Forum: Politik
Afghanistan-Einsatz: Bundeswehr ließ Aufständische mit Drohne töten
AP

Verteidigungsminister de Maizière nennt sie "ethisch neutrale Waffen". Die Regierung will die Truppen mit eigenen Drohnen bewaffnen. Doch bereits 2010 hatte die Bundeswehr nach SPIEGEL-Informationen Aufständische in Afghanistan mit Hilfe einer US-Drohne töten lassen.

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UdoL 18.03.2013, 23:52
120.

Zitat von korpulenterlangweiler
Aufständische und Afghanen sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe! Die Mehrheit der Afghanen steht Isaf positiv gegenüber. Weniger als 5% der afghanischen Bevölkerung unterstützen die Aufständischen.


Wenn das so wäre, gäbe es dort nicht seit mehr als zehn Jahren derart massiven Ärger incl. der Möglichkeit, dass die Fanatiker nach dem Abzug der ausländischen Truppen sofort wieder die Macht übernehmen.

Immer vorausgesetzt, dass diese Einschätzung stimmt, ist doch ganz klar davon auszugehen, dass die Mehrheit in Afgh. zwar gewisse Vorteile gerne mitnimmt, aber ansonsten nun mal nicht nach westlichem Vorbild leben will. Das sollte man respektieren und sich, sofern von dieser Region keine Gefahr für den Westen (mehr) ausgeht, nicht weiter aufdrängen.

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rotertraktor 18.03.2013, 23:54
121. Kreuz-Zug Bundestagswahl

Zitat von bernd_lauert_meer
Diese ganze Diskussion ist mal wieder völlig überflüssig. Wie schon tausend mal vor mir erwähnt, macht es keinen Unterschied ob nun eine Drohne oder ein Kampfflugzeug eingesetzt wird. Des Weiteren unterstelle ich mal, dass der Protest hier überwiegend aus der rot-grünen-Ecke kommt. Euch haben wir doch den Afgahnistan-Einsatz zu verdanken.
Einspruch, Euer Ehren!

Wenn schon, dann aus der rosa-grünen Plüschecke!
Die echten Roten sind die EINZIGE Partei im Bundestag, die seit jeher und unverbrüchlich Krieg und Gewalt als politisches Mittel konsequent ablehnen.
Egal ob Drohnen, Raketen, Schusswaffen, Steinigen oder mit den bloßen Händen erwürgen, Gewalt gehört mit allen pazifistischen Mitteln bekämpft.

Wenn wir auch nur annähernd so viel Geld, Arbeit und Hirnschmalz wie bei der Rüstung stattdessen für den "Krieg in den Köpfen" und die "Eroberung der Herzen" investieren würden (wie es uns mit den Brunnenbauern und Mädchenschulen auch ständig suggeriert wird), dann würden wir früher oder später dahin kommen, dass man auch gar nicht mehr Geld in Rüstung zu investieren braucht, als heute tatsächlich für afghanische Schulen und Brunnen ausgegeben wird.

Naja, eher später als früher, wie ich die Menschheit bzw. deren Protagonisten so kenne, aber statt den Teufelskreis der Gewalt immer weiter eskalieren zu lassen, sollten wir endlich alles daransetzen, ihn wo immer möglich zu durchbrechen.

In diesem Sinne möchte ich nochmal an die anfangs erwähnte Farbe Rot erinnern und Ihrem Schlussplädoyer durchaus vollumfänglich beipflichten:
Zitat von bernd_lauert_meer
Also bei der nächsten Wahl bitte nachdenken und das Kreuz woanders machen.

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nichtnotwendig 18.03.2013, 23:59
122. Wo ist das Problem?

Hat einer gedacht die Bundeswehr baut dort nur Brücken und Brunnen?

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sajuz 18.03.2013, 01:04
123. Handerlegte

Ich bin dafür, dass Deutschland keine Kriege führt.
Für mich ist "nie wieder Krieg", kein hohler Satz, sondern eine Säule unserer Staatlichkeit. Ich habe es in der Schule aufgesagt, ich glaube heute noch daran.

Aber.
Die Empörungsreflexe hier im Forum sind schon beachtlich!
Der gute, moralisch firme Deutsche möchte seine Taliban bitteschön Handerschossen haben.
Ich hoffe die Öko-Test hat das Thema schon recherchiert. Denn es ist ja eine Frechheit, welche verborgenen Inhaltsstoffe so ein Kriegseinsatz enthalten kann, wenn man nicht aufpasst.

Viele Foristen haben die Atlantik-Partei CDU gewählt und goutieren im großen eine robuste Politik des Westens. Dann muss man so konsequent sein und den daraus resultierenden Realitäten nicht ohne Selbstreflektion entgegen wüten.
Die Eurofighter sind nicht deswegen beschafft worden, damit man einen Piloten hat, der sich für den Schreibtischtäter in der Wahlkabine ans Kreuz nageln lässt, sondern für den Fall, dass die "Anderen" auch Flugzeuge haben.
Der einzige "moralische" Unterschied zwischen einer Drohne und einem Flugzeug ist, dass die Drohne einen Bombardierungsbefehl erhält, während im Flugzeug ein Knopf instantan eine Waffe abfeuert.
Reden wir jetzt über diesen Zeitverzug?

Im übrigen stimme ich zu: Der Krieg ist falsch!
Aber die Diskussion hier ist heuchlerische Haarspalterei

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les.fleur.du.mal 18.03.2013, 01:54
124.

Zitat von demokratieverteidiger
werden wir vielleicht um Rohstoffe für unser Land kämpfen müssen, um so unsere Wirtschaft zu erhalten. Dann werde ich sehr froh sein, dass die Amerikaner und alle anderen Verbündeten auf unserer Seite sind und auch Deutschland die hoffentlich moderneren Waffensysteme hat. Wer wünscht sich nicht eine Welt voller Frieden und Einklang, die es aber niemals geben wird. Darum sollten wir Wölfe sein und nicht Schafe auf dem Weg zur Schlachtbank.
Wenn ich Sie recht verstehe, halten Sie es also für ethisch gerechtfertigt, in einem beliebigen Land zur Sicherung unserer (=deutscher) wirtschaftlichen Interessen einen Angriffs-Krieg zu führen, um diesem ihre Rohstoffe wegzunehmen? Wobei das ja, ebenfalls nach Ihrer ethisch neutralen Meinung, gar kein Angriffskrieg ist, weil sie ihre Rohstoffe ja auch freiwillig hätten herausrücken können - also Verteidigungskrieg.

Großartig! Dass da nicht schon andere drauf gekommen sind - obwohl, eigentlich sind sie das ja schon lange, sie haben es nur nicht so deutlich gesagt wie Sie.

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randhesse 18.03.2013, 02:02
125. Diddl in Heidelberg verloren

Zitat von alf_o01
Die Drohne ist Terrorismus pur. Die psychologische Wirkung fatal. Irgendwo explodiert plötzlich was, einfach so, aus "heiterem Himmel".
Ja, "wir sind wieder soweit".
Soweit, daß es hier im Forenstrang vor Unfug nur so wimmelt.

Ad 1: 'Ne Taliban- Sprengfalle, die neben einer ISAF- Patrouille
Zitat von
einfach so, aus "heiterem Himmel"
hochgeht, ist von Ihrer "Terrorismusdefinition" ausdrücklich Ausgenommen, gehe ich da richtig?

Ad 2: Eine Hellfire- Rakete, abgeschossen von einer F 18 in 10 KM Höhe und 15 KM Entfernung, hört auch keiner kommen.
Noch weniger das Projektil einer Panzerhaubitze 2000, mit "nur" 40 KM Maximalreichweite.
Das ominöse "Jaulen", daß in jedem Kino- Kriegsschinken den Soundtrack füllt, hört man nämlich nur, wenn das Ding in ausreichendem Abstand über einen wegfliegt.

Ad 3: Wenn ein Talib eine ISAF- Einheit beschießt, muß er "automatisch" damit rechnen, daß er _sehr bald_ mit "was Großem bepflastert" wird.
Die "fatale psychologische Wirkung" ist hier sogar _gewollt_!

Fazit:
Auch Sie gehören zu der Gruppe derjenigen, die die geistige Transferleistung vom "rein technischen" Einsatz eines Waffensystems zum "politischen" Einsatz, damit Menschen _auch_ außerhalb eines "völkerrechtlich definierten Kriegsgebiets" zu beschießen, einfach nicht hinbekommt.

Und deshalb bei jedem Auftauchen des Reizwortes "Drohne" prompt mit sinnlosem "moralischen Schaum vor dem Mund" reagiert.

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powlicious 18.03.2013, 02:30
126. Sie sind witzig - und beleidigend

Zitat von HAL3000
Den Krieg haben fanatische Islamisten / Taliban am 11. September 2001 gegen die westliche Welt begonnen. Dafür werden sie zur Verantwortung gezogen. Das Afghanistan Hauptschauplatz ist, liegt daran, das die Taliban hauptsächlich dort und im Grenzgebiet......
Sie merken aber schon was sie da schreiben, oder?
"Die Taliban" (die übrigens in Syrien bei den Rebellen mitmischt) ...und im übrigen sind wohl auch nicht alle "Extremisten" gleich Verbrecher.

"Die westliche Welt"... wie die westliche Welt? Gibt es auch eine südliche Welt? Östliche? Irgendwas habe ich glaube ich verpasst...
Ich erinnere mich zumindest, das in einem verhältnismäßig merkwürdigen Terrorakt gegen ein Gebäude mit definitiv vielen Toten in den USA. Einen unter wirklich merkwürdigen Umständen mit wirklich merkwürdigen Verkettungen. Allerdings wurde nie wirklich irgendwie gesagt warum man das gemacht hat. Also seitens der "Täter". Und Bin Laden hat seinen Geniestreich nicht mal zugegeben. Was für eine Pflaume. Macht nen Terroranschlag, gibt es nicht zu, und dann auch noch einfach so just for fun...

Wenn ich mich recht entsinne hatte Osama ganz andere Absichten. Zumindest hatte er das vorher dauernd.
Nun zu glauben man hätte einen Grund in ein fremdes Land einzumarschieren, mit seinen Freunden, an dessen Region man sich seit Eeeewigkeiten die Zähne ausgebissen hat, und dessen Land man genauso gut hätte ohne Ende sanktionieren können bei "nicht-mithilfe", beginnt ein Krieg in einem Land, dessen Verhältnisse wesentlich besser sind als in anderen Ländern. Ich finde es ehrlich gesagt süß, das sie sagen wir gehen dahin damit es den Menschen dort besser geht.

Durch einen Krieg erreicht man das ganz bestimmt.

Und wenn "wir" schon ohne richtigen Grund da unten sind, müssen wir auch wirklich nicht unsere Soldaten dahinschicken, sondern können das ja auch die Drohnen machen lassen... also den Brunnenbau und die Schulen.

+prost+

Ich glaube dennoch eher, etwas an ihrem Weltbild ist etwas...merkwürdig.

Und bezüglich Drohnen kann ich nur sagen: unbemannte Fahrzeuge, welche auf Automatisierung und Autonomie abgestimmt sind, sind ganz bestimmt wundervolle Kriegsspielzeuge. Die stellen irgendwann keine Fragen mehr, haben keinerlei Ansprüche, und sind vor allem... ethisch neutral :)
Das man jetzt noch auf einen Knopf drücken muss, ist eh nur eine Übergangslösung und nur eine Frage der Zeit bis die Techniken ausgereift genug sind.

Aber an sich kann man schon geilen Kram mit Drohnen machen. Mein Fav. wäre ja ne Tacco-Drohne die mich per Internetbestellung fix beliefert ;)

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r.muck 18.03.2013, 03:26
127. Unterscheidung

Zitat von Spiegelleserin57
wie kann eine Drohne Zivilisten von Terroristen unterscheiden? Wer kann mit Sicherheit diese beiden Gruppen schon am Computer unterscheiden?

Wenn es überhaupt möglich ist, dann ist es in der akuten Situation sicherlich leichter mit der Drohne, zwischen Kombattanten und Unbeteiligten zu unterscheiden. Schon alleine deswegen, die Drohne fliegt wesentlich langsamer, als es ein Kampfjet könnte.

Diese Diskussion ist zum einen heuchlerisch, die Artillerie zum Beispiel schießt locker 20 km und der Artilleriesoldat sitzt vergleichsweise warm und trocken ohne den Gegner zu Gesicht zu bekommen, eine vergleichbare Situation somit. Nach der Logik der Militär-Gutmenschen müsste die Artillerie hinkünftig ihre Geschosse eigenhändig mit dem Geländewagen ins Ziel bringen und zum anderen zynisch. Die eben erwähnten Gutmenschen schicken, um ihr seltsames Gewissen zu beruhigen, ohne Not Piloten ins Feuer, obwohl die gleiche Aufgabe mit einer Drohne ohne Gefahr für die eigenen Soldaten zu lösen wäre.

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Niamey 18.03.2013, 03:27
128. Eigentlich egal....

Zitat von sysop
Verteidigungsminister de Maizière nennt sie "ethisch neutrale Waffen". Die Regierung will die Truppen mit eigenen Drohnen bewaffnen. Doch bereits 2010 hatte die Bundeswehr nach SPIEGEL-Informationen Aufständische in Afghanistan mit Hilfe einer US-Drohne töten lassen.
hauptsache es trifft Aufständische, Terroristen oder Taliban und nicht unsere Jungs, die unsere Freiheit und Demokratie am Hindukusch verteidigen!

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derbesseredeutsche 18.03.2013, 07:38
129. Demokratie bringen?

Wann begreifen wir eigentlich das solche Länder mit der Demokratie nichts anfangen können! Der Krieg in Afghanistan geht schon über zehn Jahre außer mehr Anhänger und Sympathie für die Radikalen in Afghanistan und im Nachbarland Pakistan, hat der Krieg nicht gebracht! Das ganze "Pack" braucht eine strenge Hand um es zu führen, um für Recht und und Ordnung zu sorgen, und das ganze hat mit der Religion nichts zu tun. Viele Kriege wurden in Afghanistan verloren, angefangen von Alexander der große, den Persen... Das ist schon immer ein Rauhes Pflaster dort gewesen. Ich finde das hier mal mit offenen Karten gesprochen werden muss. Was wollen wir wirklich dort?

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