Forum: Politik
Afrikanische Raubkunst: Die gute Seite des Kolonialismus
DPA

Was sagt es über uns aus, wenn man unterstellt, dass Kulturgüter in ihren Herkunftsländern nicht richtig geschützt werden, fragt die Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Naja, was sagt es aus? Dass man Afrika kennt.

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andreas_stöber 10.01.2019, 17:42
10. haha

Der Kommentar dürfte köstlich triggern. Viele Afrikaromantiker wird das hier den Wutschaum in die Mundwinkel treiben. Da wagt es doch einer Afrika Unvermögen vorwerfen. Dabei ist doch der weiße Mann schuld, sonst wäre Afrika der Nabel der Welt

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blumenstrauss 10.01.2019, 17:43
11. Fleischhauer as its best

Wieder ein echter Fleischhauer

- Keine Fakten, nur Befindlichkeiten (Relotius schon vergessen, SPON?)

- Schüren von Rassismus durch selektive Kenntnisnahme der Realität

- rechte Verzwergung des eigenen Verstandes

- gut für die Klickrate

SPIEGEL, das ist kein Debattenbeitrag, das ist erbärmlich.

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ruhepuls 10.01.2019, 17:44
12. Ein Recht auf das eigene Erbe...

Jedes Land, jede Ethnie hat das Recht auf das eigene Erbe - egal, was es damit dann tut. Viele indigene Völker kämpfen beispielsweise um die Rückgabe von Mumien oder Leichenteilen (Skalps...) ihrer Vorfahren, die von Forschern geraubt wurden und heute in Museen gezeigt werden. Sie wollen sie auch nicht ausstellen, sondern so behandeln (z. B. beerdigen...), wie das eben in ihrer Tradition üblich ist. Und das ist ihr gutes Recht. Wir müssen das weder mögen, noch verstehen, da es darauf nicht ankommt, denn es sind schließlich ihre Ahnen...

Hier mit einem "Bildungsauftrag" zu argumentieren ist arrogant. Zum Einen kann man Duplikate oder Abbildungen anfertigen, die genau dem Bildungszweck dienen können (was ist an einer echten Mumie anders - außer dem "Nervenkitzel"?). Zum anderen dienen viele Exponate mehr dem Voyeurismus als echtem Interesse an der jeweiligen Kultur.

Entweder wir respektieren die Menschenrechte - die von uns selbst aufgestellt wurden - oder nicht. Dann gilt einfach das Recht des Stärkeren. Wer etwas wegnehmen kann, "darf" (kann) die Beute behalten. Dann sollten wir das aber auch so nennen und nicht von Erhalt oder Bildung reden.

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bafibo 10.01.2019, 17:44
13. Es gibt in den Ursprungsländern noch ganz andere Gefahren

Ich erinnere nur an Palmyra und Bamyan. Auch wurden nach dem Sturz von Mubarak in Ägypten die dortigen Museen gestürmt, mit z.T. verhängnisvollen Folgen für die Exponate. Ähnliches war in Bagdad zu beobachten. Dagegen ist das Verkitschen der Objekte an irgendwelche Sammler geradezu harmlos, denn dadurch sind die Stücke vorerst zwar nicht mehr sichtbar, aber wenigstens nicht zerstört.

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sikasuu 10.01.2019, 17:46
14. Ohne Eurozentrismus! Kenn mich in der Kunstszene nicht so aus...

Zitat von ambulans
lieber - dieser eurozentristisch-bornierte beitrag ist, sicherlich wie gewünscht, praktisch ungenießbar und wird deshalb garantiert für die avisierten click-zahlen (nach relotius ist das geschäft halt viel härter geworden) sorgen. in diesem sinne: gute besserung!
... doch was in vielen, auch europäischen Ländern auf der Welt mit ein paar Scheinen in der hohlen Hand alles möglich ist, ist mehr gut bekannt.
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Also, so ganz unrecht hat der Autor (der auch nicht mein Fall ist) in diesem Betrag nicht.
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Sogenannte "Raubkunst zurückgeben" hört sich auf den 1 Blick gut an, asymetrische Handelsbeziehungen usw., alles aus der Geschichte ziemlich bekannt.... aber dann muss man/Frau auch sicherstellen, das die passend untergebracht & erhalten wird. Sind unabhängig der Besitzverhältnisse & des Erwerbs, Stücke der "gemeinsamen Weltkultur"!
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Und das ist in vielen Ecken dieser Welt ein ziemliches Problem. Nicht nur von Klima her :-((

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Flying Rain 10.01.2019, 17:47
15. Nunja

Nunja die Vergangenheit hat nunmal gezeigt was mit dem Zeug in Afrika in den allermeisten Fällen passieren würde.... es würde im Sumpf der allgegenwärtigen Korruption verschwinden.
An die anderen Beiträge.... das hat nichts mit Rassismus zu tun sondern ganz einfach mit der Realität. Mit der selben Realität warum fast 70 Jahre Entwicklungshilfe bis heute keine nachhaltigen Erfolge gebracht haben, warum dem Marshall Plan nicht unähnliche Initiativen ebenso versumpft sind. Es ist ebenso die gleiche Realität warum Simbabwe so massiv auf die Schnauze geflogen ist und warum Südafrika auf dem selben Weg ist. Das kann man ewig so weiter führen.

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schulz.dennis.84 10.01.2019, 17:48
16. Volle Zustimmung!

Natürlich liest sich der Artikel im ersten Moment als reiner Rassismus. Aber die Realität ist doch weit aus ernüchternder.
Viele Artefakte haben nur überdauert, weil der böse weiße Mann diese vor den Einheimischen gerettet hat.
So wurde z.B. der Pergamonaltar nur gerettet, weil er nach Berlin gekommen ist. Die türkischen Einheimischen haben den Pergamonaltar als Steinbruch für gebrannten Kalk benutzt, weil dieser angeblich unislamisch und somit nicht schützenswert war.
Oder man denke nur an das Museum in Bagdad, bei dem Einmarsch der US-Armee. Der wurde geplündert und die Ausstellungsstücke weltweit bei Privatsammler verteilt.
Von den Artefakten in Palmyra ganz zu schweigen. Da haben die Jungs vom Islamischen Staat nicht lange gefackelt und unersetzliche Kulturgüter im Namen Allahs zerstört.
Und was war beim arabischen Frühling? Da haben die netten Aktivisten das Ägyptische Museum in Kairo gestürmt und alles in ihren Augen unislamische zertrümmert. Und dieser Aufstand kann sich jeden Tag wiederholen.
Ganz politisch unkorrekt hätten alle Artefakte überlebt, wenn sie z.B. in einem Museum in Deutschland ausgestellt worden wären.

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ruhepuls 10.01.2019, 17:54
17. Und wenn?

Zitat von Flying Rain
Nunja die Vergangenheit hat nunmal gezeigt was mit dem Zeug in Afrika in den allermeisten Fällen passieren würde.... es würde im Sumpf der allgegenwärtigen Korruption verschwinden. An die anderen Beiträge.... das hat nichts mit Rassismus zu tun sondern ganz einfach mit der Realität. Mit der selben Realität warum fast 70 Jahre Entwicklungshilfe bis heute keine nachhaltigen Erfolge gebracht haben, warum dem Marshall Plan nicht unähnliche Initiativen ebenso versumpft sind. Es ist ebenso die gleiche Realität warum Simbabwe so massiv auf die Schnauze geflogen ist und warum Südafrika auf dem selben Weg ist. Das kann man ewig so weiter führen.
Selbst wenn "die Afrikaner" die zurückgegebenen Stücke einschmelzen oder auf den Müll werfen würden, wäre das immer noch deren Sache. Mit ihrem Eigentum können die Völker, denen es geraubt wurde, machen, was sie wollen. Genau wie wir das mit unserem Eigentum auch machen - und uns jede Einmischung verbitten würden.
Wenn wir uns gebildeter oder besser halten, dann ist das unser Problem...

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Polemski 10.01.2019, 17:57
18. Und jedes Mal

...lese ich die Artikel ohne den Autor vorab zu checken. Und jedes Mal schwillt mir, wie ich dann später zuverlässig feststelle, der Kamm bei Herrn Fleischhauer.
Sind SIE eigentlich schon einmal in einem afrikanischen Museum gewesen? Man muss übrigens nicht "links" sein, um so etwas wie ein Gewissen hinsichtlich der Kolonialisierung zu haben, es genügt ein BISSCHEN gute Kinderstube!

Junge Junge

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blauerapfel 10.01.2019, 18:00
19. Das war mal wahr

Ja, das war mal wahr. Vor 50 Jahren hatte kaum ein afrikanisches Land die Bedingungen, um hochwertige Museen zu bauen und zu unterhalten. Warum? Weil die europäischen Kolonialmächte nicht nur die Kunstgegenstände geraubt haben, sondern gleich 100 und mehr Jahre Entwicklung. Die meisten afrikanischen Staaten hatten bei ihrer Unabhängigkeit kaum mehr als eine handvoll Hochschulabsolventen. Oder die arbeitsfähigen Menschen wurden gleich mitgeraubt und nach Amerika verkauft.
Wie in Thailand gibt es heute in den meisten afrikanischen Hauptstädten mehr Hochhäuser als in Frankfurt, und genügend Fachkräfte, die Kunstgegenstände instand halten können.
Es gibt keine Ausrede mehr, zurück mit den Sachen!

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