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Amerikas Außenpolitik: Obamas kluge Selbstbeschränkung
REUTERS

Kritik von Hillary Clinton in Sachen Syrien, ein sich zuspitzender Konflikt im Irak - doch US-Präsident Obama hält sich jenseits von vereinzelten Luftschlägen, Waffenlieferungen und humanitärer Hilfe so weit als möglich raus. Das ist auch gut so.

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ermanerich 12.08.2014, 06:47
1. Wahrnehmungsprobleme?

Zitat von sysop
Kritik von Hillary Clinton in Sachen Syrien, ein sich zuspitzender Konflikt im Irak - doch US-Präsident Obama hält sich jenseits von vereinzelten Luftschlägen, Waffenlieferungen und humanitärer Hilfe so weit als möglich raus. Das ist auch gut so.
Herr Obama hält sich zurück? Da möge der Autor doch bitte mal den Rest der Welt fragen, der das bissel anders sehen könnte.

Der Herr nutzt lediglich andere Mittel, macht aber dasselbe wie sein Vorgänger.

Gut - er macht keinen langen Krieg mehr, aber
- in Libyen wurde ein Despot entsorgt, aber ein Land ins Chaos gestürtzt und es kam keine Demokratie
- in Syrien wurde versucht einen Despoten zu stürzen, auch mit kräftiger Unterstützung eines Herrn Obama - mit den Folgen dieser Politik darf er sich gerade beschäftigen
- in die Ukraine wurden mal so eben 5 Mrd. Dollar gepumpt, um einen pragmatischen Kleptokraten durch einen us-hörigen Kleptokratn zu ersetzen
- besondere Verdienste erwarb sich dieser Usurpator durch den Bruch der eigenen Verfassung mit seinen Drohneneinsätzen, die er abnickt. Entgegen aller westlicher Prinzipien legt dieser Herr fest, wer ohne Urteil hingerichtet wird - unter Bruch der nationalen Lufträume
- dem eigenen Land hat der Herr Besonderes beschert - die Einrichtung von KZ´s für missliebige Personen
- Der Folterknast Guantanamo besteht immer noch

Fazit: Die US-Elite hat es immer noch nicht gerafft, dass die Zeiten alleiniger Weltherrschaft vorbei sind, muss aber die ganze Welt anzünden.

Selbstbeschränkung wäre die praktizierte Anerkennung der UN-Charta - nur davon ist man meilenweit entfernt.

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ratxi 12.08.2014, 06:49
2. ...über´s Ziel hinausschiessen.

Zitat von sysop
Kritik von Hillary Clinton in Sachen Syrien, ein sich zuspitzender Konflikt im Irak - doch US-Präsident Obama hält sich jenseits von vereinzelten Luftschlägen, Waffenlieferungen und humanitärer Hilfe so weit als möglich raus. Das ist auch gut so.
Ich denke auch, er tut das im Moment Beste.
Ganz heraushalten kann er sich als eigentlicher "Verursacher" des Problems nicht, aber mehr tun würde womöglich auch wieder über´s Ziel hinausschiessen.

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zapp-zarapp 12.08.2014, 06:52
3. Zögern ist nicht gleich zögern

In Syrien wirkte Obamas Zögern unentschlossen. So als hätte er die Relevanz eines frühen Handelns unterschätzt und damit ein wichtiges Zeitfenster zur Unterstützung moderater Kräfte verstreichen lassen, bis sich ein Gutteil (wohl zurecht) vom Westen hängen gelassen fühlte und das Heil in islamischer Radikalisierung (und so bei spendableren Finanziers) suchte. In der aktuellen Irakkrise wirkte sein Zögern dagegen entschlossen und durchdacht. Nur so wurde ein deutliches Signal an einen Gutteil von Malikis Unterstützern gesendet: kein von der USA gedecktes politisches Weiter-so. Und das war nötig und richtig, auch wenn sich Maliki letztlich doch an seine Restmacht geklammert hat, bis Obama vor dem Hintergrund einer sich anbahnenden Jessidenkatastrophe handeln musste. Ich sehe daher im zweiten Fall Parallelen zu Merkels "Zögerlichkeit" in der europäischen Finanzkrise. Auch hier ging es um ein Signal des nicht fremdfinanzierten Weiter-Sos Richtung Südeuropa. Auch dies fand ich gut, auch wenn hier nur ein partielles Umsteuern gelang. Aber natürlich lässt sich bei Merkel wie Obama trefflich über Sinn und Unsinn des Zögerns streiten. Man sollte nur bei Obama nicht alles über einen Kamm scheren. Im Moment kommt er seinen Vorschusslorbeeren bei Amtsantritt zumindest näher, als in den Jahren davor.

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retourenpaket 12.08.2014, 07:01
4. Was soll denn bitte daran klug sein?

In der ganzen Welt hetzt man Völker gegeneinander auf und labt sich an deren Leid. Immer wenn der Konflikt zu Ende zu gehen scheint, liefert man Waffen und wendet das Blatt für maximale Opferzahlen, minimalen eigenen Aufwand und höchste Wirtschaftlichkeit.
Was die blutige Außenpolitik angeht, ist es mit Clinton und Obama jedoch vermutlich wie mit Teufel und Belzebub.

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freeusa 12.08.2014, 07:10
5. Einsicht, spät, aber sie kommt

und bleibt hoffentlich. Nach Jahren der Einmischung in aller Welt. Endlich. Die Altlasten werden sie noch Jahrzehnte begleiten.

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rvdf11974 12.08.2014, 07:14
6. Jo ist gut so...

Warum sollte man auch was tun? Gibts da noch Öl? So kann man humanitäre Waffenhilfe ähem Hilfe leisten...
Was für eine Farce!

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dt57908951 12.08.2014, 07:32
7. Was ist daran klug?

Es geht hier doch nicht darum, sich aus einer internen Auseinandersetzung zwischen Gruppierungen eines Landes herauszuhalten, sondern Hilfe zu leisten bei der Abwehr der Geiselnahme einer Region und der Eindämmung der Abschlachtung ganzer Gesellschaftsteile - ein Zustand, den man vermutlich selbst mit verursacht hat. Wenn man die Mittel hat und hier nicht eingreift, ist das unterlassene Hilfeleistung, völlig inakzeptabel und keinesfalls klug.

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Raseramses 12.08.2014, 07:36
8. Selbstbeschränkung?

Jahrelang wurden die "Rebellen" in Syrien von Obama aufgerüstet, aus denen sich dann die ISIS heraus entwickelt hat. Erst Feuer legen und dann die Hände in Unschuld waschen. Ebenso im Irak, in Libyen, in Ägypten, in Afghanistan und jetzt in der Ukraine. Es scheint eine perfide Strategie der USA zu sein, ganze Weltregionen zu destabilisieren damit sie keine Gefahr mehr für die Interessen der USA mehr darstellen können, sondern ihr nützen. Zu dieser Strategie gehört auch,Länder von innen heraus zu destabilisieren, wie durch Gründung von NGO´s, Demokratie- und Freiheitsgruppen. Das hat bisher sehr gut funktioniert z.B. in Georgien, Serbien und der Ukraine und ist vor allem sehr viel kostengünstiger als ein militärischer Einmarsch und auch der Öffentlichkeit besser zu verkaufen.

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h-i-2224 12.08.2014, 07:41
9. Red keinen Scheiß

Zitat von sysop
Kritik von Hillary Clinton in Sachen Syrien, ein sich zuspitzender Konflikt im Irak - doch US-Präsident Obama hält sich jenseits von vereinzelten Luftschlägen, Waffenlieferungen und humanitärer Hilfe so weit als möglich raus. Das ist auch gut so.
Die Mission im Nahen Osten ist bis auf ein zwei Länder weitestgehend erfüllt, Destabillisierung dessen.
"Humanitäre" Kriegseinsätze seitens der USA hat es nie gegeben, wenn die USA dabei nicht irgendwelche Zugewinne machen kann. Die Probleme vor Ort haben die USA in der Manier als Groß- und Besatzungsmacht, sofern es nicht deren Interesse tangiert hat, noch nie interessiert.

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