Forum: Politik
Alternative für Deutschland: Wer sie wählt, wählt Nazis
AP

Die AfD hatte immer ein Problem damit, sich von Rechtsextremen abzugrenzen. Seit diesem Wochenende gibt es keine Fassade mehr: Die Partei unterstützt Neonazis. Wenn man sie wählt, kann man sich nicht mehr auf Protest berufen.

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McManaman 02.09.2018, 21:32
10. Volle Zustimmung

Vielen Dank für diesen in jeglicher Hinsicht zutreffenden Kommentar! Die AfD ist nicht nur eine rechtsoffene, sondern in wesentlichen Zügen rechtsradikale Partei. Das weiß man zwar nicht nicht erst seit gestern, aber noch nie hat sich die bestens vernetzte rechtsradikale Szene derart offen und einträchtig der Öffentlichkeit präsentiert. Wer die AfD jetzt noch wählt, muss wissen, an einem ernsthaften Angriff auf den freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat mitzuwirken.

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Leser_M 02.09.2018, 21:33
11. Nur ein Anfang

Deutschland hat diese Problem schon längst, seit Jahrzehnten
Chemnitz ist nur wieder ein gewalttätiger Ausdruck. Das Denken was dahinter steckt, gibt es im ganzen Land. Ob befreite Zonen in Mecklenburg, rechte Hools in Dortmund oder die AfD als zweitstärkste Kraft in Ingolstadt, eine der prosperierenden reichen Städte.
Die Führung der Bewegung kommt aus dem tiefsten westdeutschen Mittelstand, aus Staat und Wirtschaft und sind Profis:
-Gauland: 40 Jahre Parteifunktionär in der CDU- Hessen. In wie vielen Wahlkämpfen hat der führend gearbeitet?
-Höcke: verbeamteter Geschichtslehrer aus NRW. Wie vielen Schülern hat er sein Geschichtsbild vermittelt?
-Weidel: Wirtschaftsberaterin. Wieviel Chefs teilen heute in der Wirtschaft dieses Denken?
Und ganz wichtig: Wer finanziert diese Partei. Die staatlichen Zuschüsse für gewählte Parteien reichen dafür sicher nicht. Fragen, welche mühevolle Sisyphusarbeit bedeutet und für schnelle Auflage nicht geeignet sind.
Der Fehler vieler Journalisten ist, das sie nur für den schnellen Klick auf Chemnitz schauen, aber den Alltag nicht sehen, oder sehen wollen. Vielleicht sollten Journalisten tiefer graben und mal ganz einfach die Frage stellen und beantworten, ob Rassismus, Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit noch unter die Meinungsfreiheit fallen oder nicht als Verstoß gegen das Grundgesetz verfolgt werden sollte.

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LoneWolf 02.09.2018, 21:37
12. Ja, aber...

Ich bin mit Ihrer Analyse der AfD sehr einverstanden, aber ich begreife nicht, wie realitätsfremd die demokratischen Parteien bis heute sind: Wer sich verweigert, die Probleme der Menschen konkret lösen zu wollen, sei es bezüglich des verrückt gewordenen Immobilienmarkts, und der ins unermessliche gestiegenen Mieten, die nur diejenigen reicher machen, die sowieso schon genug haben, oder die drohende Altersarmut, weil man die Renten realistisch betrachtet angesichts der demografischen Entwicklung schon vor mindestens dreißig Jahren vernünftigerweise auf ein kapitalgedecktes System hätte umstellen müssen, um nur zwei Beispiele zu nennen, der darf sich heute über den Aufstieg der AfD nicht wirklich wundern.

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Diskussionsteilnehmer 02.09.2018, 21:39
13. So einfach ist das ja leider nicht...

Die Linke ist eigentlich die Alternative für Deutschland, wenn man kein Problem mit der Abschaffung der Bundeswehr und ungehinderter Einwanderung hat. Einige haben das aber und wählen dann AfD. Wer auf Soziales hofft braucht jedenfalls nicht SPD zu wählen. Wer das immer noch nicht gelernt hat, dem ist jetzt auch nicht mehr zu helfen. Das hat den ansonsten treffenden Kommentar auch irgendwie negativ humoristisch angehaucht. Es fehlt also irgendwie eine soziale Partei ohne eine Ideologie, die zu Entscheidungen führt, die sehr viele Bürger ablehnen. Also quasi die Linke, die Reichtum gerechter verteilen und Hartz IV abschaffen will, aber gleichzeitig mit Sicherheitspolitik auf eher konservativem Niveau inklusive Zuwanderungsbegrenzung sowie Erhalt der Bundeswehr. Was viele Deutsche nicht verstehen: Dazu muss man in eine Partei eintreten und sie von innen verändern. Warum macht die SPD, was die Agenda-Genossen wollen und nicht, was die früheren Wähler wollen? Weil man sie lässt. Würden da mal eine Million Menschen eintreten, würde Heiko Maas nicht mal mehr als Pförtner im Willy-Brandt-Haus einen Job bekommen von der Partei. Solange alle nur zu den Wahlen gehen, lässt man in den Parteien die gewähren, die sich dort ihre Anhängerschaft aufgebaut haben und diese nun nutzen um Ämter zu erreichen. Darum wäre die richtige Aufforderung auch nicht, einmal die Woche gegen Rechts zu demonstrieren, sondern einmal die Woche zur Parteisitzung zu gehen. Demokratie heisst nicht alle vier Jahre wählen, sondern in den vier Jahren dazwischen mitbestimmen, wer welche Inhalte vertreten soll.

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mariepirol 02.09.2018, 21:41
14. Ein wunderbarer Artikel der es auf den Punkt bringt, die

sind mit unserer Vorstellung von Demokratie und Menschenwürde nicht wählbar, punkt! Herr Seehofer sollte noch mal darüber nachdenken, ob dieser Verein nicht doch vom Verfassungsschutz dichter in die Zange genommen werden muss. Chemnitz hat es auf die erste Seite der renommierten New York Times gebracht, das bedeutet viel, denn wir wollen doch auch ein offenes Land für Wissenschaftler aus anderen Ländern sein- das Angebot ist zwar da, aber wer wird noch kommen, wenn sich diese braune Dreckssosse so ausbreiten kann, dass man als " anders aussehend" auf der Strasse Angst haben muss und ja, AFD gehört in die gleiche Brühe wie Pegida, Freital Pro Chemnitz etc. das haben sie am Wochenende deutlich bewiesen. Dagegen ist nun wirklich alles zu mobilisieren, was geht. Hoch vom Sofa, man schaue nach Chemnitz, 250000 Einwohner hat diese Stadt und ungefähr 6000 wehren sich- zu wenig!!!

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Zaunsfeld 02.09.2018, 21:44
15.

Wohlfeile Kommentare bringen nichts.
Solange die etablierten Parteien die Probleme mit der Migrations- und Integrationskrise nicht nachhaltig und effektiv lösen können und ja noch nicht mal wirklich wollen, solange liefern diese Parteien der AfD kontinuierlich weiteres Futter. Wen sollen diejenigen Leute denn wählen, die den aktuellen Migrationskurs der schwarz-roten Bundesregierung ablehnen? FDP? Linke? Grüne? Die fordern ja sogar noch mehr das, was große Teile der Bevölkerung nunmal grundlegend ablehnen. Also welche damokratische Alternative bleibt diesen Wählern? Die Antwort ist: Keine.
Und solange das so ist, wird die AfD weitergewählt. Ob aus Protest oder aus Überzeugung, spielt keine Rolle. Gewählt ist gewählt.

Wer die AfD wieder kleinkriegen will, sollte vielleicht besser mal an die etablierten Parteien appellieren, endlich nachhaltige und funktionierende Lösungen für die genannten Probleme zu finden, statt an den Wünschen vieler Bürger vorbeizuregieren. Denn wenn diese Parteien diese Probleme nicht lösen, dann suchen sich die Bürger zur Wahl Parteien, die Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. Ob diese anderen Lösungen am Ende funktionieren, ist eine andere Frage, aber erst mal werden sie gewählt. Danach wird der Wähler weitersehen.

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der-junge-scharwenka 02.09.2018, 21:47
16. Jagdschein

Zitat von LoneWolf
Ich bin mit Ihrer Analyse der AfD sehr einverstanden, aber ich begreife nicht, wie realitätsfremd die demokratischen Parteien bis heute sind: Wer sich verweigert, die Probleme der Menschen konkret lösen zu wollen, … , der darf sich heute über den Aufstieg der AfD nicht wirklich wundern.
Doch. Darf er. Kritik ist das eine, die Unterstützung brauner Banden etwas völlig anderes. Ob die Unzufriedenheit berechtigt ist oder nicht - ich denke, sie ist es in weiten Teilen nicht -, sei dahingestellt. Kritik oder gar Protest rechtfertigt nicht alles. Unzufriedenheit gibt keinen Jagdschein (man möge mir diese Zweideutigkeit nachsehen...).

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fortelkas 02.09.2018, 21:48
17. Bertolt Brecht hat es schon

...früh hellsichtig formuliert: "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch". Ich hätte nicht gedacht, wie recht er damit hatte.
Erwin Fortelka

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zorro2110 02.09.2018, 21:49
18. Chemnitz

hat wieder gezeigt was aktuell überall auf der Welt passiert. Rechte Nationalisten gewinnen an Zuspruch und Macht. Ich glaube nicht mehr an "Geschichte wiederholt sich nicht".Die Gefahr, dass Trump, Orban, Erdogan, Strache und Co. erst am Anfang stehen ist real und sollte jeden noch so unpolitischen Menschen wachrütteln. Ich bin bis vor 2-3 Jahren nie wählen gegangen und hatte auch so gut wie kein Interesse an Politik aber die aktuelle Gefahr von rechts hat mich wachgerüttelt. Ich glaube noch daran, dass jeder halbwegs gebildete Bürger, egal ob liberal oder konservative, genauso denkt und bei den nächsten Wahlen ein Zeichen für Offenheit und Toleranz setzt.

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alois-9 02.09.2018, 21:49
19. so einfach ist es nicht.

Liebe Redaktion.
Nicht jeder der AFD wählt. wählt gleich rechts. Und ist deswegen noch lange kein Nazi! sondern vielmehr bitten die etablierten Parteien keine Alternative mehr. Und viele mich eingeschlossen möchten den Regierenden STOP sagen.
das nicht alles so weitergehen kann.
deshalb wäre etwas mehr Objektivität in der Berichterstattung sehr wünschenswert.
Gruß AW

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