Man kannte sich, man wusste scheinbar man kann gut zusammenarbeiten - wo ist das Problem? Zusammenarbeit und geschäftliche Beziehungen sind fast ausschließlich von der Zwischenmenschliche Kompatibilität abhängig. Solange da keine Gelder geflossen sind als "Danke für den Auftrag, hier sind deine versprochenen 10%" ist da überhaupt nichts verwerfliches da. Das hat auch nichts mit "Nötzel" Verstehern zu tun - so funktioniert die Welt nunmal, alles andere ist Augenwischerei oder schlicht Unwissen, weil man in den Sphären noch nicht unterwegs war.
Richtig, es geht vielfach um Sympathie und "auf der gleichen Wellenlänge sein".

Bei der BW laufen permanent Projekte, die durch externe Betrater/IT-Profis unterstützt werden. Die BW kann diese Projekte nicht alleine stemmen, dafür fehlen die Personen und das Know-How, denn kein guter Berater/IT-Profi arbeitet für das magere ÖD-Gehalt und möchte gerne im Beamtenapparat dauerhaft seiner Arbeit nachgehen.

Das ist nunmal die Ausgangslage, ergo ohne externe Unterstützung läuft im ÖD und auf in vielen Teilen der WIrtschaft nichts mehr.

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eckawol 28.06.2019, 12:52
57. Die bonusrelevanten Blogs von Herrn Noetzel

zeigen, wie die Beraterbranche heutzutage "tickt" und wie deshalb innerhalb einer Berater-Firma der Einzelne zur Selbstdarstellung über hausinterne Blogs quasi gedrückt wird, um die Verbesserung der Einnahmeseite des Unternehmens zu zeigen und seine Bonuszahlungen zu "sichern". Wenn auf der Gegenseite (BVM) als Gesprächspartner (-in) eine berateraffine Person stößt, stimmt das "Paket"

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zerozero123bln 28.06.2019, 12:53
58. Jaja

Vielleicht sollten die Behörden einmal auf die Fachlichkeit der eigenen Mitarbeiter vertrauen. Macht nur keiner und ich frage mich warum? Es ist wohl leichter, sofern etwas schief geht, mit dem Finger auf extern zu zeigen als dafür gerade zu stehen. Politiker sprechen ständig von Verantwortung, nur ihre eigene ist wohl nie gemeint ;)

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Forist2 28.06.2019, 12:55
59. Unkorrupierbare Angestellte halten sich sowieso nicht lange im

öffentlichen Dienst.
Ich habe in den 90er Jahren im öD gearbeitet, mir ist schlecht geworden, wie es da zuging.
Wer nicht korrupierbar ist, der kommt dort beruflich sowieso nicht weiter.
Da ich absolut nicht korrupierbar bin, habe ich Druck von allen Seiten bekommen.
Man wird dann regelrecht rausgemobbt.
Nach 3 Jahren habe ich dann gekündigt und bin wieder in die freie Wirtschaft gegangen.
Ich habe das einfach nicht ausgehalten.
Da hat sich bis heute sicher nichts daran geändert.

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