Forum: Politik
Altmaier-Outing der "taz": Tabubruch! Welcher Tabubruch?

Die "tageszeitung" hat die Frage nach der sexuellen Orientierung des Umweltministers gestellt, weil der nach eigenem Bekenntnis lieber allein lebt. Wer keine Frau vorzuweisen hat, muss nach dieser Gleichung automatisch schwul sein - wie spießig ist das denn?

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goohr 19.07.2012, 13:02
1.

Zitat von sysop
Die "tageszeitung" hat die Frage nach der sexuellen Orientierung des Umweltministers gestellt, weil der nach eigenem Bekenntnis lieber allein lebt. Wer keine Frau vorzuweisen hat, muss nach dieser Gleichung automatisch schwul sein - wie spießig ist das denn?
Auch die taz hat ihre schwachen Momente. Ich finde es peinlich.

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jujo 19.07.2012, 13:02
2. ....

Zitat von sysop
Die "tageszeitung" hat die Frage nach der sexuellen Orientierung des Umweltministers gestellt, weil der nach eigenem Bekenntnis lieber allein lebt. Wer keine Frau vorzuweisen hat, muss nach dieser Gleichung automatisch schwul sein - wie spießig ist das denn?
Da haben einige Leute aber wirklich ein Problem.
Die Annahme alle Alleinlebenden sind, haben sie ein gewisses Alter erreicht, homosexuell ist so was von hirnrissig, daß das eigentlich nicht kommentiert werden, oder in einer Kolumne thematisiert werden muss.

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infoseek 19.07.2012, 13:10
3. Nun ja

Man kann die Äußerung Altmaiers als "angenehm barocke Art" bezeichnen - man kann sie aber auch als das bezeichnen, was sie ist: Geschwurbel.

Die taz hätte tatsächlich gut daran getan, es dabei zu belassen. Dass man sich von einen konservativen Kolumnisten sagen lassen muss, dass die Wühlerei in der sexuellen Orientierung anderer Leute inzwischen wirklich überholt ist, wirft kein gutes Licht auf die doch stets ach so aufgeklärt sein wollenden taz-RedaktionärInnen.

Wir haben hier in einem schwäbischen, tiefschwarz-stockkatholischen Provinzstädchen seit ein paar Jahren einen stockschwulen Oberbürgermeister samt Ehemann. Es wurde im Städtle lang und breit diskutiert, am Wahltag wußte das jeder, und trotzdem hat er sich gegen veritable Gegenkandidaten durchgesetzt. So what? Der Kerl ist beliebt, und ich habe noch keinen getroffen, der mit seiner sexuellen Orientierung ein Problem gehabt hätte. SPD wird hier nicht gewählt, schwul schon.

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uchawi 19.07.2012, 13:12
4.

Diese "angenehme barocke Art" ist in meinen Augen bigottes Geschwafel. Und das stört mich an einem Umweltminister (also einem staatlichen Amtsträger, der es mit sehr bodenständigen, menschlichen Problemen zu tun hat) weit mehr als die Frage, ob er schwul, hetero oder meinetwegen unsterblich in ein Merinoschaf verknallt ist.

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GeBrau 19.07.2012, 13:13
5. ?

Wenn ich den taz-Artikel richtig lese, wird dort mitnichten aus der Äußerung, er gehe unverheiratet und allein durchs Leben, geschlossen, dass Herr Altmaier schwul ist. Vielmehr ist es nach dem taz-Artikel und vielen anderen Artikeln ein offenes Geheimnis, dass Herr Altmaier schwul ist. Der taz-Artikel schließt also rein gar nichts aus den Äußerungen von Herrn Altmaier, sondern beleuchtet sich vor dem Hintergrund, dass er offenbar schwul ist. Das ist etwas ganz anderes. In diesem Sinne hat Herr Altmaier dann auch die Bild-Leser belogen. Denn es ist nicht Gottes Fügung, dass er unverheiratet ist, sondern seine eigene, als er vor zwei Wochen gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und gegen die Angleichung der Rechte von Lebenspartnerschaften stimmte. Ein Politiker, der heute noch das 50er-Jahre-Bild vom "ewigen Junggesellen" bemüht, darf in einer halbwegs aufgeklärten und toleranten Gesellschaft damit rechnen müssen, dass das als "Geschwurbel" kommentiert wird.

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Achmuth_I 19.07.2012, 13:14
6. Wow...

...Herr Fleischhauer, zum ersten Male stimme ich inhaltlich mit einem Ihrer Kommentare überein.

Wenn ich auch meine, dass er durch seine Ausführlichkeit dem TAZ Geschwurbel eine Bedeutung verlieht, welche diesem nicht gebührt.

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Herbinho 19.07.2012, 13:16
7. Zeichen und Wunder

Herr Fleischhauer, vielleicht wird das doch noch was mit Ihnen!

Diese ist jedenfalls die erste Ihrer Kolumnen, der ich ausnahmslos zustimmen kann. Herr Niggemeier, den ich ansonsten schätze und sehr gern lese, hat mich in dieser Sache dagegen eher enttäuscht.

Der Reflex von Feddersen/Niggemeier, jedem alleinstehenden Mann wie selbstverständlich den Stempel "schwul!" aufzudrücken, ist in der Tat hirnverbrannt und rückständig. Sowas erwarte ich vielleicht von meiner 87-jährigen Oma, aber nicht von modernen/progressiven Bloggern/Kolumnisten des 21. Jahrhunderts.

Sie erkennen richtig: Die sexuelle Orientierung eines Politikers ist völlig irrelevant, darüber ins Spekulieren zu geraten ist miesester Boulevard und eines Journalisten nicht würdig.
Kompliment deshalb auch nochmal an Ines Pohl von der Taz, die sich für den Feddersen-Artikel entschuldigt hat.

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alexbln 19.07.2012, 13:18
8.

einer der wenigen und seltenen fleischhauer artikel denen ich vorbehaltlos zustimmen kann

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PublicTender 19.07.2012, 13:20
9.

Zitat von sysop
Die "tageszeitung" hat die Frage nach der sexuellen Orientierung des Umweltministers gestellt, weil der nach eigenem Bekenntnis lieber allein lebt. Wer keine Frau vorzuweisen hat, muss nach dieser Gleichung automatisch schwul sein - wie spießig ist das denn?
Von mir aus kann Altmaier mit einem Schaf zusammen leben. Wenn das Schaf volljährig ist und kein Problem damit hat, who cares?

Wir sind hier nicht in den USA.

Ob jemand schwul ist, eine Geliebte hat, raucht oder Sky-Abonnent ist, das geht mich, auch wenn es ein Politiker ist, nichts an!

Ich möchte Menschen als Politiker, keine durchgestylten Idole!

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