Forum: Politik
Afrikareise der Kanzlerin: Merkels Dilemma
AFP

Die Kanzlerin verspricht bei ihrem Besuch in Westafrika wirtschaftliche Hilfen - doch beim heiklen Thema Migration kommt sie kaum voran.

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dirkcoe 30.08.2018, 20:16
1. Merkels Beweggründe

in allen Ehren - ernsthaft erreichen wird sie nichts. Weder werden Deutsche Unternehmen nennenswert investieren, noch werden einige Studenten mehr aus Afrika ernsthaft etwas verändern. Jetzt kann allenfalls ein Prozess angestoßen werden, der möglicher Weise in Jahrzehnten Früchte trägt. Trotzdem halte ich diese Gespräche für sinnvoll und richtig.

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keine-#-ahnung 30.08.2018, 20:18
2. "Der Präsident bedankt sich dafür ...

... dass Deutschland die Stromversorgung von 300 Dörfern mitfinanziert. Als es aber darum geht, wie Senegal dafür sorgen kann, dass seine rund 1000 Staatsbürger, die ohne legalen Aufenthaltstitel in Deutschland leben, wieder zurückkehren, antwortet Saal sehr ausweichend."
Dann sollte Frau Merkel die Mitfinanzierung auf ein Modelldorf reduzieren. Die anderen Dörfer könnten sich dann ja im Modell anschauen, wie Elektrizität funktioniert.

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herwescher 30.08.2018, 20:30
3. Bisher gibt es keine Gründe, Flüchtlinge zurückzunehmen ...

1. Es gibt einen hungrigen Mund weniger zu füttern

2. Flüchtlinge überweisen Geld aus dem Ausland ins heimische Land

Eine Änderung der Haltung dieser Staaten kann also nur auf zwei Arten geschehen:

1. Positiver Anreiz: Für jeden zurückgenommenen Flüchtling gibt es gutes Geld zur - sagen wir mal - "Wiedereingliederung"

2 Negativer Anreiz: Für jeden Flüchtling aus dem betr. Land, der sich hier befindet und nicht zurückgenommen wird, wird ein "Beitrag zur Lebenshaltung" desselben von den bisher gewährten Hilfen abgezogen.

Das würde die betr. Länder verhandlungsbereit machen. Die presse hier bekäme natürlich Schnappatmung ...

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fblars 30.08.2018, 20:33
4. Wie soll Afrikas Wirtschaft auf die Beine kommen?

Wie soll Afrikas Wirtschaft auf die Beine kommen, wenn die fitten sich auf dem Migrationszug nach Norden befinden? Die Migranten die hier ankommen, könnten in Afrika wirtschaftliche Impulse setzen, da es sich um die intelligenten zupackenden Menschen handelt. Der sog. BrainDrain perpetuiert das Elend in Afrika, indem die Leistungsträger sich entfernen.

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schnuerli 30.08.2018, 21:21
5. Und Macron?

Sehen die ehemaliden Kolonialherren hier vielleicht auch noch etwas Verantwortung?

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Ökofred 30.08.2018, 21:23
6. Lachen oder Weinen..

Zitat von herwescher
1. Es gibt einen hungrigen Mund weniger zu füttern 2. Flüchtlinge überweisen Geld aus dem Ausland ins heimische Land Eine Änderung der Haltung dieser Staaten kann also nur auf zwei Arten geschehen: 1. Positiver Anreiz: Für jeden zurückgenommenen Flüchtling gibt es gutes Geld zur - sagen wir mal - "Wiedereingliederung" 2 Negativer Anreiz: Für jeden Flüchtling aus dem betr. Land, der sich hier befindet und nicht zurückgenommen wird, wird ein "Beitrag zur Lebenshaltung" desselben von den bisher gewährten Hilfen abgezogen. Das würde die betr. Länder verhandlungsbereit machen. Die presse hier bekäme natürlich Schnappatmung ...
sie meinen es sicher nicht Böse, aber Ihnen ist wahrscheinlich nicht klar, dass die Rücküberweisungen der auswärtigen Landeskinder die großzügigen "Entwicklunghilfen" (die meist eh nur Massnahmen zur EntwiCklung der eigenen Wirtschaft und Exportunterstützung sind) weit übersteigen. (vlt nicht in diesem Fall, iA aber schon)
Was meinen Sie, wie beeindruckend Ihr Massnahmenkatalog dann wohl ist?
Man weiss nicht ob man Lachen oder Weinen soll.

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Ökofred 30.08.2018, 21:25
7. das wird schon

Zitat von fblars
Wie soll Afrikas Wirtschaft auf die Beine kommen, wenn die fitten sich auf dem Migrationszug nach Norden befinden? Die Migranten die hier ankommen, könnten in Afrika wirtschaftliche Impulse setzen, da es sich um die intelligenten zupackenden Menschen handelt. Der sog. BrainDrain perpetuiert das Elend in Afrika, indem die Leistungsträger sich entfernen.
Irgendwie hat es Europa ja auch geschafft obwohl Millionen fitter Wirtschaftsflüchtlinge im 18., 19. und Anfang 20. Jahrh. in die USA, Kanada und Australien emigrierten.

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w50 30.08.2018, 21:32
8. Hat Frau Merkel wirklich geglaubt man würde ihr entgegenkommen

Die Migranten in Europa sind eine mehrfache Karte im Spiel, denn sie entlasten das Heimatland bei dem extremen Geburtenüberschuss (wenn auch gering), Sie überweisen Geld an ihre Familien und sind ein hervorragendes Druckmittel bei der Forderung nach mehr Entwicklungshilfe. Das alles hätte Frau Merkel auch wissen können bevor sie nach Afrika fliegt. Es gäbe nur die Lösung Entwicklungshilfe gegen Rücknahme, dazu muss man es aber auch wollen.

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Atheist_Crusader 30.08.2018, 22:01
9.

Was hat es mit Menschenwürde zu tun, wenn sich Jemand über Gesetze hinwegsetzt um einfach dort hinzugehen wo es ihm passt? Wer so argumentiert ist nur einen Schlag auf den Kopf davon entfernt, Einbruch zu einem Ausdruck persönlicher Freiheit zu erklären.
Was Präsident Sall nicht sagt: wer nach Europa geht macht daheim keinen Ärger, stößt keine Veränderungen an, gefährdet nicht den Status Quo. Und was noch wichtiger ist: das Geld was von dort aus überwiesen wird bringt oft mehr ein als zehn gutgemeinte Entwicklungshilfeprojekte.

Und der Artikel hat Recht: es sind nicht die Ärmsten die nach Europa fliehen, sondern jene die schon über ein gewisses Maß an Wohlstand verfügen. Andernfalls könnte man sich die Reise ja gar nicht leisten.
Deswegen muss die Lösung zweigliedrig sein: einerseits die Wirtschaft stärken, aber auf der anderen Seite auch Wirtschaftsflüchtlinge gnadenlos zurückschicken. Echte Flüchtlinge (lies: vor Krieg, politischer Verfolgung, etc.) sollten prinzipiell aufgenommen werden, wobei man aber auch dort die afrikanischen Länder mehr in die Pflicht nehmen muss. Afrika ist ja keine uniforme Masse aus Armut und Diktaturen - es gibt genug relativ stabile Nationen mit guter Zukunftsprognose in die man vor Krieg, Verfolgung, etc. einfacher flüchten kann als nach Europa. Und das wiederum kann man dann ja auch finanziell unterstützen.

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