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Analyse zu Landtagswahlen: AfD mobilisiert in Sachsen fast eine Viertelmillion Nichtw
Infratest dimap/ ARD

Bei den Landtagswahlen hat die AfD besonders bei früheren Nichtwählern gepunktet, in Sachsen noch deutlicher als in Brandenburg. Und auch bei jüngeren Wählern ist die Partei in Sachsen überraschend stark.

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Little_Nemo 02.09.2019, 13:55
40. Einfache Erklärungsmuster garantieren gefühltes Begreifen

Zitat von Proggy
Vielleicht haben die Neuwähler begriffen, dass es nicht um vermeintliche "Wölfe im Schafspelz" geht, sondern um gewisse politische Parteien, die eine andere Partei mit allen Mitteln ausgrenzen, um selbst an der Macht zu bleiben?
Hm, vielleicht doch nochmal nachdenken. Andere Parteien gab es ja schon bevor es die AfD gab. Mit denen hat man aber trotzdem mitunter koaliert und sie nicht ausgegrenzt. Vielleicht liegt es in diesem Fall doch eher daran, dass wir es mit einer Partei zu tun haben, die nur halbherzig kaschiert, dass sie mit Demokratie und Rechtsstaat nicht viel am Hut hat, sondern in Wahrheit eher der NS-Nostalgie frönt, womit sie Deutschland erneut in den Abgrund zu ziehen droht. Eine Partei übrigens, für deren Wahlerfolge es Lügen-, Hetz- und Desinformationskampagnen nie gekannter Ausmaße bedurfte, die es so ohne das globale Medium Internet sicher nicht gegeben hätte. Ein Medium, das es unter einer völkisch-nationalistischen Regierung wie der der AfD sicherlich so auch nicht mehr geben wird. Man darf wohl davon ausgehen, dass wir unter AfD-Ägide erst wirklich erfahren würden was "Verbotspartei" bedeutet, aller vorgeschobener Freiheitlichkeit zum Trotz. Die Hetz- und Denunziationskampagnen, die von AfD-Anhängern und -Funktionären losgetreten wurden, und ihr Vokabular geben bereits einen Vorgeschmack. Mal sehen wie derb es noch kommen muss bis die "Neuwähler" das begreifen.

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Sleeper_in_Metropolis 02.09.2019, 13:55
41.

Zitat von spon_3653303
Wenn die Jungwähler zu den Rechtsextremen tendieren, kann einem nur Angst und Bange werden: hat man den jungen Leuten in der Schule nicht näher gebracht, was in Deutschland zwischen 1933 und 1945 abgelaufen ist? Hat von denen denn keiner gemerkt, wieviele Wölfe im Schafspelz der AfD zu ihren Erfolgen im Osten beigetragen haben?
Naja, die meisten im Osten, die jung und einigermaßen Clever sind, sind schon in den Westen abgewandert, weil sie gemerkt haben das im Osten schon lange nicht mehr viel geht. Unter dem zurückgebliebenen Rest sind halt viele einfach gestrickte Menschen, und die wählen gerne rechts.

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Grummelchen321 02.09.2019, 13:58
42. Erschreckend

das gerade junge Menschen erneut der AfD hinterherlaufen.Von Protestwählern kann man nicht mehr sprechen.eines zeigen die Ergebnisse deutlich.Die jungen werden von den alten Parteien nicht mehr erreicht.Wie lange ist jetzt die Wiedervereinigung her?Immer noch herrscht zwischen Ost und West Lohnungleichheit.Dann ist das Konzept mit der Kontrolle durch Neid zwischen Ost und West der CDU/SPD nicht aufgegangen.Es hat sich ins Gegenteil verkehrt.

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nemaxmutant 02.09.2019, 14:02
43. Kein Wunder

Ich wähle eher links (und habe auch gestern eine Partei links der Mitte gewählt), aber wenn man sieht mit was hier bei der Wahl zum LANDTAG geworben wird, dann darf man sich nicht wundern. Meine Straße war mit Plakaten von den Linken vollgestopft auf denen bloß das Wort "Weltfrieden" stand. Vielleicht kann man mir einer von den Linken erklären, wen man damit erreichen wollte.

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dat-gibbet-doch-nitt 02.09.2019, 14:04
44. Schämt Euch!

Es ist unbegreiflich, dass fasst jeder Dritte in den Wahlländern Rechtsextrem gewählt hat. Habt Ihr vergessen, wieviel Milliarden in den lezten 30 Jahren in den Osten geflossen sind? Habt Ihr vergessen, wie Eure Städte vor der Wende ausgesehen haben? Habt Ihr vergessen, dass Ihr in einer Diktatur gelebt habt? Habt Ihr vergessen, in welcher Unfreiheit Ihr gelebt habt? Und dann fühlt Ihr Euch abgehängt??? Meint Ihr, dass im "Westen" es keine "Verlierer? gibt? Schaut Euch doch mal die Städte und Infrastruktur in einigen westllichen Bundesländern an? Und, kein ausländischer Unternehmer wird in einem so fremdenfeindlichen Gebiet investieren! Damit erweist Ihr Eurer Region einen wirtschaftllichen Bärendienst! Aber, alles das sind keine Gründe, das Ungeheuer aus dem braunen Sumpf zu wählen. Denkt mal darüber nach!

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grouchomarx 02.09.2019, 14:04
45. Die Geschichte lehrt, dass man aus ihr nicht lern

Zitat von spon_3653303
Wenn die Jungwähler zu den Rechtsextremen tendieren, kann einem nur Angst und Bange werden: hat man den jungen Leuten in der Schule nicht näher gebracht, was in Deutschland zwischen 1933 und 1945 abgelaufen ist? Hat von denen denn keiner gemerkt, wieviele Wölfe im Schafspelz der AfD zu ihren Erfolgen im Osten beigetragen haben?
Ein Jungwähler, dem du die "Alternative für Deppen" mit dem Verweis auf die NSDAP madig willst, wird dir antworten, dass beide Parteien nicht gleichzusetzen sind. Und damit hat er nicht unrecht. Auch ist das heutige Deutschland nicht gleichzusetzen mit der Weimarer Republik.

Man muss schon die Eigenart der AFD, wie auch der heutigen Verhältnisse, sowie der heutigen Wähler erfassen, um die Partei aussichtsreich zu bekämpfen. Die Parallele zu damals beeindruckt nur Leute, die diesen Verein ohnehin nicht wählen würden.

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burlei 02.09.2019, 14:05
46. @hasso_realo, #24

Zitat von hasso_realo
... klasse Analyse, dass die AfD von "den Leistungsträgern" gewählt wird und gar nicht von den Leistungsempfängern des Sozialsystems. Insbesondere das verschweigen des 41% Anteils (und damit den höchsten Anteil innerhalb der gezeigten Kategorien) den die AfD bei den Arbeitslosen in Brandenburg erzielt hat trägt zur Argumentation spürbar bei. Darüberhinaus finde ich es durchaus stark vereinfachend, dass man Rentner und Beamte als "Leistungsempfänger" abstempelt, da beide Gruppen durchaus signifikant zur Wirtschaftsleistung" der BRD beitragen bzw. auch beigetragen haben.
Die AfD hat nach dem vorläufigen Ergebnis des Landeswahlleiters (https://www.wahlergebnisse.brandenburg.de/wahlen/LT2019/tabelleLand.html) 297.429 Stimmen erzielt. Die Zahl der Arbeitslosen in Brandenburg insgesamt beträgt (aktueller Monat: August) 74.976. (https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/Politische-Gebietsstruktur/Brandenburg-Nav.html) Nimmt man jetzt davon ihre 41%, kommt man auf 30.740 AfD-Wähler unter den Arbeitslosen. 266.689‬ waren zum Zeitpunkt der Stimmenabgabe also nicht arbeitslos, sondern einfach nur Rechts eingestellt.

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planet335 02.09.2019, 14:09
47.

Da haben die alten Männer im Politbüro der DDR den Bürgern immer und immer wieder erzählt, wie das läuft im Kapitalismus. Jetzt wählen die Abgehängten und Benachteiligten eine marktliberale Partei, quasi eine FDP mit nationalistischem Anstrich mit der Hoffnung, dann genug Ellenbogen zu entwickeln, damit man in dieser entsolidarisierten Gesellschaft endlich zu den Gewinnern und den Herrenmenschen gehört. Ich bin jetzt 66 Jahre alt, aber eine dümmere Spezies als der Mensch ist mir in all diesen Jahren auf diesem Planeten nicht begegnet.

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herbert.echzell 02.09.2019, 14:16
48.

Zitat von heinihuckeduster
Für die Arbeiter tut die AfD nichts! Da sind wohl viele auf platte Parolen reingefallen, denn außer verbalen Plattitüden der AfD findet sich kaum etwas Konkretes für die Arbeiter.
Ja natürlich tut die AfD für diese Leute eigentlich nichts.
Trotzdem bringen für viele Leute diese Statistiken keinen neuen Erkenntnisgewinn, sondern lediglich die Bestätigung dessen, was man schon immer ahnte; gar wusste:

Es sind nicht die hellsten Kerzen in der Wählerschaft, die die AfD erfolgreich ködert. Und von diesen Kerzen gibt es eben auch nicht gerade wenige in diesem Land.

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triptychon5zehn 02.09.2019, 14:16
49.

Das schöne ist ja, dass die AFD auch weiterhin nichts für die Arbeiter und minder-Gebildeten (laut dieser Studie) tut und sich auch weiterhin in die eigene Tasche regiert. Das ist keine Vermutung, sondern leider Tatsache, wer das nicht glaubt und mich als indoktriniert abtut lese einfach das Partei-Programm. Sobald die jetzigen AFD Wähler das verstehen ist entweder wieder Raum für neue Parteien - oder wir sind alle nicht mehr weil man Nazis an die Macht gelassen hat. Hoffen wir Ersteres. Als Denkanstoß: wie soll eine Partei, die von circa 25% aller Deutschen gemocht, aber von vielleicht 5% davon wirklich unterstützt wird, allerdings von 75% komplett abgelehnt wird und selbst circa 10% der Deutschen einfach nicht akzeptiert und gerne zurückgeführt wissen möchte, eine Wende vollziehen und wieder Arbeit und Bevölkerung nach Rechtsdeutschland (natürlich nur räumlich gesehen) bringen? Ich befürchte dass Sachsen und Brandenburg einen weiteren Schaden durch das Erstarken der AFD nehmen werden - nicht weil es die AFD gibt, sonern weil 75% nicht mehr gehört werden. Und das ist die eigentliche Sauerei. Wie ticken Nichtwähler? Sind diese nicht auch Menschen um die man sich kümmern sollte?

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