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Amt des Premierministers: Diese Kandidaten wollen Theresa May beerben
Hannah McKay/ Francois Lenoir/ Mandel Ngan/ Jeff Overs/ BBC/ REUTERS

Einstige Weltmacht, derzeit mit EU-Austritt beschäftigt, sucht konservativen Regierungschef: Die Bewerber um Theresa Mays Nachfolge stehen nun offiziell fest. Der Überblick.

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neanderspezi 10.06.2019, 20:49
10. Das Brexit-Drama nimmt einen neuen Anlauf

Der Weg in den politischen Machtverlust der Torys ist nach Mays Abgang mit Kandidaten gepflastert. Einfach toll was sich da um den Premierposten bemühen will, besonders dieser Boris dürfte nach der vorzüglichen Empfehlung Trumps ganz überlegen aufdrehen können. Labour kann diesem Auflauf in Ruhe entgegensehen und mit dem Champion aus dieser stattlichen Reihe eine Fortsetzung des Brexit-Dramas für die Bevölkerung Britanniens sehr unterhaltsam ausrichten können. Auch Brüssel wird an der Abschiedsaufführung des ehemaligen Imperiums weiterhin regen Anteil nehmen und weiteren Ausstiegsterminen getrost entgegensehen dürfen und auch die Medien werden diesbezüglich nicht zu kurz kommen.

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wauz 10.06.2019, 20:54
11. Labour geht auch unter

Zitat von neanderspezi
Der Weg in den politischen Machtverlust der Torys ist nach Mays Abgang mit Kandidaten gepflastert. Einfach toll was sich da um den Premierposten bemühen will, besonders dieser Boris dürfte nach der vorzüglichen Empfehlung Trumps ganz überlegen aufdrehen können. Labour kann diesem Auflauf in Ruhe entgegensehen und mit dem Champion aus dieser stattlichen Reihe eine Fortsetzung des Brexit-Dramas für die Bevölkerung Britanniens sehr unterhaltsam ausrichten können. Auch Brüssel wird an der Abschiedsaufführung des ehemaligen Imperiums weiterhin regen Anteil nehmen und weiteren Ausstiegsterminen getrost entgegensehen dürfen und auch die Medien werden diesbezüglich nicht zu kurz kommen.
Die Labour-Party ist sogar noch mehr gespalten, als es die Torys sind. Es wird sich als arger Fehler erweisen, dass Corbyn auf der Ablehnung des EU-Deals bestanden hat. Damit ist Labour einfach keine Alternative zu den Tores mehr. Und das britische Wahlrecht ... tut ein übriges dazu.

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foerster.chriss 10.06.2019, 21:03
12. Die Tories erzielten zuletzt 9%

Wen interessiert also wer nächster Premierminister von den Tories wird? Die Partei ist zerstritten. Sie besitzen keine eigene Mehrheit im Parlament. Und bei einer Neuwahl würden sie horrend abschmieren.

Das ganze Kandidatengelaber besitzt höchstens noch Unterhaltungswert für die Yellow-Press. May ist nicht nur an sich selbst gescheitert. Die Tories sind gescheitert.

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Atheist_Crusader 10.06.2019, 21:11
13.

Wenn man sich solche Wahlprozesse oder Selbstsamkeiten wie die Existenz des House of Lords so betrachtet, dann kommt es einm doch ein wenig geheuchelt vor, wenn die ganzen Leaver der EU vorwerfen, sie würden von Leuten regiert werden die sie nicht gewählt hätten.

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koch-51 10.06.2019, 21:12
14. Alles Taktik

Keine acht "remainer" in der Tory-Fraktion? - Das ist reine Taktik. Jeder weiß, dass im Parlament ca. 70% "remainer" sitzen, die konservative Basis aber in ihrer überwältigenden Mehrheit Brexiteers sind. Das Verhalten der Mehrheit der Parlamentsabgeordneten ist rein taktisch. Es gilt, wie 2016, Boris Johnson zu verhindern, der die Basis hinter sich hat. Damals wurde durch die Parlamentarier die "Remainerin" Theresa May zur Premierministerin gemacht, in der stillen Hoffnung, dass es ihr gelingen würde, GB in eine Position manövrieren, die einen wirklichen Brexit faktisch unmöglich macht. Das ist ihr weitgehend auch gelungen. Das kann sie niemals zugeben, deshalb auch nach außen immer eine harte Brexitrhetorik. Die Frage ist natürlich, ob die Angst vor Farage und die damit drohende Vernichtung der Konservativen stärker ist als die Entschlossenheit der Abgeordnetenmehrheit in der einen oder anderen Weise in der EU zu bleiben und sei es durch einen Scheinbrexit à la Theresa May. Ob sie also aus Angst einen Boris Johnson zulassen oder einen "weicheren" Alternativkandidaten nach oben "hieven".

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Fragen&Neugier 10.06.2019, 21:14
15.

Zitat von k.ockenga
Damit ist auch die 2. und letzte Chance passe. Bleibt zuletzt nur noch ein Verirrter unter mehreren übrig. Alle wollen wie die Lemminge ins Verderben. Typisch für Insulaner, die immer glauben, sie wären allein auf einer Insel der Seligen. Das hätte man doch vor bald 3 Jahren schon wesentlich früher haben können. Warum hat die EU sie daran gehindert? Vermutlich ist die Queen mit ihrer Ablehnung des Brexit und ihrer Altersweisheit die herausragendste britische Persönlichkeit, die noch die Übersicht hat. Trump wird ihnen zum Dank den für ihn besten Handelsvertrag diktieren. Man spielt nicht vabanque mit einem ganzen Land. Und das alle für und von den sagenhaften Eliten von Eton, Cambridge und Oxford. Deren Licht wird so vermutlich zu einer Sargfackel.
Die Queen lehnt den Brexit ab? Das ist ja mal was Neues.
Dass Cambridge und Oxford zu einer Sargfackel würde ohne EU-Erasmusstudenten ist kaum zu befürchten.

Dass sich die europäische Wissenschaft und das EU-Bildungsniveau mit immer mehr Europa nicht stetig verschlechtern würde, ist doch offensichtlich.

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M. Vikings 10.06.2019, 21:19
16. Es ist erstaunlich, dass es so viele Bewerber gibt.

10 kleine Brexitmeister gaben keine Ruh',
der Letzte, der dann übrig bleibt,
den holt sich die EU.

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Atheist_Crusader 10.06.2019, 21:19
17.

Zitat von rudig
naja, wenn die EU etwas klüger und kompromissbereiter wäre, könnte ein harter Brexit vermieden werden. Bei sinnvollen Verhandlungen muss jeder Kompromisse eingehen und nicht stur, wie die EU, auf seine Vorstellungen beharren. Ein harter Brexit schadet nicht nur GB.
Wo hätte die EU denn bitteschön "klüger und kompromissbereiter" sein können?

Es gab ein wichtiges Grundprinzip: Nichtmitgliedschaft darf nicht vorteilhafter sein als Mitgliedschaft.
Den Briten stand das komplette Spektrum an Beziehungen zur Verfügung, von Zollunion bis zum Norwegen-Modell. Aber all diese Möglichkeiten hatten zur Folge, dass man sich zumindest zum Teil EU-Regeln unterwirft. Das ist aber nicht Böswilligkeit der EU, sondern ganz einfach nötig. Man kann z.B. keinen gemeinsamen Binnenmarkt haben, wenn jeder seine eigenen Handelsabkommen mit dem Ausland schließt. Das geht nicht.

Der letzte große Stolperstein war der Backstop mit Irland. Hier hat sich die EU an den bedürfnissen ihres Mitgliedsstaates orientiert und wollte um jeden Preis eine neue irisch-irische Grenze und damit ein potentielles Aufflammen des irischen Bürgerkrieges verhindern.
Die Briten hatten keine vernünftige Alternative, ihre Ideen waren unsinnig, undurchsetzbar, technisch nicht machbar oder hätten Tür und Tor für Missbrauch geöffnet. Aber obwhol keinerlei Lösung in Sicht war, wollten sie dennoch eine zeitliche Begrenzung. Weil wir ja erlebt haben, wieviel die Briten in ein paar Jahren hinbekommen.
Wo genau war da die Alternative? Das Good Friday Abkommen riskieren nur weil London genau weiß dass ihm nicht besseres einfallen wird? Und damit Iralnd (das Mitglied bleiben will) verraten um die Briten (die auf jeden Fall raus wollen) zu beschwichtigen?

Dass die Briten sich jetzt ungerecht behandelt fühlen, wundert mich nicht. Die fanden es ja auch schon unfair die gleichen Mitgliedsgebühren zu bezahlen. Ich sehe in dieser Sache den Fehler nicht bei der EU, sondern mit der Unmöglichkeit die Briten hier zufriedenzustellen. Sie wollen alles haben, ohne dafür bezahlen zu müssen und ohne Verpflichtungen. Ich sehe nicht was die EU hätte tun können angesichts eines derart fundamentalen Problems.

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geotie1 10.06.2019, 21:21
18.

Zitat von rudig
wenn die EU etwas klüger und kompromissbereiter wäre, könnte ein harter Brexit vermieden werden. Bei sinnvollen Verhandlungen muss jeder Kompromisse eingehen und nicht stur, wie die EU, auf seine Vorstellungen beharren. Ein harter Brexit schadet nicht nur GB.
Da bin ich aber Mal gespannt, was Sie uns da mal vorschlagen können die machbar wären. Geld erlassen? Freien Zugang zu all dem was eine Mitgliedschaft ausmacht? Ich bin gespannt!

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enni3 10.06.2019, 21:32
19.

Zitat von rudig
wenn die EU etwas klüger und kompromissbereiter wäre, könnte ein harter Brexit vermieden werden. Bei sinnvollen Verhandlungen muss jeder Kompromisse eingehen und nicht stur, wie die EU, auf seine Vorstellungen beharren. Ein harter Brexit schadet nicht nur GB.
Die EU war so kompromisbereit, wie es ging, ohne Selbstzerstörung zu betreiben.

Es gab zwei gravierende Punke in den Verhandlungen.

Einerseits musste die EU darauf bestehen, dass der Binnenmarkt nur komplett mit allen vier Säulen zur Disposition steht, nicht nur mit drei, wie es GB gern gehabt hätte (Thema Personenfreizügigkeit). Und zweitens musste die EU die Interessen seines Mitglieds Irland vertreten, die sind nämlich Teil der EU und wollen es auch bleiben. Und deren Interessen gehen bei einem Club nun mal über die des Mitgliedes, das nicht mehr dabei sein will.

Die EU kann und darf keinen Millimeter in diesen zwei Punkten nachgeben, wenn sie ihre Berechtigung behalten will.

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