Forum: Politik
Analyse: Was der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Iran für den Nahen Osten bedeute
DPA

Die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen lässt den Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Iran eskalieren. Die Folgen erschüttern schon jetzt den gesamten Nahen Osten - von Syrien und Libanon über den Irak und den Jemen bis zum Erdölgeschäft.

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behemoth1 04.01.2016, 12:57
1. Machtkampf

Es geht doch fast immer nur um die Machtstellung, alles andere wird zu oft nur vorgeschoben.
Aber was regen wir uns denn darüber auf, die westlichen Länder tun doch auch nichts anderes auch sie kämpfen in verschiedenen Teilen der Welt um ihre Macht und dabei gibt es dann auch stets viele Konflikte, die oft von anderen ausgetragen werden.

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M. Thomas 04.01.2016, 12:58
2. Eines darf man keinesfalls vergessen!

Schon im Vorfeld der Inthronisation des saudischen Königs Salman ist es im Land zu Intrigen, Zerwürfnissen und Machtkämpfen gekommen. Eine der Haupttriebfedern Saudi-Arabiens, nun einen Krieg gegen Iran zu beginnen, dürfte in der Destabilisiation des Landes liegen. Wie man weiß, einigt nichts mehr ein Land als ein Krieg. Den hofft Salman sicherlich auch aufgrund seiner dank Deutschland großformatigen wie hochmodernen Schießgerümpelsammlung auch zu gewinnen. Saudi-Arabien hat neben Kuwait und den UAE Ägypten ins Straucheln gebracht und mit vielen Milliarden die dort derzeit grassierende Militärdiktatur an die Macht gehievt. Zudem betreibt es sehr viele, u.a. auch missionarische Werke auf seine Kosten überall in der Welt - so verdankt Deutschland u.a. auch der "König-Fahd-Akademie" in Bonn, die nicht unwesentlich auch von Deutschland mitfinanziert worden war, überhaupt erst den Salafismus als solchen - denn der ist direkt aus dem saudischen Wahhabismus hervorgegangen.
Saudi-Arabien wackelt und droht, weit über seine Grenzen hinaus mit seinem Niedergang für Kriege, Niedergang und Not zu sorgen. Aber Hauptsache, wir haben noch schick ein paar hundert Panzer dorthin geliefert, bevor der Laden ganz untergeht, nicht wahr?

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rkinfo 04.01.2016, 13:05
3. Nix 'Islamische Ökumene als Mittel der Politik' ?

Auch die christliche Ökumene klappt ja nicht - selbst wenn Kirchengemeinden wie in Deutschland unter hohen Kosten für der doppelten Infrastruktur wie Kirchen leiden. Allerdings fehlt dort die Kriegslust der Araber.

Es gab für die Saudis auch keinen rationalen Grund jenen schiitischen Ajatollah hinzurichten. Es hätte wohl lebenslanges Hausarrest als Begnadigung gereicht. Man sollte sich mit dem Gedanken anfreunden, dass die saudischen Diktatoren mit Absicht die Eskalation suchen um mit den Schiiten abzurechnen. Jene stören ja auch den von den Saudis intensiv unterstützten (wahabitisch / sunnitischen) IS.

Deutschland hat die Saudis trotz aller Kritik immer mit Waffen unterstützt was nun politische Konsequenzen in Berlin bewirken sollte.
Der Iran ist natürlich ebenfalls extremistisch was Kommentare zum Existenzrecht Israels immer wieder zeigen.
Es wird Zeit dass die Weltpolitik aufhört extremistische Staaten zu unterstützen und damit Konfliktherde anfüttert.

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Olaf 04.01.2016, 13:06
4. Und Israel?

Über Jahrzehnte wurde uns doch erzählt, dass der Konflikt um Israel die Ursache aller Kriege im Nahen und Mittleren Osten ist. Das waren auch keine Meinungen, sondern, wie in Deutschland üblich, Gewissheiten.

Nobelpreisträger haben mit letzter Tinte die Gefahren für den Weltfrieden beschworen, die von Israel ausgehen.

Und jetzt stellt sich raus, dass war alles Käse? Na ja, ist ja auch nicht das erste mal, dass sich deutsche Gewissheiten als falsch erweisen.

Wichtig ist, dass man nichts daraus lernt.

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mcpoel 04.01.2016, 13:08
5. Iran & Saudi Arabien

Es zeigt sich einmal mehr, wie ähnlich sich beide Staaten eigentlich sind. Beide scheren sich nicht um Menschenrechte, nur unter jeweils anderen Überschriften. Beiden geht es aber um Macht und Einfluß. Es wird Zeit, daß die Politik das genauso sieht und die richtigen Prioritäten setzt.

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darthkai 04.01.2016, 13:09
6. Dieses Gerede

von "Stellvertreterkriegen" ist doch nur ein plumper Versuch mit einem "der Iran aber auch" vom guten Waffenkunden abzulenken. Weder finanziert der Iran Terrorbanden rund um den Globus, noch schürt er Bürgerkriege und ethnische Säuberungen in Syrien, Lybien etc, noch führt er einen Angriffskrieg gegen sein Nachbarland. Alles Spezialitäten des wahabitischen Terrorstaates und seiner angehängten Wüstendörfer (Qatar, Kuwait...). Für das immer wieder behauptete Engagement des Iran im Jemen wurden dagegen noch nie auch nur Anhaltspunkte geliefert, trotzdem taucht es als Satzbaustein in jedem Artikel auf.

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jstawl 04.01.2016, 13:09
7. Deja-vu

Warum erinnert einen das immer so ein bisschen an dreißigjährigen Krieg etc.

Scheinbar hilft nur eine weitgehende Eskalation mit all seinen schrecklichen Folgen, um dort unten vllt. als Ergebnis wieder Vernunft am Ende heraus zu bekommen.

Wir als Außenstehende sollten uns abgesehen von humanitärer Hilfe auch nicht einmischen. Sonst können die wieder auf andere zeigen, die angeblich schuld sind an Kriegen etc.

Dieser Flickenteppich von unterschiedlichen sunnitischen und schiitischen Gebieten hat z.B. im osmanischen Reich besser geklappt, weil das osmanische Reich mehr ein loser Bund verschiedener Stammesgebiete etc. war. Dieses Aufpressen von Nationalstaaten und dem Beibehalten von sinnfreien Grenzen sorgt immer wieder für neuen Streit.

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bene_lava 04.01.2016, 13:14
8. Ja es geht um viel, viel mehr....

Sie verstehen nicht. Es gibt eine neue Achse - USA/IRAN. Ein neues Centho. Es wird bald eine zunehmende Annäherung des Iran an den Westen geben. Das Feindbild Israel wird nach und nach durch das Feindbild Saudi Arabien gewechselt. Ohne Feindbilder können Diktaturen nicht überleben.

Die Hinrichtung von Nimr al Nimr kam doch nicht überraschend. Ich wusste dies jedenfalls seit vielen Monaten, dass seine Hinirichtung jederzeit erfolgen konnte und ich frage mich, warum darüber weder berichtet wurde und warum der Westen keinen Druck auf die Saudis ausgeübt hat. Das was nun passiert, passiert nicht überraschend.

Die Saudis sind in eine Falle getappt. So viel kann ich an dieser Stelle noch sagen. Sie haben sich in Jemen aufgerieben und es wird nun Instabilität in Saudi Arabien geben. Die Hinrichtung war ein großer Fehler. Iran wird die Chance nutzen und die Sache eskalieren lassen und die Kosten für die Saudis werden unermesslich. Letztlich wird dies vielleicht zum Ende des Ölkrieges führen, den die Saudis gegen den Iran führen. Vielleicht steigt ja bald der Ölpreis wieder.

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udo.sowade 04.01.2016, 13:16
9. Die Krisen

werden trotz diplomatischer Bemühungen nicht beigelegt, sie eskalieren und füllen das Pulverfass. Wir werden mittelfristig die schlimmste Situation nach dem 2. Weltkrieg erleben. Sanktionen gegen Russland und Iran, weitreichende Waffenlieferungen Deutschlands an Saudi-Arabien, hier zählen wirtschaftliche Interessen und die dominieren in der Politik. Worin besteht der Unterschied zwischen Iran, Irak, Syrien und Saudi-Arabien ? Da gibt es keinen. Und dennoch reagiert die Politik mit unterschiedlichen Maßstäben.

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