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Afghanistan: Bundeswehr knausert sich durch den Krieg

Ein Soldat verliert in den Bergen Afghanistans einen Handschuh - und soll*der Bundeswehr den Gegenwert von 7,17 Euro ersetzen. Immer wieder kämpfen deutsche*Truppen nicht nur gegen Taliban, sondern auch mit der Bürokratie an der Heimatfront.*Selbst*nötigste Ausrüstung fehlt.

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Akilim 05.10.2011, 11:01
50. Nei, da liegen Sie falsch!

Zitat von akolyth2
Ich möchte 'mal wissen, was der SPIEGEL schriebe, wenn Soldaten Ausrüstungsgegenstände in Qualität und Stückzahl immer genauso erhielten, .....
Das Problem liegt in dem kleinen Wort "handelsüblich". Alles das, wo handelsübliche Ware als ausreichend erachtet wird, kann zu marktüblichen Preisen beschafft werden. Und immer dann, wenn die Ware als "militärisch" oder "teilmilitärisch" klassifiziert wird, gehen die Kosten für die Ware in Uferlose. Und hinzu kommt eine Behörde, die eigentlich niemand braucht und sich für jedes Teil eine von der restlichen Welt abweichende Norm ausdenkt. Dafür benötigt man die atemberaubende Zahl von 10.800 Sesselpfurzern, die nirgendwo sonst Arbeit finden würden. Die Industrie nennt diese Behörde "Bundesamt für Wehrtechnik und Bestechungen", tatsächlich heßt sie Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffungen.

Klar, dass wir Deutschen Technik und Ausrüstung viel teurer einkaufen als der Rest der Welt.

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Stancer81 05.10.2011, 11:03
51. ...

Zitat von rst2010
gibt es explizite 'Kampfhandschuhe' mit besonderen eigenschaften (integrierte waffen;-))? wenn nicht, war das nur ein ganz normaler handschuh; das ändert aber nichts an der tatsache, dass sich der bund gegenüber seinen soldaten als sehr geizig zeigt.
Das empfinden sie so, weil sie sagen "Naja, 7€ sind doch nix, die kann der Bund dem Soldaten doch bezahlen".

Denken sie aber mal etwas weiter. Die Bundeswehr hat gut 200.000 Soldaten. Was wenn die nun alle ihre Handschuhe verlieren ? Oder mal den Helm im Gras liegen lassen ?
Sowas summiert sich und würde in die Millionen gehen. Schäden, die durch den Steuerzahler zu tragen sind, weil der Soldat unachtsam mit seiner Ausrüstung umgegangen ist.
In dem Fall wurde nachträglich ja richtig entschieden, denn keiner kann verlangen, das der Soldat im Eifer des Gefechts aufpasst, das er auch ja sein Essbesteck nicht verliert, während er um sein Leben kämpft.
Aber allgemein gilt, das der Bund dem Soldaten Ausrüstung zur Nutzung überlässt und der Soldat die Verantwortung über diese Ausrüstung hat. Wenn er sie verliert muss er auch den Schaden begleichen.

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+.+ 05.10.2011, 11:04
52. .

Deutschland könnte in vielem noch viel besser sein wenn es die Bürokratie nicht gäbe.
Ob in der Armee, oder in der Forschung (siehe Artikel über die Antragsberater) oder in der Wirtschaft allgemein.

Manchmal wundere ich mich, dass hier überhaupt nochwas läuft und dann meist nicht schlecht....

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norfair 05.10.2011, 11:06
53. Ein normaler Vorgang

Zitat von sysop
Ein Soldat verliert in den Bergen Afghanistans einen Handschuh - und soll*der Bundeswehr den Gegenwert von 7,17 Euro ersetzen. Immer wieder kämpfen deutsche*Truppen nicht nur gegen Taliban, sondern auch mit der Bürokratie an der Heimatfront.*Selbst*nötigste Ausrüstung fehlt.
Als ich beim Bund war 97/98 musste jeder Verlust in einer Sachschadenmeldung erfasst und gemeldet werden. Und der Kompanie-Chef hat quasi aus Prinzip in 90% der Fälle auf Haftung enthschieden: "Der Soldat war unsorgsam mit seiner Ausrüstung." etc. pp.
Das hatte neben dem Prinzip "Härte" auch das Ziel, die Soldaten dafür zu sensibilisieren, wie sehr sie im Ernstfall auf ihre Ausrüstung angwiesen sind.
Und den Schaden selbst zu zahlen ist hier noch der effektivste Weg.

Daher hat der Soldat auch nicht die 7,17 beklagt, sondern das Denkkonzept, das Prinzip das dahinter steckt.

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Myxim 05.10.2011, 11:11
54. Die Moral der Truppe...

Zitat von Stancer81
Brav aus der Bild abgeschrieben.... Hier wird mal wieder versucht einen Skandal aufzubauen... Es handelt sich um einen Bürokratiefehler. Es ist wohl logisch, das der Soldat nicht aus dem Lager spazieren kann um seinen Handschuh zu suchen. Wäre das im Lager passiert, sähe die Sache aber wieder anders aus. Jeder Wehrpflichtige weiss, das der Soldat selbst für seine Ausrüstung verantwortlich ist. Wenn er sie verliert, verkauft oder mutwillig zerstört muss er dafür haften. Und mit der Verpflegung ist jawohl ein Witz, was sie da schreiben. Jeder Soldat im Krieg würde sich sogar über nur eine Geschmacksrichtung freuen, hauptsache er hat was zu beissen. Mehr Geschmacksrichtungen sind nichts weiter als Luxus. Ebenso das mit den Mützen. "die säen doof aus!".... Bitte was ? Was erwarten die Leute ? Designer Mützen von Gucci ? Scheinbar ist die Wohlstandsgesellschaft nun auch bei der Bundeswehr angekommen !
... ist grundsätzlich ein nicht zu unterschätzender Faktor. Und alleine deshalb sollte den Soldaten bei den EPAs vernünftige Abwechslung geboten werden.

Die Wehrverwaltung sollte mal überdenken ob die dort beschäftigten zivilen Angestellten die zumeist für die Verwaltung verwendet werden, entsprechende Richtlinien haben. Ich denke dort ist das Problem zu suchen und nicht bei den Sachbearbeiter. Wenn das Ministerium die Richtlinie erlässt dass Soldaten in Kriegsgebieten unbürokratisch Ersatz gestellt wird, werden die Sachbearbeiter sich sicherlich daran halten. Ich könnte mir vorstellen, dass sie - wenn zuviele Materialverluste von ihnen einfach durchgewunken werden - von deren Rechnungsstelle Probleme bekommen. Da verstecken sie sich sicherlich gerne hinter den Vorschriften.

Es sollte eher an Diäten von Politikern und sonstigen Supventionen gespart werden, als an der Ausrüstung von Soldaten und Polizisten.

Bei manchen ist es noch nicht angekommen, dass wir heute in einer Demokratie leben, nicht im dritten Reich wo man in Stalingrad froh sein konnte, wenn man was zu essen hatte. Es ist für Deutschland eher peinlich dass sich unsere Soldaten mit solch bürokratischen Kleinkrieg beschäftigen müssen.

Bezüglich der Telekommunikation würde ich halt mal bei den anderen Truppen anfragen wer sie damit versorgt. Wenn es keine Firma in Deutschland gibt die es bietet, halt teilweise ins Ausland vergeben. Ist sicher auch günstiger.

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Pepito_Sbazzagutti 05.10.2011, 11:11
55. Sinn

Zitat von angel1980
Warum sollte ein vernunftbegabter Mensch auf Hochspannungsleitungen klettern um diese zu rep.? Oder auf ein Dach klettern um dieses zu decken?
Weil das zumindest einen Sinn ergibt - den Sinn des Afghanistan-Einsatzes habe ich bis jetzt nicht erkennen können.

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Marginalius 05.10.2011, 11:14
56. dghht

Zitat von Wilder Eber
Meine Arbeitskleidung, Anzug, Hemd und Krawatte zahlt mir auch niemand.
Dann haben Sie den falschen Beruf.
Würden Sie irgendwo anders arbeiten ... In der Werkhalle, als Bauarbeiter oder sonstwas, wäre Ihr Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, Ihnen entweder die Arbeitskleidung (inklusive Arbeitsschutz-Kleidung) zur Verfügung zu stellen oder Ihnen die Unkosten für selbstbeschaffte, notwendige Arbeitskleidung zu erstatten.
Arbeitskleidung ist logischerweise nur das, was man nur während der Arbeitszeit gebrauchen kann.
Anzug, Hemd und Krawatte dürfte wohl nicht darunter fallen.
Viele Grüße

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deus-Lo-vult 05.10.2011, 11:14
57. ...

Zitat von markus_wienken
Das war soweit mir bekannt noch nie anders und auch die Militärs anderer Länder haben mit dem gleichen "Problem" zu kämpfen... Also nichts neues. Selbst Schuld wer zur Bundeswehr geht.
Die Bundeswehr sorgt seit über 40 Jahren dafür, zusammen mit den Verbündeten, dass Leute wie Sie sich eine solche Einstellung leisten können und diese auch noch gefahrlos äußern können.
Man muss die Bundeswehr nicht mögen, aber man könnte den Soldaten im Einsatz (die NICHT alle freiwillig dort sind!) ein wenig Respekt zollen!

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monaco_franze 05.10.2011, 11:15
58. Nix verwöhnt

Verlorene, und hier auch noch untergeordnete Ausrüstungsgegenstände - ein Handschuh! - seitens der BW in einem Kriegseinsatz monetär zu reklamieren, ein Witz!
Richtiges Theater gab es schon früher, und das zu Recht, wenn Mun oder eine Waffe fehlte.
Hört auf die Soldaten zu demotivieren. Diejenigen die das tun, haben eh andere Motive, nämlich das Torpedieren des Einsatzes insgesamt.
Ich wünsche mir wiederholt mehr Respekt für unsere Soldaten in Afghanistan.
Es grüßt ein ehemaliger W15er.

Zitat von Stancer81
Brav aus der Bild abgeschrieben.... Hier wird mal wieder versucht einen Skandal aufzubauen... Es handelt sich um einen Bürokratiefehler. Es ist wohl logisch, das der Soldat nicht aus dem Lager spazieren kann.....

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Marginalius 05.10.2011, 11:16
59. gesrehrst

Zitat von gunman
Materialmangel gehört einfach zum deutschen Soldaten. U.a. deshalb haben wir schließlich sowohl den 1. als auch den 2. WK verloren.
Nur deswegen?
Bei den Russen gab's auch Materialmangel noch und nöcher (ein Gewehr für 3 Mann, Panzer ohne Funkgeräte und was weiß ich). Trotzdem haben die Russen den Krieg gewonnen ... jedenfalls den zweiten.
Viele Grüße

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