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Analyse zu Landtagswahlen: AfD mobilisiert in Sachsen fast eine Viertelmillion Nichtw
Infratest dimap/ ARD

Bei den Landtagswahlen hat die AfD besonders bei früheren Nichtwählern gepunktet, in Sachsen noch deutlicher als in Brandenburg. Und auch bei jüngeren Wählern ist die Partei in Sachsen überraschend stark.

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knut.koenig 02.09.2019, 15:51
80. Kein Schock? - und nichts begriffen!

So so, die Rentner retten die etablierten Parteien ..., die Jungen und die Arbeiter wählen die AFD!?
Mich wundert allerdings nicht, dass recht junge Menschen die AFD gewählt haben und die Alten das ganze noch einigermaßen rausreißen konnten.
Da habe ich jetzt in den letzten Monaten sooo viele Versteher und Interpretierer in Form von Kolumnen und Kommentaren lesen dürfen, dass ich oft nicht wusste, wie ich mein Entsetzen am Besten zum Ausdruck bringen kann. Ja, es ist richtig, dass die AFD die NPD fast vollständig assimiliert hat, weshalb die ja zur Zeit unter "Andere" fällt. Es ist aber auch so, dass die, die alle OSSIs oder alle Sachsen als Nazis hinstellen, der AFD nur Wähler zutreiben. Es ist so, dass vieles geschriebene völliger Nonsens war, angefangen bei Lobo bis hin zu Kuzmany oder was weis ich wem. - Hab mir den Erguss von Lobo, weil er in seiner Empfehlung derart Besonders daneben war, nur eben besonders gemerkt - nicht, weil er besonders gelungen gewesen wäre - die Zeiten scheinen bei Lobo vorerst vorbei zu sein. Wer behauptet, er wüsste, wie die Leute hier ticken, der weis mehr als die Leute hier! Und wer glaubt, man könne das kurzfristig wieder einfangen, der soll in die Kirche gehen! Und wer meint, dass nur Geld fehlt, der soll schweigen! Seht auf der sächsischen Landkarte nach, wo die AFD besonders erfolgreich war und denkt nach - optisch ist das sehr klar zu erfassen! Dass die gefühlte Perspektivlosigkeit weiter östlich größer ist als weiter westlich hat durchaus Gründe. Und solange Firmen glauben, östlich von Chemnitz billigst an Arbeitskräfte zu kommen, wird sich daran nichts ändern. Solange Konzernzentralen ausschließlich weit westlich von Jena zu finden sind, ist eine gesicherte finanzielle Zukunft im Osten kaum zu vermitteln. Und schon sind wir bei den Führungskräften - denn die werden auch heute noch aus dem Umfeld der Konzernzentralen rekrutiert. Bei den Universitäten und Verwaltungen könnte sich demnächst etwas Bewegung einstellen, sofern die Netzwerke der momentanen Führungskräfte ausgehebelt werden können. Das alles ist neben den bekannten Fakten bezüglich der beschränkten Handlungsfähigkeit von Telekom und Bahn ein Teil des Selbstverständnisses der hiesigen Bevölkerung, denn dieses ist nicht unterentwickelt, wie es oftmals dargestellt wird, sondern sehr realistisch und deshalb mit wesentlich mehr Fragezeichen für die Zukunft versehen als im Westen. Gib mir eine realistisch anmutende Perspektive und ich werde mitziehen. Auch die AFD gibt diese Perspektive nicht, aber sie verhilft den Leuten zum Ausdruck zu bringen, dass sie Angst um ihre Kinder und Enkelkinder haben. Deshalb die Angst vor Zuwanderern, die oft ebenfalls im Nidriglohnsektor zu Konkurrenten bei der Arbeitskraft werden. Deshalb so viele Arbeiter unter den vermeintlich bösen Wählern. Wer von Oben schaut, der hat ebenso eine verzerrte Perspektive wie der, der von Unten schaut oder von der Mitte aus schräg, was mich aber immer wieder verblüfft ist der Fakt, dass die von Oben Schauenden ihren besseren Überblick intellektuell nicht verarbeiten können und statt dessen Überheblichkeit offenbaren. Dass diese nicht eben gut ist, zeigen immer mal wieder Wahlen.

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Actionscript 02.09.2019, 15:53
81. Der Grund für so viele Nichtwaehler, die AFD...

...zu wählen ist vermutlich, dass die AFD besonders in Sachsen schon stark war und somit garnicht als Ausnahmepartei sondern eher als Standardpartei wahrgenommen wird. Wenn innerhalb einer Familie es AFD Wähler gibt, dann lassen sich auch andere in der Familie zB Jungwähler oder bisherige Nichtwähler leicht überzeugen, AFD zu wählen. Ältere Wähler sind noch in der DDR aufgewachsen und haben konstant eine antifaschistische Erziehung bekommen. Das erklärt, warum dort weniger AFD Wähler sind.

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Schartin Mulz 02.09.2019, 15:59
82. Der

Beitrag, in dem das Wahlverhalten der "Jungen" analysiert wird, ist sehr interessant. Denn es sind eben nciht einfach die alten Säcke, die AfD wählen. Es sind auch, und nicht zu knapp, junge Menschen. Übrigens junge Menschen, die die DDR, die für viele immer wieder als Argument angeführt wird, nur aus Erzählungen kennen.
Ich kann mich erinnern, als wir jung waren, da waren die politischen Diskussionen auf dem Höhepunkt. Hitler war noch nicht so lange her, der WK II ebenfalls, viele der Mittäter lebten noch und waren im Amt, dann Vietnamkrieg, die 68er, dann Brandt und die Ostpolitik, die APO....
Es war eine Zeit der heftigen Kontroversen.
Und heute sollen junge Leute sich politisch damit zufrieden geben die rudimentären Unterschiede zwischen CDU und SPD zu suchen?
Nein, gerade junge Leute suchen auch die Polarisierung, den Kampf um die richtigen Lösungen, Visionen. Und nicht die Frage, ob die neue Grundrente auch für Chefarztgattinnen gilt oder nicht, was ja aktuell der Hauptstreitpunkt der GroKo ist.

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knut.koenig 02.09.2019, 16:26
83. Sie irren - leider

Zitat von Actionscript
...zu wählen ist vermutlich, dass die AFD besonders in Sachsen schon stark war und somit garnicht als Ausnahmepartei sondern eher als Standardpartei wahrgenommen wird. Wenn innerhalb einer Familie es AFD Wähler gibt, dann lassen sich auch andere in der Familie zB Jungwähler oder bisherige Nichtwähler leicht überzeugen, AFD zu wählen. Ältere Wähler sind noch in der DDR aufgewachsen und haben konstant eine antifaschistische Erziehung bekommen. Das erklärt, warum dort weniger AFD Wähler sind.
Aus meinem Bekanntenkreis kann ich sagen, dass die "Antifaschisten" von damals heute oft sehr aktiv mit der AFD zu tun haben. Das ist kein Phänomen von Jung und Alt sondern gesamtgesellschaftlich sehr komplex. Viele Alte sehen aber möglicherweise heute milder auf die Umbruchzeiten, als die Arbeitenden auf ihre Aufstiegschancen und die Chancen der Jungen, aktiv Teilhabe zu erlangen - sowohl politisch als auch im Arbeitsleben.

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holzghetto 02.09.2019, 16:27
84. @ Actionscript

die Wahlmeinung darf man leider heutzutage nicht nur auf den Osten beschränken. Viele Westler sind von der hinkenden Politik einer Ost-Kanzlerin übersättigt und genervt. Alternativen in SPD und FDP gibt es nicht! Was soll man sonst wählen? Es wird einfach kein vernünftiges wählerisches Politprogramm mehr geboten. Es wird vor sich hingeschwommen und fertig. Kennt man ja von Kohl damals aber auch von Schröder der jetzt durch die im Kreis schwimmende Merkel abgelöst wurde. Aussitzen und gut. Mehr passiert halt nicht mehr. Uns Bürgern geht es immer schlechter!

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von_oz 02.09.2019, 16:35
85.

Zitat von DerFreddy
Die Jugend, die noch nicht arbeitet, wählt noch grün. Die Wähler, die mit ihrer Arbeit den Staat am Laufen halten, hauptsächlich AFD und etwas CDU/SPD. Wer vom Staat lebt, wählt primär SPD und CDU. Die AFD-Wählerschaft besteht somit eher aus den Leistungsträgern, die man früher bei FDP,CDU und etwas SPD verortete.Auch wenn in der Demokratie Mehrheiten allein auf Basis von Vertretern von Leistungsbeziehern möglich sind, ist das ein Anlass zur Sorge.
Naja, Ihre Interpretation verrät eher etwas über Sie als über die Wähler. Man könnte genauso gut schreiben: Wer nur an sich denkt und die schuld gerne bei anderen sucht, wählt konservativ, AfD und vielleicht noch FDP. Und dann gibt es noch Wähler, die auch andere (Generationen) und das große Ganze (Umwelt) im Fokus haben.

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_Mitspieler 02.09.2019, 16:57
86. Ach, wenn es das nur wäre ...

Lieber Mitforist, ich schreibe hier nicht für Twitter, Facebook & Co. Ich gehöre eher zu den Toren, die im fortgeschrittenen Alter noch eine rudimentäroptimistische Hoffnung hegen, dass sich in den klassischen Medien und in der Politik qualitativ noch was tut. Angst macht mir beispielsweise der fassungslos-blanke, völlig irritierte Blick der Sandra Maischberger anlässlich eines Helmut Schmitt Interviews, in dem dieser über die Probleme der Zuwanderung zu uns aus nichteuropäischen Regionen spricht, die mit dem Grad der külturell-sozialen Distanz zunehmen und damit problematisch sind. Angst machen mir unsere allabendlichen seichten, polithygienisch korrekten Talkshows. Man sehe sich einmal zum Vergleich die wöchentliche BBC 1 Show Question Time an. Dort kommt stets auch das Publikum zu Wort, das hierzulande ausschließlich vorm Fernseher aus das Geschehen verfolgen bzw. bestenfalls in kleinerem oder größerem Abstand zu den Talkern als Füllsel im Studiohintergrund claquieren darf. Die Shows sind sozial antiseptisch journalistisch oberflächlich, inhalts- und ereignisarm und bis zur klinischen Reinheit politisch korrekt. So wie weiland die Truman Show. Parallelwelt privilegierter, elitärer Berliner Echokammer-Insassen. Eine Handvoll immergleicher Meinungsmacher wird hierzulande im Wochenrhythmus überflüssig wie ergebnislos durch die öffentlich-rechtlichen Weichspül- und Verwässerungsanstalten durchgepumpt. Das macht mir genauso viel Angst, wie die Sogwirkung strunzdummer, nihilistischer und moralbefreiter Akteure in sozialen Netzwerken, auch und gerade wenn es sich bei diesen um Präsidenten handelt. Angst machen mir ungeprüft und unreflektierte Presseartikel, die von quasi-Qualitätsmedien dutzendmal kopiert stets die gleichen orthografischen Fehler aufweisen. Copy und Paste munter drauflos. Da verschwindet auch schleichend der Qualitätsunterschied zu den Inhalten in sozialen Netzwerken. Angst macht mir die Politik, die von dem Islam spricht. Da wird nicht mehr differenziert. Frei nach "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" (https://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-der-dativ-ist-dem-genitiv-sein-tod-a-267725.html) ist festzustellen: Der Mainstream ist der pluralistisch abwägenden Intelligenz ihr Tod. Und der Mainstream hat auch immer was Populistisches. Egal aus welcher Ecke der kommt. Rechts, links, braun oder rot. Und unabhängig davon, ob die Verbreitung der immer simpleren und reduzierteren Inhalte via soziale Medien oder klassische sog. Qualitätsmedien erfolgt.

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dieter_huber 02.09.2019, 17:04
87. und da sage noch einer, Geschichte wiederhole sich nicht

bei den Reichstagswahlen im September 1930 erzielte eine aufstrebende Partei namens NSDAP mit 18,3% einen Achtungserfolg. Nur drei Jahre später hatten die Deutschen eine Diktatur. Später wird man erzählen, dass man bei der AfD die Parallelen hätte erkennen müssen und sich die demokratischen Parteien beizeiten hätten wehren sollen, z.B. durch eine Strafverschärfung bei Tatbeständen wie Volksverhetzung. Aber die Parteien waren mehr mit sich und ihren Streitereien untereinander beschäftigt...

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jan07 02.09.2019, 17:07
88. Wer hätte das gedacht!

Schau an, es sind wohl doch nicht vorrangig die 'alten weissen Männer', die die AfD wählen, sondern eher die Jugend. Ausserdem mobilisiert die Partei Nichtwähler, ein wirklicher Beitrag für die Demokratie.

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Widerspruch- 02.09.2019, 17:14
89. Es sind also nicht die Alten. Dummen,

Ungebildeten, Kahlgeschorenen, etc? und schon wieder ein Klischee der Wähler der AFD gestorben!
evtl. haben die die Jungen Wähler/innen auch einfach genug von der ständigen täglichen mehrstündigen Medienbrieselung auch über TV was ihre Ur- und /Großväter alles getan haben. und sie heute noch dafür in" Sack und Asche" gehen sollen; und damit auch jede fragliche Handlung Handlungen der entsprechenden Regierung mit diesem Hinweiß auf diese Zeit gerechtfertigt wird?
Evtl.liegt es auch daran, dass das von einer verschwindendeten kleinen aber an den Schalthebeln der Medien Intellektuellen gezeichneten Bild der Multikulturellen Gesellschaft in der Wahrheiten ohne selbst massiv pauschal bedroht, verunglimpft zu werden die Realität anders aussieht?
Oder das 30% Der Menschen, was ja oft gefeiert wird Immigrationsgintergrund haben und mit dem blödsinnigen Nazigeschwafel nichts anfangen können. Oder das Sie keine Zustände wie in Berlin, Bochum, Essen, haben wollen?
Oder das Sie einfach jung sind und leben und eine Zukunft haben wollen friedlich mit vielen Menschen und für sich das Menschenrecht "Heimat" und Lebensweise genauso hoch bewertet sehen wollen wie die Rechte derjenigen die uneingeladen zu uns kommen und sie die selbe Fürsorge und finanzielle Unterstützung.wollen
Oder einfach wie man in den USA sagt, mein Haus, mein Staat, mein Land, meine Regel, meine Gesetze, wenn Du dich daran hälst Willkommen
Wenn nicht Go out ich helfe Die dabei!

o

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